Hallo, alle zusammen!
Mal eine Frage an diejenigen, die erfolgreich Zooplankton-Mischkulturen betreiben: Welche Vergesellschaftungen welcher Organismen hat sich als besonders geeignet erwiesen?
Wer mit wem??
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Hallo Stefan,
sinnvoll im eigentlichen Sinn weiß ich's nur von Tisbe sp. + Moina salina.
Bei mir sind die gemischten Zooplanktonkulturen vor allem dadurch zustande gekommen, dass die konsequente Trennung nur mit ziemlich hohem Aufwand zu bewerkstelligen ist und schon in den Ansätzen verschiedene Organismen enthalten sind. Die entwickeln sich dann auch unterschiedlich, je nachdem, was gefüttert wird und wie die Artenverteilung grad ist. Nach meinem Gefühl hängt's auch stark von der Bakterienfauna und den Algen ab, die sich bilden. Schlußendlich bin ich auch überzeugt, dass die mit der Zeit ansteigende Konzentration von Stickstoffverbindungen einen Einfluss hat.
Für mich ist es immer spannend zu sehen, was sich in den Boxen entwickelt. Ich trau mir nicht zu, eindeutige Abhängigkeiten zu behaupten.
Aber natürlich bin ich neugierig, welche Meinung andere hier vertreten, die sich schon länger mit dem Thema Zooplanktonzucht beschäftigen.
Liebe Grüße
Linda -
Nach meiner Erfahrung sind Mischkulturen bei weitem nicht so ergiebig wie Reinkulturen, die als 1-Weibchen-Kultur gestartet wurden.
Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Zur Zeit kultiviere ich für Futterexperimente einen heterotrophen Nanoflagellaten (Paraphysomonas). Der labt sich an Phaeodayctylum und Bakterien, hält also die Phaeo relativ bakterienfrei und fördert so deren physiologische Stabilität. Beide gedeihen wunderbar zusammen. Verspreche mir von dem Nanoflagellaten ein gutes Zubrot für schwierige Calanoida, speziell deren Nauplien- und Copepoditenstadien.
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Zitat
Original von angi
Nach meiner Erfahrung sind Mischkulturen bei weitem nicht so ergiebig wie Reinkulturen, die als 1-Weibchen-Kultur gestartet wurden.
Hallo Angi,dass die Mischkulturen nicht so produktiv sind wie Monokulkturen leuchtet mir im Grund genommen ein (Nahrungskonkurrenz, wechselseitige Fressfeindschaft).
Mit dem Stichwort 'Ein-Weibchen-Kultur' hab ich im Web leider nur wenig gefunden, lediglich den Hinweis auf Siegfried Jentzschs Siete, dass mit Petrischalen oder ähnlich kleinen Behältnissen begonnen werden soll.
Auch verständlich, nur: Wie ist das mit der Fütterung und der Aufrechterhaltung einer halbwegs stabilen Salinität? Dass Cops nicht sehr empfindlich sind gegenüber Schwankungen des Salzgehalts weiß ich, aber die Verdunstung ist in einem flachen Gefäß ja extrem. Und eutrophiert ist sowas auch schnell.
Ich hab heute Früh eine Tisbe sp. mit Eipaket separiert in 50 ml Kulturwasser, und das mit ein paar Tropfen Nannochloropsis und einer winzigen Messerspitze Bacillus subtillis versetzt. Kann das so funktionieren?
Grad die Tisbe vermehrt sich ja an sich recht gut und ist für die Seeponies erfahrungsgemäß eine leckere Standardnahrung. In den letzten Wochen hat sich die Population in der Mischkultur aber zugunsten einer kleineren frei schwimmenden Art verschoben, die aber leider weitaus weniger produktiv ist als die Tisben. Ich vermute, dass die calanoiden Cops die Tisbe zum Fressen gern haben. Zuvor war es mir über lange Zeit ganz gut gelungen, durch unterschiedliches Futter die Vielfalt in den Mischkulturen aufrecht zu erhalten. Aber wenn's mal aus dem Ruder gelaufen ist, dauerts erfahrungsgemäß lang, bis alles wieder im Lot ist.
Deshalb ist es mir schon auch ein Anliegen, zumindest für die Grundnahrungsmittel stabile Kulturen anzulegen, die ertragreicher sind als die Mischkulturen.
Liebe Grüße
Linda
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