Korallenkrabben gegen Planarien?

  • Hallo zusammen,

    ich hätte mal eine Frage: Schützen Korallenkrabben die bewohnten Korallen vor Planarien?
    Oder andersrum gefragt: Wurden auf Acroporas, die von Korallenkrabben bewohnt werden, schon einmal die brüchtigten Strudelwürmer gefunden?
    Ich frage das, weil eine kleine Tisch-Acropora (spicifera?) ohne Krabbe bei mir gerade schlimm von Planarien befallen war und behandelt werden mußte, eine A. hyacinthus im gleichen Becken war aber ohne Befall.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner

    Ich denke wenn der Infektionsdruck nicht zu hoch ist können sie was ausrichten.

    Ich habe aber auch mal eine verloren in der ein Paar dieser Krabben saßen.
    Als ich sie endlich bebadet hatte stellte sich heraus das das Gewebe nur noch aus Tubellarien bestand.
    Ich habe sie dann in eine andere Acropora eingesetzt.

  • Danke Harald,

    für diese erste Reaktion.
    Es bleiben natürlich noch die Möglichkeiten, dass die betreffende Planarienart sehr wirtsspezifisch ist und nur auf diese eine Acroporaart geht oder dass die Parasiten (oder Parasitoide) einfach noch keine Gelegenheit oder Notwendigkeit hatten, den Wirt zu wechseln.

    Die betroffene Acropora sah übrigens erst schlimm aus, die Polypen tief in den Calyces verschwunden, aber ich denke sie wird wieder.

    Grüße

    Hans-Werner

  • hallo harald,
    hallo hans-werner,


    im allgemeinen sind krabben recht hungerige geschöpfe, die eigendlich,wenn sie planarien fressen würden, die koralle auch freihalten .

    eine plananarienionvasion beginnt ja nicht schlagartig.

    selbst habe ich allerdings mangels krabben keine erfarungen gemacht.

  • Hallo Hans - Werner
    In meinen Becken ( die Du ja vom Ansehen her kennst ) pflege ich einige Korallen , in denen Krabben wohnen u. auch etliche ohne diese Bewohner .Ich habe bei Befall mit Turbellarien keinen Unterschied in der Befallstärke feststellen können.

    Gruß Bernd

  • Hallo Hans Werner,

    leider sind mir Erfahrungen in diesem Bereich nicht erspart geblieben und meinerseits mit einem klaren ja zu beantworten. Eine schöne A.humilis wurde kurz nach dem einsetzten von einer Krabbe in Besitz genommen, obwohl sie wohl keine typische Korallenkrabbe handelte, als sie größer wurde hat sie die Koralle verlassen und später sogar andere Korallen geschädigt. In der Zeit in der sie die Koralle bewohnte/aufsuchte stand diese sehr gut. Erst später wurde diese übel von Planarien befallen. Im selben Becken pflege ich eine A. echinata, diese habe ich mit einer Krabbe (vermutlich einer Trapezia)erworben, die Krabbe ist aber in zwei größere Acros umgezogen bzw. sucht beide regelmäßig auf. Die A. echinata wurde nach dem Verlassen ebenfalls von Planarien heimgesucht. Es waren noch mehr Stöcke betroffen, lediglich die beiden von der Trapezia bewohnten Stöcke waren nie von Planarien befallen. Also ich denke da gibt es einen direkten Zusammenhang, ich abe allerdings auch nie gesehen das eine Krabbe Planarien gefressen hat. Heute gehört das Planarienproblem der Vergangenheit an.

    Gruß Henry

  • Hallo Hans Werner :smiling_face:

    Es ist so das ein Befall mit Strudelwürmern nicht so häufig war, aber dann doch auch nachgewiesen werden konnte. So scheint es nach nun einigen Jahren bei vielen so zu sein das die Krabben nicht wirklich was heflen wenn ein Befall vorhanden ist.

    Hier hilft vermutlich nur eine Gruppe Kartoffelkäfer (Sechsstreifenlippis) Harald und Peter haben hier sehr gute Erfahrungen, bisher zumindest-

  • Hallo,
    laut Debelius "Krebsführer" besteht die Nahrung der Korallenkrabben (Trapezia u.ä.) aus Detritus und Korallenschleim.

  • Hallo zusammen

    und besten Dank für die Antworten.

    Der gedankliche Ansatz war, dass die Korallenkrabben, wie von KS angeführt, vom Korallenschleim leben. Bei dessen Abweiden würden sie dann sicher auch auf Planarien stoßen. Werden diese dann auch gefressen oder schützt die Korallenkrabbe vielleicht sogar ihren Symbiosepartner gezielt gegen die Angriffe? Immerhin sollen sie ja Dornenkronen angreifen, um "ihre" Koralle zu schützen.
    Bei dem Befallsdruck im Aquarium (ohne sonstige Planarienfresser) scheint das zumindest nicht immer zu gelingen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Ich möchte noch eine Beobachtung anfügen.

    Meine A. Echinata wurde immer wieder von einem Pärchen Dieser Krabben aufgesucht. Nach einiger Zeit wanderten sie wieder ab um eine andere Acropora aufzusuchen.

    In der Zeit wo sich die Krabben in ihr befanden konnte ich ein besonderes wohlbehagen der Koralle feststellen und sie wuchs so schnell das man "zusehen" konnte.

    Ich gehe davon aus das die Ausscheidungen der Krabben der Koralle zugute kommen ähnlich wie bei einer Anemone und ihren Fischen, bei denen man festgestellt hat das die Fischzahl die grösse der Anemone bedingt.

  • Hallo Harald,

    interessante Beobachtung!

    Zu Planarien noch eine Anektode:
    Ich habe vor ca. einem halben Jahr einen "Ableger" gekauft, den ich überhaupt nicht zuordnen konnte. Die Polypen waren klein wie bei einer Porites oder einer Montipora, hatten aber eine seltsame Form, ungefähr wie die Tentakeln bei einer Hammerkoralle (Euphyllia ancora).
    Manchmal waren auch ein paar "normale" Polypen mit Tentakeln zu sehen, die waren dann heller.
    Als ich sie kürzlich einmal etwas von einem Acropora-Ableger weg schob, begannen einige "Polypen" sich zu bewegen und wanderten umher! Ein wirklich kurioser Anblick!
    Fast die ganze Korallen war von braunen Strudelwürmern bedeckt!
    Sie war trotzdem in den vergangenen Monaten ganz gut gewachsen.
    Ich haben nicht erst gewartet und meine Kamera mitgebracht um zu fotografieren, sondern gleich in Braunol gebadet.
    Jetzt sieht die Koralle nach Montipora aus. Auch gut!

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans- Werner

    Das können aber auch Nacktschnecken gewesen sein. Da gibt es welche die Imitieren mit ihren Anhängen die Polypen ihres Wirts.

  • Hallo Hans-Werner :smiling_face:

    Sahen die Strudelwümer so aus ? Oder waren es eher Planarien ?
    Mir erscheint es vom Erscheinungsbild eher so das es sich hier nicht um die üblichen Strudelwürmer handelt.
    Hier ein Foto:

    Mir sind bisher keine Fälle bekannt wo ein Strudelwurmbefall auf anderen Tieren als wie auf Acropora geschah. Zum Beispiel Seriatopora oder Montipora ?

    Michael hat da ja auch eine neue Art gefunden, die auf Scheibenanemonen parasiterieren...

  • Hallo Robert,

    könnten die gewesen sein.

    Sie waren dunkelbraun, gleiche Farbe wie eine braune Koralle. Enthalten sie Zooxanthellen?
    Sie saßen wie ein übergestülpter Sack auf den Polypen, aber wohl auch zwischen den Polypen.

    Ich kannte von den nicht-parasitischen Strudelwürmern bisher nur die roten Planarien.
    Die roten Planarien saßen bei mir nie auf lebenden Tieren.

    Die braune Art war mir neu.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,
    gleiches Phänomen hatte ich auch schon im Becken;
    2 Acroporas der gleichen Art, keine 10 cm voneinander entfernt; eine dicht besiedelt mit den braun-farblosen Strudelwürmern, die andere nicht den kleinsten Parasiten. (beides Ableger)

    Eine andere Acroart (Wildfang) handgroß, mit zugehöriger Krabbe, welche immer fleißig am werkeln war; aber seltsamerweise brachte erst ein Polyseptbad ihre offensichtliche Faulheit ans Licht. Hierbei fielen ohne Übertreibung mehr als 100 Strudler von den Ästen ab.
    Also, m.E. Korallenkrabben nur bedingter Schutz gegen parasitierende Strudler

    Servus Stefan

    Servus
    Stefan

  • Ja, Stefan,

    sieht so aus als wären die Korallenkrabben in Punkto Strudelwürmer nicht die fleisigsten Symbiosepartner.

    Schade, das wäre doch eine tolle Symbiose gewesen: "Ich gebe Dir etwas von meinem Schleim und Du hälst mir die Würmer vom Leibe."

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner

    An Zooxanthellen glaube ich nicht. Der Grund ist das diese immer anfangen das Tier von der Schattenseite abzuweiden (abzufressen...) Ich meine das diese Viecher da von oben nach unten gehen, immer vor und zurück.
    So sieht es wenigstens bei den Tieren aus, die ich hatte. Alle gleichmässig abgefressen...

    Bis man es merkt ist es meist eh schon so das das Tier oft recht übel aussieht. Fast wie gescheckt.
    Auffallend war das man sie nicht von dem Tier, auf keinen Fall von einem gesunden, unterscheiden kónnte, da sie die selbe Farbe haben.

    Erst bei einem Tier das schon arg eingebüsst hat, da kann man mit gutem bzw. mit geügten Auge den Befall sehen.
    Ich hatte auch schon Befall auf A. tumida. (zu deutsch wohl A. Enzman) Hier sieht man es weit eher weil die grüne halt schleimt wie sau.
    Dort kann man sogar die Strudelwürmer erkennen.
    Allerdings braucht es dazu auch ein wenig Wissen um diesen Schädling.

  • Hallo Robert,

    es ist vielleicht nicht so ganz rübergekommen, aber die richtig schädlichen Strudelwürmer von der Acropora waren hell und auf dem Tier nicht zu erkennen bis ich begann den Stock zu fragmentieren. Ich dachte zunächst nicht an Parasiten.
    Die Planarien von der Montipora (?) waren braun. Sie waren nicht besonders schädlich, die Koralle ist ja auch während des "Befalls" gewachsen und hat ihre Polypen offenbar auch unter den Planarien expandiert. Diese harmlosen Strudelwürmer hatten eine braune Färbung als enthielten sie Zooxanthellen.

    Grüße

    Hans-Werner

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