Hallo liebe Forengemeinde,
als Aquarianerneuling ist man ja immer versucht, möglichst viel zu lesen um die Abläufe im Aquarium so gut wie möglich zu verstehen. Jetzt bin ich aber beim Nitrat und Phosphat Haushalt an einen Punkt gefunden, wo mich weder korallenriff.de noch Google, noch die SuFu weiterbringt. Irgendwie hab ich da ein riesen Brett vorm Kopf und raff's einfach nicht. Also:
Wenn in einem Becken noch weit nach der Einfahrphase übermäßig Algen wachsen - und zwar in einem solchen Ausmaß, dass es für die anderen sessilen Beckenbewohner zum Problem wird - wird hier im Forum immer nach den Nitrat und Phosphat-Werten gefragt. Algen brauchen ja diese Nährstoffe, um zu wachsen, daher las ich mal die Aussage "Wenn du Algen im Becken hast, dann hast du auch Nitrat (Phosphat) drin.". Dabei gibt es zum Einen Fälle, in denen diese hohen Konzentrationen an Nitrat und Phosphat auch messbar sind und dann z.B. mit größeren Wasserwechseln wieder auf ein normales Level gebracht werden (klar ist das Symptombekämpfung, aber darum geht's mir grad nicht), zum Anderen lese ich aber auch von Fällen, in denen Nitrat und Phosphat nicht nachweisbar sind. In Fall zwei wird dann argumentiert, dass diese Nährstoffe von den Algen so schnell aufgebraucht werden, dass sie sich gar nicht im Wasser ansammeln können. Die Algen verbrauchen sie so schnell, wie sie erzeugt werden, daher ist eine erhöhte Konzentration im Wasser nicht messbar.
Soweit, so gut. Jetzt stellt sich mir die Frage, wie es denn dann möglich ist, ein Becken mit Werten über n.n. zu fahren, aber OHNE Algenwachstum? Angenommen ich habe ein Becken, bei dem Nitrat und Phosphat nicht nachweisbar sind und versuche jetzt, diese Werte entsprechend den Anregungen in diesem Thread anzuheben. Also z.B. mehr Futter und weniger Wasserwechsel. Würden dann nicht die entstehenden Mengen an Nitrat und Phosphat in Algenwachstum umgesetzt werden (entsprechend Fall zwei von eben)? Wie könnte ich es in diesem Fall hinbekommen, dass die Konzentrationen dieser Stoffe ansteigen, ohne dass die Algen sie zum Wachsen benutzen?
Meine Ideen dazu, die aber irgendwie auch nicht ausreichen, das zu erklären:
Konkurrenz schaffen. Ob das jetzt viele Korallen oder Makroalgen im Filterbecken sind, wenn man Konkurrenz schafft, können diese erwünschten Verbraucher die unerwünschten Algen verdrängen. Aber auch dann nehmen sie ihnen ja die Nährstoffe weg, diese werden verbraucht und man hätte wieder nicht nachweisbare Werte.
Mehr Nitrat/Phosphat zuführen, als verbraucht werden können. Klar, wenn mehr eingebracht wird, als verbraucht wird, steigen die Konzentrationen an. Aber verbraucht wird trotzdem ein Teil, und zwar von den Algen. Oder eben von Korallen und "Nutzalgen", aber wenn dann noch mehr kommt als diese verbrauchen können, würden es sich doch die unerwünschten Algen schnappen, oder nicht?
Fressfeinde einsetzen. Auch in diesem Fall würde man wie oben beschrieben mehr Nitrat/Phosphat einbringen, als verbraucht wird und den entstehenden Algen durch Schnecken, Einsiedlern und sonstigem Besatz zu Leibe rücken. Aber was bringen dann diese erhöhten Konzentrationen überhaupt? Manche Weichkorallen und LPS sollen ja mit mehr Nitrat/Phosphat im Wasser besser wachsen können, aber wenn mehr eingebracht wird, als die verbrauchen können, ist das doch irgendwie auch sinnlos?
Bedingungen schaffen, in denen Korallen mit dem Nitrat/Phosphat etwas anfangen und es nutzen können, Algen aber nicht. Nur wie sollten die aussehen?
Mehr fällt mir nicht ein. Irgendwo hakt es da noch beim Verständnis und ich wäre wirklich sehr sehr dankbar, wenn da jemand ein bisschen Licht ins Dunkel bringen könnte!
Natürlich basiert das Ganze auch irgendwo auf eigenen Erfahrungen, unser Becken hat nämlich ordentlich Algenwuchs (auch Korallenwuchs) und n.n. Werte. Und bevor ich jetzt im Glauben, meiner Cataphyllia etwas Gutes zu tun, da mehr Futter reinschmeiße, wollte ich doch erstmal die Zusammenhänge genau verstehen. Nicht dass ich am Ende nur die Algen mäste ![]()
Ich bin schon sehr auf eure Antworten gespannt!
Einen lieben Gruß,
Britta
