Miracle Mud ( an Markus )

  • Hi Markus :smiling_face:

    ich habe mir die MiracleMud-Seite nochmal in Ruhe durchgelesen. Als selbsternannten Experten :)) habe ich noch ein paar Fragen an Dich.

    1. Ich habe zwar rausbekommen das ich für 400 Liter netto ca. 5 kg Mud brauche, aber wieviel Grundfläche ist das?

    2. Im Vergleich zu den ersten Bildern in der Koralle? wo der Wasserzufluß in den MM eingeleitet wurde, wird auf der MM-Seite jetzt das Wasser oberhalb der MM-Schicht eingeleitet. Also keine direkte Durchströmung des MM mehr ?

    3. Wozu sind die Biobälle notwendig? In Deiner Einlaufkammer sind die meines Erachtens völlig überflüssig.

    4. Warum hältst Du einen Durchfluß von 6-10 fachem Gesamtwasserinhalt für notwendig. Das ergibt nach meinem Überschlag den ca. 40-fachen Durchlauf im MM-Filter bezogen auf seine Größe. Ist das nicht ein bißchen viel für das Plankton was ja erwünscht ist? Als biologischer Filter arbeitet der MM-Filter relativ langsam, also sollte doch der Gesamtwasserinhalt einmal/Stunde völlig ausreichen.

    5. Was passiert mit dem MM-Filter wenn ich den vom Hauptbecken abkopple und in sich Kreiseln lasse. ( z.B. um Jungfische mit dem vorhandenen Plankton aufzuziehen. ) Ein geringer Durchlauf vom Hauptbecken könnte erhalten werden.

    6. Wie verhinderst Du das der MM-Filter zur Borstenwurmschleuder wird, da ja keine Fressfeinde in ihn eingesetzt werden können?

    mfg Uwe

  • Hallo Uwe

    Zu Punkt 3.
    Ich betreibe mein 112 L Aquarium derzeit auch mit Miracle Mud. Laut meiner Information sollen die Biobälle den Geräuschpegel des Wassers reduzieren, welches in die erste Filterkammer des MM läuft. Da dieses bei meinem Filter jedoch völlig überflüssig ist, habe ich schon nach zwei Tagen diese Bälle entfernt. Der MM läuft trotzdem prima! Diese Dinger waren halt im Set beim Kauf dabei...

    Die Bälle eignen sich aber prima zum Kochen in Kinderküchen! Als Ersatz für Eiskugeln, Kartoffeln, Äpfel,... beim "wir kochen" Spielen. Das jedenfalls sagen unsere Zwillinge (zwei Mädchen) dazu. Darum haben sie die schönen blauen Dinger kurzerhand für die ihren erklärt.

    Zu Punkt 6. und der Borstenwurm Sache: Ist es hier nicht so, das die Großen die Kleinen fressen? Große fange ich mit der Futterzange aus meinem 112 L Aquarium immer raus. Zum Schutz für die Muschel etc. Das würde ich beim Entdecken von großen Borstis auch im MM Filtrerbreich machen.

    Gruß
    Manuela :smiling_face:

  • Hi Uwe, danke für den Experten, was ich aber sicher nicht bin! Den es gibt in den sicherlich mehr Leute, die in der Aquaristik besser Bescheid wissen, als ich !

    zu1.Nach unseren Infos, brauchst Du mind. 10 kg für 400 Liter, woher hast du das mit den 5 kg? Die Grundfläche wäre bei 10 kg 75x30x40 cm.

    zu2. Die erste Grafik in der Koralle war falsch, ich habe auch Daniel Knop auf einen Übersetzungsfehler aufmerksam gemacht. Den er aber in der nächsten Koralle korrigiert hat. Das Wasser fließt nicht durch das Substrat.

    zu3. Tschuldigung, das ich das Photo auf meiner HP noch nicht aktualisiert haeb, ich benutze mitlerweile auch keine Biobälle mehr.

    zu4. Hierzu kann ich Dir sagen, das ich schon mit weniger Durchfluß gearbeitet habe, mit keinem so gutem Erfolg(schlechtere Wasserwerte usw.), deshalb würde ich nicht mit weniger als der 6-fachen Durchflußmenge arbeiten. Die ruhigen Zonen die Du im Filter brauchst sind vorhanden, da das Wasser über und durch den oberen Teil der Algen geleitet wird und somit in Bodennähe eine sehr geringe Wasserbewegnung zu verzeichnen ist.

    zu 5. Das wäre auch einmal einen Versuch wert, habe ich selbst noch nicht getestet. Man muß aber an die 24 Stunden Beleuchtung denken, ist vielleicht für Jungfische nicht empfehlenswert. Vielleicht ein kleines Becken an den Filter als Bypas mit anschließen, wäre meiner Meinung nach besser.

    zu6. Bisher hatte ich noch keine Probleme mit Borstis, wenn aber mal sein sollte, dann werde ich es auch so handhaben wie Manu.


    Cu Markus

  • EcoSystem und MM (Kommentare erwünscht):

    • sehr viel Strömung: bringt Ammonium (NH4) zu den Algen bevor es zu NO3 wird, fördert den Metabolismus der Caulerpa und der Microbiologie des Schlamms. Verhindert möglicherweise das Auftreten roter Schmieralgen. Außerdem bringt die Strömung mehr Sauerstoff ins System, da immer wieder neues Wasser an die Oberfläche kommt. Da ohne Abschäumer gefahren wird, fehlt ja diese O2-Quelle. Detritus im Hauptbecken wird in der Schwebe gehalten und dem Filterbecken zugeführt.
    • 24 Stunden Beleuchtung: sorgt für ununterbrochene Photosynthese und Filterwirkung der Caulerpa. Außerdem wird so der CO2-Gehalt und amit der pH-Wert stabilisiert sowie die sexuelle Vermehrung der Caulerpa verhindert, deren Auflösung den Zusammenbruch des Systems zur Folge hätte. Nitrosomonas und Nitrobacter werden gehemmt, es entsteht weniger NO3.
    • Wenig Bodengrund im Becken und wöchentliches Absaugen von Detritus: sorgt für regelmäßigen Wasserwechsel mit all seinen Vorteilen und entfernt unerwünschte Sedimente, die in biologischer Konkurenz zum MM stehen.
    • Kalziumwert: wird durch Kalkwasserzugabe oder Kalziumreaktor stabil gehalten.
    • Herbifore Tiere im Hauptbecken verhindern dort unerwünschten Algenwuchs.
    • 1. Filterkammer, Biobälle: dient zur Wasserberuhigung und entfernt Luftblasen, durch die hohe Strömungsgeschwindigkeit werden größere Schmutzpartikel (Detritus) an den Bällen aufgebrochen. Eventuell sorgen an den Biobällen wachsende Bakterien zwar für Umwandlung von Stickstoffverbindungen zu NO3 andererseits aber für die biologische Aktivierung von Phosphaten.
    • 2. Filterkammer, Schlamm: fördert durch relativ hohen Eisengehalt das Caulerpa-Wachstum, versorgt das Becken mit Spurenelementen, die langsam ausgewaschen werden. Dient als Siedlungssubstrat für aerobe und anaerobe Bakterien sowie für Zooplankton. Die geringe Höhe von 2-3 cm verhindert das Entstehen unerwünschter Methan bildender Zonen.
    • 2. Filterkammer, Caulerpa: entfernen Ammonium bevor es zu NO2 und NO3 wird sowie PO4, eventuell reichern sie Schwermetalle an und entfernen sie so aus dem Wasser.
    • 3. Filterkammer: hält Caulerpa zurück, damit die Nährstoffe nicht wieder durch den Magen der Fische in den Kreislauf gelangen.

    soweit meine Gedanken dazu. Da es als Gesamtsystem nicht teurer ist als andere Lösungen, im Gegensatz zum Abschäumer biologisch funktioniert und bis jetzt noch von keinen negativen Erfahrungen zu lesen war, sollte die Diskussion über MM nicht zur Ruhe kommen :smiling_face:

  • EcoSystem und MM (Kommentare erwünscht):

    sehr viel Strömung: bringt Ammonium (NH4) zu den Algen bevor es zu NO3 wird, fördert den Metabolismus der Caulerpa und der Microbiologie des Schlamms. Verhindert möglicherweise das Auftreten roter Schmieralgen. Außerdem bringt die Strömung mehr Sauerstoff ins System, da immer wieder neues Wasser an die Oberfläche kommt. Da ohne Abschäumer gefahren wird, fehlt ja diese O2-Quelle. Detritus im Hauptbecken wird in der Schwebe gehalten und dem Filterbecken zugeführt.

    Ammonium ist nicht vorhanden (bei pH>7,00) was soll ich (man) unter "Metabolismus von Caulerpa verstehen ? Die Microbiologie des Schlammes ist unterschiedlich weil auch die Zusammensetzung unterschiedlich ist. Jedoch besteht der "Schlamm" überwiegend aus anorganischen Substanzen. Hier muß deutlich zwischen Faulschlämme und Detritus unterschieden werden. In Faulschlämme (kommt in der Aquaristik eigentlich nicht vor) entsteht in der Tat Methangas (absolut tödlich für alle Organismen in Aquarien) während im Detritus durchaus Substanzen vorhanden sein können die mit Vorliebe von Cyanobakterien aufgenommen werden und zu deren massiven Wachstum beitragen.Das ist aber nur ein einziger Aspekt von sehr vielen die in Verbindung mit roten Schmieralgen gesehen werden kann. Die Sauerstoffdifferenz mit und ohne Eiweißabschäumer liegen im einer Prozentbereich. Ein Eiweißabschäumer hat für die Sauerstoffbilanzierung im Aquarium eher eine untergeordnete Bedeutung. Das Aquariumwasser nimt auch bei langsamer Umwälzung Sauerstoff bis zur Sättigung auf. Detritus und hohe Bodengründe verbrauchen Unmengen an freien gelösten Sauerstoff der durch die Verwendung eines Eiweißabschäumers nicht ausgeglichen werden kann (bitte keine Vergleiche mit einem Sander Helgoland an einem 100 Liter-Aquarium) denn auch Sauerstoffsättigungen über die Sättigungsgrenze hinaus werden an der Grenzschicht an den Luftsauerstoff abgegeben.


    24 Stunden Beleuchtung: sorgt für ununterbrochene Photosynthese und Filterwirkung der Caulerpa. Außerdem wird so der CO2-Gehalt und amit der pH-Wert stabilisiert sowie die sexuelle Vermehrung der Caulerpa verhindert, deren Auflösung den Zusammenbruch des Systems zur Folge hätte. Nitrosomonas und Nitrobacter werden gehemmt, es entsteht weniger NO3.

    Nitrosomonas und Nitrobacter als ein Teil der Abbaukette können nicht aus der biologischen Stickstoffeliminierung ausgeschlossen werden. Durch die oben erwähnten Maßnahmen könnte theorethisch die Populationsdichte von Nitrosomonas eingedämmt werden dem sich die langsameren Nitrobacter anschließen. Das hätte aber zur Folge, insbesondere bei 24 stündiger Beleuchtung, daß Bakterien aus den Gruppen der Coli, Proteus, Subtilis u.a. Bakterienstämme einer starken Vermehrung unterliegen. Die genannten Bakterien geben so genannte Bakterientoxine an das Wasser ab die wiederum tödlich sind und zu unerklärlichen Verlusten führen können. Das ist auch einer der Gründe warum biologisch arbeitende Filtersysteme dunkel stehen und keinsfalls beleuchtet werden dürfen.


    Wenig Bodengrund im Becken und wöchentliches Absaugen von Detritus: sorgt für regelmäßigen Wasserwechsel mit all seinen Vorteilen und entfernt unerwünschte Sedimente, die in biologischer Konkurenz zum MM stehen.

    Und was ist mit der Dekoration, den lebenden Steinen, dem Substrat an wirbellosen Tieren ?


    Kalziumwert: wird durch Kalkwasserzugabe oder Kalziumreaktor stabil gehalten.


    Herbifore Tiere im Hauptbecken verhindern dort unerwünschten Algenwuchs.

    Und was ist dem massiven Wuchs von Kalkalgen ?


    1. Filterkammer, Biobälle: dient zur Wasserberuhigung und entfernt Luftblasen, durch die hohe Strömungsgeschwindigkeit werden größere Schmutzpartikel (Detritus) an den Bällen aufgebrochen. Eventuell sorgen an den Biobällen wachsende Bakterien zwar für Umwandlung von Stickstoffverbindungen zu NO3 andererseits aber für die biologische Aktivierung von Phosphaten.

    Was muß ich unter"biologische Phosphataktivierung" verstehen ?


    2. Filterkammer, Schlamm: fördert durch relativ hohen Eisengehalt das Caulerpa-Wachstum, versorgt das Becken mit Spurenelementen, die langsam ausgewaschen werden. Dient als Siedlungssubstrat für aerobe und anaerobe Bakterien sowie für Zooplankton. Die geringe Höhe von 2-3 cm verhindert das Entstehen unerwünschter Methan bildender Zonen.

    Wenn Eisen vorliegen sollte, dann nur als Eisenphosphat. Ausgefällte Spurenelemente liegen, wenn überhaupt, nicht mehr in der ursprünglichen Form vor, da sie andererseits längst, und zwar vollständig, von fädigen und anderen Algen aufgenommen worden wären. Auch in den hintersten Ecken eines Aquarium(Filters) befindet sich kein Schlamm sondern nur locker aufliegendes Detritus in dem sich keine Faulgase wie Methan entwickeln können. Zwar wird in den tieferen Schichten von Detritus auch Nitrat reduziert aber die Mengen sind vernachlässigbar gering (bei Nitratproblemen neige ich aber dazu dieses Detritus zu belassen), jedoch niemals Faulgase. Die finden sich in den alten kompakten Schichten des Bodengrundes in Form von z.B. Schwefelgase (Schwarzfärbung des Bodengrundes).


    2. Filterkammer, Caulerpa: entfernen Ammonium bevor es zu NO2 und NO3 wird sowie PO4, eventuell reichern sie Schwermetalle an und entfernen sie so aus dem Wasser.

    Ammonium liegt im Seewasser nicht vor (sie oben) ! Wo sollen Schwermetalle herkommen ?


    3. Filterkammer: hält Caulerpa zurück, damit die Nährstoffe nicht wieder durch den Magen der Fische in den Kreislauf gelangen.

    Zu beachten ist, daß durch eine durchgehende Beleuchtung zwar die Photosynthese angetrieben wird aber eine große Gefahr darin besteht, daß innerhalb sehr kurzer Zeit der gesamte Bestand an photosyntethisierenden Algen zusammenbricht und dann beginnt man mit der Meerwasseraquaristik von Neuem.


    Ich sehe das so wie mit den Zeugen Jehovas, ich lasse sie in Ruhe wenn sie mich auch in Ruhe lassen. Übertragen auf die Aquaristik würde ich das etwa so formulieren:

    Zeigt mir erst einmal reproduzierbare Erfolge und versucht nicht mich von meinem bisherigen System abzubringen bevor sich ein System mit Wunderschlamm etabliert hat. Bis dahin ist alles was über den Wunderschlamm berichtet wurde nichts weiter als Theorie und das die dafür benutzten Tiere nicht verendet sind. So wie das bisher abläuft sieht das so aus, daß die Befürworter unbedingt die Zauderer und Gegner auf die Seite des Wunderschlammes ziehen wollen. Dabei werden auch Argumente benutzt die schlichtweg falsch sind und wenn ich versuche das ohne Emotionen zu betrachten, auch von Wunschdenken. Eine abschließende Frage dazu habe ich noch, warum glaubt Ihr, hat die Evolution den Wunderschlamm noch nicht entdeckt ?

    Gruß

    Ralph D. Huber

  • Hallo Ralph,

    konntest du es also nicht lassen.

    Wo versuche ich, dich von deinem Wege abzubringen? Ich hätte, glaube ich inzwischen, deutlicher machen müssen, daß es mir um das Entschleiern des Wunders geht.

    was ich hier an Gedanken zusammengetragen habe, sind ja lauter Thesen die sich beim Versuch bildeten, den MM zu verstehen. Ich wollte hier beileibe kein Zeuge Jehovas sein oder das Zeug bewerben. Die Art und Weise, wie es in Amerika und vielleicht auch hier diskutiert wird, ist mir viel zu unsachlich. Alle hängen sich am Preis und am Namen auf und übersehen dabei das Wesentliche: handelt es sich hier um ein System, das die Aquaristik voranbringt? Haben bisher schwer zu haltende Tiere bessere Chancen? Können Anfänger damit umgehen? Hält es länger als ein oder zwei Jahre?

    Algenfilter sind seit Jahrzehnten bekannt, auch hier wird ja versucht, die Last der Wasserreinigung den Makroalgen aufzubürden. Eine natürliche Entsprechung findet man in den Seetangwiesen und Kelpwäldern.

    Ich wollte verstehen, was am EcoSystem anders ist. Knackpunkte zum Verständnis sind da die 24h Beleuchtung, die schnelle Strömungsgeschwindigkeit, die geringe Dicke der Schlammschicht sowie der Wunderschlamm. In diesen Punkten unterscheidet sich das EcoSystem von herkömmlichen Algenfiltern.

    Das Problem ist doch, daß in einem System eigentlich zwei verschiedene Zonen existieren müssen. Das Hauptbecken soll Grünalgenfeindlich sein, damit die Korallen nicht überwachsen werden, die Filterkammer hingegen muss Grünalgen fördern. Also muss doch aus dem Hauptbecken alles raus, was Algenwuchs fördert. Im Detritus sammelt sich unter anderem gefälltes Phosphat und das muss als limitierendes Element raus. Kalkalgen sind herzlich willkommen, sie verhindern den Bewuchs mit Grünalgen.

    Du schreibst, Ammonium sei nicht vorhanden. Das stimmt so nicht, oder schei.. Fische direkt Nitrit oder Nitrat. Ammonium ist zuerst da und wird dann von nitrifizierender Mikrofauna nach NO3 oxydiert. Lass uns trotz pH >7 den Zeitfaktor nicht vergessen. Wir haben im Wasser ein System von Entstehen und Vergehen, das zu einem andauerndem Vorhandensein von NH4 führt. Sorokin [1] schreibt und belegt mit Messungen, daß anorganischer Stickstoff im Wasser von Riffen hauptsächlich als NH4 vorkommt. Die Konzentration beträgt etwa das 1-2 fache von NO3.

    Mit dem Eisen und den Spurenelementen sehe ich das so, wie mit dem Ammonium. Sie sind immer da, wenn auch in geringen Konzentrationen. Wenn der Schlamm solche Elemente enthält, werden sie im Laufe der Zeit zu einem Teil herausgelöst. Oder die Mikrofauna macht sie lösbar. Auf jeden Fall muss es einen Grund haben, daß man einen Teil des Schlammes nach zwei Jahren austauschen soll. Vielleicht sind ja auch Mineralien drin, die Stoffe adsorbieren, so wie beim Zeolith, die dann irgendwann zu sind.

    Der Metabolismus oder auch Stoffwechsel der Caulerpa benötigt einen Austausch der beteiligten Stoffe an der Zelloberfläche. Ich meinte mit Förderung des Metabolismus, daß dieser Austausch und damit die Aufnahme von Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor bei stärkerer Strömung effizienter ist. In der Natur bzw. im Riff ist das Maß der Nahrungsaufnahme eng mit der Geschwindigkeit des Wassers verbunden. Ich suche halt nach einer Erklärung, warum laut Hersteller und Händler eine so große Strömung vorhanden sein muss.

    Sauerstoffversorgung fällt also als Grund für die Strömung aus. Das ein Abschäumer in dem Punkt so unwichtig ist, wusste ich nicht. Außerdem werden die Caulerpa ja wohl genug O2 produzieren. Dass die Algen Schwermetalle anreichern ist insofern wichtig, als daß sie bei einem Zusammenbruch der Population schockweise freigegeben werden. Da ist also etwas Gutes gleichzeitig ein Risiko.

    Nitrosomonas und Nitrobacter eliminieren keinen Stickstoff. Ich schrieb, daß die ununterbrochene Beleuchtung dafür sorgt, daß sie weniger NO3 produzieren, ihnen fehlt ebenfalls dei Erholungsphase. Wieso sollte die Populationsdichte davon beeinflusst werden? Ob das aber irgend eine wichtige Rolle im EcoSystem spielt, vermag ich nicht zu beurteilen. Wahrscheinlich ist das ein ganz unwesentlicher Nebeneffekt.

    Bakteriendichte und Zooplankterreichtum sind doch Vorteile von nicht physikalischen Filtersystemen.

    Je feiner der Bodengrund, um so mehr Bakterien wachsen dort. Zu dem Zeitpunkt, wo MM aus der Tüte kommt, ist es tot. Wie sieht es aber 9 Monate später aus? Diesen Zeitraum sieht der Hersteller als Einfahrphase. Sind die von dir genannten Bakterienstämme wie Coli etc. ein Problem in Sandbett- oder Algenfiltern? Oder vermutest du hier Probleme, die bei längerfristigem Betreiben des EcoSystem auftreten könnten? Übrigens, ein biologisch arbeitender Algenfilter kann wohl schlecht dunkel stehen. Es ist eine Schande mit der Sprache, alles ist biologisch: Bakterienfilter, Sandbettfilter, Jauberts System etc. Da sollten wir auf eine genaue Sprache achten. Mit wir meine ich natürlich auch mich. Biofilter sind als Nitratschleudern bezeichnet worden, genauso kann man Abschäumer als Killer titulieren.

    Biologisch=besser ist eine falsche Gleichung, allen Grünen zum Trotz. Ich suche nach einer Möglichkeit, die Tiere so zu halten, daß ihren Ansprüchen besser Genüge getan wird.

    -----
    [1] Sorokin, Coral Reef Ecology, S. 47


    herzlichen Gruß, besonders nach Hamburg und Danke, Robert, für das Weiterleiten

  • Hi Thomas, da der Ralph ja nicht antworten kann, setzte ich seine Anwort rein.

    Ich mein auch es so verstanden zu haben das danach keine weitere Antwort folgen soll oder wird.

    Also Beginn:

    Hallo Thomas,

    Deine Fragen wiegen schwer und sind nicht einfach zu beantworten. Vieles wird nach meiner Antwort dennoch im Dunkeln bleiben. Warum, kann ich Dir hoffentlich verständlich machen.

    Um einmal mit dem anzufangen was sich heute als guter Standard etabliert hat und wie es auch mit sehr großer Sicherheit immer noch empfohlen werden kann.

    Das Aquarium so groß wie irgend möglich. Meine Empfehlung lautet demnach "nicht unter 350 Liter". Heizung, Strömungspumpen (10-12fache Umwälzung) und Eiweißabschäumer (eine Nummer größer als angegeben) und Kalkreaktor (bei abnehmenden Kalziumwerten) sowie verzicht auf Kalkwasser (wegen der Ausfällung von z.B. Phosphat als Kalziumphosphat). Ausreichende Beleuchtung (HQI ab 250 Watt, besser 400 Watt). Wöchentliche Wasserwechsel von etwa 3-5%, Zugabe von Jod und Spurenelementekomplexe nur 25% von der empfohlenen Dosis bei mittlerer Besatzdichte. Alle Parameter annähernd im optimalen Bereich. Gegenüber einigen anderen und erfolgreichen Aquarianer empfehle ich die Werte von Nitrat und Phosphat gegen null zu fahren, die Karbonathärte bei etwa 8° dH, pH bei etwa 8,0-8,4 bei Zugabe von CO2 über den Kalkreaktor kann der pH-Wert auch um 0,2 - 0,4 niedriger ausfallen.

    Man kann fast eine Garantie geben, daß bei dieser Vorgehensweise der Erfolg nicht ausbleiben wird.


    ***Biologisch=besser ist eine falsche Gleichung, allen Grünen zum Trotz. Ich
    suche nach einer Möglichkeit, die Tiere so zu halten, daß ihren Ansprüchen
    besser Genüge getan wird.***


    Wenn Du so wie oben angegeben verfährst ist das Bestmögliche getan !

    ***Je feiner der Bodengrund, um so mehr Bakterien wachsen dort. Zu dem
    Zeitpunkt, wo MM aus der Tüte kommt, ist es tot. Wie sieht es aber 9 Monate
    später aus? Diesen Zeitraum sieht der Hersteller als Einfahrphase. Sind die
    von dir genannten Bakterienstämme wie Coli etc. ein Problem in Sandbett-
    oder Algenfiltern? Oder vermutest du hier Probleme, die bei längerfristigem
    Betreiben des EcoSystem auftreten könnten? Übrigens, ein biologisch
    arbeitender Algenfilter kann wohl schlecht dunkel stehen. Es ist eine
    Schande mit der Sprache, alles ist biologisch: Bakterienfilter,
    Sandbettfilter, Jauberts System etc. Da sollten wir auf eine genaue Sprache
    achten. Mit wir meine ich natürlich auch mich. Biofilter sind als
    Nitratschleudern bezeichnet worden, genauso kann man Abschäumer als Killer titulieren.***


    Feiner Bodengrund bietet sicherlich eine größere Siedlungsfläche, poröses Material aber auch. wenn es um Besiedlungsflächen geht, ziehe ich hochporösen Korallenbruch vor, als Bodengrund aber den Sand so fein wie möglich.

    9 Monate Zeit zum Einfahren ist ein realistischer Zeitraum.

    Bakterium Coli, Subtilis und Proteus sind keine substratgebundenen Bakterien, sie befinden sich frei im Wasser. Probleme können auftreten bei einer zu großen Population weil, wie schon geschrieben, Bakterientoxine abgegeben werden die je nach Menge für plötzliches Fischsterben verantwortlich sein können. In der Praxis konnte ich unerklärliche Todesfälle bisher aber noch nie eindeutig auf Bakterientoxine als Todesursache zurückführen. Andererseits muß ich aber auch nicht den Lebensraum für diese Bakterien noch willkürlich erweitern

    Ein biologisch arbeitender Algenfilter kann natürlich nicht dunkel stehen sondern er wird in aller Regel beleuchtet. Überall wo Mikroorganismen ein Wirkfeld finden, wird die Beeinflussung als biologisch bezeichnet. Um Unterscheidungen erkennen zu können sollte man den jeweiligen Filter dann auch beim Namen nennen. Ein Riselfilter arbeitet auch biologisch als Ergebnis bleibt dann aber Nitrat übrig, eben die Nitratschleuder. Ein Nitartfilter arbeitet auch biologisch aber durch den Entzug von Sauerstoff wechselt Nitrobacter zur Nitratatmung, beim Schwefelfilter auf die Schwefelatmung usw. Wenn man das einmal durchschaut hat ist es nicht mehr so schwer zu verstehen. Mein biologisches Filtersystem produziert zunächst auch Nitrat welches aber nach einer genügend langen Einlaufzeit gleichzeitig veratmet wird. Die Nitratatmung entsteht durch die Fähigkeit nitrifizierender Bakterien bei fehlendem Sauerstoff die Nitratmoleküle aufzubrechen und den im Nitrat gebundenen Sauerstoff freizusetzen. Sauerstoff benötigen sie natürlich auch weiterhin. Genau so arbeiten die Schwefelbakterien und darum funktioniert auch ein Schwefelfilter als Nitratentferner. All diese Bakterien sind Substratgebunden, sonst brauchte man nicht für die entsprechenden Materialien zur Besiedlung durch die Bakterien zu sorgen. Das geht natürlich auch mit künstlichem Material wie den Biobällen oder ähnlichem, sogar mit Filterwatte aber die Siedlungsfläche ist im Verhältnis zu natürlichen Materialien wie z.B. Korallenkies sehr gering. Während des Wirkens der Bakterien entstehen immer ganz geringe Säuremengen die von Kunststoffen nicht adsobiert oder gepuffert werden können sehr wohl aber bei korallinem Material wie Korallensand oder Korallenbruch.

    Was den Abschäumer betrifft bin ich der Meinung, daß dem Aquariumplankton eine zu große Bedeutung zugemessen wird. Hier müssen Prioritäten gesetzt werden und die bestehen beim Schäumer darin alles aus dem Kreislauf zu entfernen was ansonsten zur Erhöhung von Schadstoffen z.B. Nitrat führen kann. Die durch den Eiweißabschäumer ebenfalls entfernten Spurenelemente kann man sehr leicht durch die handelsüblichen Komplexe wieder nachdosieren und bis man das notwendige Fingerspitzengefühl dafür bekommt wieviel denn nun im eigenen Aquarium dosiert werden muß, verläßt man sich auf die Angaben die damit erfahrene Aquarianer geben. Auch der regelmäßige Wasserwechsel führt verbrauchte oder entfernte Elemnte wieder zu.

    ***Bakteriendichte und Zooplankterreichtum sind doch Vorteile von nicht
    physikalischen Filtersystemen.***


    Wie schon weiter oben geschrieben bin ich der Meinung das da eine Überbewertung stattfindet. Die Ideale Zusammensetzung wie in der Natur wird es im Aquarium nicht geben. Schon alleine aus der Erkenntnis heraus, daß in Korallenriffen teilweise unterschiedliche Kohlenstoffeinträge erfolgen in der freien unbelasteten Hochsee sind die Werte aber gleichbleibend und stabil.. Zahlen die das belegen gibt es zwar sind aber nicht nutzbringend im Meerwasseraquarium anzuwenden, da schon der Eintrag von verschmutzter Luft nicht kalkulierbar ist.

    ***Nitrosomonas und Nitrobacter eliminieren keinen Stickstoff. Ich schrieb, daß die ununterbrochene Beleuchtung dafür sorgt, daß sie weniger NO3
    produzieren, ihnen fehlt ebenfalls dei Erholungsphase. Wieso sollte die
    Populationsdichte davon beeinflusst werden? Ob das aber irgend eine wichtige Rolle im EcoSystem spielt, vermag ich nicht zu beurteilen. Wahrscheinlich ist das ein ganz unwesentlicher Nebeneffekt.***


    Nitrat ist ein Stickstoff der durch die Nitratatmung eliminiert wird. Ein anderer Begriff dafür ist Denitrifikation.

    Da die zu den Nitrifizieren gehörenden Nitrosomonas und Nitrobacter Bakterien substratgebunden leben, darüber hinaus auch noch im dunklen, sind sie im freien Wasser nicht vorzufinden. Will man ihren Lebensansprüchen Rechnung tragen, bietet man ihnen einen entsprechenden Lebensraum. Das hört sich jetzt kompliziert an ist aber in der Praxis leicht durchführbar.

    Die Populationsdichte hängt vom Nahrungsangebot ab. Viel Nahrung = große Population. Wenig Nahrung = kleine Population. Es ist falsch anzunehmen das die Bakterien sich wechselnder Nahrungsdichte anpassen können in dem sie dann halt mehr oder weniger fressen. Das regelt sich durch die Menge an Bakterien. Darum ist eine wichtige Voraussetzung die Belastung z.B. durch Fütterung der Fische und wirbellosen Tiere gleichmäßig zu halten und unbedingt auf Diättage o.ä. zu verzichten. Will man auf biologische Systeme zurückgreifen sind diese Dinge äußerst wichtig da sie bei falscher Beurteilung mehr schaden als nutzen und das was Du als Nebeneffekt beschreibst ist die eigentliche Hauptsache.

    ***Sauerstoffversorgung fällt also als Grund für die Strömung aus. Das ein
    Abschäumer in dem Punkt so unwichtig ist, wusste ich nicht. Außerdem werden die Caulerpa ja wohl genug O2 produzieren. Dass die Algen Schwermetalle anreichern ist insofern wichtig, als daß sie bei einem Zusammenbruch der Population schockweise freigegeben werden. Da ist also etwas Gutes gleichzeitig ein Risiko.***


    Die Strömung = Umwälzung ist sehr wichtig für die Sauerstoffversorgung. Im Eiweißabschäumer erfolgt der Eintrag von Luftsauerstoff aber unter leichtem Überdruck. An der Grenzfläche im Aquarium findet dann eine Normalisierung bis zur Sättigung statt. Mehr als die Sättigung ist nicht möglich es sei denn, daß das gesamte Aquarium unter Druck gesetzt werden kann.

    Schwermetalle sind im Leitungswasser nur in geringsten Konzentrationen vorhanden und durch Osmoseanlagen wird diese Konzentration nochmals um etwa 85-95% vermindert. Schwermetalle werden nicht nur von Algen aufgenommen sondern von allen in diesem Ökosystem befindlichen Organismen.

    Große Algenbestände haben eine gute Wirkung aber die dadurch ständige Bedrohung führte dann dazu darauf zu verzichten. Wenn ich so die Beschreibungen von z.B. Fritz S. (Schwefelfritz) immer wieder lesen so habe ich die Befürchtung, daß wir irgendwann eine weitere Katastophenmeldung von ihm zu hören bekommen.

    ***Der Metabolismus oder auch Stoffwechsel der Caulerpa benötigt einen
    Austausch der beteiligten Stoffe an der Zelloberfläche. Ich meinte mit
    Förderung des Metabolismus, daß dieser Austausch und damit die Aufnahme von Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor bei stärkerer Strömung effizienter ist. In der Natur bzw. im Riff ist das Maß der Nahrungsaufnahme eng mit der
    Geschwindigkeit des Wassers verbunden. Ich suche halt nach einer Erklärung, warum laut Hersteller und Händler eine so große Strömung vorhanden sein muss.***
    ende Teil 1

    ________________________________________
    Eine Nachricht weiter kommt der zweite Teil, da die Nachricht zu lang war musst ich teilen..

    gruss Robert

  • Teil 2 von Ralph :smiling_face:

    Ist echt lange geworden..........

    Anfang:

    Das Vorhandensein von Stickstoffen wird keineswegs durch Strömungen begünstigt bzw. die Aufnahme dieser Stoffe. Im Korallenriff ist überwiegend eine wechselnde Wasserbewegung vorhanden die man als Dünung bezeichnen könnte und damit wäre auch hier der annahme begegnet, daß im Korallenriff nur Strömungen vorhanden sind. Warum ein Hersteller auf eine hohe Strömung drängt ist mir nicht so ganz erklärlich. Ich will einmal ein Beispiel dafür nennen: wenn du an einem Bahnsteig stehst und der Zug fährt mit 50 KM/h an dir vorbei, dann wird es Dir nicht gelingen in diesen Zug einzusteigen. Ähnlich sehe ich das auch in Bezug auf wasserverändernde Mikroorganismen. Eine gewisse Verweilzeit ist nötig um auch tatsächlich all die Stoffe dem Wasser zu entziehen die die Qualität verbessert. Es muß also heißen, biologisch filtern = langsam filtern. Wenn ich die Empfehlung von Thomas Pohl bezüglich des Zeoliths sehe, dann ist mir das sehr unverständlich. Eine plausible Erklärung habe ich bisher dafür nicht erhalten.

    ***Mit dem Eisen und den Spurenelementen sehe ich das so, wie mit dem Ammonium. Sie sind immer da, wenn auch in geringen Konzentrationen. Wenn der Schlamm solche Elemente enthält, werden sie im Laufe der Zeit zu einem Teil herausgelöst. Oder die Mikrofauna macht sie lösbar. Auf jeden Fall muss es einen Grund haben, daß man einen Teil des Schlammes nach zwei Jahren austauschen soll. Vielleicht sind ja auch Mineralien drin, die Stoffe adsorbieren, so wie beim Zeolith, die dann irgendwann zu sind.***


    Eisen und andere Spurenelemente sind immer vorhanden, daß eine Spurenelement weniger, daß andere Spurenelement mehr aber nicht ständig sondern immer neu. Wobei insbesondere das Eisen ein Mangelelement ist und zwar für Tier und Pflanze gleichermaßen, darum wird es ja nachdosiert. Ammonium liegt bei pH-Werten über sieben als ammoniak vor, so weiß ich es aus der Chemie und nicht anders. Was bei Werten unter sieben tatsächlich ein Nährstoff ist wird plötzlich zu einem Gift wenn sich die Umgebung verändert. Die fatale Wirkung von Ammoniak ist ebenso tödlich wie Nitrit. Nur beim Nitrit findet ein tatsächlicher bakterieller Umbau statt, während beim Ammonium/Ammoniak der pH-Wert der bestimmende Parameter ist was wir messen. Hier findet nicht eine Reduktion statt oder eine erweiterte Aufspaltung. Die Abbaukette ist in Deinen Unterlagen entweder falsch beschrieben (Ammonium statt Ammoniak) oder es stammt aus einem Buch das von Süßwässern ausgeht.

    Der Rest in Deinem oben zitierten Absatz ist Spekulation und auch für mich nicht offensichtlich. So wie ich es sehe wird das aber vom Anbieter des MiracleMud bewußt nicht aufgeklärt bzw. im Unklaren gelassen. Bei einem Produkt das derart teuer ist erwarte ich ganz einfach Transparenz und nicht eine lapidare Erklärung daß dies ja das Wunder ist, man weiß nicht wie dieses und jenes ist man kann nur erklären daß es wirkt. Aus rechtlicher Sicht ensteht so keine einklagbare zugesicherte Eigenschaft. Wenn ich ein Produkt kaufe das für die Phosphatentfernung gedacht ist und diese Wirkung nicht nachgewiesen werden kann habe ich einen verbraucherrechtlichen Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises. Wunder sind allerdings von diesem Recht ausgenommen. Schon bei einer theoretichen Reklamation fallen mir keine Argumente ein wie ich meinen Anspruch durchsetzen sollte.

    ***Das Problem ist doch, daß in einem System eigentlich zwei verschiedene Zonen existieren müssen. Das Hauptbecken soll Grünalgenfeindlich sein, damit die Korallen nicht überwachsen werden, die Filterkammer hingegen muss Grünalgen fördern. Also muss doch aus dem Hauptbecken alles raus, was Algenwuchs fördert. Im Detritus sammelt sich unter anderem gefälltes Phosphat und das muss als limitierendes Element raus. Kalkalgen sind herzlich willkommen, sie verhindern den Bewuchs mit Grünalgen.***


    Ich halte das für Wunschdenken. Insbesondere die Verbannung von höheren Algen brachte nur Nachteile. Eines meiner schönsten Aquarien, übrigens unter Leuchtstoffröhren, beherbergte mehr als dreißig Arten Grün- und Rotalgen. Die daraus resultierenden Probleme ließen sich nur durch ständige gärtnerische Arbeiten im Aquarium in Grenzen halten. So ist nicht nur das Überwachsen sessiler Wirbellosen zu verhindern sondern auch die Tendenz zu Monokulturen weil auch die Algen limitierende Stoffe ausscheiden um der eigenen Art den Lebensraum zu sichern. So mußten denn die Algen nicht nur ihrerselbst willen reduziert werden sondern auch um anderen Arten Lebensraum zu schaffen und- zu erhalten. Auch die teilweise explosionsartig zunehmende Artenvielfalt wirbelloser Tiere, die wir ja alle haben wollen, führte dazu daß wir den begrenzten Raum für diese Tiere benötigen und höheren Algen somit keinen Platz mehr bieten konnte. Daraus entwickelten sich externe Filtersysteme die jedoch auch keinen Platz mehr für höhere Algen zuließen. So ist die Erkenntnis das Algen eigentlich nur einen guten Effekt haben nicht neu aber es fehlt einfach an ausreichenden Platz. Ich glaube kaum das ein Meerwasseraquarianer ein Drittel oder mehr seiner Korallen aus dem Aquarium entfernt um den Algen Platz zu verschaffen. Ich habe aber den Eindruck (und damit stehe ich nicht alleine) daß die Technisierung der Aquarien immer mehr im Vordergrund steht. Bei den Süßwasseraquarianern ist das zwangsläufig anders, zumindest bei denen die Pflanzenaquarien vorziehen. Ein gut gepflegtes Pflanzenaquarium erzeugt bei mir auch heute noch großen Respekt vor dem Können.

    Vielfach erkenne ich aber, daß selbst die einfachsten notwendigen Dinge wie z.B. Strömungspumpen aus finanziellen Erwägungen heraus nicht ausreichend dimensioniert werden. Das geht soweit, daß solche Pumpen bei Vorschaltung eines Grobfilters schlicht ihren Dienst versagen.

    Viele Meerwasseraquarianer sind gerne bereit ihr Wissen an andere weiter zu geben. Wenn diese Ratschläge aber oft, sehr oft, einfach ignoriert werden vergeht einfach die Lust daran sich mitzuteilen und zu helfen.

    Phosphat ist nicht notwendigerweise im Detritus vorhanden aber mit großer Wahrscheinlichkeit dann wenn mit Kalkwasser eine Fällung verursacht wird. Was in Kläranlagen ein standartisiertes Verfahren ist bereitet in der Meerwasseraquaristik Kopfzerbrechen weil wir keine Trennung vornehmen können die es uns ermöglicht das Kalziumphosphat dem Kreislauf zu entnehmen. Und wie wir heute wissen kann Kalziumphosphat insbesondere durch Fadenalgen aufgebrochen werden. Die Fällung findet aber nicht nur durch das Zufügen von Kalkwasser statt sondern auch dort wo korallines Material vorhanden ist also auch an und in lebenden Steinen, Korallensand als Bodengrund und/oder Korallenkies als Bodengrund bzw. als Filtermaterial.

    Ich glaube ein Fehler den wir immer wieder machen ist, daß wir einzelne Erkenntnisse nur für sich alleine stehend beurteilen und nicht in seiner Gesamtwirkung. Daraus ergeben sich dann nämlich Aspekte die nicht mehr zusammen passen. Um bei der Phosphatfällung mittels Kalkwasser zu bleiben ergibt sich für mich ein Verzicht darauf. Ich benutze seit Jahren kein Kalziumhydroxid und habe möglicherweise deshalb auch keine Spätprobleme mit Fadenalgen.

    Ich habe ganz sicher nicht auf jede Frage eine RICHTIGE Antwort aber aus der Summe meiner Erfahrung läßt sich vieles einfach nachmachen. Die Ausgangsposition der Aquarianer heute sind um ein Vielfaches besser als zu meinen Anfängen. Was nicht nur ich versuche ist, den Beginner an die Hand zu nehmen und ihm zu vermitteln was er tun soll und was nicht. Das ist relativ einfach und führt mit großer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg (siehe oben meine Eingangsworte). Die Beratung im Meerwasserforum könnte man immer wieder auf diese wenigen Sätze reduzieren und insbesondere die Beginner hätten von Anfang an Freude und kaum Verluste an ihren Tieren, an ihrem Aquarium.

    Das Wissen um die Feinheiten, Fingerspitzengefühl, die Beurteilung von wasserchemischen Parametern und die Behandlung von Ansprüchen der verschiedenen Tiere, Technik und Systeme, kommen im laufe der Zeit und lassen sich nicht in einigen wenigen Beiträgen vermitteln. Man muß auch den Mut aufbringen dem zu vertrauen was ein erfahrener Aquarianer sagt. Er tut dies uneigennützig ohne irgendwelche Ansprüche. Das beziehe ich nicht auf mich aber schau Dir einfach mal die Zusammeballung von Kompetenz im Meerwasserforum an. Augenscheinliche Unterschiede sind nichts weiter als eine Individualisierung und Ausdruck von dem was jeder einzelne persönlich machen kann. In der Behandlung von Routinen sind diese Unterschiede kaum noch zu erkennen.

    Kommen wir zurück zu Miracle Mud. Meine Erfahrung sagt mir daß sich dieses System nicht durchsetzen wird. Wir müssen uns von dem Gedanken trennen die Natur kopieren zu können. Wir können die überlebensnotwendigen Voraussetzungen schaffen mehr aber nicht. Selbst Riesenprojekte eine autarke Umwelt in einer Art Mikrokosmos zu schaffen sind gescheitert und da sind abermillionen Dollar unter dem Einfluß dutzender hochrangiger Wissenschaftler investiert worden. Ich vermag selbst bei positiver Unterstellung keine Vorteile im Miracle Mud zu erkennen. Nutzen wir doch die Erkenntnisse die ich eingangs zusammengefaßt habe.

    In diesem Sinne wünsche ich Erfolg und Wohlgefallen an dem was Du tust.

    Gruß

    Ralph D. Huber

  • Hallo Ralph,

    eigentlich fast allem, was du geschrieben hast, kann ich zustimmen. :]
    Leider ist dein Text zu lang, um ihn jetzt in einem Zuge zu beantworten. Vieles hat ja auch inzwischen den Rahmen der Fragestellung verlassen. Auf folgende Aussagen von dir möchte ich diesmal aber doch noch eingehen:

    "Ammonium liegt bei pH-Werten über sieben als ammoniak vor, so weiß ich es aus der Chemie und nicht anders."
    "Die Abbaukette ist in Deinen Unterlagen entweder falsch beschrieben (Ammonium statt Ammoniak) oder es stammt aus einem Buch das von Süßwässern ausgeht."

    zuerst habe ich natürlich die Quelle kontrolliert (Sorokin 1995, Coral Reef Ecology). Dort wird eindeutig von NH4+ bzw. ammonia (Ammoniak) geschrieben. Also schon mal ein Widerspruch, denn Ammoniak wäre ja NH3. Da in allen Tabellen und im Text dann weiter von NH4+ die Rede ist, wurde mal wieder meine Neugier angestachelt und ich habe stundenlang mein altes Chemiebuch konsultiert. Ich komme zu dem Ergebnis, daß hier zu sehr vereinfacht wird.

    Ammonium = NH4+ = Säure
    Ammoniak = NH3 = Base

    In wässriger Lösung bilden diese ein Säure/Base Paar, deren jeweiligen prozentualen Anteile vom pH-Wert der Lösung bestimmt wird. Bei pH6 liegt zu 100% Ammonium [NH4+] vor, bei pH12 zu 100% Ammoniak [NH3]. Bei allen pH-Werten dazwischen kommen sowohl Säure wie Base vor:

    pH 8,0 94% NH4+ 6% NH3
    pH 8,5 84% NH4+ 16% NH3
    pH 9,0 62% NH4+ 38% NH3


    Grafik: Thomas Chronz

    Das Ergebnis ist also, daß wir immer beide Formen von Stickstoff im Wasser haben, bei den im Riffwasser gemessenen pH-Werten von 8.2 bis 8.4 zu mehr als 4/5 als Ammonium NH4+.

    Die Abbaukette NH3/NH4+ -> NO2 -> NO3 hatte ich verkürzt dargestellt. Nicht nur das, denn das war bis hier hin nur anorganischer Stickstoff. Der organische in Form von gelösten oder partikulären Stoffen ist ja auch zu berücksichtigen, zumindest wenn wir die Nahrungskette eingehender betrachten wollen. Organischer Stickstoff macht bis zu 90% des gesamten im Wasser verfügbaren Stickstoffs aus.


    "Das Vorhandensein von Stickstoffen wird keineswegs durch Strömungen begünstigt bzw. die Aufnahme dieser Stoffe"

    Messungen in dem künstlichen Ökosystem Biosphere 2 belegen, daß eine gegebene Nährstoffkonzentration bei höheren Wassergeschwindigkeiten (6,6 cm/s) 1,5 bis 2 mal schneller abnimmt, als bei langsameren Geschwindigkeiten (2,4 cm/s). Wellengang fördert die Aufnahme ebenso, wie du schon ausgeführt hast. Die Aufnahmerate bei ungleichmäßiger, wellenbewegter Strömung ist 2 bis 3 mal höher als bei gleichmäßiger, ruhiger Wasserströmung gleicher Geschwindigkeit.
    Eine andere Untersuchung erklärt dies anhand von molekularen Wasserschichten, welche an den bioaktiven Zellmembranen anliegen. Je dünner die Schicht ist, um so eher findet ein Transport statt. Die Schichtdicke wieder ist irgendwie proportional zur Strömung, bzw. auf die Schicht einwirkenden Kräfte.
    Um deine Analogie mit dem Schienenverkehr einmal aufzunehmen: was nützt ein haltender Zug, in dem kein Platz mehr ist, weil die schon vorhandenen Fahrgäste ihr Ziel noch nicht erreicht haben.

    Bei den oben von Markus angegebenen Maßen, Filterbecken 75 cm lang, 90 Liter Inhalt, Wassermenge 400 Liter, Austausch 2400 l/h, errechne ich eine Wassergeschwindigkeit im Filter von durchschnittlich 0,55 cm/s. Im Vergleich zur Natur recht langsam. Bei dem von dir betriebenen Bakterienfilter wird sie noch geringer sein. Leider kenne ich da die Eckdaten nicht. Die Filter sind auch nicht vergleichbar, denn bei dir sorgen die Nitrobacter für Denitrifizierung, beim Markus wird der Stickstoff von den Caulerpa aufgenommen. Es ist also gut möglich, daß die optimale Geschwindigkeit bei dir eine ganz andere ist, als bei Markus, da der Austausch ja nach zwei Seiten stattfinden muß. NH4+ -> Nitrosomonas -> NO2 -> Nitrobacter -> NO3. Dem NO2 muß ja eine Chance gegeben werden, zum Nitrobacter zu kommen und nicht wieder ins Wasser entlassen zu werden. Das erklärt auch deine Korngröße. Wären sie kleiner, würde zuviel NO2 wieder ans Wasser gegeben, wären sie größer, so wäre das Innere der Körner inaktiv, der Filter also weniger effizient.

    Schlußwort: wenn wir weiterhin ein dynamisches System, statisch betrachten oder erklären, wie wir es z.B. mit all den chemischen Messungen oder Gleichungen tun, treten wir auf der Stelle.


    Gruß, Thomas Chronz

  • Hi Thomas und Hallo Ralph ( schön mal wieder etwas von Dir zu hören :)) ),

    jetzt kann ich auch mal wieder mitmischen :smiling_face:
    Es ist demnach also kein hoher Durchsatz im Filter notwendig, sondern nur ausreichend Strömung im Algenfilter. Diese sollte dann ungleichförmig sein und möglichst nicht den Bodengrund aufwirbeln. Das ist doch mit einem internen Kreislauf zu realisieren ohne das man gigantische und damit lautstarke Abflüsse benötigt. Durch eine entsprechende Filterform, lang und schmal, läst sich die Strömungsgeschwindigkeit ja auch noch erhöhen.
    Im übrigen betrachte ich den MM nur als Unterstützung für das bessere Wachstum der Algen. Ich denke auch das eine Monokultur von Algen in diesem Filter verhindert werden sollte, eventuell auch durch den Einsatz von Aktivkohle im internen Kreislauf des Algenfilters.
    Ich stimme Ralph da eigentlich voll zu. Als alleiniges System glaube ich nicht an eine lange Standzeit. Als Unterstützung zur Wasserreinigung, als Aufzuchtbecken und zur Futterzucht ist es aber bestimmt nicht der schlechteste Weg. Den Abschäumer würde ich deshalb trotzdem nicht abschaffen.
    Was mich eigentlich an diesem System interessiert ist die Möglichkeit Mikroplankton zu vermehren. Das sehe ich momentan als Haupthindernis bei der Vermehrung von Fischen an.
    Dem wiederspricht allerdings die hohe Strömung, es sei denn man setzt dafür eine planktonschonende Strömungspumpe ein.
    Mal sehen was die Interzoo in dieser Richtung so zu bieten hat. Sonst muß ich doch noch selber eine entwickeln :confused_face:

    mfg Uwe

  • Zitat

    [I]... planktonschonende Strömungspumpe ein.
    Mal sehen was die Interzoo in dieser Richtung so zu bieten hat. Sonst muß ich doch noch selber eine entwickeln :confused_face:

    habe vor kurzem gelesen, das hätte Archimedes schon vor 2000 Jahren erledigt ? :grinning_squinting_face:

    jetzt aber ernsthaft, wozu denn MM? Du willst einen Caulerpa-Filter. Ein Öko-System oder doch ein EcoSystem ? Les dir mal folgende Artikel bzw. Threads durch:

    Interview with Mr. Leng Sy on Mud Filtration
    Borneman - Demystifying Mud
    Borneman - Zooxanthellae

    Zooplankton? Reef Tank Plankton — A Partial Success

    Und wenn ich mir Mühe gebe, finde ich auch das Rezept für ein bewährtes Substrat wieder, was ich in den Weiten des Web verloren habe. :face_with_rolling_eyes:

    Grüße,

  • Hi Thomas,

    vielen Dank für Deine Mühe, aber mein Englisch ist leider lausig :loudly_crying_face: Hast Du nicht was in Russisch ? :tongue:

    Ich will eigentlich nur einen Bodengrund, der den Algen und meinen Mangroven die Nährstoffe zur Verfügung stellt die ich in meinem Hauptbecken nicht haben will. z.B. Eisen, Phosphat etc. Mein Wasser ist ausgesprochen Nährstoffarm, das sowohl die Mangroven, wie auch die höheren Algen kümmern.
    Außerdem muß der Bodengrund eine Konsistenz haben die Mikroplankton produziert, vor allen schwebendes. Sozusagen als Kindergarten für unsere Kleinen die mit Brachionus noch Probleme haben da sie noch nicht mit Messer und Gabel essen können :))

    mfg Uwe

  • Original von use: "Es ist demnach also kein hoher Durchsatz im Filter notwendig, sondern nur ausreichend Strömung im Algenfilter. "

    So schnell kannst du das nicht folgern. Für mich sieht es so aus, als hätten die schnelle Strömung, der wenige Bodengrund und das häufige Entfernen von Detritus nur den einen Grund, den Stickstoff in die Caulerpa zu bekommen, bevor er durch Bakterien über NO2 zu NO3 wird. In keinem dieser schlauen Artikel und Bücher habe ich gefunden, was die Caulerpa lieber mag, Ammonium oder Nitrat. Wenn du jetzt das Wasser aus dem Becken nicht schnell genug zur Alge bringst, haben die Bactos freies Feld und produzieren NO3.

    "... Den Abschäumer würde ich deshalb trotzdem nicht abschaffen."

    Über die Schwierigkeiten, den denitrifizierenden Bakterien Umweltbedingungen zu schaffen, in denen sie NO3 zu N2 und N2O veratmen, hat Ralph ja geschrieben. Bei ihm ist diese Umwelt der Biofilter und wie bei den meisten von uns, die Lebenden Steine. Lebende Steine alleine reichen allerdings meist nicht aus, allen eingetragenen Stickstoff unchädlich zu machen. Deshalb hat ja der Abschäumer beim Berliner System die zweite tragende Rolle.

    Wie gesagt, wie sich die Caulerpa verhält, wenn NH4 und gleichzeitig viel NO3 angeboten werden, weiß ich nicht. Es könnte sein, daß der NO3-Wert ansteigt. Hier sei nochmal gesagt, das sind THESEN über die Mechanik des EcoSystem.

    Zooplankton entsteht in jedem Becken, größere Populationen entwickeln sich aber nicht, weil es durch die Pumpen und den Abschäumer dezimiert wird. Wenn du jetzt also gleichzeitig Algenfilter und Abschäumer laufen läßt, bekommen die Algen weniger Nährstoffe (die verschwinden im Schaum) und die Zooplankter werden weiterhin zu großen Teil gekillt.

    Caulerpa beziehen alle ihre Nährstoffe direkt aus dem Wasser, nicht aus dem Bodengrund. Ihre Rhizome dienen nur zur Verankerung, es sind keine "Wurzeln" im herkömmlichen Sinne. Deshalb könntest du die nötigen Spurenelemente auch direkt ins Refugium dosieren.

    "Was mich eigentlich an diesem System interessiert ist die Möglichkeit Mikroplankton zu vermehren."

    Wenn du ein Extrabecken aufstellen würdest, das langsam im Wasserkreislauf mitläuft, das Wasser aber durch ein für Plankton undurchläßiges Sieb zurück in den Haupttank oder das Filterbecken fließen würde? Die Strömung durch das Sieb müßte allerdings so klein sein, daß nicht alle Plankter auf Dauer daran kleben bleiben. Dann hättest du ein Refugium für die Plankter, würdest dein bewährtes Filtersystem nicht umkrempeln und könntest durch regelmäßiges kurzes Öffnen des Siebes deinen Korallen auch was gutes tun. Ob so etwas gehen würde ?

    "Hast Du nicht was in Russisch ?" 
    die Zeiten, wo ich Russischen Panzerfunk abhören durfte, sind lang vorbei, ebenso eingetrocknet mein Russisch


    Grüße, До свидания!

  • Hi ihr Drei,

    Ralf,
    ich will ja nicht das sich dieses System auf dem Markt gegen die anderen Systeme durchsetzt, sondern nur als ein Alternative auf dem Markt etabliert. Hat man am Anfang, wo das Jaubert-System zum erstenmal aufgetaucht ist, daran gedacht das es so gut funktionieren würde? Nein, hat sich aber trotzdem als gute Alternative auf dem Markt gehalten.

    @Use+Thomas,
    ihr könnt gerne mit einem selbstgebautem Schlammfilter oder dem Ecosystem experimentieren, finde ich sogar gut, weil ich es ja auch mache(aber nur mit dem Ecosystem), aber wenn ihr die original Ecosystemmethode in irgendeinerweise verändert und es dann nicht funktionieren sollte, dann schreibt bitte nicht das ein Schlammfilter oder das Ecosystem nicht funktioniert, sondern das ihr das System manipuliert, Änderrungen an ihm vorgenommen habt, die nicht zu einem Erfolg geführt haben.
    Ansonsten stehe ich für jeden der etwas testen will und es zu einem Erfolg führen kann, in welcher Richtung das dann geht ist mir egal, gerne zur Verfügung, da ich ja selbst schon einiges probiert habe und schon auch noch weiter probieren werde, da wir dieses System erst nach einiger Zeit und etlichen Erfahrungswerten verstehen werden, hoffe ich.

    Schlußwort: wenn wir weiterhin ein dynamisches System, statisch betrachten oder erklären, wie wir es z.B. mit all den chemischen Messungen oder Gleichungen tun, treten wir auf der Stelle.

    Dein Schlußwort, Thomas, finde ich übrigends überaus passend, da es das wiedergibt, was ich schon vor Monaten auf meiner HP geschrieben habe.
    Man muß dieses System nicht mit unseren bisherigen Erkenntnissen und Erfahrungen messen oder vergleichen, sondern die Erfahrungen über dieses "andere" System zusammentragen, dauert natürlich einige Zeit, und sie dann analysieren und vergleichen, um dann daraus wiederum Ergebnisse für dieses System ableiten zu können.

    Ob es hier in Deutschland eine lange Standzeit hat, das werde ich ja dann als erster herausfinden, da meines ja am längsten läuft. Ich hoffe das es solange läuft, wie die Ecosystem in den USA, weil da laufen sie schon mehrere Jahre, ohne große Probleme, wenn nicht, dann wird es wahrscheinlich am "schlechtem Klima" hier in Deutschland liegen.
    Hahahaha.........:D, ein kleiner Scherz darf auch mal sein!

  • erst mal hallo @ all

    das fachwissen was hier aufgefragen wird, lässt einen in ehrfurcht erzittern. da merkt man erst wieviel an know how noch anzulernen ist.
    respekt!
    so genug der schleimerei, jetzt würde ich gerne mal euren rat einholen.
    1. reichen eigentlich 20 kg mm für ein netto 800L gesellschaftsbecken? besatz zur zeit 10 fische, alle bis auf einen noch im jungtier status. korallen 1/3 steink. 1/3 weichk. 1/3 Lederk. gesundes mix.
    Filterbecken: nur ati twister(neu) und ein paar caulerpas.
    kein rieselfilter, oder ähnliches.
    2. was muß ich beim umzug mit mm, was gerade ein paar wochen im eisatz war, beachten?

    was die menge an mm angeht, gibt es wohl keine angabe in mg genau, aber ein guter daumenwert würde mir schon weiterhelfen.

    schon mal vielen dank im voraus.

    gruß
    marco

  • Hi Marco


    Jau reichen


    Achte darauf das die Algen und der Schlamm im Filter bleiben , auch nicht zu stark abkühlen und lasse ne dünne Schicht Wasser drin steht

    Also nichts rausrupfen oder so


    GRuss Claude

  • Hi @ all

    Ist ja bisher ein sehr interessanter Threat...

    Was mich beim Lesen am meisten gestört hat, (NH3 bei pH 8), hat Thomas schon richtig gestellt.. zwischen pH 0 und ph 14 liegen immer beide auf... nur das Verhältnis ist unterschiedlich...

    Was mich auch gestört hat, war der Vergleich mit dem Zug:

    Zitat

    Original von Ralph
    ...
    Ich will einmal ein Beispiel dafür nennen: wenn du an einem Bahnsteig stehst und der Zug fährt mit 50 KM/h an dir vorbei, dann wird es Dir nicht gelingen in diesen Zug einzusteigen. Ähnlich sehe ich das auch in Bezug auf wasserverändernde Mikroorganismen. Eine gewisse Verweilzeit ist nötig um auch tatsächlich all die Stoffe dem Wasser zu entziehen die die Qualität verbessert....

    Wenn schon weit hergeholte Vergleiche, dann bitte vernünftige! Denn wenn der Zug ein Fang-Netz hätte, könnte ich durchaus einsteigen. Die Zellwände der Algen haben ja echte Rezeptoren, um diverse Stoffe zu "fangen".

    Besser wäre, meines Erachtens nach, folgender Vergleich:

    Wenn du auf der Straße stehst, un es geht Wind, kannst du dann schlechter Atmen als bei Windstille?? Erst wenn du deine Atemfrequenz ( und damit die "Strömungsgeschwindigkeit" nahe der Rezeptoren), änderst, ändert sich die Rate mit der Sauerstoff (resp. Nährstoffe) aufgenommen wird. Insbesondere fällt das auf, wenn wir hyperventilieren, was zu einer stark erhöhten Sauerstoffsättigung des Blutes führt. Das sich dies für den menschlichen Körper negativ auswirkt, kann man so nicht auf die Algen übernehmen, da diese ja nur die gebrauchte Menge Nährstoffe auch tatsächlich aufnehmen... Was aber übernommen werden kann, ist, das die erhöhte Verfügbarkeit der Nährstoffe durch erhöhte Strömung, den Algen/Zellen die Möglichkeit gibt, so viel aufzunehmen, wie gewünscht wird.

    Gruß Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

    Einmal editiert, zuletzt von Mike (22. November 2004 um 10:31)

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