Wer legt solche orangen Eier?

  • Hallo zusammen,

    immer, wenn unsere Percnon gibbesi was Fressbares gefangen hat, zieht sie sich in sichere Gefilde unter einen Steinvorsprung zurück und knuspert kopfüber ihre Beute. So auch gestern, aber da sehe ich, dass sie ein knatsch-oranges Gebilde mit ihren Greifzangen schön festhält. Nochmal näher geschaut und das orange Ding als ein ziemlich dickes Knäuel aus Eiern identifiziert. Gestaunt habe ich über die strahlende Farbe der Eier, über die Menge und ich rätsel noch heute, von wem diese Eier wohl (ab)gelegt worden sind?
    Bei Beobachtungen von Laichvorgängen unseren Fischen und auch der Percon (weiblich) weiß ich, dass die Eier wesentlich kleiner und durchsichtig sind. Auch werden sie einzeln abgegeben oder wie bei der Percnon aus der Bauchtasche geschüttelt. Diese orangen Eier sind aber ein Verbund, sie werden von unsichtbaren Laichschnüren?? zusammengehalten.
    Könnte unser Knallkrebs Alpheus parvimaculatus so etwas produzieren oder ist das ein Schneckenlaich? Diverse Krabben und Borstenwürmer, die als Gäste mit LS hereinkamen, kämen vielleicht auch in Betracht? Als einzige größere Schnecke haben wir eine Turboschnecke. Sonst noch 3 Sanddollars und einen grabenden Seestern.

    Unserer Percnon und auch die Fische haben die orangen Eier gut verputzt, sogar unser eher langsamer Gramma ist richtig schnell geworden, um so ein von der Percnon verlorenes treibendes Bündel Eier zu erwischen.

  • Hallo Petra,
    der Laich von Fangis und Boxerkrabben sieht auch so ähnlich aus.
    Würde also auf ein Krebstier tippen.
    Unsere Knallies sind leider keine Paar, daher kann ich dazu nichts sagen.

    LG,
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    danke für deine Einschätzung.

    Zitat

    Unsere Knallies sind leider keine Paar, daher kann ich dazu nichts sagen.


    Wir haben auch nur einen einzelnen gekauften Knallkrebs, allerdings haben wir so viel in unserem Becken rausbekommen, dass noch mindestens ein zweiter Knaller darin leben muss, nach abgelegtem Exoskelett und unterschiedlichen Tönen zu urteilen. Aber die Beiden werden sich wohl nicht zum Tete à tete getroffen haben. :winking_face:
    Schade, dass ich unseren parvimaculatus die letzten Tage nicht genauer beobachtet habe. Vielleicht hätte ich dann an dem Tier ein Eipaket gesehen.
    Waren ja ne Menge Eier, denke, es war auch ein größeres Tier. Diverse Krabben, die mittlerweile als eingeschleppte Gäste im LS wohnen, kommen meiner Meinung aufgrund der Kleinheit dieser Tiere nicht als Eierspender in Frage.
    Ansonsten ist so eine Eier-Aktion einfach toll anzusehen und ich finde es aufregend, was sich in 500 l alles so abspielt.

  • Hola :winking_face:

    Eigentlich sieht es aus, als ob die Percnon selber die Eier trägt und gerade sortiert. Es mag sich um unbefruchtete handeln, die Farbe ist aber normal. Wenn die eier unbefruchtet sind oder verpilzen, fressen die Krabben sie aber auch selber auf, sind ja wertvolle Nährstoffe, die sie da reingesteckt haben.

    'ne schöne Jrooß, Ollie/BEASTIE

    Krabben, Krebse und Garnelen,
    Muscheln, Schnecken und Zwergkrallenfrösche,
    Minidrachen (Zwergbartagamen + Hausgeckos) und Schlangen in rund 30 Becken
    Panzerwelten.de --- Crusta10.de --- Meerwasser-Lexikon.de

  • Warmen Sonntagabend Olli 8),


    Zitat

    Es mag sich um unbefruchtete handeln, die Farbe ist aber normal


    danke für die Einschätzung, als Krabben/Krebsspezi hast du das bestimmt schon öfter gesehen. Ich würde es auch sofort glauben, wenn mir nicht der Zufall geholfen hätte.

    So konnte ich bisher -leider nur einmal- beobachten, wie die Percnon ihre unbefruchteten Eier aus der Bauchtasche (wie heißt das richtig?) geschüttelt hat. Winzig klein und durchsichtig waren sie ... und auch schon weg mit der Strömung. Das ist schon ein paar Monate her. Farbe und Größe der Eier ändern sich doch nicht etwa mit dem Alter, oder?

    Gruß Petra

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    Einmal editiert, zuletzt von Pet60 (11. Juli 2010 um 19:12)

  • Hi Petra :winking_face:

    Doch, Bauchtasche hast du schon richtig so genannt. :winking_face: Und wenn kleine durchsichtige Dinger weggeschütelt wurden, war dies das entlassen der Larven, der Schlupf. Doch, die Farbe ändert sich mit der Zeit. Jetzt, wo du sie am Anfang gesehen hast (knall-orange), kannst du es vielleicht über die Zeit mal beobachten.

    Die Farben sind von Art zu Art unterschiedlich. Orange über dunkelrot bis braun zu Beginn, werden sie später gräulich und man kann irgendwann zwei dunkle Punkte sehen, die Augen. Je nach Art kann man an der Farbe recht gut sehen, wann die Larven schlüpfen – wir wissen es zum Beispiel bei "Roten Mangrovenkrabben", einer Art, die nicht in Meerwasserbecken zu halten ist, recht gut.

  • Moin Olli,

    Zitat

    Doch, die Farbe ändert sich mit der Zeit.

    Zitat

    Die Farben sind von Art zu Art unterschiedlich.


    Oh, das hätte ich nicht gedacht, da habe ich etwas ganz Wichtiges über Krabben im allgemeinen und über "unsere" Percnon dazugelernt.
    Jetzt glaube ich auch, dass die Percnon ihre eigenen orangen Eier gefressen hat. Passt auch gut von der Menge. Hatte nur wegen der Farbe der Eier unseren leicht orangen Knallkrebs noch in Verdacht. Na gut, der ist jetzt als Verdächtiger entlassen.
    Dass sich sich Eier während des Entwicklungsprozesses zu Larven farblich so komplett ändern, ist für mich als Nichtkrabbenspezi eine spektakuläre Neuigkeit.
    Bisher habe ich lediglich unseren Chrysiptera parasema bei seiner fast ununterbrochenen Eier- und Larvenpflege bis zum Schlupf und Freischwimmen der Larven beobachten können, da ist vom Gelege bis zum Schlupf jedes Entwicklungsstadium durchsichtig.

    Mal am Rand des Themas gefragt: ich war gestern auf deiner Website und habe mir die sehr schönen und gestochen scharfen Bilder von diversen "Monstern" mal angeschaut, da sind ja ganz schön große Tiere darunter. Mal naiv gefragt, sind die auch handzahm bzw. fresszahm wie unsere Percnon?


    Edit: Mensch ich doof, ich. Gerade beim nochmaligen Lesen deiner ersten Antwort macht es Klick bei mir.

    Zitat

    Eigentlich sieht es aus, als ob die Percnon selber die Eier trägt und gerade sortiert.


    Ja, natürlich brütet sie. Heute morgen habe ich sie angeschaut, wie sie so kopfüber unterm Stein hängt und sehe auch, dass die Bauchtasche leicht gewölbt ist und leicht vom Körper absteht.
    Ja, und natürlich hat sie vorgestern ihre Eier nur sortiert und nicht gefressen, sind ihr nur ein paar durch die Lappen gegangen und von den Fischen gefressen worden.
    Ist die wohl die Wärme, dass ich so langsam schalte. =)

    Gruß Petra

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    Einmal editiert, zuletzt von Pet60 (12. Juli 2010 um 11:30)

  • Hi Petra :winking_face:

    Handzahm, hm… Naja, so wirklich zahm werden Krabben nicht. sie sind lernfähig, und als solches können sie sich an viel Bewegung vor einem Becken gewöhnen und rennen nicht jedes Mal schreckhaft weg, wenn die Halter sich dort bewegen. auch können manche Krabben durchaus lernen, dass es von der Pinzette Nahrung gibt. Aber es sind keine Kuscheltiere, die man auf die Hand nehmen oder streicheln sollte oder so etwas. Da unterscheiden sich auch Land-, Mangroven-, Süßwasser- und marine Krabben nicht wirklich.

    Falls gemeint ist, ob es "harmlose" Algenfesser oder Räuber sind, das ist sehr unterschiedlich und hat weder mit Lebensraum noch mit Größe zu tun. Oder bzw. natürlich hat der Lebensraum schon mit der Ernährungsweise zu tun, aber ob Mangroven, Meer, Fluss oder Land, überall gibt es Algenfresser oder eher carnivor orientierte Arten.

  • Hi Olli

    Zitat

    auch können manche Krabben durchaus lernen, dass es von der Pinzette Nahrung gibt. Aber es sind keine Kuscheltiere, die man auf die Hand nehmen oder streicheln sollte oder so etwas.


    Seh ich auch so, ein Streicheltier ist das filigrane und zugleich stachelbewehrte Tierchen ganz gewiß nicht.

    Unsere Percnon hat auch gelernt, Futter von der langen Pinzette zu nehmen. Das klappt so gut, dass sie auch dann die Pinzette befingern möchte, wenn ich gar kein Futter halte, sondern etwas aus dem Aquarium nehmen möchte/hinstellen möchte.
    Also handzahm ist auch nicht der richtige Begriff, sie grabscht einfach nach Pinzette und Finger in der Hoffnung, dass was Fressbares dran ist.

  • Zitat

    Original von Pet60Also handzahm ist auch nicht der richtige Begriff, sie grabscht einfach nach Pinzette und Finger in der Hoffnung, dass was Fressbares dran ist.


    Ja, das trifft es wohl :grinning_squinting_face:

    Cheerio, Ollie

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