Kalkreaktor mit Osmosewasser speisen ?

  • Hallo zusammen,

    Ich habe folgendes im Buch 'Das Riffaquarium' vom J. Charles Delbeek und Julian Sprung (Ausgabe 1996) gelesen:

    Zusammenhang Kalkversorgung (verschiedene Systeme - halt Stand 1994 ..)

    Zitat .. "Das CO2 säuert das Süsswasser an, bevor es mit diesem Kalk in Kontakt kommt, so dass es eine gewisse Kalziummenge löst. Das Ergebnis ist ein kalkreiches Nachfüllwasser. ... "

    Meine Frage: ist es möglich den Kalki mit Osmosewasser zu speisen ? Da mein Osmosewasser zum Nachfüllen ja ungefähr einen PH-Wert von 6,8 besitzt wäre das natürlich viel effizienter als es mit dem Salzwasser (ca. 8.1 PH) zu speisen.

    Grund der Überlegung: Da bei diesem Becken kein Technikbecken möglich ist (bei diesem auch nicht gewollt), und trotzdem die Kalkversorgung resp. dass der KH-Wert möglichst konstant bei 7-8 bleibt - habe ich momentan den noch herumliegenden Shuran Jetstream Pico eingesetzt. Dieser wird momentan mit dem Beckenwasser gespeist. (Also schon 2 Schläuchlein). Nun möchte ich noch das Nachfüllwasser 'automatisieren' => gäbe wieder ein Schläuchlein - Da ich weiss, dass der tägliche Nachfüllbedarf bei z.B. ca. 6 l liegt, könnte ich doch den Kalki mit Osmosewasser speisen und dies ungefähr so einstellen (z.B. Zeitschaltuhr, Magnet-Ventil und Wasserpegel-Schwimmer), dass höchstens der Verdunstungsverbrauch - also ca. 5-6 l - mittels Kalki nachgefüllt wird.

    So könnte ich ein kleines zum Design passendes 'Kunstoff-Möbel' kreieren, im dem der Kalki mit dem Nachfüllwasser sitzt. Dann würde nur ein Wasserschläuchlein zum Becken hinauf führen.

    'Chemisch' gesehen - kann das funktionieren ? Gibt es Ausfällungen ?

    Könnte man das Osmosewasser ev. mit einem liquiden Spurenexlementemix anreichern, damit dies gleichmässig zugeführt wird - oder wird das nix ? (habe ein Produkt gesehen, das verspricht Jod, Stronium, Eisen, Floor, Magnesium, Mangan, Molybdän, Kalium, From, Kupfer, Zink, Barium und weitere Elemente sowie Vitalmine - sollte das Vitamine heissen ? - A, D3, E und C. kombiniert zuzuführen.

    Danke für Eure Antworten!

    Grüsse aus dem Raum Bodensee
    Marcel

  • Hallo Marcel,

    rein chemisch kann deine Konstruktion funktionieren. Ob die damit zugeführte Kalkmenge ausreichend ist, wirst du
    erst im Betrieb feststellen können. Ein Problem sehe ich darin, dass ein Kalkreaktor das Wasser intern zirkulieren
    lässt, damit überhaupt genug Kalk gelöst wird. Dazu ist er für einen kontinuierlichen geringen Durchfluss ausgelegt.
    Ob der stoßweise Betrieb, den du vorhast, funktioniert, wirst du wohl selbst herausfinden müssen.

    Aber vielleicht hat das ja schon mal jemand ausprobiert?

    Ansonsten würde ich dir einfach Kalkwasser (Calciumhydroxid) empfehlen: Leite dein Nachfüllwasser durch ein
    Gefäß mit Kalkwasser und du hast zumindest eine Grundlage für deine Kalkversorgung.

    Spurenelemente würde ich weder bei der einen noch bei der anderen Methode mit dem Nachfüllwasser zugeben.
    Es besteht das Risiko, dass sie als Carbonate ausfallen.

    Gruß Armin

  • Hallo Marcel!

    Das was Du vorhast würde man doch eigentlich mit einem Kalkwasserreaktor oder - rührer machen´, bei dem keine extra Umwälzpumpe laufen würde. Das zugegebene Kalk- Osmosewasser hätte dabei einen recht hohen PH-Wert und würde daher am besten nachts zugegeben. Ob das nun auch mit einem Kalkreaktor so wioe Du das vorhast ginge vermag ich nicht zu sagen. Ein reiner Klakrührer würde aber nicht die Welt kosten meines Wissens.

    Beste Grüße,
    Torsten.

  • ...ups,

    da war Armin schneller und hat sicherlich auch deutlich mehr Fachwissen wie ich! =)

    Was ich mir bei dem Aufbau mit dem Kalkreaktor vorstellen könnte, wäre irgendwie künstlich das Wasservolumen zu erhöhen, das im Kalkreaktor zirkuliert. ...vielleicht wäre es dann mit der Stoßartigen Zugabe nicht mehr das Problem.

    Gruß,
    Torsten.

  • Hallo Armin, hallo Torsten

    besten Dank für die Antworten.
    Ich glaube durch die längere Verweilzeit des Osmosewassers im Reaktor mit sehr sehr geringem 'Output' (=> pro Tag also max. 5-6l ) versuche ich das stop and go zu unterbinden.
    Bei normalen Betrieb (Speisung mit Salzwasser) kann ich ja auch einen Output von ca. KH 50 erreichen.
    Wichtig erscheint mir nur, dass es dann mit Osmosewasser keine Art von Ausfällungen gibt, wenn ich dieses Wasser auf einen KH-Wert von 50 bringen möchte .

    Der Kalki hat sich für mich bei den anderen Becken (wenn mal gut eingestellt) als sehr effizient und einfach/gering im Unterhalt herausgestellt; zudem habe ich beim Kalkwasser bedenken, dass sich irgend wann mal Phosphatsdepots bilden.

    Auf Grund von Euren Aussagen werde ich den Versuch wagen ... und messen ..
    (und die Spurenelemente halt für die Ferienzeit der Person genau beschreiben, wann und wieviel zudosieren ..)

    Liebe Grüsse
    Marcel

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