Zementrückwand absäuern

  • Hi Folks,

    hier mal ein Hilferuf von mir.

    Auf der nudelWasser Seite wollte/will ich eigentlich mein 60er Würfel dokumentieren. Weiter Fotos gibt es hier.

    OK, jetzt aber zu meinem Problem. Ich habe eine Rückwand aus Portlandzement (CEM I weiß),
    Korallensand und Riffgestein gebastelt. Die gefällt mir auch recht gut und ich bin mit der Optik sehr
    zufrieden. Vergleiche mit Riffkeramik oder Atoll-Riffdeko usw. kann gerne jeder selber machen.

    Der Werdegang war. Zementieren, 2 Tage hart werden lassen und ab in die Regenwassertonne.
    Da habe ich dann mit PH-Minus (Schwefelsäure aus dem Schwimmbadbereich) das Wasser abgesäuert.
    Es war auch schon auf 7,5 runter und blieb stehen.
    Also ab damit in den Würfel. Dort ging dann sofort der PH-Wert wieder in Höhen von 10+.
    Hier nutze ich aktuell Salzsäure zum absäuern. Nach ca. 5 Tagen und etlicher Biologie, in Form
    von braunen Flaum spielte sich dort der PH-Wert auf 7,8 ein.
    OK, denk ich alles im grünen Bereich Wasser gewechselt, Kochsalz rein (meinte 'nen erfahrener
    MW Kumpel zum spülen) und 'nen Abschäumer in's Technikbecken. Damit auch der letzte braune
    Schmocker entfernt wird.
    Das Wasser ist auch schön klar geworden, aber jetzt geht das mit dem PH-Wert wieder nach oben.
    Gestern Abend wieder auf 9,8. Also wieder mit Salzsäure ran. Von PH 3 auf 8 dauert dann
    auch nur 12-14 h.

    OK, wass ich verstanden habe, oder glaube zu verstehen. Der braune Flaum hat auch wohl
    das Wasser gesäuert, durch Entzug von ??? Kalk ???


    Das Becken hat bis auf die Rückwand und die Technick noch keine Einrichtung. Lebengestein
    und Livesand will ich da auch noch nicht reinsetzen. Aber könnte ich vielleicht mal 'ne Drahtalge im
    Technikbecken probieren? Natürlich darf ich dann nicht mehr so krass runtersäuern.
    Ist das überhaupt 'ne gute Idee?

    Gehe ich mit der Salzsäure überhaupt den richtigen Weg, oder sollte ich mich mal um die KH kümmern?
    Muss ich noch messen, werde ich heute mal machen.

    Was würde Osmosewasser bringen?

    Hat jemand Erfahrungen über die Zeitdauer des Absäuerns?


    OK, Fragen über Fragen aber hoffentlich auch einige gute Ideen von euch.


    ciao
    Michael


    p.s. Beschäftige mich seit September letzten Jahres mit MW und komme aus dem SW Bereich, aber
    das Forenlesen hat wohl noch nicht alle Wissenslücken geschlossen :frowning_face:

  • Vergleiche mit Riffkeramik oder Atoll-Riffdeko usw. kann gerne jeder selber machen.

    Hallo Michael!

    Das habe ich dann mal gemacht, behalte meine Meinung aber auch für mich! Aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Von der Optik muß ja jeder selbst wissen, was ihm gefällt, aber Vergleiche mit unserem oder Atoll Produkten sind schon deshalb nicht angebracht, weil Deine Zementdekoration ja nicht porös ist und deshalb auch nicht den selben Zweck erfüllen kann. Etwas mehr Lebendgestein ist also angebracht!

    ging dann sofort der PH-Wert wieder in Höhen von 10+.Hier nutze ich aktuell Salzsäure zum absäuern. Nach ca. 5 Tagen und etlicher Biologie, in Form
    von braunen Flaum

    Du kannst versichert sein, daß bei solchen pH Wert Schwankungen und derart chemischer Roßkur der Begriff Biologie nicht realistisch ist. Hier handelt es sich eher um Ausflockungen aus dem Material, wahrscheinlich Eisen. Es war nicht gerade förderlich, zunächst mit Schwefelsäure anzufangen.


    OK, denk ich alles im grünen Bereich Wasser gewechselt, Kochsalz rein (meinte 'nen erfahrener MW Kumpel zum spülen)

    Vielleicht solltest Du, anstatt Deines erfahrenen Kumpels, besser ein Chemielehrbuch der 8. Klasse befragen, da müßte etwas über Löslichkeiten drin stehen.
    Wenn Du nämlich irgendwo etwas ausspülen willst, sollte das Spülmedium möglichst wenig Ionen enthalten. Du machst genau das Gegenteil davon! Hier wäre also Osmosewasser weitaus eher angebracht.

    Das Wasser ist auch schön klar geworden, aber jetzt geht das mit dem PH-Wert wieder nach oben. Gestern Abend wieder auf 9,8. Also wieder mit Salzsäure ran. Von PH 3 auf 8 dauert dann auch nur 12-14 h.

    Das klingt alles noch etwas sehr abenteuerlich und erlaubt keinesfalls, irgendwann in der nächsten Zeit dort Tiere einzusetzen.
    Du mußt so lange eine Salzsäurewässerung machen, bis der pH Wert unter 8 über mehrere Tage stabil bleibt.

    Dann kannst Du das Problem der Silikatentfernung angehen, denn Zement besteht aus Alumosilikaten. Das ist aber mit Silicarbon gut in den Griff zu bekommen. Natürlich deutlich effektiver mit Osmosewasserfüllung.

    Ich habe über Portlandzementdekorationen und deren Anwendung 1978 einen Artikel im damaligen Arbeitsmaterial der ZAG Meeresaquaristik veröffentlicht. Vielleicht kann man den noch irgendwo googeln.
    Das waren ja auch meine ersten Gehversuche in diese Richtung. Das Material ist durchaus händelbar, aber aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß, weil man die Probleme zu lange herumschleppt und letztendlich einen nicht porösen Betonklotz im Becken hat.

    Zum Ausprobieren seiner handwerklichen Fähigkeiten ist Portlandzement aber prima geeignet, da er fast nichts kostet, kein Fachwissen voraussetzt und sich gut formen läßt.
    Aber etwas chemischen Sachverstand benötigt man schon und beim Einfahren jede Menge Geduld. Also viel Glück!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • @Thorsten
    Den Vergleich mit käuflich zu erwerbenden Produkten habe ich ja bewusst nicht hergestellt.
    Optisch bin ich sehr zufrieden, vor allem wenn man meine handwerklichen Fähigkeiten kennt und es
    macht mir den Würfel nicht noch kleiner, als er ohnehin schon ist.

    Das Chemiebuch und die jahrelange Erfahrung wollte ich mir natürlich ersparen und deshalb habe ich
    im Netz und auch hier im Forum gelesen, dass es mit Portlandzement geht. Auch der Chemiker meines
    Vertrauens hat was von Ionen erzählt und das die 'von der Wand in die Lösung wandern' (hoffe das
    ich das jetzt richtig ausgedrückt habe).
    Was die Geduld angeht bin ich bem MW super entspannt. Im Vergleich zu meinen SW Zeiten
    ist das gradezu Aquaristik ZEN.

    Aber der Ansatz mit Osmosewasser ist ja schon mal ein Weg. Wenn ich dich richtig verstanden habe
    unter Zugabe von Salzsäure. Alles kein Problem, da Wasser, Osmoseanlage und Salzsäure vorhanden ist.

    Habe das hier gefunden und werde das mal versuchen
    Beton als Aquariendekoration Technik Luther Thorsten Einrichten eines Aquariums 1989 03

    ciao
    Michael

    p.s. Wenn ich die erste hälfte deines Postings lese, dann kann man(n) sich schon
    leicht angegriffen fühlen.

  • Wenn ich mir den Artikel angucke und durchreche dann komm ich auf 0,8 - 1l Salzsäure (200l Becken),
    über einen Zeitraum von 14 Tagen plus Trocknen/Wässern.

    Da ich bisher die Salzsäure, wenn auch nicht homöopathisch, doch in kleineren Mengen verwendet habe.
    Habe ich die Hoffnung, in näherer Zukunft mich um das Phosphatproblem kümmern zu dürfen :winking_face:

    Einmal editiert, zuletzt von detritus727 (28. April 2010 um 13:33)

  • hi,

    der abbindeprozess bei zementprodukten bis zur "normfestigkeit" beträgt 28 tage.

    dann ist der beton weitgehenst zur ruhe gekommen und wird, so meine ich mich zu erinnern,
    nicht mehr diese starken schwankungen im ph-haushalt hervorrufen.

    man möge mich berichtigen.

    :smiling_face:

  • Ja das kam später nochmal als Kurzfassung, wobei die Sache mit dem Kochsalz natürlich Käse ist. Ich hatte damals vermutet, daß man durch gleichionige Zusätze andere Ionen als das Chlorid besser austreiben kann.

    Bei einer so starken Säuerung löst man den Beton z.T. wieder auf, wodurch eine gewisse Porösität entsteht. Mit unserer Riffkeramik, wenn Du den Namen schon in´s Spiel bringst, ist es aber natürlich nicht mehr vergleichbar.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • mahlzeit zusammen

    absäuern kannst du bis sich der Korallensand/das Riffgestein vollständig aufgelöst hast. Der Chemiker deines Vertrauern kann dir das ausrechnen, wenn du ihm sagst, wieviel Korollensand und Riffgestein du genommen hast. Sowohl Salzsäure als auch Schwefelsäure lösen Calziumkarbonat!!!!! Also doch Chemiebuch suchen.
    Wo hast du die Anleitung für die Aktion her? Ist das Bauwerk die gesamte Beckeneinrichtung und soll sie auch biologische Funktionen haben?
    Sind dir die Unterscheide in der Mörtelrezeptur von dir und der in deinem Link aufgefallen?
    Ich vermute schwere handwerkliche Fehler. Den Bauarbeiter deines Vertrauens hättest du fragen sollen.

    mfg
    der Horst

  • hi,

    Hier handelt es sich eher um Ausflockungen aus dem Material, wahrscheinlich Eisen.

    Eisen in Weisszement???

    Zum Ausprobieren seiner handwerklichen Fähigkeiten ist Portlandzement aber prima geeignet, da er fast nichts kostet, kein Fachwissen voraussetzt und sich gut formen läßt.

    Unterschiede zwischen Erhärten und Erstarren von Mörtel und Beton findet man nicht im Chemiebuch der 8.Klasse, ebenso nicht Nachbehandlungmethoden und deren Dauer bei verschiedenen Umgebungseinflüssen, Unterschiede der Zemente, Betonrezepte, usw.
    Rezepturen von Portlandzementen sind durchaus unterschiedlich und enthalten zum Teil "Flugasche", also Schwermetalle. Betonverarbeitung verlangt Fachwissen!

    Hoffentlich ist es Beton .... und hoffentlich hat's einer gebaut der sich damit auskennt.

  • Horst
    Im Netz gibt es etliche Links die sich mit Portlandzement und Rückwänden beschäftigen. Zum Teil nur als
    'Anstrich' und Beschwerung von Styropor zum Teil auch als ganze Platten. Kann ich später noch mal raussuchen.

    Der Unterschied 1:3 zu 1:3.4 bei mir, resultieren aus der Tatsache, dass man mehr Zement braucht je gröber
    der Sand ist. Habe da vorher ein bisschen rumexperementiert.

    Es soll eigentlich keine biologische Wirkung habe, außer natürlich, dass es von Rotalgen überzogen usw.

    Als Einrichtung/Filterung wird klassisch auf Lebendgestein und Livesand gesetzt. Einen Abschäumer und
    sehr wahrscheinlich noch Drahtalgen im Technikbecken.


    ciao
    Michael

  • absäuern kannst du bis sich der Korallensand/das Riffgestein vollständig aufgelöst hast

    Stimmt Horst unter dem Aspekt habe ich es noch gar nicht betrachtet, sowas gab´s damals im Osten ja nicht es waren reine Betonwände.

    Hier handelt es sich eher um Ausflockungen aus dem Material, wahrscheinlich Eisen.
    Eisen in Weisszement???

    Eisen (III) chlorid wäre zumindest bei der Farbe denkbar gewesen, aber:

    Rezepturen von Portlandzementen sind durchaus unterschiedlich und enthalten zum Teil Schwermetalle. Betonverarbeitung verlangt Fachwissen!

    Ja, wie wahr!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Nabend Michael,
    nun mal Butter bei die Fische. Korallenwelt hat damals einen künstlichen belebbaren Stein gebaut. Dazu hat normalen Kies und normalen Zement genommen und den Zement frühzeitig (zu Beginn der Erhärtung) ausgewaschen/herausgelöst mit Säure. Zement ist ein basischer Baustoff und wird von Säure stärker Angegriffen als "normaler" Kies. Du nimmst Weisszement und Kalziumcarbonat um daraus eine Rückwand ohne biologische Funktion zu bauen. Also andere Funktion und andere Baustoffe. Die Beispiele aus dem Netz sind teilweise aus dem Süsswasser und dann noch häufig Malawi/Tanganika-Becken. Das ist Süsswasser mit ca PH8 mit häufigen und grossen Wasserwechsel (ca 30% die Woche). Marine Aquaristik ist da was anderes. Viele Seite beschreiben wie man es macht und wie es nach des direkt Einrichtung aussieht. Dann geht wohl immer die Kamera kaputt oder das Passwort für die Webseite geht verloren. Wie es nach längerer Zeit aussieht .....wenns toll wäre würde man es doch zeigen?
    Aber trotzdem scheint es machmal zu klappen.
    Weisszement reagiert gelegentlich mit dem Zuschlagstoff indem er zum "falschen Erstarren" neigt/Verlust der Verarbeitbarkeit. Man sollte dann evt den Zuschlag vornässen.
    Grundregel: Je gröber der Zuschlag umso weniger Zement. Bei Feinsand 3 Raumteile Sand auf 1 Raumteil Zement. Bei Gröberer Sanden 3,5 Sand auf 1 Zement. Mehr Zement heisst nicht dass es haltbarer wird. Gut Mischen mit der Bohrmaschine/Rührstab, mit der Hand wird das nicht so gut. Beim Mischen gilt: Viel hilft viel! Dann schnell verarbeiten (1h). Wenn die Wände fertig sind, mit feuchten Korallensand bedecken, nasses Handtuch drüber, Folie drüber und an einen Ort tragen, wo kein Frost droht und es auch nicht zu warm ist (<<30 Grad). Jetzt 2-3 Tage feucht halten, nicht nass(!) und auf keinen(!!!) Fall trocknen lassen. Anschliessend 4-6 Wochen ins Wasser, kein Salz,keine Säure! Erst dann kannst du anfangen zu spülen(Osmosewasser oder Topffilter mit Mischbettharz. PH << 8 wird immer von den Korallensand/Riffgestein abgefangen. Du kannst dir für sowas einen CO2-Hefereaktor bauen.

    n8
    der Horst

  • Upps, das mit dem Mischverhältnis ist nicht 1:3,4 sonder 1,4:3 Zement:Sand. Hab grad noch mal im Blog
    nachgeschaut. Wenn ich im Freundeskreis rumfrage dann kommt da so 1:3 - 1:4 raus. Je nach Fach und
    Verwendung. Ich habe dann mit meinen Versuchen eben auf mehr Zement gesetzt. OK, bin kein Handwerker.

    Das langsame Trocknen hab ich gemacht, das Wässern ohne Salz-/Phosphorsäure hab ich wohl nicht gemacht.
    4 Wochen ist das ganze jetzt alt und reagiert noch immer gut.

    Ich bin grad dabei Osmosewasser zu erzeugen und dann werde ich als erstes mal mit Wasserwechsel und
    Salzsäure probieren. Habe ja noch Zeit und genug Wasser in der Leitung. Da werde ich mal 2 weitere Wochen
    eine 'Kur' durchführen.
    Anschließend kann ich dann hoffentlich mit der CO2 Anlage das Feintuning durchführen, hab da noch was
    rumstehen.

    Sollte sich dann in 4-6 Wochen immer noch ähnlich heftige PH Verschiebungen einstellen, dann kann ich
    ja immer noch über Alternativen nachdenken. Ist ja alles nur mit 2 Silikonpunkten gegen umfallen fixiert.


    Wenn jemand positive Erfahrungen im Einsatz von Zementrückwänden hat, dann währe hier und jetzt der
    richtige Zeitpunkt sich zu melden und mir Mut zu machen :winking_face:


    ciao
    Michael

  • Moin,

    nach dem ich 'ne Nacht drüber geschlafen habe mal eine grundsätzliche Frage.

    Ist eine Zementrückwand überhaupt auf Dauer auf einen PH-Wert von 8 - 8.5 zu bekommen?

    Wenn es noch 4-8 Wochen dauert ist das nicht schlimm, aber wenn ich permanent Gegensteuern
    muß ist es eigentlich keine Alternative.


    Den Aspekt ob es 'besserer' Alternativen oder zeitgemäßere Produkte gibt mal außen vor gelassen.
    Da durfte ich mir die Woche auch von einem Kölle-Zoo Mitarbeiter anhören, dass Luftbetriebene
    Abschäumer nicht mehr Zeitgemäß seien. Auch dazu gibt es ja mehr als eine Meinung.


    ciao
    Michael

  • Diese pH Wert Frage ist ja nicht einmal das eigentliche Problem, da ein gutes Meerwasserbecken eigentlich immer einen pH Wert von etwa 8,2 haben sollte.

    Viel essentieller ist doch, WAS eigentlich ausgewaschen wird. Da wird man bei der Verwendung von Zement ziemlich im Dunkeln tappen, da es darüber vom Hersteller keinerlei Informationen gibt und das zurecht, denn Zement wird nicht dafür hergestellt, im aggressiven Medium Meerwasser nichts abzugeben, sondern ist ein handelsüblicher Baustoff, der in erster Linie billig sein muß.

    Die Beispiele aus dem Netz sind teilweise aus dem Süsswasser und dann noch häufig Malawi/Tanganika-Becken.

    Das ist meiner Meinung nach auch ein sehr wichtiger Punkt. Man kann in diversen Foren immer wieder begeisterte "Bastler" finden, die irgendwas aus Zement zusammenkleistern, aber für meinen Geschmack kann man eigentlich 90% dieser Kreationen gleich in den Müll werfen.
    Ich will Dich jetzt nicht persönlich angreifen, Michael, aber was man da so zu sehen bekommt, ist von der Optik her in der Regel grauenhaft. Dazu kommen noch diverse chemische Probleme, siehe oben.


    Korallenwelt hat damals einen künstlichen belebbaren Stein gebaut. Dazu hat normalen Kies und normalen Zement genommen

    Naja Horst, DAS ist SO nicht ganz richtig, denn hätte mir damals einer gesagt, daß 1989 die Mauer fällt, hätte ich mir wahrscheinlich noch im Osten schnell einen Brennofen gekauft.... :face_with_tongue:

    Aber im Ernst: als ich mit soetwas anfing, war ich 14 Jahre alt. Da es in der DDR NICHTS (!) für die Meeresaquaristik zu kaufen gab, wurde eben alles selber gemacht: Salz, Pumpen oder auch die Deko. Der Zement war quasi nur eine Notlösung, weil kein besseres Material zur Verfügung stand und ehrlich gesagt, sind solche Becken auch nie wirklich an´s Laufen gekommen.
    Du schreibst es ja selbst so schön Horst: BAU - Fred´s gibt´s jede Menge im Internet, aber nach spätestens einem Jahr hört man von solchen Becken nie wieder was. Das soll natürlich nicht heißen, daß es nicht irgendwo Aquarien gibt, die mit einer Zementdeko gut arbeiten, ABER:

    Wenn man sich diesen ganzen Aufwand so ansieht, kommen schon mal etliche Arbeitsstunden nur für die Panscherei zusammen und dann noch wochenlange chemische Experimente, die meistens nach dem Motto: Versuch & Irrtum laufen.

    In dieser Zeit würde ICH mit meiner heutigen Erfahrung (falls das hier irgendjemanden interessiert) einfach ein natürliches Substrat (um mal meine eigenen Produkte aus diesem Fred zu nehmen!) wie Riff- oder Tuffgestein nehmen, einen ordentlichen Kleber (MS Polymer) und damit zunächst eine Grundkonstruktion machen. Das ist zwar etwas mühsam, aber dauert auch nicht länger als Beton ranzukarren, anzumischen und in irgendeine Form zu bringen.
    DANN würde ich zwingend dieses ganze Gebilde einer seeeehr kritischen Betrachtung unterziehen und in etwas mühevollerer Kleinarbeit eine wirklich dreidimensionale Riffstruktur geben. Das dauert zwar etwas, macht aber überhaupt erst richtig Spaß!

    Wenn unsere Rückwandplatten so aussehen würden, wie der Durchschnitt der im Netz befindlichen Bilder, würden wir für die Produktion 10 Minuten brauchen und ich könnte die für ein Drittel des Preises anbieten.

    Eine wirklich gute Realisierung von Höhlen, Spalten, Übergängen und Ablagen für die Tiere sollte ja das eigentliche Ziel einer Dekoration sein und DAFÜR sollte man wirklich Zeit aufwenden und nicht für ewiges Wässern und das Messen irgendwelcher Parameter, die mir letztendlich ja nur ein schlechtes Gewissen, nicht aber Aufschluß über die Probleme verschaffen.

    Ich behaupte mal, daß man für ein Becken Deiner Größenordnung, Michael, einen Tag für die Vorbereitung (Kleber + Steine besorgen, letztere bearbeiten und die Grundfläche bekleben) gerade mal einen Tag und noch einen Tag für das "Riffpuzzle" benötigt, dann ist es wirklich fertig.
    Dann spülst Du es etwas und kannst es Sonntag abend in Dein Becken stellen und hattest ein schönes Wochenende. :smiling_face:

    Kosten: Du benötigst nichts weiter als etwas Gestein, eine PVC Grundplatte und Kleber. Für Dein Becken kommen da keine 100€ zusammen.
    Du bist nach drei Tagen fertig, froh und auf der sicheren Seite.

    (Entschuldigung Norbert :wink, daß ich mal eben Dein Geheimrezept verraten habe...)

    Jetzt hast Du vielleicht nur 50€ ausgegeben, es sieht so lala aus (nicht gleich wieder beleidigt sein, es ist Deine erste Rückwand, da kann man gar nicht wissen, wie das geht!) und das Einfahren Deines Beckens gleicht eher einem Blindflug, weil Dir niemand sagen kann, was da eigentlich abgeht!

    Wenn Dir dann, was wir alle nicht hoffen, die ersten Tiere hops gehen und Du nicht sicher bist, ob es nicht an dem Zement liegen könnte, dann wirst Du das hier vielleicht anders lesen, als gerade jetzt!

    Also sei nicht sauer, Du hast nach Tipps vom Profi gefragt und auch welche bekommen, vielleicht melden sich die anderen ja auch noch zu Wort.
    Aber das was Du da gerade machst, haben wir natürlich auch schon alle selbst durch und das mußt Du ja nicht unbedingt wiederholen, auch wenn es auf den ersten Blick preislich interessant erscheint.

    Gegen den Selbstbau ist ja generell nichts zu sagen, das sehe durch durchaus positiv, wenn jemand richtig engagiert zu Werke geht.
    Aber es ist ja sicherlich besser, von vorneherein alle möglichen Fehlerquellen auszuschließen.
    Dann wirst Du auch lange Freude an deiner Deko haben und mit Stolz betrachten, wie alles wächst und ein richtiges Riff entsteht.

    Also viel Glück weiterhin!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hi, auch wenn ich dir nicht direkt mit persönlichen Erfahrungen bezüglich des pH-Werts weiterhelfen kann,

    vorweg, ein weißer Portlandzement CEM1 ist deshalb so schön weiß, weil besonders wenig Eisen drin ist. Also wird der braune Belag sicher keine Eisensulfatausfällung sein ...

    Betonrückwände werden im Internet scheinbar nur von teilbelesenen Laien oder Bauchfachleuten hergestellt. Das, was die normalen Qualitäten von Beton ausmacht - Zug- und Druckfestigkeit, Elastizitätsmodul etc. - ist im Falle einer Rückwand absolut vernachlässigbar. Die Rückwand muss nur sich selber und ein paar Korallen halten und auch nicht dem Gewicht eines LKWs widerstehen können. Frost gibt es auch nicht, höchstens das Salz des Aquarienwassers ist zu berücksichtigen, Stichwort Sulfattreiben.

    Damit die Rückwand nicht nur optisch ein Riff simuliert, sondern vielleicht auch biologisch etwas Wert besitzt, habe ich mal Versuche mit haufwerksporigem Beton angestellt. Dieser Beton ist nicht dicht, sondern Gas- und Wasserdurchlässig. Er wird normalerweise aus relativ wenig Zement, sehr wenig Wasser und einer möglichst gleichförmigen Siebung eines Zuschlags hergestellt. So entsteht kein dichter, sondern mit vielen offenen Poren durchsetzter Beton. Besteht der Zuschlag nun aus Korallenbruch einer Körnung gleichmäßigen Durchmessers und hat der weiße Portlandzement die Klasse CEM1, so sollte dieser Beton durchaus in Meerwasseraquarien verwendbar sein.

    Meine Versuche damals endeten leider frühzeitig mit der berufsbedingten Aufgabe meines geliebten Hobbys. Die ersten Ergebnisse waren vielversprechend: leichter und voll wasserdurchlässiger Beton, der dennoch recht stabil und gut formbar war.

  • Das mit der Plexiglas/Epoxydharz Kombi habe ich mir am Anfang auch gedacht und habe sogar schon das
    Epoxydharz + Baumwollflocken zu Hause. Aber dann habe ich Beiträge über 'ne Zementrückwand gesehen,
    auch welche/eine (?) die ohne Styropor sind/ist.
    Ein Korallenzüchter in Bochum/Herne (ähm, wo war ich da eigentlich???) hat auch nicht direkt davon abgeraten,
    lediglich auf das ausführliche Wässern verwiesen. Er selbst macht aber damit nur seine Ablegersteine.

    Tja und was soll ich sagen, mir gefiel das einfach besser. Sogar jetzt finde ich, dass mein Selbstbau gut aussieht.
    Schönheit liegt im Auge des Betrachters und pekuniäre Gründe waren eigentlich zweitrangig, wenn auch nicht
    ganz von der Hand zu weisen. Auch habe ich das Gefühl, dass bei käuflich zu erwerbenden Produkten mir
    zuviel Raum im Becken genommen wird. Das wollte ich lieber für Lebendgestein aufheben.


    Vielen Dank schon mal für die Antworten und fühlt euch ruhig noch weiter aufgefordert hier was zu schreiben.
    Aktuell ist das ja meine einzige Beschäftigung mit meinem Becken :winking_face:


    Ich werde als bisheriges Fazit, mal die definitive Möglichkeit, einer knappen Chance, als klares GO ON werten.


    Na ja und wenn's nix wird kann ich ja immer noch Steine klopfen und Harz anrühren.


    Aktuell sind die Wasserwerte übrigens bei:
    PH 9.5
    GH 35 °dh
    KH 0 °dh (Der 2 Phasentest hat da schon bei Flüsigkeit 1 den Farbwechsel durchgefüht)

    Da ich leider nur Abends die Osmoseanlage laufen lassen kann, muss ich noch einen Tag warten bis ich
    mit der 'Kur' starten kann.


    ciao
    Michael

  • Hallo,

    Diese Rückwand habe ich selbst gebaut. Mit Schacht- und Pumpenverkleidung usw.

    Sie besteht eben aus totem Riffgestein.

    Die Fotos sollten nur zeigen, welche möglichkeiten es gibt.


    Zitat

    Tja und was soll ich sagen, mir gefiel das einfach besser. Sogar jetzt finde ich, dass mein Selbstbau gut aussieht.
    Schönheit liegt im Auge des Betrachters


    Stimme dir voll zu.

  • @RedBull70
    Dachte auch das die Zementrückwand einfacher zu bauen ist. Aber so kann man sich täuschen.
    Wobei die Entscheidung mehr Bauchgefühl war und mir die Harzrückwand auch top gefällt.
    Ist ja immer noch Plan B.

    Irgendwie bin ich da voll auf dem Selbstbautrip gewesen, was die Rückwand angeht.
    Ist ja alles so einfach und macht auch noch Spaß :winking_face_with_tongue:

    Einmal editiert, zuletzt von detritus727 (29. April 2010 um 21:13)

  • Hallo,

    nur um mal zu beweisen das Zementwände auch nach einem Jahr noch ohne Probeme laufen können ein Link zu dem Thread in dem ich mein Grottenbecken vorgestellt habe: Link

    Für die die nicht auf das Unterhaltungsboard zugreifen können, das Becken wurde komplett aus Styropor und Zement gebaut, die Beschichtung erfolgte mit Acryllack. Achtung, das ist ein Süßwasserbecken.
    Auch nach einem Jahr gibt es keinerlei Probleme. :grinning_squinting_face:

    Gruß
    Benjamin

  • ... und nicht zu vergessen das mega Becken von Wolfgang Colsmann ist auch mit eigener Zementdeko
    nach einem Jahr click
    Und hier die frische Deko click
    Lars

  • @lars
    Danke für den Fred.

    Ich hatte mir das Monster von Wolfgang schon mal angeschaut, allerdings nicht mit dem Hintergrund der
    Zementverarbeitung. Beim ersten überfliegen ist da noch einiges interessantes für mich drin.

    ciao
    Michael

  • Dachte auch das die Zementrückwand einfacher zu bauen ist. Aber so kann man sich täuschen.

    Jaja Michael, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Wenn man es das erste Mal macht, hat man oft ganz andere "Schwer"-punkte als schöne dreidimensionale Strukturen, da kämpft man(n) zunächst ordentlich gegen die Schwerkraft an!

    Was meinst Du, wie es ist, wenn hier ein neuer Mitarbeiter anfängt....
    Es gab auch Leute, da merkte man nach ein paar Tagen, daß die es niemals hinkriegen, weil sie einfach kein Gefühl für dreidimensionale Strukturen hatten.

    Das Becken von Wolfgang habe ich schon life erlebt, sehr beeindruckend, aber abgesehen davon, daß mir die Deko nicht gefällt (auch er hat es das erste mal gemacht und dann gleich in dieser Größe!) ist sie wohl nicht aus Portlandzement.

    nur um mal zu beweisen das Zementwände auch nach einem Jahr noch ohne Probeme laufen können ein Link zu dem Thread in dem ich mein Grottenbecken vorgestellt habe: Link

    Für die die nicht auf das Unterhaltungsboard zugreifen können, das Becken wurde komplett aus Styropor und Zement gebaut, die Beschichtung erfolgte mit Acryllack. Achtung, das ist einSüßwasserbecken

    Na Du bist vielleicht ein Spaßvogel Benjamin....

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
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  • @Thorsten
    Ich habe den Fred mal überflogen und ich verstehe das schon so, dass er die Deko aus Zement
    gemacht hat.


    Zitat

    Original von Wolfgang Colsman


    Etwas später beschreibt er auch, dass 40l Salzsäure 30%, zum Absäuern von 750 kg Deko nötig waren.

    Da der Fred wohl aufgeteilt wurde, ist mir das mit der Deko und hier speziel auch das CaCO3 leider
    entgangen. Habe wohl den zweiten Teil, wo die Kühlung usw. beschreiben wurde gelesen.


    Was die Dreidimensionalität angeht, wollte ich extra was flaches mit Struktur bauen.
    Ich schaue mir regelmäßig deine Freds an und bin auch schwer begeistert von den Projekten. Aber
    irgendwie habe ich im Hinterkopf, dass die Plattendicke ab 10cm losgeht, oder liege ich da Falsch?
    Ich hatte auch schon mal nachgefragt, wann der Riffmörtel denn käuflich zu erwerben ist. Damit
    würde ich gerne noch PVC und Pumpen verkleiden.


    So jetzt aber mal wieder an die Schüppe, muß ja Geld verdienen um meine Bastelversuche zu bezahlen :winking_face:


    ciao
    Michael

  • Ich hatte da in Sachen Wolfgang per Buschfunk etwas anderes gehört, aber unter den Begriff "Zement" kann man vieles verstecken....

    Unsere eigentliche Platten"dicke" beträgt nur 2-3cm, der Rest sind die herausragenden Strukturen, egal welcher Bauart, die durchaus auch mal 40cm sein können. Das sind dann aber nur kleine Spitzen oder Teller, aber genau das macht eben diesen wirklich tollen Riffeindruck aus.
    Soetwas bekommt man durch das Steinegestapel nicht hin, von ein paar talentierten Ausnahmeerscheinungen mal abgesehen.

    Riffmörtel gibt es, schicke mir Deine Adresse an Korallenwelt@web.de

    Hoffentlich bist Du nicht sauer, wenn Du merkst, wieviel einfacher sich das Zeug gegenüber Zement verarbeiten läßt!

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  • Hallo Torsten,

    keine Ahnung, auf welcher Frequenz Du sendest, ich habst schon so gemacht, wie oben beschrieben.


    Edit: Life gesehen hast Du einen Glaskasten ohne Deko, oder?

    Viele Grüße,

    Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang Colsman (1. Mai 2010 um 21:44)

  • Hallo detritus727,

    ich hatte in meinen letzten beiden Becken jeweils einen zentralen Riffpfeiler aus Korallenkies und weißem
    Zement in Kombination mit Lebendgestein als Hauptdekoration.
    Gebaut wurden diese nach der Methode von http//http://www.garf.org.
    Dort unter Aragocrete zu finden. Wer schöne Aquarienbilder sucht, findet diese auch auf diesen Seiten.

    Im Unterschied zu sonstigen Beton-oder Mörtelrückwänden wird dort mit viel Wasser, wenig Zement und
    viel Korallenkies ( ca. 1-2 mm Durchmesser) gearbeitet. Der Zement und das Wasser ergeben somit nur
    eine Schlämme die den Korallenkies allseitig benetzt und nach dem Aushärten keinen massiven
    Betonklotz ergiebt. Man kann dann durchaus noch Teile mit der Hand abbrechen wenn die Wandstärke
    weniger als 2cm beträgt.
    Die räumliche Ausbildung erreicht man durch den Aufbau aus mehreren Lagen , nass in nass.
    Die Deko erstellt man aus dem Kies-Zement-Gemisch. Die Höhlen, Spalten und Durchörterungen
    durch Auffüllen der geplanten Hohlräume mit trockenem Korallenkies. Dann wird alles nochmals
    rund herum mit trockenem Kies abgedeckt. Nach der Aushärtung wird dann der lose Kies entfernt.
    siehe hier:
    http://www.garf.org/MPegs/AragocreteArch.shtml

    Gespühlt wurde nur mit Leitungswasser und Essigessenz in einer Mörtelwanne über mehrere Tage.

    Das erste Becken, ein Glasbecken, lief etwa 4 Jahre bis zum Umzug in eine neue Wohnung.
    Das Zweite, ein Holzbecken mit Glas-Epoxidbeschichtung, stand zuletzt seit über 5 Jahren.
    Habe es im letzten Herbst ausgeräumt weil ich an einem neuen Holz-Epoxid-Becken baue, das die
    räumlichen Möglichkeiten meiner jetzigen Wohnung besser nutzt.
    Die vorhandene Nische wird nun richtig ausgefüllt. Leider hat der lange kalte Winter eine schnelle
    Fertigstellung verhindert)
    Da mir der Neubau und die gleichzeitige Unterhaltung eines laufenden Beckens zu teuer wird, habe ich mir
    eine Auszeit bis zur Fertigstellung genommen um möglichst wenige Kompromisse eingehen zu müssen.

    Diese Art eine Deko zu erstellen kann ich nur empfehlen. Wenn die Säulen aus dem Wasser gehoben
    werden, läuft noch lange Wasser aus ihnen, was für viele kleine Hohlräume im Inneren der Deko spricht.
    Habe den letzten Pfeiler nach besagten über 5 Jahren mal auseinander genommen. Er war in voller Tiefe
    des Materials belebt ohne irgend welche schwarze Stellen oder Fäulnis. Zusammen mit einen
    Deep-Sandbett gab es keine Probleme die auf die Dekoration zurückzuführen war.

    Als störend am Anfang empfand ich die helle Farbe der Steine durch den weißen Zement. Bei der Keramik
    von Thorsten ist das ja das selbe. Das änderte sich aber rasch während der Einfahrphase.
    Dann werden alle Oberflächen schnell bewachsen und bald siedelten sich die Kalkalgen auf der
    kalkhaltigen Oberfläche an.

    Ich kenne auch den Bunker und Keramiken vom Thorsten Luther, sowohl die aktuellen als auch die alten
    die er noch seinerzeit im Keller des Freizeitzentrums hier in Rostock nutzte. Bisher habe ich alle meine
    Becken, bis auf die Pumpen und die Beleuchtung (Röhren und EVG's ) selbst gebaut inclusive Dekoration,
    so das ich bisher seine Keramiken noch nicht verwendet habe. Schauen wir mal was die Zukunft bringt.

    Ich habe mit meiner bisherigen Variante gute Erfahrungen gemacht.

    Gruß aus Rostock

  • Hast Du Portlandzement benutzt Wolfgang? Mir hat jemand etwas anderes erzählt. Das kommt dabei heraus, wenn man sich auf andere verläßt.

    Die Deko kenne ich nur von Bildern, sie ist aber nicht mein Geschmack: zu wuchtig und glatt, wenig filigran. Ich weiß aber durchaus einzuschätzen, daß ein zweidimensionales Foto, nicht das selbe ist, als würde man leibhaftig davor stehen.

    Der Hochachtung vor Deinem Projekt tut das aber keinen Abbruch. Ich schrieb es ja auch weiter oben schon. Man kann gut Ratschläge geben, wenn man seit 15 Jahren jeden Tag Aquariendekorationen baut.
    Wenn man aber das erste Mal mit einer klebrigen Masse vor einer kahlen (in Deinem Fall wörtlich zu nehmenden) Wand steht, ist zunächst guter Rat teuer. Unsere Rückwände entstehen auch nicht nur an einem Tag, das dauert auch heute noch länger.

    Ich behaupte nicht felsenfest, daß Betonbecken nicht funktionieren, irgendwie sehen sie schon wie Meeresbecken aus, ich sage nur, daß ich selbst noch keins gesehen habe, daß mich wirklich überzeugt hat. Mir fehlt da irgendwie immer der Punkt auf dem i.
    Aber wie schon gesagt, Ausnahmen bestätigen die Regel und Wolfgangs Becken entwickelt sich ja bisher sehr gut.
    Ich laß mich gern umstimmen.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • @Christoph
    Jep, die garf.org Seiten das war eine von den Seiten die ich auch gesehen habe. Jetzt hab ich die
    auch mal gespreichert damit ich die zur Not wiederfinde.


    So am Samstag hab ich jetzt mal komplett das Becken mit 200l Osmosewasser aufgefüllt und
    anschließend gab es dann mit der groben Kelle Salzsäure, so 500ml. Leider alles im Becken, da ich
    die Rückwand ja schon verklebt hatte. Muß ich halt ausgiebig spülen bis ich da was lebendes
    reinsetzen kann.

    Der PH-Wert ist von 1,8, am Samstag, auf 6,8, am Montag morgren, gestiegen. Das ist aber, im Vergleich
    zu vorher, ziemlich langsam passiert. Bin mal gespannt wo er sich in 1-2 Tagen einpendelt. Dann werde
    ich das ganze gegebenenfalls wiederholen. Alles in der Hoffnung, dass ich am kommenden Wochenende
    die endgültige Reinigung und Spülung vornehmen kann.

    Wünsche allen hier 'ne schöne Woche
    Michael

  • Hallo Michael,

    gründlich spülen musst du das Becken nicht, einfach leeren und wieder voll machen, am besten erst mit Osmosewasser, und dann einfach Salz rein. Salzsäure ist nicht giftig.

    Viele Grüße,

    Wolfgang

  • Moin,

    akuteller Stand des PH-Wertes ist 8,80 heute Morgen, 8,97 gestern Abend und 8,6 gestern Morgen.

    Iich werde noch mal eine Kur mit Osmosewasser und Salzsäure durchziehen.


    Habe jetzt mal den Abschäumer (Knop mini 60) im Technikbecken platziert um den Dreck/Flaum
    aus dem Wasser zu ziehen. Da ich ihn gestern erst bekommen habe schäumt er noch nix ab, oder
    kann das auch an dem 'Salzsäurewasser' liegen?


    Suche auch noch 'ne Idee wie ich aus dem Technikbecken das Wasser absaugen kann. Ist ja
    ebenerdig und da brauch ich was mit Pumpe. Hat da jemand schon 'ne gute Lösung? Hab es
    mit 'ner Aquabee 300 l/h probiert, aber die pumpt das nicht durch 5 Meter Schlauch und 1 Meter
    Höhenunterschied in das Waschbecken. Zu groß darf die Pumpe aber auch nicht sein, da ich ja in
    die Kammern des Technikbecken kommen möchte.


    ciao
    Michael

  • Hier jetzt mal der aktuelle Stand der Dinge.

    Ich hatte nochmals das Becken mit frischem Osmosewasser aufgefüllt. Dazu hab ich dann mal großzügig
    den letzten Rest der Salzsäure hinzugefügt (800 ml).

    Das ganze hat dann 4 Tage gebraucht um von PH 2.0 auf 7.99 zu steigen und seit 2 Tagen bleibt der
    PH-Wert bei 7.80 - 7.99
    Also entweder habe ich die PH-Elektrode passend geeicht, oder es scheint diesmal wirklich zu funktionieren :smiling_face:

    Jetzt werde ich noch 2 weitere Tage warten (geht aus Termingründen nicht anders) und dann wird 'ne
    50:50 Mischung aus frischem Salzwasser und eingefahrenem Salzwasser aufgesetzt.

    Wie es sich dann weiter entwickelt werde ich dann hier mal schreiben

    ciao
    Michael

  • Also ich habe mein Becken aus Kunstharz, Riffgestein, Portlandzement und Riffkeramik hergestellt. Also Rueckwand aus Kunstharz und Steinen, sowie einen grossen Aufbau aus Zement / Riffkeramik / toten Steinen.

    Die Kalkrotalgen haben sich darauf in der folgenden Reihenfolge breit gemacht:

    1. Die Nahtstellen aus einem Kies / Zementgemisch
    2. Die toten Steine
    3. kurz darauf die Riffkeramik
    4. Mit weitem Abstand das Kunstharz

    Naja, Becken laeuft jetzt seit nem Jahr, einziges Problem sind die Cyanos .. *grummel* Probleme wegen den Materialien hatte ich (bis jetzt) keine.

    Gruß
    Roger

  • So jetzt mal abschließend die ersten Werte nach dem Aufsalzen.

    Dienstag sind 120 l Osmoswasser und Meersalz in das Becken gekommen.
    Mittwoch dann noch mal 80-100 l Salzwasser von einem Kumpel. Der hat mir auch gleich noch
    2 Brocken Lebendgestein mit Keniabäumchen mitgegeben. Als Indikator ob es funzt. Leider haben
    sich an den Brocken auch gleich mal Einsiedler versteckt.

    Samstag und alles ist noch gut. Die Bäumchen stehen mal gut, mal sind sie nicht so zufrieden. Aber
    nicht einheitlich, mal die eine mal 'ne andere. Vielleicht die Strömung.
    Die Krebse krebsen so vor sich hin und erkunden das Becken. Ab mitte nächster Woche sollte das auch
    interessanter für sie werden. Dann kommen die Steine und der Livesand kann rein.

    Beleuchtetung
    2 x 24w T5 Aquamedic Reefwhite, 10 - 21 Uhr
    2 x 24w T5 Aquamedic Reefblue, 11 - 22 Uhr
    250w HQI 16000k, 12 - 20 Uhr


    Die aktuellen Wasserwerte von heute Morgen.

    Temp. 24.3° - 25.2 (mit/ohne HQI)
    NO2 0.04
    NO3 0.85
    PO4 0.025
    KH 8 °dH
    PH 8.24
    Dichte 1.023


    Magnesium und Silikat habe ich noch nicht als Test.
    NO2, NO3 und PO4 sind mit 'nem Photometer getestet, sollte also auch stimmen mit den Angaben.


    Alles in allem finde ich das gut, jetzt bleibt zu schauen wie sich das Lebendgestein und der Livesand macht.


    Schönes Wochenende aus dem Münsterland

    Michael

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