Kleines Azoobecken planen

  • Hallo @ all,

    ich musste ja aus Zeitgründen meine Seepferdchenanlage vor vier Jahren einmotten und fühle mich seit dem wie ein Süchtiger auf Entzug, daher möchte ich mir, so lange die Gegebenheiten für eine Seepferdchenhaltung noch nicht gegeben sind einen anderen Traum erfüllen.
    Schon sehr lange begeistern mich azoo Korallen, vor allem die Gorgonien, daher wollte ich mir jetzt ein kleines Becken mit Tubastrea und später Menella aufbauen um erste Erfahrungen auf dem Gebiet sammeln zu können. Wenn die Wasserwerte im gewünschten Bereich bleiben, sollen als Vollendung noch ein Pärchen Stonogobiops nematodes mit Partnerkrebs einziehen.

    Ich habe auf Matuta und einigen anderen Seiten alles gelesen was es dazu gibt, natürlich habe ich auch die Bordsuche hier verwendet.
    Das Becken soll vermutlich ein 40cm Würfel werden + Technikbecken.
    Über Literaturtipps würde ich mich allerdings freuen, da habe ich nur das Buch vom NTV Verlag „Hornkorallen“ aus der Serie ArtFürArt gefunden.

    Futtertechnisch ist ja alles soweit zu finden und ich denke da brauchen wir nicht näher drauf eingehen, aber der enorme Nährstoffeintrag bereitet mir einiges Kopfzerbrechen.

    Ich wollte ein Technikbecken verwenden (Größe ist noch ungeklärt) und den noch vorhandenen Aqua Medic Midiflutor einsetzen. Zusätzlich über Aktivkohle filtern um Gelbstoffe zu eliminieren.

    Sollte ich mir das Ganze gleich aus dem Kopf schlagen oder die Filtertechnik irgendwie erweitern? Vielleicht eher ein Jaubert System um nicht das Staubfutter für die Menella zu eliminieren?

    Als Strömung dachte ich an einen 20fachen Beckenumsatz /h im 6h Richtungswechsel. Um eine möglichst gleichgerichtete Strömung ugs. laminar, zu erreichen, sollte eine Art Zwischenwand parallel zur Rückwand eingeklebt werden, die links und rechts einen 5cm Spalt frei lässt so das das Wasser auf einer Seite angesaugt wird, und zur Anderen hin nach Vorne ausströmt. Dahinter können auch alle anderen Anschlüsse verschwinden. Eine Skizze hängt unten an.

    Als Beleuchtung wollte ich eine überwiegend blaue Leuchte einsetzen.

    Würde mich über Tipps oder Änderungsvorschläge sehr freuen.

    Danke im Voraus
    Gruß
    Benjamin

  • Hi Benjamin,
    wir haben ein 50x50x60 für Tubsis, Dendro und co.
    Allerdings keine Gorgonien und Weichen, die sind trotz viel Futter degeneriert.
    Die zu fütternden LPS sind Problemlos, haben einige T. diaphana und micrantha Ausbürgerungen, die Werte im roten Bereich.
    Trotz normalerweise 2 x 10% die Woche WW.
    Haben auch eine Grundel mit Knalli drinnen, die 2. ist leider an einer Verletzung eingegangen, und weil wir das Geschlecht nicht bestimmen können, wollen wir keine nachsetzen.

    Wenn ich das Becken nochmal machen würde, wäre eine Eckbecken mit gewölbter Scheibe, oder ein rundes meine Wahl. Die Strömung läßt sich in einem kleinen Würfel nicht optimal gestalten.
    Wenn Du keine LPS einbringst, gehts sicher besser.

    AS ist bei uns überdimensioniert, aber es gibt hauptsächlich Frofu.

    Beim Eckbecken würde ich eine gebogene Plexischeibe als Trennung für den Schacht nehmen,
    und wahrscheinlich zusätzlich Panoramaecken, um eine möglichst kreisförmige Zirkulation zu bekommen.
    Die Idee mit dem Richtungswechsel, machen wir im großen so, ist sicher sinnvoll. Mußt halt die Gorgonien entsprechend einkleben.

    Berichte bitte weiter darüber,

    Lg,
    Wolfgang

    Man muss wissen, bis wohin man zuweit gehen kann!
    reefdesign.eu

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang_Suchy (3. April 2010 um 14:45)

  • Hallo Wolfgang,

    danke für die Antwort. Ich wusste garnicht das Dendros teilweise doch schon gehalten werden können, wachsen die bei dir auch?

    Das mit der optimalen Strömung werde ich noch austesten, alternativ ist ein schlankes aber wesentlich längeres Becken geplant. Die Panoramaecken sind eine gute Idee :thup

    Eines verstehe ich jedoch gerade nicht, du schreibst:

    Zitat

    Die Strömung läßt sich in einem kleinen Würfel nicht optimal gestalten. Wenn Du keine LPS einbringst, gehts sicher besser.

    Meinst du Tubastrea? und wesshalb beeinflusst das die Strömung?

    Gruß
    Benjamin

  • Hi Benjamin,
    Meinte Dendrophyllia :smiling_face:
    Für die Tubastreas ist die Strömung kein Problem, aber die Duncanopsamias und die Euphyllias haben die richtig starke Strömung nicht so gerne.... Den Catalaphyllias macht sie nichts aus.
    Ist halt ein "bunt" gemischtes Becken, da ist es schwieriger, es allen recht zu machen.
    lg,
    Wolfgang

  • Hi,

    Zitat

    Meinte Dendrophyllia


    Hätte ich mir denken müssen :mauer:

    Jetzt verstehe ich auch die Bemerkung zur Strömung, dann ist ein Eckbecken wirklich besser, dort kann in der Ecke alles stehen was weniger Strömung möchte und vorne die Tubastrea und co.

    Wie oft fütterst du die Tubis, reicht da zwei mal täglich, denn anders als für die anderen Azoos kann ich ja die weiteren Fütterungen nicht automatisieren.

    Gruß
    Benjamin

  • Hi Benjamin,
    werden nur Abends gefüttert. Dann aber reichlich. Und jeder Polyp ( oder fast jeder ) mit einer Pipette. Ist zwar einiges an Zeitaufwand, aber sie danken es mit Wachstum. Und Larven. :grinning_squinting_face:
    Die Zylinderrose und die Rhizo kriegen eher weniger, weil die wachsen sonst zu schnell.

    Hab gerade den Attikel in der Koralle zur Fütterung ebendieser gelesen. Sehr spannend. Haben das im Weichkorallen / Gorgonienbecken schon seit einiger Zeit bemerkt. Füttern viel FroFu Cyclops und Bosmiden, und die Gorgonien kriegen superschöne große Polypen und wachsen fein.

    LG,
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    dann bin ich ja beruhigt. Danke für den Tip mit der Koralle, die hätte ich doch glatt verpasst.

    Wenn du schreibst die "Rhizo" bekommt weniger, meinst du dann Rhizotrochus? Auch haben will :winking_face_with_tongue:

    Gruß
    Benjamin

  • Hi Benjamin,
    dann aber keine kleinen Fische,
    die kann echt mächtig groß werden, und lange Tentakeln bekommen.
    Bei uns hat sie beide Felsgroppen gefressen....
    Hätte ich nicht gedacht. Und ist dann gleich wieder größer geworden.....

    Mach heute Abend mal neue Bilder.

    LG,
    Wolfgang

  • Hallo,

    ich habe noch eine Frage, kann ich als Reinigungstrupp auch GGvJ einsetzen, oder klauen die den Tubis das Futter aus dem Schlund? Hat das schon jemand getestet?

    Gruß
    Benjamin

  • Hallo,

    habe noch mal das Konzept überdacht und komme durch die benötigten unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten immer auf größere Becken, daher werde ich wohl den Schritt eines kleinen Testbeckens auslassen und gleich ein etwas größeres bauen, dass eine lange Zeit reichen sollte.

    Zur Klärung, der Besatz ist langfristig wie folgt geplant und wird erst nach und nach aufgestockt:
    Tubastrea sp.
    Diodogorgonia nodulifera
    Swiftia
    Menella
    Rote Meerhand?

    GGvJ
    Grundelpaar + Krebs

    Da ich mit einem Wasserwechselbedarf von 40% alle zwei Wochen rechne, sollte das Gesamtvolumen wenn möglich die 200L nicht deutlich übersteigen, so kam ich zu der Lösung die in der angehangenen Zeichnung zu sehen ist.

    Links hat das Becken eine Tiefe von 30cm und erweitert sich auf der Länge von 1m auf 50cm. Die Höhe soll 40cm betragen. Der Schacht ist 20cm breit und 15cm tief, müsste für zwei Rohre reichen?

    Spricht eigendlich etwas dagegen die Rohre durch die Rückwand zu führen?

    Im Abstand von etwa 10cm zur Rückwand wird ein "Strömungskanal" abgetrennt, der eine Kreiströmung ermöglichen soll. Dort werden die Strömungspumpen untergebracht.

    Gefiltert werden soll mit einem externen 60cm x 40cm Jaubertfilter mit Dratalgen darüber und bei Bedarf mit einem Aqua Medic Midiflutor und Adsorber.

    Sieht jemand Fehler oder hat Verbesserungsvorschläge?

    Gruß
    Benjamin

  • Hallo Benjamin,

    schönes Projekt. Möchtest Du die Strömung im Uhrzeigersinn oder Gegenläufig betreiben?. Im UZ wäre wohl bei der rechten Schachtschräge sinnvoll, aber diese engt Dir den Platz ganz schön ein. Da wird einiges an Verwirblungen entstehen und damit der Strömungsschub gebremst werden... Ich würde hinter der Trennscheibe ein dickes Rohr von links oben nach rechts unten legen und links in das Rohr eine Stream reinstecken. Dann das Rohr mit einem Bogen knapp über dem Boden rechts vorn, ganz leicht nach oben gerichtet enden lassen. Damit würde es Dir das runtergefallene Futter noch mal aufwirbeln. Aber eine laminare Strömung ist das dann leider nicht mehr.
    Wegen dem ext. Refugium - versuche es oberhalb zu installieren und das dort entstehende Plankton "ohne pumpen" ins Becken zurückzuführen.

    Ach ja und sag Bescheid wenn Du die Algen brauchst... davon werfe ich öfter mal welche in die Tonne. Und weit weg wohnste ja nicht. :wink

    Ciao sagt Nico.

  • Hallo,

    sorry irgendwie verpasst das ihr geantwortet habt :yrf Mal suchen wo ich die E-mail Benachrichtigung aktiviere.

    @ Nico,ich wollte die Strömungsrichtung im 6h Tackt wechseln, als Ebbe Flut Simulation, bin mir nur nicht ganz sicher ob das nötig ist oder die Korallen das evtl. eher störend empfinden?
    Eine starke Abbremsung durch das Technikabteil erwarte ich eigendlich nicht, da der "Kanal" immer mind. 10cm breit sein wird. Allerdings habe ich schon die Idee gehabt, den Schacht als angesetzten Kasten an der Rückseite zu platzieren, also ein Teil der Scheibe oben ausklinken, Kamm und ab in eine kleine Kammer mit Bohrung am Boden, oder Gleich das Rohr in die Scheibe Kleben?
    Allerdings kann es auch sein, das ich ganz auf ein Technikbecken verzichte und eine von beiden Seiten einsehbare Version realisiere, mit einer Kammer für den AS und der Rest der Technik über dem Becken installiert. Hänge mal eine Zeichnung an.

    Das Hauptproblem ist, dass ich noch nicht genau weiß wohin das Becken kommt, bzw., da in ein bis zwei Jahren ein Umzug ansteht, werde ich mich vorerst mit einem 54L Nano (+ Filterbecken) nur mit Tubastrea und den Lanzensymbiosegrundel/Krebs Paar begnügen. Dann kann ich am endgültigen Standort gleich ein optimal angepasstes Becken aufbauen. Aber soetwas plane ich immer rechtzeitig, daher sind Anregungen auch weiterhin sehr erwünscht :wink

    Zum Thema Refugium, da habe ich mich mit Jens Kallmeyer per PN unterhalten und es scheint eher ungeeignet für Azoo Becken, daher werde ich ganz auf AS und Nitratfilter setzten, kombiniert mit WW. Aber danke für das Angebot mit den Algen :thup

    @ Martin, danke für den Link, er scheint wirklich einige Erfahrung zu haben.

    Zeichnung: Das Becken wäre 80x60x40cm groß und von allen Seiten frei einsehbar. Die restliche Technik würde über dem Becken Platz finden, der AS in der etwas erhöhten Kammer an der rechten Seite der Trennwand. Die hintere Hälfte wäre sehr schnell durchströmt und die vordere langsamer, da diese deutlich mehr Tiefe hat.

    Gruß
    Benjamin

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