costapur und baktopur kombinieren?

  • Hallo,
    mein Partner hat am Montag von Bekannten zwei Gramma loreto geschenkt bekommen, die offenbar an Pünktchen erkrankt sind. Da sich beide im Quarantänebecken befinden, habe nach Anweisung die Dichte reduziert und möchte sie mit sera costapur behandeln . Als zusätzliche Behandlung wird in der Marubis-Information empfohlen, "kombiniert bzw. im Anschluss an die Primärtherapie" evtl. auftretenden Infektionen z.B. durch baktopur entgegen zu wirken. Auf der Packung steht allerdings "nicht mit anderen Arzneimitteln verwenden". Ich frage mich nun, wann ich das Präparat verwenden soll/darf?

    Liebe Grüße
    Christina

  • Hallo Christina,

    die Pünktchen werden ausschließlich mit dem costapur bekämpft. Danach kann man sicherheitshalber noch bactopur einsetzen, wenn die Schleimhaut stark geschädigt erscheint bzw. z.B. Anzeichen für eine Flossenfäule vorhanden sind . Meistens geht aber der Heilungsprozess der Schleimhautschäden einher mit der Reduktion der Pünktchen. Die Bekämpfung der Pünktchen kann 6-8 Wochen dauern, bis sie vollständig verschwunden sind.

    Wenn man während der Pünktcheninfektion den Eindruck hat, dass die Flossenränder stark ausfransen und die Schleimhaut immerzu milchig trüb aussieht (ebenso die Augen), dann sollte bactopur gleichzeitig verabreicht werden. Der Warnhinweis des Herstellers bezieht sich auf die allgemeine Möglichkeit von Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Mitteln. Ich habe die Kombination bereits häufig eingesetzt und keine negativen Auswirkungen auf Fische gesehen.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Danke Torsten für die schnelle Antwort :thup

    Gegen was die Mittel wirken, hatte ich auch so verstanden wie du es erklärt hast, ich war mir nur nicht sicher wegen der ggf. nötigen gleichzeitigen Dosierung.

    Liebe Grüße
    Christina

  • Guten Morgen,
    Das Weibchen liegt in den letzten Zügen :frowning_face: , nachdem ich gestern eine milchig-trübe Färbung bemerkt habe, habe ich das baktopur auch dosiert. Vielleicht hätte ich das eher tun müssen, in den ersten 3 Tagen hat es mit den beiden nicht so harmoniert und das Tier ist mehrfach in die Schwanzflosse gebissen worden.

    Der andere Fisch macht einen guten Eindruck.


    Wie sollte ich mit dem Wasser wechseln vorgehen (bei baktopur soll man am nächsten, spätestens übernächsten Tag Wasser wechseln, bei costapur steht was von 2 Tage nach der letzten Dosierung) und wann soll ich den Filterschwamm wechseln?

    Liebe Grüße
    Christina

  • Hallo Christina,

    leider ist die innerartliche Agression auch ein sehr häufiger Grund, warum Fische im Aquarium sterben. Wenn ein bereits erkranktes Tier von einem Partner dominiert und wiederholt gebissen wird, kommt es leicht zu bakteriellen Folge-Infektionen. Hatten beide Fische ausreichend Raum und Versteckmöglichkeiten ? Ein zu kleines Q-Becken kann dann auch das Gegenteil mit verursachen, was man eigentlich erreichen möchte.

    Costapur wird im Meerwasser leider ziemlich schnell unwirksam und muss daher regelmässig nachdosiert werden. Ich würde so vorgehen: alle zwei Tage einen Teilwasserwechsel durchführen, je nach Beckengröße 10-30% der Gesamtwassermenge, und dann das Costapur aber doppelt kompensieren, d.h. für 20-60% der Gesamtwassermenge nachdosieren. Wenn der andere Gramma außer den Pünktchen nichts weiter zeigt, würde ich das Baktopur nicht weiter einsetzen.

    Den Filterschwamm musst Du erst nach dem Auftreten von Ammoniak bzw. Ntrit wechseln = regelmässig messen beim Einsatz von bactopur. Daran denken, dass das baktopur erst nach 3-4 Wasserwechseln wieder so stark verdünnt ist, dass es Filterbakterien nicht mehr schädigt. Daher ist beim Auftreten von Ammoniak/ Nitrit ein größerer Wasserwechsel nötig.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Torsten,
    ich habe ein 80er Becken mit vier Steinen bzw. Platten versehen, die hier noch vorhanden waren und zusätzlich Rohrstücke und T-Stücke auf dem Boden verteilt. Das ist als Versteck auch ganz gut angenommen worden. Die meiste Zeit waren beide auch friedlich, am Anfang gab es etwas Zoff, der mit zerbissener Schwanzflosse geendet hat. (Da es im großen Becken auch immer mal Prügeleien mit angerissenen Flossen gibt, die schnell wieder verheilen, hat mich das nun nicht sonderlich beunruhigt.)
    Die innerartliche Agression haben wir bei 3 Gelbschwanzdemoisellen (die wir mit übernommen hatten) schon kennengelernt, von denen sich zwei nach dem Tod des dritten wegen des freigewordenen Reviers bekämpft haben.

    Mit dem Wasserwechsel habe ich es nun so gehalten, wie du beschrieben hast.

    Dem verbliebenen Gramma scheint es besser zu gehen, keine Anzeichen einer Infektion und mit großem Appetit unterwegs. Als einziger Fisch im Becken ist er allerdings wesentlich schüchterner als vorher.

    Liebe Grüße
    Christina

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