Frostfutter unaufgetaut ins Becken?

  • Hallo zusammen,

    ich habe zwar schon die Forensuche benutzt, aber nichts gefunden (vielleicht auch zu blöd um die Suche zu bedienen? :winking_face: ).

    Frage: Hat es gravierende Nachteile wenn man das Frostfutter unaufgetaut ins Becken gibt?

    Bisher mache ich es so: Würfel in Artemia Sieb geben, mit lauwarmen Wasser auftauen/spülen. Dann ins Becken.


    Was ich mir von der Variante mit den unaufgetauten Würfeln (theoretisch, ich habs noch nicht probiert) verspreche:

    1. Ich hoffe das der Würfel vgl. langsam auftaut und so seinen Inhalt nur Stück für Stück freigibt. Dann haben die Fische etwas länger davon :winking_face:
    2. Evtl. Nährstoffverlust durch starkes Spülen??
    3. Zeitersparnis


    Dumme Idee oder machbar?


    Danke schonmal für eure Antworten.


    Gruss,

    Christoph

  • Hallo Christoph,

    ich würde dir davon abraten.
    Erstens hätte ich Angst, dass die Tiere das Futter noch nicht ganz aufgetaut fressen -> ist bestimmt nicht gesund.
    Zweitens bringst du so viel mehr Phosphat ins Becken, als wenn du das Futter nach dem Auftauen ordentlich ausspülst und das Auftauwasser wegkippst.
    Drittens würde der unaufgetaute Würfel oben schwimmen und vermutlich von der Strömung Richtung Kamm/Oberflächenabzug getrieben werden.


    Viele Grüße,
    Sabine

    Hobby zum Beruf gemacht - daher keine Privatbecken mehr :smiling_face:
    http://www.seaspirits.de
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    Nur was Menschen lieben, werden sie schützen.

  • Hallo,
    Frostfutterautomaten würden ohne Tiefgefrorenes ihren Sinn verfehlen, verfahren sie doch nach dem Prinzip; die eingeworfene Futtermenge auf das Wasservolumen ist entscheidend, um evtl. zu Problemen zu führen. Auch wäre es vorteilhaft, den Würfel in einen Futterring o.ä. zu geben, damit er nicht abdriftet.
    Frostfutterwürfel habe ich aber dennoch noch nie ins Becken geworfen, obwohl ich jeden Tag 1/4kg Futter verbrauche.
    Ich lasse seit Jahren das Futter auftauen und im Artemiasieb abtropfen; gespült wird nichts, sonst wären die feinen Futteranteile für den Ausguß.
    Ernsthafte Phosphatprobleme hatte ich diesbezüglich noch nie.

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (19. März 2010 um 21:21)

  • Ich mach es ab und an,... Vor allem meinem Frauchen und der Urlaubsvertretung will ich diese Spülaufgabe nicht immer zumuten,... Bisher keine Probleme gehabt.
    Futter taut in einem selbst gebastelten "Futterring" und sinkt dann ab,...

    Bisher keine Probleme, auch nicht mit den Wasserwerten.

  • Danke für die Antworten.

    Bezüglich Phosphat: Macht das wirklich soviel aus?

    Hier mal ein interessanter Link:

    http://www.ujaswelt.de/aquaristik/frofu.htm


    Ich habe ein 190er Trigon - sagen wir mal 150 Liter Nettovolumen.

    Wenn das Wasser im Frostfutter 100 mg/l Phosphat/Nitrat enthält, der Wasseranteil 50% beträgt und der Würfel ein Gewicht von 4 g hat, ergibt sich rechnerisch bei 150 Litern Nettovolumen und 1 Würfel/Tag:

    2 g Wasser mit 100 mg/l Phosphat/Nitrat = 0,2 mg Phosphat/Nitrat

    0,2 mg Phosphat/Nitrat auf 150 l = 0,0013 mg / l Phosphat/Nitrat


    Wenn ich die Werte von der o.g. Website nehme (3 g pro Würfel, 52 mg / l Phosphat und 9 mg/l Nitrat im Auftauwasser, 1/3 Wasseranteil) komme ich rechnerisch auf 0,00034 mg / l Phosphat bzw. 0,00006 mg/l Nitrat am Ende im Becken.

    Ebenfalls der CSB (siehe Link weiter oben):

    Wenn das Wasser im Frostfutter 1500 mg/l CSB enthält, der Wasseranteil 50% beträgt und der Würfel ein Gewicht von 4 g hat, ergibt sich rechnerisch bei 150 Litern Nettovolumen und 1 Würfel/Tag:

    2 g Wasser mit 1500 mg/l CSB = 3 mg CSB

    3 mg CSB auf 150 l = 0,02 mg / l CSB

    Da ich beruflich im Bereich Biogas unterwegs bin schockt mich der Wert nicht gerade :winking_face:

    Wenn ich die Werte von der o.g. Website nehme (3 g pro Würfel, 1200 mg / l CSB im Auftauwasser, 1/3 Wasseranteil) komme ich rechnerisch auf 0,008 mg / l CSB am Ende im Becken.


    Natürlich können die Werte je nach Frostfuttersorte, Hersteller und Charge sicherlich stark schwanken. Ob sie aber wirklich merklich zu einer Belastung des Becken führen - irgendwie kommt mir das nicht realistisch vor.


    Bleibt nur noch das eventuelle Problem mit:

    - der Würfel wird abgetrieben
    - Fische essen noch unaufgetautes

    Beides kann man sicherlich mit ein bischen Bastelaufwand lösen (wieder eine Herausforderung mehr :winking_face: )


    Ich denke ich werde es einfach mal testen :winking_face:


    Grüsse,

    Christoph

  • Guten Morgen.

    Bei den Kleinstfuttersorten kommt es am gr. Becken schon manchmal vor, dass wir dieses Futter unaufgetaut in die 3. Kammer des Technikbeckens geben.

    Dort taut es dann auf und wird über die Rückförderpumpe und mittels der 4 in das Becken führenden "Einströmer" verteilt.

    Größere Futtersorten wurden gespült.

    Wurden, weil wir den Frostfutteranteil in Folge der Umstellung auf ein Premium-Granulatfutter drastisch haben senken können und nur noch wegen weniger Fische (die noch nicht an das Granulat gehen) Frostfutter verfüttern müssen.

  • Hallo,
    der Vorbesitzer unseres Beckens hat das Futter immer unaufgetaut ins Becken geschmissen. Die so versorgten Tiere leben (fast alle) immer noch, vermutlich haben sie also keinen Schaden genommen.
    Dafür scheint auch jemand Blisterpackungen über dem Becken verwendet zu haben, wir finden immer noch ab und an die Folie...

    Ob es dazu beigetragen hat, die Phosphatwerte in die vorgefundenen exorbitanten Höhen zu treiben, kann ich nicht beurteilen. Der offensichtliche Nachteil war allerdings, dass das Verfahren die Fische bevorteilt hat, die sich ihr Futter auch von der Oberfläche sammeln.

    Ich ziehe es vor, das Futter aufzutauen und zu spülen.

    Gruß,
    Christina

  • Hallo,

    man könnte doch auch ein kurzes Stück Rohr nehmen, welches an der einen Seite einen schwimmfähigen Ring hat, damit es aufrecht im Wasser "steht". Das Rohr müsste halt so dick sein, dass das Frostfutter von oben rein geworfen werden kann und gleichzeitig so dünn, dass die Fische nicht auf die Idee kommen, von unten hinein zu schwimmen. ...dann würde das gefrorene Futter im Rohr schwimmen und erst wenn es aufgetaut ist unten heraus sinken, oder nicht?
    ...meine so könnte man zumindest umgehen, dass die Fische ihr Futter lutschen müssen. =)

    Gruß,
    Torsten.

    Einmal editiert, zuletzt von Bonsai77 (20. März 2010 um 15:00)

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