Untergestell aus Edelstahl?

  • Hallo,

    wollte mir jetzt die Tage mein Untergestell für´s Aquarium besorgen. Ich würde dies gern aus Edelstahl schweißen lassen, allerdings sind auch diese bis auf ein paar Ausnahmen nicht Meerwasserbeständig (Hastelloy), meint ihr normaler V2A (1.403) hält den Bedingungen im Unterschrank stand?
    Oder würdet ihr mir zu einer anderen Legierung raten?
    Am liebsten würde ich ja Alu ITEM, Bosch usw.) nehmen, aber da habe ich meine Bedenken, weil die Hälfte der Last von de Wand getragen werden soll und ich so wohl keine richtiger Verbindung zur Wand bekomme.
    Habt ihr eine Idee wie ich das am besten mache?

    MfG

  • Hallo,

    kann Dir dazu nur sagen, dass Edelstahl in der Taucherei meistens V4A ist, statt V2A, damit auf Dauer das Tauchen im Salzwasser dem Zeug nicht so viel anhaben kann. V4A wird meines Wissens auch in Schwimmbädern verbaut, wo das Wasser ständig gechlort wird. Ist einfach eine hochwertigere und damit widerstandsfähigere Legierung.

    Ich persönlich denke aber auch, dass ein Pulverbeschichtetes Stahlgestell auch schon ok wäre und sicherlich um einiges günstiger.

    Gruß,
    Torsten.

  • Hallo,

    es ist leider nicht so zu vereinfachen, V4A ist nicht gleich V4A und rostet im Wasser "genau" so wie V2A. Es gibt ein paar Stähl die auch nicht im Salzwasser rosten, wie Hastelloy C, 1.435 usw. allerdings sind die nicht so leicht zu beschaffen. Daher habe ich mich halt gefragt, ob normaler 1.4301 ausreichen ist, da dieser ja in der Regel nicht im Wasser liegt.
    Da ich für´s schweißen nichts bezahle, sondern nur für den Stahl, macht es kaum einen Unterschied ob ich normalen oder Edelstahl nehmen. Würde nur mal gerne eure Erfahrungen dazu hören.

    MfG

  • Morgen,
    Boschprofile finde ich immer noch am besten. Wenn es dir nicht auf den Euro ankommt, lasse dir dein Untergestell aus Aluprofil schweißen und nach RAL Lackieren...besser geht es wohl kaum.

  • Hallo Sven,

    es geht auch günstiger als ITEM/Bosch ... und für unsere Zwecke genau so gute Qualität. Such mal nach "Blank-Metall". Hab ich hier auch schon mehrfach im Forum geschrieben. Wie genau willst Du denn die Wandauflager machen? Notfalls Bohr eine Kernbohrung in die Wand und setze das da ein. Die Leute dort in der Beratung können Dir das auch noch mal abklären. Hast Du mal ne Skizze?

    Ciao sagt Nico.

  • Aluprofile sind doch günstig, für mein neues Gestell 1100*1100*500mm zahle ich komplett knappe 250,- Euro.
    Für das andere geschweißte Alugestell 1400*1000*700mm nach RAL in Weiß lackiert mit Auflageplatten habe ich damals 1100,- Euro bezahlt. Qualität hat halt Ihren Preis. Man kann natürlich auch dieses Billiggestelle nehmen von div. Herstellern, die halten bestimmt aber ich könnte da nicht ruhig schlafen.

  • Hallo,

    Preislich wäre ein Alugestell für mich genau so teuer/vielleicht auch teurer wie Edelstahl, darum geht es aber auch nicht, sondern darum, dass ich um die Stabilität fürchte.
    Weiß nämlich nicht wie ich das Alu an der Wand besfestigen soll, beim Stahl nehme ich einfach eine Platte und lass da ein paar Löcher rein bohren, darauf werden dann die Vierkantrohre geschweißt und die Platte an die Wand geschraubt. Somit kommt man von der Wand weg, wo die Gefahr eines Estrichbruchs am größten ist und verteilt noch die Hälfte der Last auf die Wand.
    Habe mir auch schon überlegt mir nur eine Platte schweißen zu lassen und daran dann das Alu zu befestigen, aus einem Stück wäre mir das Ganze allerdings lieber.
    Hier mal eine Skizze:

  • Moin,

    mach keine Kopfplatte an die Profile, dass wird nie wirklich rechtwinklig zur Wand und du produzierst nur Spannungen. Mit einfach ein Profil so lang wie dein Becken und schraub das an die Wand. darauf legt du dann die Querträger. Diese brauchst du nur fixieren, also nicht starr verbinden. dadurch wird kein zuzätzliches Drehmoment erzeugt und die Last trägt sich vertikal ab.

    Edelstahl oder Stahl oder Alu, ist doch egal. Ich würde Stahl nehmen und beschichten und den Filter unten drunter abdecken um die Bildung von Kondenswasser zu minimieren. Klappt bei mir gut.

    Gruß
    Stefan

  • Hi Sven,

    so wie es Stefan schreibt würde ich es auch machen. Nur halt aus ALU-Profil. Da kann nix rosten, egal was passiert. Und wenn man mal was dran- oder umschrauben will, geht das ohne Probleme. Welches Becken willst Du denn da drauf tun? Wenn es größer 500kg ist würde ich auch die Stellfüße noch weglassen. Die sind das schwächste Glied...

    Ciao sagt Nico.

  • Hi,

    also erstmal muss ich in Zukunft besser lesen bevor ich auf senden drücke, die ganzen Tipfehelr :face_with_rolling_eyes:

    Zum Alu: Also an der See würde ich als Architekt keine Alukonstruktionen im freibewitterten Bereich planen, schon gar nicht Alu natur ohne Eloxat. Die Oxidationsschichten bei Aluminium sind fast schlimmer als bei Eisen, Alu zersetzt sich regelrecht bei Seeluft. Im Unterschrank kann das noch viel extremer sein, zumal der Salzgehalt im Schrank wesentlich höher sein kann als an der Nord- oder Ostsee.

    Frei im Wohraum verwendete Profile, also gut umlüftet, ist Alu natürlich gut verwendbar, aber korrosionsfrei ist es auch nicht. Nimm das Material an das du am günstigsten ran kommst und was du schweißen kannst bzw. gut verarbeiten kannst und fertig.

    Gruß
    Stefan

  • Stefan das gilt dann aber nur für nicht lackierte Teile. Lackiert hat Alu halt den Vorteil extrem leicht und genau so stabil wie Stahlgestelle wenn richtig verschweißt.
    Mein großes Alugestell wiegt unter 20 Kilo.

    P.S. ich würde mir ein ganz normales Gestell schweißen lassen, welches etwas größer ist und hinten Bohrungen für die Schrauben zur Wandverschraubung setzen fertig.

    Einmal editiert, zuletzt von Hergo (5. März 2010 um 18:35)

  • Zitat

    Stefan das gilt dann aber nur für nicht lackierte Teile


    ja, dass stimmt sicher.

    Aber die Einfassung von meinem Autoschiebedach war auch lackiertes Alu....und das Auto stand oft in Warnemünde nahe dem Leuchtturm( Mohle. Das blätterte nur so. War aber sicher auch irgendein Herstellungsfehler.

    Alu lackiert geht sicher, wie die anderen Materialien auch. Die Beschichtung bleibt eben wichtig und auch da gibt es unterschieliche Meinungen. (als Extrem im Naßbereich oder Schwimmbad würde ich Kunststoffverscheißte Verkleidungen nehmen,Türen z.B. immer mit Edelstahlzarge und Vollkunststoffblatt)

    Gruß
    Stefan

  • Hallo,

    Zitat

    mach keine Kopfplatte an die Profile, dass wird nie wirklich rechtwinklig zur Wand und du produzierst nur Spannungen. Mit einfach ein Profil so lang wie dein Becken und schraub das an die Wand. darauf legt du dann die Querträger. Diese brauchst du nur fixieren, also nicht starr verbinden. dadurch wird kein zuzätzliches Drehmoment erzeugt und die Last trägt sich vertikal ab.

    Die Idee ist nicht schlecht, aber nicht so vertrauenserweckend, da du ja auch eine gewisse Zugkraft hast. Damit sich das nicht verzieht habe ich an eine 10 mm dicke Platte gedacht.

    Zitat

    Edelstahl oder Stahl oder Alu, ist doch egal. Ich würde Stahl nehmen und beschichten und den Filter unten drunter abdecken um die Bildung von Kondenswasser zu minimieren. Klappt bei mir gut.

    Ich bin schon fast am überlegen ob ich Edelstahl nehmen soll und dieses beschichten lasse. Das Unterbecken wollte ich eh abdecken.


    Zitat

    Und wenn man mal was dran- oder umschrauben will, geht das ohne Probleme. Welches Becken willst Du denn da drauf tun? Wenn es größer 500kg ist würde ich auch die Stellfüße noch weglassen. Die sind das schwächste Glied...

    Mit ein Grund warum ich auch erst Alu wollte. Das Becken wird die Maße 100x80x70 haben, das Filterbecken 75x75 mit 25 cm Wasserstand, also weit über 500 kg. Auf Stellfüße will ich eigentlich nicht verzichten, da ich so eventuelles absacken ausgleichen kann.Wollte Stellfüße mit M12 Gewinde nehmen, da sollte man eigentlich keine Probleme bekommen.


    Zitat

    Zum Alu: Also an der See würde ich als Architekt keine Alukonstruktionen im freibewitterten Bereich planen, schon gar nicht Alu natur ohne Eloxat. Die Oxidationsschichten bei Aluminium sind fast schlimmer als bei Eisen, Alu zersetzt sich regelrecht bei Seeluft. Im Unterschrank kann das noch viel extremer sein, zumal der Salzgehalt im Schrank wesentlich höher sein kann als an der Nord- oder Ostsee.

    Frei im Wohraum verwendete Profile, also gut umlüftet, ist Alu natürlich gut verwendbar, aber korrosionsfrei ist es auch nicht. Nimm das Material an das du am günstigsten ran kommst und was du schweißen kannst bzw. gut verarbeiten kannst und fertig.

    Habe ich ja im zusammenhang mit einem Aquarium noch nie gehört, wahrscheinlich kommt das in der Aquaristik nicht so zum tragen.
    Preislich tut sich bei allen Materialien nicht viel, also ist mir das ziemlich egal, will halt das sicherste haben.


    MfG

  • Wenn Du es sicher haben willst und es gut aussehen soll, lass Dir entweder eines aus Stahl schweissen und danach 1-2 mal pulverbeschichten. Hält ewig, ist stabil, sieht gut aus und man kann Dinge mit Magneten befestigen. Die Befestigungsthematik für Verkleidung und eventuell Technik sollte man nicht aus dem Auge lassen, von daher gäbe es für mich nur noch zwei Möglichkeiten: Alu-Industrieprofile oder Stahl gepulvert. Edelstahl ist in diesem Fall rausgeschmissenes Geld.

    Auf meinem Stahlgestell stehen knapp 2 Tonnen, das kannst Du auch ganz bequem auf vernünftige Wandanker lagern (wenn Deine Wand etwas taugt). Einfach Loch bohren, Mauerankermontagekleber und eine Gewindestange rein und fertig.

    Tatsachen schafft man nicht aus der Welt, indem man sie ignoriert.

  • Hi Sven,

    da kann ich Alex zustimmen - Edelstahl brauchst Du sicher nicht. Was die Magnetkraft beim Stahl macht, ist die Verschraubbarkeit beim ALU-Profil. Da kann man fast jeden Mist damit anstellen... ich bin da immer noch begeistert. Man kann auch Magneten anschrauben. :winking_face:
    Und wegen der Größe, mein Becken ist 120x90x65 und drunter stehen fast immer 2 Salzeimer und vier volle 25L Kanister auf der unteren Ebene. Nur die Stellfüße... die brauchst Du wirklich nicht. Wenn Du das so machst, wie Stefan vorgeschlagen hat, kannst Du an der Wandverbindung variieren. Wenn das Becken erst mal voll ist, kannst Du ganz sicher an den Stellfüßen nicht mehr viel rumschrauben. Das musst Du vorher beim Testfüllen machen. Und dann lässt sich auch noch die eine oder andere Minimalabweichung mittels Platte zum Unterlegen ausgleichen. Wenn Du einen Dreher kennst, mach die Füße 2-3mm länger und probiere es aus. Dann lass sie noch aufs exakte Maß abdrehen und gut ist.

    @Kadatz
    Aluprofile mein lieber Stefan sind eigentlich fast selbstverständlich eloxiert und somit kaum kaputtbar. Ein Auftrag von Farbe oder/und Pulver kann (!) da schon eher mal kaputtgehen und oxidieren etc.

    Ciao sagt Nico.

  • Zitat

    Aluprofile mein lieber Stefan sind eigentlich fast selbstverständlich eloxiert

    nö! z. B ist meine Kiesblende Alu natur! Und das ist auch gut so :]

    Gruß
    Stefan

  • Hallo,

    ich muss mir das ganze noch mal durch den Kopf gehen lassen, werde irgendwie immer unentschlossener. Am liebsten wäre mir Alu, aber mit der Verankerung in der Wand bin ich mir noch nicht ganz sicher. Ein Profil an die Wand zu schrauben und dann daran die anderen zu befestigen scheint mir zu unsicher. Die Profile in die Wand ein zu lassen zu aufwendig, vor allem was die richtige Ausrichtung angeht.
    Würde dann dazu tendieren, auf eine Aluplatte einen Vorsprung schweißen zu lassen und darn die Profile zu Montieren.
    Auf die Stellfüße möchte ich nicht verzichten, da der Estrich in der Regel unter so einer Last etwas absackt, die Wand jedoch nicht, das Ende vom Lied wäre dann ein schiefes Becken.
    Es gibt unter Last verstellbare Stellfüße, diese würde ich dann verwenden.

    MfG

  • Hi Alle.
    man kann's wirklich einfach ausdrücken :

    Die üblichen Edelstähle V2A/1.4301 und V4A/1.4571 sind für Meerwasser einfach ungeeignet, wenn's darum geht, Lasten aufzunehmen :
    Schaut euch mal das Merkblatt 830
    an, für Meerwasser braucht man Stähle der Stahlgruppe 4, für die o.g. Stähle gilt :
    1.4301 ist Stahlgruppe 1, für pH = 7 und Chloridgehalte max 50mg/l
    1.4571 ist Stahlgruppe 2, Bis ca. 150 mg/l

    Diese Max-Werte schwanken je nach Quelle, das spielt jedoch keine Rolle bei einem Chloridgehalt von ca. 20.000 mg/l ( zwanzigtausend !!) im Meerwasser.

    Bei Kontakt mit Meerwasser rosten diese Edelstähle im besten Fall, Sie verlieren Ihre statischen Festigkeiten, weil das Metallgefüge zerstört wird.

    Ciao

    Konrad

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