Quarantänebecken - was braucht man und wie geht's am besten?

  • Hallo zusammen,

    wegen der einen oder anderen gemachten Erfahrung überlege ich, ein Quarantänebecken aufzubauen. Da es nicht als Dauereinrichtung vorgesehen ist, sondern nur im Falle von neuen Tieren, oder eben zur Behandlung von Krankheiten dienen soll, leiten sich für mich folgende Dinge ab und ich möchte gerne mit euch "brainstormen", ob meine Gedanken sinnvoll sind. Erstmal die Eckpunkte:

    - transportabel/relativ klein
    - günstig
    - "eines Fisches würdig" (er soll da also dort eine Zeit lang einigermaßen vernünftig leben können. Ihr wisst schon, Einzelbett, Chefarztbehandlung usw... =) )
    - auch Korallen (vielleicht sogar eine Muschel?) sollen überleben können
    - kein LS/keine Biologie, da sie bei einer Medikamentenbehandlung eh' absterben würde

    Was haltet ihr nun von einer solchen Zusammenstellung?
    - Becken mit 42l. Zum Beispiel dieses
    - Einen Niagara Skimmer
    - 11W Licht
    - Ein Dophin UV-Innenfilter gegen Schwärmer
    - Wer mag noch einen kleinen Schnellfilter z.B. für Kohle

    Als "Deko" habe ich das eine oder andere Stück PVC-Rohr im Sinn. "Fisch" versteckt sich ja auch mal ganz gerne...
    Zur Inbetriebnahme würde ein Wasserwechsel aus dem "großen" reichen, bei dem man das Altwasser ins Quarantänebecken kommt. Nachfüllung bei Verdunstung per Hand und zwischendurch mal ein Messbecher voll vom großen ins kleine als Wasserwechsel.
    Vielleicht noch ein Heizstab nötig?? Trotz all' der "wärmenden" Technik?

    Was meint ihr, funktioniert das so? Eure Meinung würde mich interessieren!

    Viele Grüße,
    Ben

  • Ach, und nochwas (ich träum gerade...).
    Nach dem Einsatz zur Reinigung/Desinfektion einen Liter Wasserstoffperoxyd ins Wasser kippen (den es im Internet recht günstig gibt), einen Tag damit laufen lassen, dann leerpumpen, trocknen, wegpacken.

    Zu simpel gedacht?

    Noch ein paar Grüße :winking_face:
    Ben

  • Hallo Ben,

    deine Liste für ein Quarantänebecken ist schon ganz gut zusammen gestellt. Ich habe trotz der Einschränkungen bzgl. Beckenbiologie immer auch einen kleinen Eheim Aquaball-Filter als Feinfilter und gleichzeitige Strömungspumpe im Becken. Den Filterschwamm kann man mit etwas "Dreck" aus dem TB vom Hauptbecken "impfen", wenn er kurzfristig eingesetzt werden soll. Nicht alle Medikamente töten die Beckenbiologie ab und dann hat man weniger Stress mit sich evtl. bildenden Ammoniak.

    Versteckmöglichkeiten sind sehr wichtig für die Fische. Ein Heizstab war bei mir fast immer nötig, da nicht ausreichend "Abwärme" der angeschlossenen Gerätschaften entstanden ist.

    Über die Größe gibt es viele Ansichten. Da die meisten Fische als relativ kleine Jungfische gekauft werden, kann man sicher auf zu große "Kästen" verzichten. Andererseits sollte genug Lebensraum geboten werden, um auch mal eine Quarantänezeit von 6-8 Wochen gut zu überstehen. Ein Quarantänebecken, zumal wenn es ad hoc in Gebrauch genommen werden soll, bedarf einiger Aufmerksamkeit des Betreibers. Hier sind die Verhältnisse sehr instabil und es können sich auch leicht mal Schadstoffe (Ammoniak, etc.) unbemerkt ansammeln, was dann eher kontraproduktiv ist.

    Die Geschichte mit dem Wasserstoffperoxid zur Desinfektion könnte man so machen. Es reicht aber i.d.R. auch völlig aus, wenn man das Becken leer macht, alle Gegenstände reinigt mit Trinkwasser abspült und trocken lagert. Keine mir bekannte und hier relevante Fischkrankheit würde ein vollständiges Austrocknen überstehen.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

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