Beckensanierung- wie durchführen?

  • Hallo und Frohe Feihnachten! :grinning_squinting_face:

    Ich habe bereits seit über einem Jahr mit Cyanos und kleinen fädrigen Algen zu kämpfen. Alle Versuche, diese zu beseitigen haben leider keinen Erfolg gebracht. Fast sämtliches Lebendgestein ist mit irgendwelchen Belägen überzogen. Ich führe das hauptsächlich darauf zurück, dass dieses Lebendgestein beim Kauf schon sehr minderwertig war. Es war kein frisches Gestein sondern wurde von dem Händler schon lange gehältert- und hatte mittlerweile wohl auch reichlich Nährstoffdepots gesammelt. Darunter war zudem einiges an Lochgestein... Damals hatte ich noch keine Ahnung und wusste es nicht besser. :loudly_crying_face:

    Ausserdem bin ich mit meinem Riffaufbau einfach nicht mehr zufrieden. Es ist viel zu viel Gestein und mittlerweile sind es auch zu viele Korallen. Eine gute Strömung ist trotz 3 Streams und einer Nanostream kaum mehr zu realisieren. Ausserdem kann sich hinter den Steinen reichlich Detritus sammeln.

    Kurzum: ich will einen wesentlich luftigeren, natürlicheren Steinaufbau, welcher von allen Seiten umströmt werden kann.

    Frage: wie kann ich das realisieren, ohne dabei alle Korallen zu verlieren?

    Gibt es eine Möglichkeit, das Becken zu sanieren und die Korallen am selben Tag wieder ins Becken zu setzten?
    Alles alte Gestein zu entfernen und mit neuem LS zu beginnen kommt ja einem Neustart gleich- das würde wohl auf mehrere Wochen Einfahrzeit hinauslaufen. :yrf

    Ich überlege, mit Zeovit zu beginnen- hier hat man ja nur 14 Tage Einfahrzeit. Ich müsste die Korallen so lange bei einem Bekannten unterbringen- wenn er das mitmacht.

    Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit, einen kleinen Teil des alten LS für den Übergang im Technikbecken unterzubringen und dann, wenn das System stabil läuft, zu entfernen?

    In dem Becken befindet sich nur ein Fisch- ein Hawaiidoc. Der Nährstoffeintrag ins Becken ist also gering, was das Erreichen eines stabilen Systems eventuell erleichtert?

    Anbei ein Foto des Beckens, was gut die Notwendigkeit eines Umbaus erkennen lässt.

    Hat jemand eine Idee oder vielleicht schon Erfahrung mit so einem Vorhaben?

    Grüße
    Kai

  • Hallo Kai,

    ich halte komplette Sanierung bei Dir nicht für sinnvoll. Die Korallen wachsen ja anscheinend sehr gut, die Farben sehen auch ganz ordentlich aus wobei das auf einem Foto nicht 100%ig zu beurteilen ist. Auf jeden Fall scheinen die Nährstoffgehalte in Deinem Becken nicht gerade extrem hoch zu sein, eher das Gegenteil.

    Du hast nur einen Fisch im Becken, der ist zwar offiziell ein Pflanzenfresser, aber gerade gelbe Docs gehen sehr gerne auch an andere Sachen. Der wird Dir auf jeden Fall weder die grünen Fadenalgen noch die Cyanos wegfressen, dazu brauchst Du schon ein paar andere Fressfeinde. Cyanos haben gegenüber anderen Algen den großen Vorteil, dass sie gelösten elementaren Stickstoff fixieren können, alle anderen Algen benötigen Ammonium als Stickstoffquelle. Gerade bei einem Becken wie es auf dem Foto zu sehen ist würde ich erstmal eher auf eine Stickstofflimitierung tippen. Die alten Steine geben wahrscheinlich wirklich langsam Nährstoffe ab, die dann sofort von den Algen verbraucht werden.
    An Deiner Stelle würde ich anfangen, an den Stellen wo es sich machen lässt die Korallen rauszunehmen und die Deko mit frischem Lebendgestein neu zu gestalten. Nimm Dir erstmal eine Ecke vor und arbeite Dich dann langsam voran. Das kann ja über mehrere Wochen laufen, so eine Hau-Ruck Aktion würde ich vermeiden.Wahrscheinlich wirst Du Dich dabei von einigen Korallen verabschieden müssen, das Becken ist ja nun wirlich bis zu Anschlag voll mit Korallen. Persönlich tendiere ich ja eher zu wenigen größeren Stöcken als zu vielen kleinen, aber das ist geschmackssache.

    Beim Ausbau der alten Deko würde ich versuchen, so viel Detritus wie möglich aus den Ecken zu entfernen. Außerdem würde ich mehr Fressfeinde gegen die Algen einsetzen, z.B. ein Paar Phalaena Grundeln einsetzen, die lieben Cyanos. Dazu noch eine ordentlich Reinigungstruppe aus Schnecken und Einsiedlern und vielleicht noch ein paar mehr Fische um auch mal ein paar Nährstoffproduzenten im Becken zu haben.
    Mit kurzen Fadenalgen hatte ich auch mal meine Probleme, sobald die etwas älter waren ging da nicht mal mehr der Seehase dran. Erst als ich die alten Algen mit der Zahnbürste entfernt hatte und frische Algen wuchsen ging der Seehase dran und hielt die betroffenen Steine dann auch absolut frei von Grünalgen. Nach einigen Wochen fingen dann die Kalkalgen an zu wachsen und das Thema hatte sich erledigt.

    Bis auf die Algen scheint Dein System gut zu laufen, bevor Du einen Neustart machst würde ich eher vorsichtig vorgehen und Stück für Stück das Becken umbauen.

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Jens,

    vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

    Das Foto ist von vor 3 Wochen. Seit 10 Tagen läuft mein Becken alles andere als gut. Der KH und Ca-Verbrauch ist um 50% gesunken. Die meisten Korallen haben sehr stark an Farbe verloren. Manche verlieren von unten her Gewebe, vor allem an den Stellen, die im Schatten sind.

    Ich habe in den letzten Monaten immer versucht, die Nährstoffe im Becken möglichst knapp zu halten, um endlich die Algen- und Cyanoprobleme in den Griff zu bekommen. Habe Bakterien dosiert und auch Zeostart2 von Korallenzucht (eine Bakteriennahrung) dosiert.

    Die Korallen sind dadurch immer heller geworden- aber vor 10 Tagen scheint das wohl endgültig zu einer Nähstofflimitierung (PO4) geführt zu haben.

    PO4 0,0 (Rowa)
    NO3 1,0 (Salifert)

    Die Korallen habe ich mit Aminosäuren gefüttert.

    Ich füttere seit 10 Tagen sehr viel, kippe auch so etwas Futter ins Becken, habe den Abschäumer den grössten Teil des Tages aus, habe das Bakterienfutter um 90% reduziert. Das hat kaum Besserung gebracht. NO3 ist auf 2,5mg hoch, PO4 immer noch nicht messbar. Deshalb dosiere ich seit gestern Kaliumdihydrogenphosphat.

    Ich habe in den letzten Wochen immer wieder einen Teil meines alten Lifesands entfernt, vor 2 Wochen den letzten Rest. Ausserdem habe ich eine Woche vor dem GAU meine Röhren erneuert (waren ca. 12 Monate alt).

    Ich denke, dass der Sand die letzte PO4-Quelle war und nun entfernt ist. Dann noch die neuen Röhren dazu haben dem System wohl den Rest gegeben.

    Momentan bin ich drauf und dran, mit dem Hobby ganz aufzuhören. Ich bin es zumindest leid, immer in ein Becken mit versifften Steinen zu blicken und jede Woche ausgiebig Cyanos und Algen ernten zu müssen- mache jede Woche 60l Wasserwechsel.

    Hier mal Fotos von 2 Korallen vor ca 3 Wochen- so hell waren sie schon vor dem Kippen des Beckens.


    Ein langsamer Umbau ist für die Korallen sicher schonender, aber damit bekomme ich das Becken ja nie richtig sauber...dann könnten sich die Beläge ja auch auf die neuen Steine ausbreiten. Und einen Steinaufnau, wie ich ihn mir vorstelle, lässt sich wohl nur auf einen Schlag realisieren.

    Nun heisst es erstmal abwarten, ob sich die Korallen wieder fangen- sonst hat sich das Problem ohnehin schon von selbst gelöst... :frowning_face:

  • Hi,

    also da musst Du jetzt natuerlich wissen was Du willst. Meiner Meinung nach gibt es da jetzt 2 Moeglichkeiten.

    1. Du machst das so wie hier schon angesprochen wurde, Stueck fuer Stueck. Ist natuerlich ueber einen laengeren Zeitraum viel Arbeit, kostet dich Nerven, einiges an Korallen und Zeit.

    2. Du siehst zu das Du alles an Korallen verkauft kriegst solange die noch gut aussehen (oder woanders unterbringst). Dann den Rest raus, frisches LG etc. besorgt und mit neuem eingefahrenen Wasser neu anlaufen lassen. Wenn dann wieder alles schick ist die Korallen wieder rein.

    Ich wuerde Variante 2 bevorzugen. Das ist zwar auf einen Ruck mehr Arbeit, aber Du sparst dir wahrscheinlich eine Menge Ärger.

  • Hallo Kai,

    eine Po4 Limitierung geht in der Regel von den Spitzen der Korallen aus und nicht von der Basis. Von daher glaube ich nicht unbedingt an eine Nährstofflimitierung, auch wenn die Messwerte diesen Rückschluss erstmal zulassen. Nachdem Du im Moment gut fütterst dürften die Korallen auch ausreichend Phosphat abbekommen.

    Der Austausch des Bodengrundes kann durchaus schon mal die Biologie etwas ins wanken bringen. Aufgrund des Leuchtmittelwechsel müssen sich die Korallen auch erstmal auf die neuen Gegegebenheiten des Lichts einstellen. Zudem wachsen Korallen nicht stetig gleich und haben auch nicht immer den gleichen Verbrauch an CA und KH.

    Ich finde Du solltest dem System erstmal wieder Gelegeheit geben sich einzupendeln. Zudem sorge für reichlich Nahrungskonkurenz zu den Algen und Cyanos. Einen kompletten Neustart halte ich derzeit für kontraproduktiv. Dein Bild von vor 3 Wochen lässt jetzt keine Rückschlüsse zu dass es sich um eine besondere Algen- und Cynosplage handelt. Da habe ich schon weitaus aussichtlosere Fälle gesehen.

    Wie dosierst Du CA und KH, und wie schaut es mit Spurenelementen aus? Bei dem Korallenbesatz denke ich dass es trotz reichlich WW ohne Spurenelemente nicht auf dauer geht. Mangelnde Spurenelementeversorgung könnte der Grund für das Absterben der Korallen von der Basis her erklären.
    Ich könnte mir auch Vorstellen dass die 3x 6000 L Ströumung bei dem Besatz nicht mehr ausreichen. Das könnte a) wiederum das Absterben der Korallen von der Basis her erklären, und b) kann zu wenig Strömung Cyanos und Algen fördern.

    Mein Plan in Deinem Fall würde jetzt erstmal so aussehen:

    1. Arbeitstiere wie Schnecken, Eisielder, Fische einsetzten Jens hat da ja schon sehr gute Tipps gegeben. Seeigel und evtl. zeitlich begrenzt auch ein kleineres Fuchsgesicht (wird aber auf dauer zu groß für das Becken, vielleicht kannst Du Dir irgendwo einen ausleihen)
    2. In kleinen Schritten einen Teil des LS austauschen. Dabei hauptsächlich besonders befallene Steine entfernen, und ggfls. durch frisches LS ersetzgen.
    3. Damit einhergehend das ganze etwas einlichten und den Aufbau etwas lockerer gestalten.
    4. Spurenelementeversorgung überdenken und ggfls. Dosierung erhöhen.
    5. Evtl. hilft auch mal ein großer WW mit 60-75%.
    6. Die nächsten Wochen geduldig abwarten und dem System Zeit geben.

    Ansonsten, eine Sanierung in einer WE Aktion ist durchaus möglich. Bedarf aber eine sehr gute Planung im Vorfeld, und eine gutes Händchen um einen drohenden Ernstfall frühzeitig erkennen, und reagieren zu können. Und man sollte sich auf jeden Fall darüber im klaren sein dass es dabei Verluste geben kann. Ich habe mittlerweile durch meine Tätigkeit in einem Meerwasserladen um die 6-7 ähnliche "Erneuerungs"-Fälle mit gemacht, und auch meine letzte Vergrößerung verlief nach einem ähnlichen Szenario. Bis auf wenige Verluste gingen diese Aktionen immer sehr gut über die Bühne.

    Viele Grüße

    Christian

    Christian A.

    Webmaster / Administrator


    80x80x80 cm, ca. 500 Liter, 1x 400 Watt HQI, 2x 24 Watt T5, 2x Tunze Stream, ZC Cyclon AS 1500, Technikbecken mit ca. 80 L netto, Förderpumpe 3000 l/h


    Marubis e.V.

  • Hallo Christian,

    vielen Dank für deine Mail!

    Ein kompletter Neustart ( d.h. alle Korallen abgeben und ganz neu anfangen) kommt für mich eigentlich auch nicht in Frage.
    Ich möchte schon die grössten Stöcke behalten.

    Dass Korallen nicht stetig gleich wachsen ist klar. Aber mein Verbrauch an CA- und KH- Balling Lösungen ist seit Monaten bei recht konstant je 550ml am Tag. Da ist ein Einbruch um 50% schon sehr besorgniserregend.

    Spurenelemente-Mangel kann es natürlich auch sein- ich dosiere schon seit Monaten keine Spuris mehr, da Eisen Algenwuchs fördern kann und Jod die Cyanos. Dosiere aber seit ein paar Tagen wieder Strontium, Jod und Eisen.

    Ich möchte jetzt erstmal keine Tiere in Form von Schnecken, Einsiedlern, Fuchsgesicht etc. einbringen. Erstmal sehen, wie sich die Korallen in den nächsten Tagen entwickeln- da sollte sich ja auch zeigen, ob sie es schaffen oder nicht.

    Folgende Beobachtung habe ich gemacht: vor ca. 2 Monaten hatte ich so ziemlich alle Beläge in den Griff bekommen- es kamen keine neuen mehr nach, die alten starben ab. Kurz darauf habe ich mein Becken schon einmal etwas umgebaut- es sah vorher noch schlimmer (voller) aus als jetzt- viele Korallen in einander gewachsen. Dabei habe ich sehr viel Sand aufgewirbelt- man konnte im Becken die Hand vor Augen nicht mehr sehen. Das muss wohl alles Detritus gewesen sein, der sich dann schön auf den Steinen abgesetzt hat. Damit begann dann ein neuer Schub Beläge, so stark wie selten zuvor. Deshalb habe ich den Bodengrund in der folgenden Zeit beim Wasserwechseln immer vorsichtig abgesaugt, bis nun nichts mehr da ist. Kann es sein, dass dieser Bodengrund immer etwas Phosphat abgegeben hat, von dem sich die Korallen ernähren konnten? Und war der Bodengrund zugleich der Nachschub an Nahrung für die Algen? Das würde ja auch bedeuten, dass in Zukunft endlich mal Schluss sein könnte mit den Algen- vielleicht sogar, wenn ich das alte LS behielte. Aber hinter den Steinen befindet sich noch reichlich Detritus- eine Sanierung hätte also nur Sinn, wenn das Becken einmal komplett entleert würde.

    Wie könnte so eine WE-Aktion aussehen, von der du sprichst? Kann ich dann das gesamte alte LS gegen neues ersetzen? Das würde mich sehr interessieren, da dies eigentlich die einzige Möglichkeit ist, die für mich in Frage käme.

    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo,

    das mit der PO4-Limitierung sehe ich anders. IMHO können Korallen auf Nährstoffmangel sehr wohl reagieren, indem sie Gewebe und zwar *nur* von der Basis (der Rest macht keinen Sinn), abbauen!
    Das ist so auf jeden Fall auch meine Beobachtung - sowohl heller werden, als auch eventuelles Absterben passiert bei Mangel an xyz bei mir bisher immer von der Basis her.
    Spitzen sind IMHO eher betroffen, wenn es Licht, PH oder Karbonathärteprobleme gibt.

    Für meinen Teil würde ich auch die Richtung mit dem Phophatzugaben, Fütterung und Spuris gehen. Das Polypenbild spricht auch für Phosphorlimitierung (Polypen schön zu sehen - aber die Korallen recht hell).

    Gruß,
    Carsten

  • Hallo Carsten,

    erstmal Herzlichen Glückwunsch zu deinem 30. Geburtstag!!! Bin ja gerade noch rechtzeitig. :wink
    (Ich hoffe, das hier angegebene Datum ist korrekt.) :winking_face:

    Ja, ich bin mir eigentlich sicher, dass es sich um eine Phosphorlimitierung handelt. Hinzu kommt wahrscheinlich dann noch ein Mangel an Spuris- die neuen Röhren tun dann ihr übriges dazu. Gibt ja oft nicht nur eine Ursache.

    Erstaunlich ist, wie viel Phosphat ich dosieren kann, ohne dass der PO4-Wert messbar reagiert.

    Habe wie in der Koralle Nr. 29 beschrieben das Kaliumdihydrogenphosphat angemischt und habe nun schon 10ml/100l der verdünnten Lösung- statt wie beschrieben nur 1ml/100l dosiert- also die 10fache Menge.

    Bin ja mal gespannt... :confused_face:

    Viele Grüße
    Kai

  • Danke (das Datum ist korrekt).

    Was bei mir ganz gut hilft ist das Frostfutter mit dem Tauwasser ins Becken zu werfen - da ist wohl mehr Phosphat drin als in so manchem Phosphorbooster :winking_face:
    Speziell Artemia und Lobstereier scheinen hier gut zu funktionieren - dabei lasse ich einfach das Frostfutter in Beckenwasser auftauen und werfe das dann rein.

    Mit den chemischen Boostern habe ich immer ein eher ungutes Gefühl - auch wenn man es eigentlich besser dosieren können sollte. Meine Vermutung ist, dass das ziemlich sofort mit allen möglichen Stoffen im Becken reagiert.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg.

    Kopf hoch: ein Becken wie das auf dem Bildern wünscht sich so mancher (mich eingeschlossen) - sieht doch super aus.

    Gruß,
    Carsten

  • Zitat

    Original von Christian A.
    Hallo Kai,

    eine Po4 Limitierung geht in der Regel von den Spitzen der Korallen aus und nicht von der Basis.


    Christian

    ?? seit wann denn das ??


    HI Kai

    ich denke das du mit dem Absaugen des Sand`s auch viel "Leben" zerstört hast wovon sich die Korallen ernährt haben,ganz zuschweigen von der riesigen biologischen Oberfläche die fehlt,für mich sind 2 Dinge für eine erfolgreiche Korallenhaltung von größter Wichtigkeit und das sind SAND und FISCHE beides ist bei dir nicht oder nur wenig vorhanden.Eine Sanierung ist da sicher nötig für was du dich entscheidest bleibt dir überlassen ,ich würde komplett neu starten ,auch ohne Zeo kann man nach 2 Wochen besetzen ,Verluste wird es geben aber so wie es jetzt läuft wirds ein Gau . Zu Carstens Ausführungen kann man auch noch Staubfutter anfügen, hilf bei mir immer :grinning_squinting_face:

    PS: lass dringend das Kalium weg, eine Überdosierung von K macht alles noch schlimmer

  • Hallo,

    wenn man Kaliumphosphat oder -jodid dosiert ist eine Überdosierung IMO fast unmöglich - vor allem wenn man Wasserwechsel macht.
    Ansonsten denke ich auch nicht, dass Bodengrund zwingend nötig ist - gibt hier glaube ich auch ein paar Beispiele von Becken ganz ohne Sand bzw. mit nur wenig für die Optik.

    Ein Neustart kommt mir auch etwas krass vor - warum sollte es schneller/besser sein, das gesammte System neuzustarten anstatt z.B. einfach wieder Sand oder Fische reinzusetzen?

    Erst mal abwarten, bevor scharf geschossen wird!

    Gruß,
    Carsten

  • HI

    ok wenn du Beispiele hast ...... ich kenne keine gesunden Becken ohne Bodengrund aber egal ,

    wenn man in dem Becken ( siehe Bild ) iwas umbauen will muss man eh sehr viel entfernen und wenn wohin ?? Was mich an der Geschichte stört ist die Biomasse zum wenigen Eintrag das da überhaupt noch was lebt und was nachweissbar ist ,dürfte eigentlich garnet sein . Sand und Fische rein ist die eine Sache nur er will ja umbauen und wirds in dem Becken hat eng mit soch einer Aktion. Und irgenwas muss sich in den Steinen gesammelt haben sonst würden da keine Algen wachsen ,weil die können bekanntlich die Depots knacken können.Auch würd ich einbe Überdosierung net ausschließen zumal du net weißt wieviel er dosiert und ab 480mg/l wirds kritisch. (ich musste Abbauen anfang des Jahres wegen einem Kaliumunfall :loudly_crying_face: )

  • Hallo Denis,

    Kalium ist nicht zu viel im Becken- ca. 380mg/l.
    Ich dosiere kein Kalium, weil ich Wasserwechsel mit Reefers Best Salz von Korallenzucht mache. Da ist genug Kalium enthalten.

    Momentan dosiere ich Kaliumdihydrogenphosphat, um den PO4-Wert anzuheben. Da ist aber so wenig Kalium enthalten, dass es vernachlässigbar ist. Ich versuche, den PO4-Wert von 0 auf 0,008mg/l anzuheben. In dem Kaliumdihydrogenphosphat sind von 7g etwa 2g Kalium- also etwa ein Drittel oder halb so viel wie Phosphat. Wenn also PO4 um 0,008mg/l steigt, dann Kalium um 0,004mg/l. Ist also nicht relevant. (Ich hoffe, ich hab da keinen Denkfehler drin :ylol )

    Zum Thema Sand: Ich meine, dass Klaus Jansen hier in einem Thread mal geschrieben hat, dass er seine Becken ohne Sand einrichtet, da Sand oft die Ursache für Cyanos sein könnte. Ob er allerdings statt dessen groberen Bodengrund oder gar keinen einsetzt weiss ich nicht.

    Grüße
    Kai

  • So, das Aquarium scheint sich wieder gefangen zu haben.

    Ich habe PO4 jetzt auf 0,008 angehoben. Der KH- und CA-Verbrauch sind mittlerweile auf 75% angestiegen und steigen täglich weiter. Die Verluste an den Korallen sind zum Glück nur minimal. Das Auflösen des Gewebes hat auch aufgehört. Einige Korallen haben schon wieder deutlich an Farbe zugelegt- vor allem im Blau und Lila-Bereich.

    Interessant ist, dass der PO4-Wert jetzt zwar messbar ist, dafür aber NO3 mit dem Salifert-Test nicht mehr nachweisbar ist. Für mich ein Beweis mehr, dass es sich wirklich um eine Phosphorlimitierung gehandelt hat. Nun muss ich allerdings aufpassen, dass ich nicht gleich in eine Stickstofflimitierung rutsche, oder? :winking_face_with_tongue:
    Ich dosiere deshalb vermehrt Aminosäuren. Und natürlich füttere ich nach wie vor sehr grosszügig. Aber vermehrt Aminosäuren zu dosieren wird ja auch wieder den PO4-Wert senken, wenn ich das richtig sehe. Vielleicht wäre es sinnvoller, die Kaliumdihydrogenphosphat-Dosierung langsam auszuschleichen?

    Der Nährstoffeintrag in meinem Becken scheint eindeutig zu niedrig zu sein.

    Mit neuen Fischen wollte ich eigentlich bis zum Umbau warten, aber anscheinend sind Fische jetzt wohl doch unumgänglich. Ob 5 oder 7 Chromis reichen, den Nährstoffeintrag zu erhöhen oder ist das nur ein Tropfen auf den heissen Stein? Vielleicht lösen sich mit neuen Fischen ja sogar meine Probleme mit den Cyanos und den fädrigen Algen. Es kommt mir langsam so vor, als würde die Biologie in meinem Becken durch den geringen Nährstoffeintrag ständig mit gezogener Handbremse fahren...

    Grüße
    Kai

    3 Mal editiert, zuletzt von Kai Gunther (30. Dezember 2009 um 01:18)

  • Hallo,

    eine Stickstofflimitierung (sollte die wirklich drohen), ist sehr viel ungefährlicher als eine P-Limitierung, da die Korallen da viel länger brauchen um Schaden zu nehmen (außerdem sieht man das leichter, da meist die Polypen nicht mehr so gut rauskommen).
    IMHO bist Du auf einen guten Weg, wenn Du versuchst das Ganze über die Fütterung zu machen. Eventuell kannst Du auch den AS mal abschalten.
    Neue Fische könnten sicher helfen - ob es gleich so viele sein müssen, musst Du selbst entscheiden.

    Ansonsten: weiterhin viel Erfolg und weiter so :thup

    Gruß,
    Carsten

  • Zitat

    Original von CKoenig
    Hallo,

    eine Stickstofflimitierung (sollte die wirklich drohen), ist sehr viel ungefährlicher als eine P-Limitierung, da die Korallen da viel länger brauchen um Schaden zu nehmen
    Gruß,
    Carsten

    genau anders rum @Carsten

    Kai

    setz doch lieber ein paar "Nutzfische" ein also sowas wie Srudelwurmfresser ,Algenfresser,Putzerfisch und wenn das noch net reicht dann ein Paar mit hohem Stoffwechsel Anthias,Chromis etc.

  • Was soll "anders rum" heißen?
    Siehe hier: Nährstoffe ab Seite 27
    Zusammenfassung:
    N-Limitierung: "Wenn Korallen schlecht stehen, kaum
    Polypen zeigen..." und "Charakteristischerweise ist eine N-Limitierung für Korallen i.d.R. nicht lethal (tödlich),
    lediglich das Wachstum und das Polypenbild verschlechtert sich drastisch."

    P-Limitierung: "Im Gegensatz zur Stickstofflimitierung äußert sich eine P-Limitierung in akutem
    Korallenbleichen (siehe Abb. 17) einhergehend mit schnell absterbendem Korallengewebe." und "Ein weiteres Charakteristikum ist das teilweise gute Polypenbild von akut Plimitierten
    Steinkorallen."

    Gruß,
    Carsten

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