Hi,
da ich solche Erfahrungsberichte zu Fischen immer sehr hilfreich finde, möchte ich an dieser Stelle meine Erfahrung mit dem Coris frerei - Allocoris formosa - Indischer Clown-Junker mit euch teilen. Vieleicht hilft das dem einen oder anderen die Finger von diesem Fisch zu lassen.
Vorweg möchte ich sagen das dieser Fisch einer der "charakterstärksten" Fische ist die ich im Becken habe. Es ist ein toller Fisch immer im Becken unterwegs und sehr agiel. Gekauft habe ich diesen Fisch vor ca. einem Jahr aus einer Laune heraus. Ich habe mich nicht erkundigt was das für ein Fisch das ist, auch wusste ich nicht das er sich umfärbt. Zu diesem Zeitpunkt war ich seit ca 4 Monaten Meerwasseraquarianer und sehr naiv.
Gekauft als Jungtier, sieht dieser Fisch aus wie ein komisch geformter Anemonenfisch, 3cm war der groß und bildschön. Nach dem bekannt vorsichtigen Einsetzen war er dann erst mal für Tage verschwunden. Nach und nach kam er immer wieder raus und nahm recht Bald jedes Futter an. Auch wenn das nicht zu seinem Speiseplan gehört, aber dieser Fisch frisst bei mir alles, sogar Algen. In erster Linie frist er aber Frostfutter und hier wirklich gerne Artemia und Krill. Wenn nicht gefüttert wird dann "wühlt" der ständig im Bodengrund und sucht in den Steinen nach Borstenwürmern oder sonstigem Getier. Dieser Fisch ist ständig unterwegs.
In den ersten Monaten wuchs er recht langsam so hatte er nach einem knappen halben Jahr ca 5cm länge und sah immer noch aus wie Nemos großer Bruder :P. Dann habe ich den entscheidenden Fehler gemacht. Auf Grund einer Algenplage die sich über den Bodengrund gezogen hat habe ich 25 Einsiedler gekauft die sich in den Boden eingraben sollten und dort die Algen fressen sollten. Ich weis jetzt gar nicht mehr wie diese Einsiedler hießen aber eingegraben haben sie sich. Schon beim Einsetzen dieser Krebse wurde der Frerei nervös. Den ersten Krebs hat er 5 Minuten nach dem Einsetzen erledigt. Danach war nichts mehr wie es einmal war. die 25 Krebse hatte der innerhalb von 2 Tagen zerlegt was dazu geführt hat das der Fisch einen Wachstumsschub ungeahnten Ausmassen hatte.
Postwendend fing der Fisch an sich um zu färben. Mitlerweile, nach einem Jahr, ist nix mehr mit Nemo außer einem kleinen, schwachen schwarzen Streifen ist er gänzlich umgefärbt. Die derzeitige Größe würde ich auf ca 15cm schätzen 8o, wohl gemerkt in einem Jahr. Seine Leibspeise sind derzeit meine Schnecken und alle Einsiedler die er so finden kann. Wenn dieser Fisch durch den Bodengrund pflügt dann haben ich einen Nebel im Becken wie ich ihn nach dem Einbringen des Sandes nicht mehr gesehen habe.
Die im Lex angegeben Endgröße kann ich nicht einschätzen glaube aber das die Angabe stimmt. Wenn der so weiter wächst dann wird das ein Fisch der VIEL zu groß für mein Becken ist.
Ich selber habe daraus gelernt und werde jedem von diesem Fisch abraten der mich fragt. Wie es mit meinem weitergehen soll weis ich noch nicht aber es wird etwas passieren müssen.
All diejenigen die sich mit dem Gedanken tragen einen Nemo Ersatz zu kaufen sollten bedenken das sie keine Krebse, Schnecken oder Garnelen pflegen sollten. Ach ja das hatte ich noch vergessen 6 Lysmata wurdemanni - Wurdemanns Garnele hat der einestages zum Frühstück vertilgt ;(.
So ich hoffe das hilft diesen zweifelsohne interessanten Fisch einzuordnen und diesen aus einem "normalen" Riffbecken raus zu halten.
Bis denn Ralph
