Seespinne frisst Acropora

  • Hallo,
    seit längerem beobachte ich dass sich an meinen Acroporas kleinfingernagelgroße weiße (schneeweiße) Stellen auftreten.

    Und zwar so als ob man das Gewebe abgeschabt hätte.

    Im Fossa/Nilssen Bd.2 wird eine Seespinne dokumentiert, die für solches verantwortlich gemacht wird. Und genau die Viecher habe ich entdeckt. Es sind kleine Mistviecher, mit hauchdünnen weißen Beinen und so ähnlich aussehend wie Schlangensterne.

    Tatsächlich habe ich bei meiner am jüngsten angefressenen Acropora heute dieses Tier entdeckt. Aus dem Gestein an dem die Acro angewachsen ist, streckt es die Beine heraus.

    Nun wollte ich fragen ob wer mit diesen Biestern schon gekämpft hat und wie man sie los wird ?

    Ich habe versucht sie abzusaugen, denn dies erscheint mir durch die äußerst filigrane Bauweise der Tiere die einzige Möglichkeit sie zu entfernen.
    Denkste - da saugst Du nichts ab denn die "krallen" sich fest.

    Nun habe ich an C-Waffen gedacht: nämlich Salzsäure!

    Oder gibt es Freßfeinde ?

    LG aus Wien
    Robert M.

  • Hi,

    ist ein Michael Mrutzek Plagegeist! MM hat in einer Ausgabe von das Aquarium einen Artikel darüber verfaßt. War das Juni-Heft 2002.
    Er beschreibt die erfolgreiche Bekämpfung mit PVP-Jod: 5 mL auf 1 L Wasser und 5 min. Inkubation der Korallen. Die Spinnen fielen daraufhin tot ab!

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,
    Danke das Heft muss ich mir besorgen. Das Problem dass ich halt habe ist dass die Spinnen nicht direkt auf den Korallen sitzen sondern in unmittelbarer Nähe im Lebendgestein.

    Und zur Krönung haben sich die Mistviecher jene Korallen ausgesucht, die bereits angewachsen sind.

    Gruß Robert

  • Robert,

    hmm, das ist schlecht. Ich würde die Korallen allerdings dann lieber oberhalb der Fußscheibe brechen. Letztlich bleibt Dir nix anderes übrig, wenn Du Deine Korallen vor dem Abfressen bewahren und am Leben erhalten willst.

    Also brechen und auf Substratsteine kleben. Wenn Du Glück hast, werden sich die Spinnen dann unterhalb der Substratsteine und nicht mehr in den Lebenden Steinen aufhalten.
    Die Biester kommen, zumindest war es bei Michael so, nachts zum Fressen auf die Korallen (vorher waren sie immer unter den Substratsteinen), von daher kannst Du die PVP-Behandlung mit den Korallen auf den Substratsteinen auf die Nacht verlegen.
    Das halte ich für die einzige Lösung!

    Du wirst die Behandlung öfters durchführen müssen, bis letztlich alle Spinnen nach und nach auf die Substratsteine übergegangen sind und Du langsam aber sicher Herr der Lage wirst.

    Ausserdem, wenn es die verbliebenen Fußscheiben der Korallen überleben, wachsen Dir hier neue Kolonien hoch... sieht dann auch nicht schlecht aus! :smiling_face:

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,
    klingt gut - dann werd ich mich mal auf die Nachtpirsch machen und schon mal die Jodcocktails mixen :-)))

    Danke
    Robert

  • Hallo Robert

    Ich kann mir auch vorstellen das ein Lippfisch aus der Halichorus Gruppe oder besser noch der kleine Pseudocheilinus hexataenia diese Seespinnen jagt.

  • Hallo Robert und Harlad.

    Problem ist. Die Viecher sind Nachaktiv:-((((
    und normal schlafen meine Hexatenia da( grins..ich weiss, du schaltest dein Licht nie aus, weil dein Becken so schön ist)...

    Robert: wenn du den Artikel lesen möchtest, kann ich dir die Rohversion als Word Doc schicken.
    Bitte kurz eine Mail an mich: Michael@meeresaquaristik.de
    Bitte keine PN ins Forum, da es dann evtl. länger dauert, bis du den Artikel hast.

  • Hallo Harald & Michael,
    werde bei nächster Gelgenheit einen hexataenia einsetzen.

    Michael hat natürlich Recht - die Viecher sind nachtaktiv, aber ich habe schon beobachtet dass die ihre Beine unter Tags rausstrecken. Das wär dann schon was für den Lippfisch.

    Michael Danke für Dein Angebot - ich habe Dir eine Mail gesendet!

    LG
    Robert M.

  • Hallo Michael,
    was heißt Artikel erhalten - ich hab sogar schon gebadet, also den ganzen Stein. Da sitzen fünf Acros drauf die angewachsen sind und auf diesen Stein habe ich auch die Bestien entdeckt.

    Aber die Behandlung muss ich bald wiederholen, denn so pervers das klingt: etwa eine halbe Stunde nach der Behandlung ragte schon wieder ein Spinnenbein heraus. Allerdings habe ich die Literanzahl für das Bad unterschätzt, denn dafür benötigte ich 20 Liter. Ansonsten hätte ich den Stein nicht versenken können und da ging mir dann das Betaiosodona aus. Ich konnte nur 50ml dosieren, also gerade mal die Hälfte ...

    Auf alle Fälle Danke für den Artikel - ich werde Dir berichten wie erfolgreich ich war!

    LG aus Wien
    Robert M.

  • N'Abend,
    also das ist unglaublich: Heute habe ich nochmal den gesamten Lebendstein gebadet.

    Dosis = 20 Liter Meerwasser und 100ml Betaisodona!
    Ergebnis = die Spinnen haben nach etwa einer halben Stunde gegrinst und mir gewunken ...

    Denkt Ihr dass es hilft den Stein in einer Concurat-L Lösung zu baden ? Oder ein kurzes Süsswasserbad ?

    Einen Sechsstreifen-Lippfisch habe ich heute eingesetzt. Ich hoffe dass der sie dezimiert, zumal sie die Beine zur Bräunung im HQI-Licht herausstrecken.

    LG
    Robert M.

  • Hallo,

    das mit dem Beine rausstrecken verunsichert mich jetzt schon seit einigen Tagen. Da sist doch völlig untypisch für eine Seespinne ?!?

    Bist du sicher, das die "Beine" nicht in Wirklichkeit Arme von Schlangensternen sind? Das würde auch erklären, warum die auf das "Behandlungs-Rezept" von Plagegeist Michael reagieren.

    Eventuell hast du beides?

    Zumm Thema Sechsstreifen. Es hat sich Herausgestellt, daß scihe diese Fische besser als Paar oder Gruppe halten lassen. Als Einzeltiere neigen sie dazu Aggresiv zu werrden.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Peter,

    ja da hast Du auch wahrscheinlich recht. Ich habe mich heute spätnachts mit der Taschenlampe auf die Pirsch gemacht, weil ich kontrollieren wollte ob die mutmaßlichen Spinnen herauskommen und sich an den Polypen der Acroporas gütlich tun.

    Dem war nicht so, denn ich konnte beobachten dass diese ihren gewohnten Standort nicht verliesen und statt desen ihr "Bein" noch weiter herausstreckten. Ein Exemplar war fast 3cm lang.

    Ich bin mir auch nicht mehr sicher dass diese Tiere Spinnen sind. Möglicherweise handelt es sich auch um kleine Schlangensterne.

    Nur dass bei meinen Exemplaren das "Bein" sehr "glatt" ist und nicht wie bei den kleinen Schlangensternen "gerippt".

    Aber was ist es dann ? Auf alle Fälle schadet's und dass die nicht auf Betaiosodona reagieren ist bedenklich.

    Danke für den Lippfisch-Tipp. Leider hat mein Händler nur mehr einen gehabt, denn sonst hätte ich noch einen zweiten genommen.

    LG
    Robert M.

  • Hallo Robert,

    da du nur einige Schlangesterne hast und die Koralle nicht von Schlangesternen übervölkert ist, halte ich die Schlangesterne nicht für die Übeltäter.

    Ich denke eher es handelt sich um was kleines. Tubellarien, Bakterien etc. Da sollten die Lippis helfen können. Solltest dir möglichst schnell noch ein weiteres Tiere (am besten mit deutlichem Größenunterschied) besorgen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!