Magnesium und Steinkorallen

  • Hallo zusammen ,

    ich wundere mich (immer noch :yrf)über wiederstrebende Aussagen angehend der Überschrift ...laut Armin Glasers Bericht (von 2006) ist die Einlagerung von Magnesium im Steinkorallenskelett prinzipiell unmöglich.

    Trotzdem wird z.B. auf der HP von Tropic Marin http://www.tropic-marin.com/web/homepage.html (klick auf -Produkte-Bio Magnesium)
    (und sicher woanders ebenfalls) immer noch das Gegenteil behauptet ....was ist denn nun "richtig" oder gibt es doch Ausnahmen ?

    Auch hier : http://www.advancedaquarist.com/issues/oct2003/chem.htm
    wird beschrieben , wie(so) und wieviel Magnesium versch. Steinkorallenarten im Skelett (siehe Tabelle weiter unten auf der Linkseite) enthalten ...sind das alte Irrtümer oder was ist da dran ?

    GRÜSSE AUS DEM HOHEN NORDEN
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    3 Mal editiert, zuletzt von Thomas Engels (13. August 2009 um 21:42)

  • Hallo Thomas

    Ein ganz kleiner Prozentsatz wird eingelagert oder kann eingelagert werden
    dies ist aber unbedeutend

    Gruss

  • Hallo Claude ,

    für den Aquarianer ist es klar wenig bedeutend ob und wieviel/wenig Die Steinis verbrauchen oder sonstwer , der Gehalt ist extenziell wichtig ganz abgesehen davon und muss ohnehin beachtet werden.

    In der Tabelle auf dem Link ist aber die Rede von bis zu 3,5 % , was gemessen an Kalkalgen , deren 4 % sich durchaus auch in der Praxis bemerkbar machen können , eher nicht sooo wenig ist.
    (immerhin ist die angegebene Referenz schon 27 Jahre alt , wenn sie NUN nicht mehr stimmt wäre es ja eigentlich auch wissenswert wie man da (damals) drauf kam...

    Man sich aber immer nur wundern ( eigentlich nur umso mehr je länger man bei diesem Hobby mitmacht ?() , wieviele gegensätzliche "Wahrheiten" es eigentlich gibt ?...

    ...denn wenn von einer prinzipiellen ,chemischen "Unmöglichkeit" der Verbauung die Rede ist , dürfte sich der prozentuelle Mg - Gehalt doch nur auf mehrere Stellen hinter dem Komma beschränken ?

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    Einmal editiert, zuletzt von Thomas Engels (13. August 2009 um 23:35)

  • Hallo Thomas
    Interessantes Thema.
    Schade das Armin, so glaube ich, grade im Urlaub ist.
    Ich denke der größte "Verbrauch" neben den Kalkrotalgen ist einfach einseitige Zugabe von Calziumchlorid und Natriumhydrogencarbonat ohne mit NaCl freiem Salz auszugleichen.

    Zitat

    In der Tabelle auf dem Link ist aber die Rede von bis zu 3,5 %


    Ja und trotzdem ist die Tabelle nicht so schlecht: Es wird nur von Stolonifera, beziehungsweise deren Familie Tubiporidae und deren Gattung Tubipora gesprochen . Dies sind Oktokorallen, also eher "Weichkorallen" die trotzdem Kalkskelete bilden. Das sich hier ein anderer Mechanismus und ein anderes aufgebautes Skelet entwickelt haben könnte als bei den "echten" Hexakorallia Steinkorallen ist doch durchaus denkbar. Wie schon gesagt können es ja auch Kalkalgen.
    Und die beschriebenen Gorgonien ( auch Oktokorallen) haben eh ein anderes Skelet.
    Also alle echten Steinkorallen haben laut der Tabelle weniger als 1 %
    Werte für die aquaristisch relevante Familie Arcoporidae liegen gar nicht vor.

    Lars

  • Hallo Lars ,

    Danke für dein Statement , so hatte ich die Sache noch gar nicht gesehen ... :O

    ...aber immerhin kommen Fungia und auch Porites noch auf 1 % . Das ist zwar immer noch wenig , aber ...

    ich werde mich wohl gedulden müssen bis Armin aus dem Urlaub kommt.

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    Einmal editiert, zuletzt von Thomas Engels (14. August 2009 um 00:23)

  • Moin
    Ich hab mir mal die Mühe gemacht das "überschlagsmäßg" auszurechnen was diese 1% in der Praxis ausmachen würden:
    Als Beispiel: in einem Aqua mit 300 l Wasser (netto) sollen beispielweise 100g Kalkskelett einer Porites oder Fungia entstehen.
    Das Wasser hat die Werte 440 mg/l Ca und 1300 mg/l Mg
    Das Kalkskelet besteht also aus 1g Mg, und 99g CaCO3 welches sich aus 39,6 g Ca und 59,4g CO3 zusammensetzt. (Ich habe einfach mal die Ordnungszahlen zusammengezählt um das Verhältnis zu finden)

    Nach dem Experiment hat das Wasser nur noch 308 mg/l Ca aber immer noch 1297 mg/l Mg.
    Lars

    PS: ich glaube das letzte mal als dieses Thema aufgetaucht ist, hat Armin mit einem "rollaugen-smiley" und mit "ist das denn immer noch nicht durch" geantwortet :grinning_squinting_face:

  • hi thomas

    Die Antwort ist doch meist ganz einfach

    Wenn du es theoretisch betrachtet ist in Calciumcarbonat kein Magnesium
    Im Tier und an den Oberflächen des Skelletes aber schon
    einmal durch Einlagerungen oder chemischen Ablagerungen , je nach dem welches Teil nun genau ausgemessen worden ist

    So schnell haste dann schon die ,Prozente zusammen
    Gruss Claude

  • Hallo zusammen ;

    ja ich weiss ich bin ein Erbsenzähler :O

    @lars

    vielen dank für deine Mühe mit dem Rechenstück !

    @Claude

    ja deine Antwort trifft genau den Kern meiner Frage : haben die gemessenen Magnesiuminnhaltswerte der verschiedenen (Stein)Korallen ihre Ursache in einem VERBRAUCH oder sind es einfach nur Ein/ABLAGERUNGEN .
    Die Prozente interessieren mich eigentlich auch nicht.

    Das Fungia mehr Oberfläche für Ablagerungen bietet als z.B. Acropora erscheint ja auch logisch.

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    mein Bilderbuch

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas Engels (14. August 2009 um 23:08)

  • Hi ,

    interessant finde ich dass es mal zeiten gab , da steinkorallen auch calcite bildeten...laut diesem artikel angehend fossiler korallen , die aufgrund der verschiedenheit des meerwassers aus der kreidezeit anders "arbeiteten" als die heutigen arten...
    ...in einem versuch hat man "moderne" steinkorallen auch heute dazu bringen können, in "künstlichem "meerwasser der kreidezeit calcite anstatt von aragonit zu produzieren.
    Dies sei vom molekularem verhältnis mg/ca abhängig.

    http://geology.geoscienceworld.org/cgi/content/abstract/34/7/525

    In diesem Link wird behauptet (oder verstehe ich hier was falsch) , das aragonit-fiber mg enthalten.
    Das dürfte dann wohl blödsinn sein : (?)
    (pavona clavus ist ja keine fossile art ...)

    http://www.agu.org/pubs/crossref/2004/2004GL021313.shtml

  • Hallo Thomas,

    in beiden Links wurde wohl gemessen und festgestellt, dass moderne Korallen sehr wohl Mg einbauen. Teils mehr teils weniger, gerade im Aragonit wird wohl mehr Mg eingelagert.

    Gruß aus dem Bergischen
    Adi

    "the sum of human intelligence is constant"

  • Hallo zusammen,

    das ist eine interessante Diskussion hier und auch zwei gute Links auf Artikel, die ich noch gar nicht gekannt hatte.

    Die Sache mit dem Magnesium verhält sich folgendermaßen: Magnesium kann in Calcit, aber nicht in Aragonit
    eingebaut werden. Daher enthalten Weichkorallen in ihren Spiculae, das sind die Kalknadeln in ihrem Gewebe,
    einige Prozent Mg, genau wie die Kalkalgen in ihrem Skelett.

    Steinkorallen können in ihr Aragonitskelett dagegen kein Mg einbauen, es kommt nur als Verunreinigung im Promille-
    bereich vor. Dass bei Untersuchungen stellenweise höhere Konzentrationen gefunden werden, hat mit dem Prozess
    der Kalkbildung der Koralle zu tun. Sie bildet in den Calcifikationszentren (COC) zunächst magnesiumreiches Calcit,
    das sie anschließend in fast magnesiumfreies Aragonit umwandelt. Man kann das in Abbildung 3 des zitierten Artikels
    aus den GEOPHYSICAL RESEARCH LETTERS sehr schön sehen: Das Mg/Ca-Verhältnis steigt in den COC auf über
    14 mmol/mol an, sonst ist es überall unter 5 mmol/mol, als weniger als 2,5 Promille des Calciumgewichts.

    Magnesium wird daher von Steinkorallen nur kurzfristig aufgenommen und wieder abgegeben, jedoch nicht verbraucht.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin ,

    das freut mich aber dass du dich über mein "stochern" nicht langweilst =)

    ... vielen dank für deine antwort , ich glaube , jetzt habe ich auch den rest begriffen :winking_face:

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