Hallo Alle,
Ich habe ein Algenfilter für mein Becken konsturiert.Ich habe caulerpas drin.(nicht so viele).
Bis heute habe ich meine caulerpas immmer im becken mit 10 Stunden Beleuchtung gehalten.
Kann/soll ich sie im Filterbecken mit 24 Beleutung halten?
mfG,
deniz
beleuchtung für algenfilter
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FallingGlitter499 -
12. März 2003 um 16:17
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Hallo!
Das wird auch meistens so gemacht, weil durch die kontinuierliche Algenphotosynthese eine pH-Stabilität erreicht wird. Der pH-Wert wird dann beinahe stabil im alkalischen Milieu zwischen 8,2 und 8,5 liegen, je nach Becken und System.
Außerdem hast Du einen 24h Nährstoffentzug durch die Algen.
Beachte jedoch, das die durchgehende Photosynthese sehr viel CO2 bzw. Hydrogencarbonat entzieht: also mal etwas mehr auf die Karbonathärte achten (die wohl sinken wird) und gegebenenfalls mit Natriumhydrogencarbonat eine C-Quelle für die Photosynthese bereitstellen, damit die Algen gut wachsen.
Auch wirst Du einen höheren Eisenbedarf abdecken müssen. Hier kannst Du im Refugium selbst mit dem von Dennerle erhältlichen Eisendünger arbeiten (vorsichtig antasten bitte und bloß nicht die Dosierunanleitung der Firma Dennerle für's Süßwasser beachten. Hier mußt Du etwas ausprobieren!).
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Hallo Jörg,
ich stehe der 24 Stunden Beleuchtung immer skeptisch gegenüber. Mein Versuch der Begründung:
Alle Planzen betreiben eine Assimilations- und Dissimilationsphase. Bei den Algen wird es wohl nicht anders sein. Es wird immer behauptet die Algen würden bei einer 24 Stunden Beleuchtung in einer ständigen Assimilationsphase verbleiben. Ich habe dazu aber noch keine Hinweise in der Literatur gefunden. Vielleicht kannst Du hier zur Aufklärung beitragen?
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Hi Frank,
Assimilation und Dissimilation, oder sagen wir es mal oberflächlicher aber verständlich: Photosynthese und Atmung laufen stets parallel ab.
Das resultiert vielleicht noch aus den heute nicht mehr üblichen Bezeichungen Licht- und Dunkelreaktion der Photosynthese: Das impliziert nämlich, das die Kohlenstoffassimilation (z.B. Calvinzyklus) nur nachts bzw. in der Dunkelphase passiert. Tatsächlich geschieht aber beides parallel und man sagt hier lichtabhängig bzw. lichtunabhängige Photosynthesereaktion.
Was die Photosynthese anbelangt, so müssen wir zwischen Landpflanzen und Algen unterscheiden: Viele Landpflanzen haben einen ausgeprägten diurnalen Rhythmus und fixieren z.B. CO2 nur Nachts (weil sie dann keinen Wasserverlust durch Verdunstung befürchten müssen), tagsüber treiben sie Photosynthese. Kakteen sind hier ein typisches Beispiel!
Bei aquatischen Pflanzen ist das jedoch anders: Algen entnehmen ihre Nahrung und Ausgangsstoffe nur aus dem Wasser und die stehen ihnen Tag wie Nacht zur Verfügung.
Von daher hat man theoretisch bezüglich des Algenwachtums keine großen Nachteile zu befürchten.
Problematisch wird es dagegen mit den Tieren.Ich erinnere an Sindelfingen und dem MiracleMud Vortrag, als ein armes Seepferdchen im MiracleMudfilter ohne Sonnenbrille oder Schlafhaube 24h bestrahlt wurde ... das kann's dann irgendwo nicht sein. Aber die Kleinfauna in einem solchen System hat entsprechende Rückzugmöglichkeiten und kann sich innerhalb des Sedimentes oder der Steine des Lichtes entziehen.
Von daher sehe ich auch langfristig keine direkten negativen Aspekte bei der 24h Beleuchtung von Algenrefugien.
Aber wir haben dennoch einen hohen pH-Wert, und der spielt bei der Fällung von Carbonaten eine wesentliche Rolle. Das heißt z.B. bei der Kalkwassermethode, die man ja grundsätzlich nur morgens bei niedrigen pH-Werten anwenden soll, haben wir hier das Problem, das wir diese stets bei hohen pH-Werten benutzen müssen. Deshalb würde ich bei solchen Becken auf eine Kalkwassergabe verzichten oder sie deutlich (was das verwendete Volumen angeht) reduzieren, um den pH-Wert nicht noch höher zu treiben. Letztlich hat die Kalkwassermethode ihre Berechtigung vor allem wegen der morgendlichen Anhebung des pH-Wertes ... weil das wohl v.a. den Kalkrotalgen auch ganz gut gefällt (vermute ich mal).
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Hallo zusammen
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Assimilation und Dissimilation, oder sagen wir es mal oberflächlicher aber verständlich: Photosynthese und Atmung laufen stets parallel ab.Stimmt soweit nur das bei Licht die Photosynthese überwiegt. Ich weiß niht wie es bei Makroalgen ist aber bei Mikroalgen haben Untersuchungen gezeigt, das Zellwachstum durch Dunkelphasen, die teilweise 10 fach so lange sind wie die Lichtphasen, verstärt wird. Und Zellwachstum ist wohl der wesentliche Faktor der Algenfilter.
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Das resultiert vielleicht noch aus den heute nicht mehr üblichen Bezeichungen Licht- und Dunkelreaktion der Photosynthese: Das impliziert nämlich, das die Kohlenstoffassimilation (z.B. Calvinzyklus) nur nachts bzw. in der Dunkelphase passiert. Tatsächlich geschieht aber beides parallel und man sagt hier lichtabhängig bzw. lichtunabhängige Photosynthesereaktion.Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, wachsen aber zB. Seegraswiesen bei Kurzlichttagen stärker als zB im Sommer.
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Was die Photosynthese anbelangt, so müssen wir zwischen Landpflanzen und Algen unterscheiden: Viele Landpflanzen haben einen ausgeprägten diurnalen Rhythmus und fixieren z.B. CO2 nur Nachts (weil sie dann keinen Wasserverlust durch Verdunstung befürchten müssen), tagsüber treiben sie Photosynthese. Kakteen sind hier ein typisches Beispiel!Sicherlich ist der CO2 Wert wichtig wenn man den Sachverhalt nur in soweit betrachtet welchen Einfluß Algenfilter auf den pH-Wert des AQ haben. Aber Schadstoffaustrag kann nur durch Wachstum und Ernte erfolgen.
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Bei aquatischen Pflanzen ist das jedoch anders: Algen entnehmen ihre Nahrung und Ausgangsstoffe nur aus dem Wasser und die stehen ihnen Tag wie Nacht zur Verfügung.
Von daher hat man theoretisch bezüglich des Algenwachtums keine großen Nachteile zu befürchten.Ich weiß zwar nciht wie der Einfluß der Tageslänge auf die Tropischen Algen ist, das AWI konnte wohl nachweisen, daß das Wachstum bei Algen der gemäßigten Zonen schon Tageslängenabhängig ist und zwar bei kürzen Tagen ein stärkeres Wachstum
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Problematisch wird es dagegen mit den Tieren.Ich erinnere an Sindelfingen und dem MiracleMud Vortrag, als ein armes Seepferdchen im MiracleMudfilter ohne Sonnenbrille oder Schlafhaube 24h bestrahlt wurde ... das kann's dann irgendwo nicht sein. Aber die Kleinfauna in einem solchen System hat entsprechende Rückzugmöglichkeiten und kann sich innerhalb des Sedimentes oder der Steine des Lichtes entziehen.
Höher Tiere haben in einem solchen Filtersystem ja eigentlich auch nichts verloren. Wie ist der Sachverhalt bei Borstenwürmern, sind diese nicht Nachtaktiv?
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Von daher sehe ich auch langfristig keine direkten negativen Aspekte bei der 24h Beleuchtung von Algenrefugien.Aber wir haben dennoch einen hohen pH-Wert, und der spielt bei der Fällung von Carbonaten eine wesentliche Rolle. Das heißt z.B. bei der Kalkwassermethode, die man ja grundsätzlich nur morgens bei niedrigen pH-Werten anwenden soll, haben wir hier das Problem, das wir diese stets bei hohen pH-Werten benutzen müssen. Deshalb würde ich bei solchen Becken auf eine Kalkwassergabe verzichten oder sie deutlich (was das verwendete Volumen angeht) reduzieren, um den pH-Wert nicht noch höher zu treiben. Letztlich hat die Kalkwassermethode ihre Berechtigung vor allem wegen der morgendlichen Anhebung des pH-Wertes ... weil das wohl v.a. den Kalkrotalgen auch ganz gut gefällt (vermute ich mal).
Der Sachverhalt mit dem pH-Wert würde im Zusammenhang mit einem Algenfilter für folgendes sprechen. Belassung von Detrius/Mulm/Filterschlamm im System, als zusätzliche CO2 und Nährstoffquelle. Möglicherweise ein erhöhter Futtereintrag möglich bzw nötig.
Viele Grüße
Bernd
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HOLD...
ich habe da zwei krabben die sollen in meinem neuen refugium "rumrefugieren". Gibts bei denen ein problem mit der 24 beleuchtung?
MfG,
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Hi Bernd,
Seegräser sind aber höhere Pfanzen, keine Algen! Und die Biochemie der Pflanzen spiegelt sich auch in der Systematik wieder!
Wenn man es nur auf das Wachstum der Algen absieht, dann habt Ihr durchaus Recht.
Es gin mir hier mehr um die Fragem, ob Algen eine 24h Beleuchtung ohne Probleme abkönnen und dabei auch gut und kontinuierlich wachsen. Und das kann man mit Ja beantworten, vorausgesetzt, man kümmert sich um CO2 und Nährstoffe.Darüber hinaus wird durch eine 24h Beleuchtung die Reproduktion der Algen (wohl v.a. Caulerpa) inhibiert, so daß es nicht zu den massiven Sporulationen mit einem Zusammenbruch des Bestandes kommt. Das wäre für einen Algenfilter nicht so daß ware.
Der Vorteil ist aber v.a. eine pH-Stabilisierung, die man nur über eine 24 Stunden Beleuchtung erreichen kann.Mein eigenes Refugium, das jetzt seit knapp einer Woche läuft, bestrahle ich aber auch nur im Rhytmus der Aquarienhauptbeleuchtung, weil das Refugium direkt neben dem Becken steht und nicht in einem Unterschrank oder ähnlichem.
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Hi Jörg
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Seegräser sind aber höhere Pfanzen, keine Algen! Und die Biochemie der Pflanzen spiegelt sich auch in der Systematik wieder!
Stimmt, war mein Fehler das Beispiel zu nehmenZitatOriginal von Jörg Kokott
Wenn man es nur auf das Wachstum der Algen absieht, dann habt Ihr durchaus Recht.
Es ging mir hier mehr um die Frage, ob Algen eine 24h Beleuchtung ohne Probleme abkönnen und dabei auch gut und kontinuierlich wachsen. Und das kann man mit Ja beantworten, vorausgesetzt, man kümmert sich um CO2 und Nährstoffe.Sogesehen ja man kann Algen über 24 Stunden beleuchten,wobei letztenendes in den meisten Aquarien CO2 der wachstumslimitierende Faktor sein wird und was den pH Wert angeht auch die Steuerungsröße die beeinflußbar ist.
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Darüber hinaus wird durch eine 24h Beleuchtung die Reproduktion der Algen (wohl v.a. Caulerpa) inhibiert, so daß es nicht zu den massiven Sporulationen mit einem Zusammenbruch des Bestandes kommt. Das wäre für einen Algenfilter nicht so daß ware.Stimmt auch, was aber auch zeigt das ein Algenfilter kein Sorglosfilter ist wie er oft dargestellt wird.
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Der Vorteil ist aber v.a. eine pH-Stabilisierung, die man nur über eine 24 Stunden Beleuchtung erreichen kann.Ein hoher stabiler pH-Wert kan auber auch Indiz für einen permanenten CO2 Mangel sein, der auch zu Atmungsproblemen der Fische führen kann. Oder sehe ich das falsch?
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Mein eigenes Refugium, das jetzt seit knapp einer Woche läuft, bestrahle ich aber auch nur im Rhytmus der Aquarienhauptbeleuchtung, weil das Refugium direkt neben dem Becken steht und nicht in einem Unterschrank oder ähnlichem.
Mit welchen Algen hast du es bestückt?Viele Grüße
Bernd
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Hi Bernd,
ein CO2-Mangel wird bei Fischen nicht viel ausmachen ... eher ein Sauerstoffmangel, und der wird letztlich durch die durchgehende Photosynthese verhindert, so daß es in solchen Becken z.B. auch möglich ist, trotz hohem Fisch und Algen/Korallenbesatz nachts den Abschäumer auszumachen bzw. das Becken ohne Abschäumer zu betrieben.
Der hohe ph-Wert kommt nicht nur durch den CO2-Entzug zu stande, sondern weil im Zuge der Photosynthese auch Hydroxonium-Ionen entstehen und abgegeben werden (bitte frag mich jetzt nicht, wo genau im Stoffwechsel, das werde ich zu Hause nachlesen, habe die Unterlagen grad nicht hier!).
Aber es ist wichtig auf den CO2- und Nährstoffbedarf der Algen hinzuweisen. Eine NaHCO3-Zugabe oder CO2-Zugabe sollte also wirklich von nöten sein.
Ich habe so daß ins Refugium reingeworfen, was irgendwo im Becken wuchs. Zwei Caulerpa-Arten (ich glaube, ein Hybride aus C. racemosa mit noch was anderem, und eine weitere Art, über deren Bestimmung ich mir noch keine Gedanken gemacht habe). Darüber hinaus jede Menge Rotalgen mit feinen, verzweigten Thalli (drei Arten), die auf zwei kleinen Lebenden Steinen wachsen (auch hier keine Bestimmung erfolgt!).
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Hallo Jörg
ZitatOriginal von Jörg Kokott
ein CO2-Mangel wird bei Fischen nicht viel ausmachen ... eher ein Sauerstoffmangel, und der wird letztlich durch die durchgehende Photosynthese verhindert, so daß es in solchen Becken z.B. auch möglich ist, trotz hohem Fisch und Algen/Korallenbesatz nachts den Abschäumer auszumachen bzw. das Becken ohne Abschäumer zu betrieben.Ist zwar jetzt OT und auch aus dem Süßwasserbereich aber nach dem Artikel
Kann auch zu wenig CO2 zu Problemen führen. In wieweit das nur auf Süßwasserfische zutrifft kann ich jetzt aber nicht sagenZitatOriginal von Jörg Kokott
Der hohe ph-Wert kommt nicht nur durch den CO2-Entzug zu stande, sondern weil im Zuge der Photosynthese auch Hydroxonium-Ionen entstehen und abgegeben werden (bitte frag mich jetzt nicht, wo genau im Stoffwechsel, das werde ich zu Hause nachlesen, habe die Unterlagen grad nicht hier!).
Ich frage nicht nach, den Ringelreihen an den Ionenkanälen jetzt abzubilden währe auch zu viel.ZitatOriginal von Jörg Kokott
Aber es ist wichtig auf den CO2- und Nährstoffbedarf der Algen hinzuweisen. Eine NaHCO3-Zugabe oder CO2-Zugabe sollte also wirklich von nöten sein.Das glaube ich nämlich auch, da normalerweise die Aquarien sowieso auf eine minimale CO2-Produktion getrimmt sind.
ZitatOriginal von Jörg Kokott
Ich habe so daß ins Refugium reingeworfen, was irgendwo im Becken wuchs. Zwei Caulerpa-Arten (ich glaube, ein Hybride aus C. racemosa mit noch was anderem, und eine weitere Art, über deren Bestimmung ich mir noch keine Gedanken gemacht habe). Darüber hinaus jede Menge Rotalgen mit feinen, verzweigten Thalli (drei Arten), die auf zwei kleinen Lebenden Steinen wachsen (auch hier keine Bestimmung erfolgt!).Ich vereinfach die Frage noch mal, was mich von allen die so was betreiben interessieren würde, wachsen eher die grünen oder rote Algen besser?
Viele Grüße
Bernd
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