hier mal eine Pressemeldung von heute:
Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Protein von Cyanobakterien bremst Ebola
Cyanovirin-N hindert Virus am Eindringen in die Zelle
New York (pte, 5. Mär 2003 15:54) - US-Forscher haben
entdeckt, dass ein bakterielles Protein eine Ebola-Infektion bremsen
kann. Es ist bereits bekannt, dass das von Cyanobakterien produzierte
Eiweiß Cyanovirin-N (Bild) auch dem Immunschwächevirus (HIV) das
Eindringen in Zellen erschwert. Ob Cyanovirin-N (CN-V) eine
HIV-Übertragung durch Geschlechtsverkehr verhindern kann, wird zurzeit im
Laboratory of Drug Discovery Research des National Cancer Institutes
(NCI) http://www.cancer.gov untersucht.
"CV-N ist gegen eine Reihe von HIV-Stämmen extrem wirksam", erklärt Barry
O´Keefe vom Center for Cancer Research des NCI. Es verhindert die
HIV-Infektion, indem es sich an die Außenseite des Virus bindet. Das
Virus kann nicht in die Zelle eindringen. Es hat sich herausgestellt,
dass sich CV-N an bestimmte Zuckermoleküle (Glykoproteine) der
Viren-Oberfläche bindet. Da ähnliche Zuckermoleküle das Ebola-Virus
umhüllen, hofften die Forscher, dass sich das Protein bei Ebola als
gleich wirksam herausstellt.
Bei Zellkulturen bestätigte sich ihre Hypothese. CV-N ging mit den
Zuckermolekülen an der Oberfläche des Ebola-Virus eine Verbindung ein.
Das Virus konnte die Zellen nicht infizieren. Labormäuse lebten länger,
wenn ihnen vor einer Ebola-Infektion CV-N injiziert wurde und das Protein
auch nachträglich einen Tag lang gespritzt wurde. "CV-N ist das erste
bekannte Molekül, das eine Ebola-Infektion verhindert, indem es das Virus
vom Eindringen in die Zelle abhält", erklärt O´Keefe. Das Protein selbst
ist zur Behandlung einer Ebola-Infektion ungeeignet, schreiben die
Forscher im Fachblatt Antiviral Research. Das bessere Verständnis über
das CV-N-Zusammenspiel mit dem Virus unterstützt allerdings das Wissen
über den Infektionsablauf und damit die Entwicklung von Therapien,
resümieren die Mediziner optimistisch.
Das Ebola-Fieber wurde zum ersten Mal als Epidemie in den 70er Jahren im
damaligen Zaire (VR Kongo) und im Südsudan untersucht und beschrieben.
Seitdem sind auf der Welt einige hundert Fälle von
Ebola-Virus-Erkrankungen in der Demokratischen Republik Kongo, in der
Republik Kongo, in Gabun, an der Elfenbeinküste und im Sudan aufgetreten.
Das Ebola-Virus wird direkt von Mensch zu Mensch durch
Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut, übertragen. Gegen Ebola-Viren
gibt es noch keine wirksamen Medikamente. (Ende)
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Sandra Standhartinger,
