Giftnotrufzentrale

  • Hallo zusammen,

    mich würde mal interessieren wir Ihr das Thema giftige Tiere so seht. Ins besondere geht es mir um giftige Fische wie z.B. Skorpionsfische , Blauringkraken etc.. Habt ihr euch bei einer der Giftzentralen angemeldet ? weiss der Hausarzt bescheid und evtl das nächste Krankenhaus ? Habt Ihr Hinweise in der Nähe des Aquarium oder Zentral in der Wohnung Haus etc ?

    Ich kenne das nur aus der Szene der Giftschlangenbesitzer. In keinem Forum der Meerwasser Aquarianer wird darüber richtig gesprochen. Ist das Thema ehr überbewertet ? oder sind wir alle Draufgänger ?

    Über eine rege Teilnahme würd ich mich freuen.

    Grüße,

    Marco

  • Hallo MKR,

    im Prinzip gebe ich dir da recht und es würde auch absolut Sinn machen wer solche Tiere pflegt.

    Allein wegen meiner Frau würde so ein Zettel auf jeden Fall hängen, würde ich solche Tiere haben damit Sie weiß wo Sie anrufen muss.

    Kann nur sagen hatte damals nen Stich von nen Fuchsgesicht bekommen beim Umbau im Becken, zwar nicht tief aber man hat gemerkt das der Daumen ein wenig dicker wurde.

    Und als ich meinen Süßwasserochen hatte, die ja auch einen Stachel habe, denke ich macht es Sinn.

    Weil hilft alles nix wenn man bewußtlos am Boden liegt und keiner weiß warum.
    Aus man liegt vorm Becken, dann kann man es sich vielleicht denken.

    Daher ist der Thread hier interessant und würde da auch gerne mal ein paar Meinungen hören.

    Gruß Harry

    Einmal editiert, zuletzt von Palettidoc (26. Januar 2009 um 22:29)

  • Hi,

    folgende Info gibt die Notrufzentrale NRW zu Rotfeuerfischen bekannt :

    Quelle : http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/j…ndex.php?id=862

    Rotfeuerfisch (Pterois volitans)

    Vorkommen/Verbreitung:
    Tropische bis temperierte Zonen des Indischen Ozeans und des westlichen Pazifiks, ebenfalls im Roten Meer.

    Typische Merkmale:
    Rotfeuerfische besitzen eine auffällige Warnfärbung in Braun- und Rottönen, von kontrastreichen weißen Streifen unterbrochen, ihre Körperlänge kann bis zu 40 cm betragen. Lange dünne Flossenstrahlen umgeben den gesamten Körper. Auffallend ist eine geradezu majestätisch anmutende langsame Schwimmbewegung. Rotfeuerfische halten sich bevorzugt in Höhlen und Spalten bzw. vor steil abfallenden Felsen oder an Korallenstöcken auf. Potentiellen Feinden gegenüber entwickeln sie ein eigentümliches Verteidigungsverhalten, wobei sie diesem mit der Rückenflosse voran vehement entgegenschwimmen. Aktives Angreifen kommt ebenfalls vor.

    Giftige Organe:
    Zarte Strahlen an Rücken-, Bauch- und Schwanzflosse enthalten teilweise Giftdrüsen, die von einer dünnen Haut überzogen sind.

    Giftig durch:
    Hitzeempfindliche Eiweiße als Träger der Giftigkeit.

    Symptome:
    Das Gift der Feuerfische enthält Komponenten, die heftigste Schmerzen und örtliche Gewebszerstörung hervorrufen können. An der betroffenen Extremität kann es kommen zu: Taubheitsgefühl, Schwellung, Rötung und Blasenbildung. In der Wunde verbleibende Stachel fördern Infektionen und behindern die Wundheilung. Allgemeine Symptome wie Übelkeit und Erbrechen sind vereinzelt beschrieben.

    Erste Hilfe:
    Wunde von Stacheln oder Geweberesten befreien und desinfizieren. Falls nicht sofort ärztliche Hilfe erreicht werden kann, Eintauchen der betroffenen Extremität für mindestens 30 Minuten in tolerierbar heißes Wasser (ca. 45 °C). Um Verbrennungen zu vermeiden, Kontrolle der Wassertemperatur durch gesunde Extremität oder Begleitperson. Weitere Therapie wie Schmerzbekämpfung, Blaseneröffnung und Tetanusprophylaxe durch Arzt.

    Vorsichtsmaßnahmen:
    Gefährdet sind vor allem Personen, die Rotfeuerfische im Aquarium halten. Diese werden vor allem durch unvorsichtiges Hantieren im Wasser gestochen.

    Literatur:

    * Junghanss T.; Bodio M.: Notfall-Handbuch Gifttiere. Thieme-Verlag 1996.


    Ich bin schon einige Jahre in Kontakt mit Reptilienhaltern aller Art. Dort ist es wirklich unfassbar wie Leute mit wirklich extrem schnellen und extrem giftigen Tieren umgehen udn wie diese untergebracht sind. Aber das nur am Rande.

    Auch wenn Kinder im Haus sind oder die Urlaubsvertretung sich um das Becken kümmert wo giftige Tiere
    schwimmen find ich es auch aus eigenem Interesse wichtig sich darum zu kümmen.

    Mich wundert weiterhin das man für einen Hund ab einer gewissen Grösse einen Sachkundenachweis
    benötigt und zB in NRW ohne weiteres eine Klapperschlane oder ähnliches halten darf.

    Ich werde mich und meine Familie auf jeden Fall schützen und auch entsprechende Hinweise platzieren.

    Mit der Notrufzentrale bin ich in Kontakt aber habe noch kein Feedback.

    Gruß,

    Marco

  • Moin,

    Zitat

    Ich bin schon einige Jahre in Kontakt mit Reptilienhaltern aller Art. Dort ist es wirklich unfassbar wie Leute mit wirklich extrem schnellen und extrem giftigen Tieren umgehen udn wie diese untergebracht sind. Aber das nur am Rande.


    Schwarze Schafe gibt es überall, aber ein Verantwortungsvoller Gifttierhalter sorgt dafür, dass da gar nichts passieren kann- von daher würde ich jetzt nicht gegen die Reptilienhalter gehen, denn ein Großteil der professionellen Gifttierhalter weiß sehr wohl, wie sie mit ihren Tieren umzugehen haben. Dass es da auch immer in paar Spinner gibt, ist schließlich in jeder Szene so- in der Aquaristik noch deutlich häufiger.

    Generell gilt aber wohl auch, dass bei den meisten "normalen" Aquarien sowas vollkommen unnötig ist- eben erst, wenn man sich bewusst dafür entscheidet, ein giftigeres Tier zu halten.

    Normalerweise gilt aber auch der Grundsatz: Wer den Fehler macht, sich stechen zu lassen, ist in gewisser Weise selbst Schuld, weil der Stich hätte verhindert werden können- und das sind eben immer Fehler auf der Halterseite. Folglich gilt es in erster Linie, nicht dafür vorzusorgen, was passiert, WENN der Unfall passiert, sondern dafür zu sorgen, DASS es gar nicht passiert.
    Ich habe hier auch Skorpione, die "potentiell tödlich" sind, trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass keines der Tiere mich je auch nur berühren wird...

  • Hi,

    es geht ja nicht darum wie ich Unfälle vermeidet sondern darum welche Infos Ihr wo verteilt und
    wie Ihr zu dem Thema steht.
    Und Unfälle können immer passieren müssen aber nicht.
    Das es überall Spinner gibt ist klar und lässt sich nicht vermeiden.


    Gruß,

    Marco

  • moin,

    unfälle auszuschließen, ist praktisch unmöglich!

    selbst in zoos, die für solche dinge fachleute beschäftigen, und ihr personal regelmäßig schulen, passiert mal was!

    vermeiden sollte man jedoch die pauschalisierung "gifttiere".

    was sich dahinter versteckt, sei mal an einigen beispielen verdeutlicht:
    - die allseits so beliebte grüne kruste, aber sicher auch fast alle anderen
    - viele borsties
    - manche seeigel und seegurken
    - anemonen (hab vor kurzem erst einen vernesselten rücken gesehen)
    - schnecken
    - ...........
    - achja, fische gibts auch.

    weiterhin müssen tiere nicht giftig sein, und ihr biss kann trotzdem tödlich sein (z.b. komodowaran).

    mfg
    michael

  • folgende Infos hab ich als Antwort der bei mir zuständigen Notrufzentrale bekommen . Die möchte ich hier gerne weiterleiten :

    "Bei folgenden Quellen können Sie sich über Skorpionfische erinnern:

    1. Junghans Th.; Bodio M: Notfall-Handbuch der Gifttiere Georg Thiemeverlag Stuttgart 1996
    2. Habermehl G.: Gift-Tiere und ihre Waffen Springer Verlag 1994
    3. Anthony T Marine toxins and venoms Marcel Decker 1988
    4. Meier J.; White J.: Handbook of clinical toxicology of animal venoms and poisons
    CRC Press 1995
    5. Mebs D. Gifttiere Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft Stuttgart 1992"

    Marco

  • Seit zwei Tagen pflege ich einen Dendrochirus brachypterus - Kurzflossen-Zwergfeuerfisch. Zuvor, als die Überlegungen für die Anschaffung eines solchen Tieres anstanden, habe ich mich auch bezüglich des Gifts und Verhalten bei einem evt. Stich durch das Tier informiert. Laut Auskunft meines Händlers, der schon mal in diese unagenehme Situation gekommen ist, sind oder zumindest waren die Leute in Bonn auch etwas überfagt. Aus Paris kammen dann wohl brauchbare Informationen zur Behandlung.

    Für mich hatte das nun folgendes zur Folge:

    - Die Nummer der Giftnotrufzentrale ist eingespeichert im Telefon, 5 Meter neben dem Becken.

    - Meine Beckenuraubsbetreuung ist informiert über dieses Tier und wird natürlich wenn er wieder mal zum Einsatz kommt erneut auf die Gefahr hingewiesen. Eigentlich braucht er nicht ins Becken greifen, aber man weiß ja nie.

    - Da dieser im Rettungsdienst tätig ist und auch einige Notärzte in unserem lokalen Krankenhaus kennt, werde ich diesen bitten diese anzuhalten und sich bezüglich eines solchen Notfalls vielleicht schon mal etwas Wissen anzueignen.

    -Ansonsten fummele ich seit zwei Tagen halt nicht mehr alleine im Becken, jemand anderes hält den Fisch im Auge, auch wenn dieser erst 4 cm groß ist. Den Vorbeugen ist halt besser.

    -Falls es doch mal dazu kommen sollte, im Hinterkopf behalten, das 45-60 °C heißes Wasser als Sofort-Hilfe empfohlen wird.

  • moin, dirk,

    meinst du nicht, du übertreibst etwas?

    ich halte seit jahren etliche skorpionfische, hab auch durch eigene dummheit (der fisch konnte absolut nichts dazu!) schon mal in einen volitans gefasst, glaub mir, ich weiß, wovon ich rede!

    die tiere werden dich ganz sicher im becken nicht angreifen. wenn doch etwas passiert, dann ist das zwar sehr schmerzhaft, aber mehr auch nicht.

    zur behandlung gibt es eigentlich nicht viel zu sagen:

    heißes wasser
    starke schmerzmittel
    desinfektionsbad, um wundnekrosen zu vermeiden

    wenn ihr meint, die giftzentrale hat mehr infos auf lager, muß ich euch leider enttäuschen :winking_face:

    mfg
    michael

  • Hallo Michael,
    Du weißt doch, wenn was neu ist dann will man alles richtig machen. Habe ja jetzt schon gemerkt,dass er eigentlich ein recht fauler Schwimmer ist und auch nicht in Lichtgeschindigkeit die 1 m Beckenlänge überwindet. Mit der zweiten Person bezieht sich auch mehr auf eine Absaugaktion wie eben beim WW, da schaut man halt auf das was man tut und nicht auf den Fisch. Die Telefonnummer kann nicht schaden und wenn hier vor Ort auch noch ein paar Ärzte Linderung verschaffen können ist das auch nicht schlecht. Mir wäre auch ganz lieb falls es doch mal dazu kommen sollte, dass ich mit heißem Wasser, Novalgin und evt. ner neuen Tetanus hinkomme.

  • warts ab, der wird bald handzahm sein und auch (tag)aktiver werden.

    dann schaut er dir bei jeder tätigkeit am und im aquarium interessiert zu, und wenn er kohldampf hat - der kann dann wie ein hund bettelnd schauen.

    nur dein meter-becken dürfte ihm in 1-2j zu klein werden.

    mfg
    michael

  • Nunja, bisher lümmelt Grisu, so heißt er bei uns, immer etwas schüchtern in der Riffkeramik rum. Wollte ja eigentlich einen Pfauenaugenzwergfeuerfisch, da dieser aber schwerer an Frostfutter zu gewöhnen ist und mein Pflegling schon beim Händler Frostfutter nahm fiel die Wahl auf ihn. Man muss ihm schon das Futter mit der Zange, vor der er noch etwas Angst hat fast vor die Schnautze servieren, aber er frisst. Ob das Becken für ihn zu klein wird, bin ich mir noch nicht mal sicher, da auch hier bei Diskussionen über die Becken Größe für diesen ofmals kleiner Becken genannt wurden. Auch im merwasser-lexikon werden etwa 400 Liter empfolen. Man wird sehen wie er sich entwickelt. Jedenfalls hat er schon mal zwei Tage überlebt ohne dass mein Hamlettbarsch an ihm knabbern wollte :D.

    Einmal editiert, zuletzt von jailwarrior (1. Februar 2009 um 23:32)

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