Cyanos ?

  • Hallo,

    hab seit meiner Komplettumgestaltung des becken einen massiven braunen Belag mit anhaftenden Luftbläschen.

    Da sich das Becken in der Einfahrphase befindet dachte ich zuerst an Kieselalgen.

    Jetzt habe ich ein Alkohol-Schnelltest gemacht und der Alkohol hat sich dabei "grün" gefärbt.

    Sind das jetzt cyanos ? Ich dachte die sind eher rot oder grün in de Farbe während mein Belag eher braun ist.

    Gruß

    Pinuccio

  • Hi,

    nein - der Alkohol sollte sich bei Cyanos nach ca. 15 min rötlich verfärben. Du hast ein Algenproblemchen,
    hört sich für mich nach Goldalge an, aber bestimmen kann man das nur unter den Mikroskop, bzw. erstmal durch ein Foto.
    Wie massiv sind den die Beläge - nur Boden und Scheibe oder auch auf den Steinen - das gibt uns zumindest schonmal
    mehr Hinweise um was es sich handelt.

    Aber meiner Meinung sind Algenausbreitung absolut normal bei Komplettumstellung, sei Geduldig ändere nix und gib
    dem Becken Zeit- die verschwinden i.d.R. auch wieder, wenn sich "andere" Beläge etablieren. Sollte sich aber
    wiedererwarten keine Besserung oder weitere Ausbreitung entwickeln, könnte man mit AlgenEx arbeiten, aber würde
    erstmal abwarten bevor du da irgendwas machst. Die Biologie braucht nunmal etwas bei solchen massiven Eingriffen.

    Viele Grüße,
    Christian

  • also die Verfärbung ins grüne beim Alkoholtest geht sehr schnell, eigentlich fast Zeitgleich mit der Zugabe des Alkohols.

    Die Beläge sind eigentlich überall.

    Hier zwei Bilder (einmal ohne und einmal mit Blitzlicht)


    Ich muss dazu sagen, dass die Beckenumgestaltung nicht ohne Probleme verlief. Ich will jetzt nicht ein Roman schreiben aber nur ganz kurz:

    Ich habe die Rückwand mit Epoxydharz geklebt und stellte nach dem ersten Wässern einen wirklich sehr komischen Geruch fest. Insbesonder im Abschäumer fand anscheinend ein Gasaustausch statt und es stank massiv nach "chemie" und das obwohl der Kleber Knüppelhart ist und ich sehr genau gemischt hatte.

    Nach mehreren Komplettwasserwechsel und einem Salzsäurebad wurde es nicht besser und am Ende war ich kurz vor der Beckenauflösung. Fische und Korallen wurden komplett abgegeben und ich entschloss mich das Becken vorerst einfach neu zu befüllen (Leitungswasser) und zu salzen und einfach mal 4 Wochen lang weiter laufen zu lassen.

    Das ist jetzt die 2 Woche. Im Becken wurden einige LS vom alten Becken reingetan sowie der alte Bodengrund (bitte nicht schlagen aber es sollte ja eh nur ein Versuch werden)

    Der anfängliche Gestank ist nun endlich nach 2 Wochen anscheinend weg und nun habe ich aber die "Pest" überall im Becken.

    Mein Ziel ist es, das Becken erst einmal weiter laufen zu lassen um ein "gewisses" Gleichgewicht zu bekommen. Danach will ich neues Wasser mit Osmosewasser ansetzen und ein Komplettwasserwechsel machen. Ich will dann auch noch neues, frisches LS einbringen

    Was mit dem Bodengrund passieren soll weiss ich noch nicht... Vorschläge ?

    Übrigens durch den alten LS sind einige Lebewesen erhalten geblieben wie Schnecken,Schlangenwürmer, Asterina und sogar eine Pilzkoralle.... und alles lebt noch.

    Was soll ich mit der Beleuchtung machen ? Licht an lassen oder lieber aus um die Algen (Bakterien) los zu werden ?

    Gruß


    Pinuccio

    PS: Ist doch noch ein halber Roman geworden

    3 Mal editiert, zuletzt von Pinuccio (8. Oktober 2008 um 09:14)

  • ...also das klingt ja eher nach einem Neustart. Dein Komplettwasserwechsel wäre ja noch ein weiterer Neustart -
    also wenn Du das alles machen willst, würde ich auch den alten Bodengrund raus nehmen und neuen rein.
    Und dann schön 2-3 Monate die Kiste laufen lassen. Verlieren an Tieren kannst Du ja nichts mehr. Beleuchtung dann von
    wenigen Stunden über diesen Zeitraum langsam steigern. Dann breiten sich die Algen am Anfang nicht allzu
    stark aus. Aber es wird eine neue klassische Einfahphase und in der Zeit würde ich mal gar nichts am Becken
    machen.

    Viele Grüße,
    Christian

  • Hallo,

    ich habe mich mal seinerzeit hinsichtlich der Verfärbung von Proben mit Cyanos beraten lassen.
    Die Probe kann sich durchweg auch grün verfärben. Aber dazu muß man noch folgendes sagen.
    Nimmt man z.B. 90%iges Ethanol und legt dort die Cyanoprobe ein, so gibt es eine grünliche Verfärbung.
    Dies liegt wohl daran, das diese Konzentration von Ethanol zu "scharf" ist. Die Zellstruktur wird dadurch wohl
    komplett zerstört. Besser ist es, wenn man 1-2 ml Ethanol in eine Küvette gibt, den Rest mit Aquawasser auffüllt
    und dann die Cyanoprobe einlegt. In der Regel verfärbt diese sich dann auch rötlich.

    Bleibt aber trotzdem auch die Möglichkeit der grünlichen Verfärbung. Hab ich schon gehabt und es
    waren definitiv Cyanos. (Mikroskopiert).

    Lieben Gruß
    Kay

    ___________
    Gruß aus dem hohen Norden
    Kay

    Hauptbecken ~ 400 Liter (gebogene Front)
    Beleuchtung Giesemann System 200
    2x150W HQI 14k, Dulux blau, LED Leiste weiß
    Umwälzung: 12.000 ltr/H - 4 Pumpen a. 3000 ltr/Std
    UV, Ozon, Kühlung - bei Bedarf
    externer Schaltschrank mit Steuerung - Eigenbau -
    Balling light

  • Zitat

    Original von drjasmin
    Nimmt man z.B. 90%iges Ethanol und legt dort die Cyanoprobe ein, so gibt es eine grünliche Verfärbung.

    jep war Industriealkohol mit mind. 90% wenn nicht sogar höher... glaube 98%

    Werde also den Versuch mit der Verdünnung heute machen. Danke für den Hinweis :wink

    Zitat

    Original von mwdarwin
    ...also das klingt ja eher nach einem Neustart. Dein Komplettwasserwechsel wäre ja noch ein weiterer Neustart

    ja klar ist das ein Neustart.. aber der Wasserwechsel ist ja nur bedingt ein weitere Neustart, denn die Bakterienfauna befindet sich hauptsächlich auf den Steinen und die werden nicht mehr gewechselt.

    Es sollen also dann noch frisches LS rein und evtl. halt ein neuer Bodengrund. Es wird definitiv wieder eine Einfahrphase geben, aber die sollte nicht so drastisch sein wie das im Moment der Fall ist.

    Zitat

    Original von mwdarwin
    Und dann schön 2-3 Monate die Kiste laufen lassen.

    Ich hab Zeit... hab ja eh keine Tiere und Korallen mehr, wollte halt nur wissen was ich da für Algen oder Bakterien habe.

  • Noch eine Frage ungeachtet dessen was jetzt der Belag bei mir ist:

    Gehören Cyanos oder Goldalge überhaupt zu einen Einpharphase dazu ?

    Glaube nämlich, das bei mir alles ein wenig durcheinander geraten ist, z.B. auch gerade wegen dem Salzsäure-Bad und dem alten Bodengrund !

  • Hi,

    ich habe zwischenzeitlich mein Becken geleert und komplett neu befüllt.

    Den alten Bodengrund habe ich bei dieser Aktion auch gleich rausgenommen. Der hat übrigens schon gestunken und war von unten her schwarz.

    Ich hab jetzt neuen Sand rein, ein wenig Sand noch aus einem DSB-Becken zum animpfen und einige LS eingebracht. Insgesamt wurde diesmal auch weniger Sand eingeracht.

    Das ganze läuft jetzt seit über einer Woche so, allerdings bekomme ich die braunen Belege nicht weg.
    Leider weiss ich immer noch nicht um was es sich genau handelt, nur dass halt die Belege bei Licht wachsen und ganz viele Sauerstoffbläschen erzeugen.

    Mit der Alkoholprobe habe ich kein eindeutiges Ergebniss erzielt. Mit 98%-Ethanol verfärbte sich die Probe komplett grün. Mit verdünntem Ethanol gab es keine Verfärbung.

    Im Becken sind Schnecken und Einsiedler drin, die auch diese braunen beläge wegfressen !!! Gerade die Turboschnecken machen dass und leben bis jetzt immer noch.

    Somit schließe ich eigentlich Cyanos und Dinos aus.... bleibt nur Goldalge oder Kieselalge.

    Kieselalgen erzeugen aber kein Sauerstoff oder ?

    Silikata- und Phosphatadsorben laufen schon die ganze Zeit. Abschäumer mit Ozon läuft ebenfalls holt aber kaum was raus.

    Im Moment habe ich mich entschlossen das Licht für ein paar Tage auszuschalten mit der Hoffnung, dass die Schnecken das meiste wegfressen.

    Was kann ich noch tun... muss ich mir jetzt schon sorgen marchen oder einfach nur warten.

    Mittlerweile sind nämlich ca. 5 Wochen vergangen, wobei 4 Wochen mit dem alten Wasser und 1 Woche nach der Neubefüllung.

    Fadenalgen wachsen zwar, aber eigentlich nur sehr wenig.

    Gemessen habe ich bis jetzt nur folgende Werte:

    Dichte 1,022 (heute auf 1,023 angehoben)
    NO2: 0,1 mg/l
    NO3: 5 - 10 mg/l

    Gruß

    Pinuccio

  • Hallo Pinuccio


    dieses Rätselraten über die Verfärbung von Alk wird Dich nicht wirklich weiter bringen...

    Ich denke, Du müßtestest als Erstes dringend mikroskopieren, um nun wirklich mal zu wissen, um welche Beläge es sich handelt....

    Martin hat das hier mal so super zusammengefaßt, ist wirklich sehr nützlich, sich das mal zu Gemüte zu führen:


    http://www.mathgame.de/Aqua/FAQ_Plage…enBakterien.pdf


    Was verwendest Du denn für Wasser? Sprich: Hast Du die Osmoseanlage mal überprüft?


    Viele Grüße

    Kathrin

  • also ich hab versucht eine kleine Probe zu mikroskopieren.

    Leider konnte ich nicht wirklich was erkennen, was an cyanos, goldalge, dinos oder sonst was erinnert.

    In der Fa. haben wir ein leica MZ 12.5 und der sollte eigentlich langen denke ich.

    Hab nur vereinzelt einige "Würmer" gesehen die sich bewegt habe. Alles andere war nicht definierbar.

    Ich werde vielleicht mal eine neue Probe nehmen und es erneut versuchen. Vielleicht kann ich mit dem Teil auch einige Bilder mache. Eine Kamere und PC ist da ja dran.

    cu

  • Moin moin,

    Mit den Mikroskop-Bildern kenne ich mich nun leider nicht so aus, kann dir da auch kaum helfen- der Wurm ist allerdings ein Nematode(Fadenwurm), den ich statistisch gesehen als harmlos einstufen würde.(Statistisch, weil ich mich mit der Bestimmung nicht auskenne und die anhand dessen auch gar nicht möglich ist- aber bei so vielen existenten Arten ist es unwahrscheinlich, einen schädlichen im Becken zu haben)

    Wenn dir davon allerdings noch das eine oder andere schärfere Bild gelingt, wär ich froh, wenn du das dem Wurmprojekt zur Verfügung stellen könntest. =)

  • Hi,

    außer Kieselalgen kann ich auch nichts erkennen.
    Was spricht denn dein Silikatwert? Nicht nur der im Becken sondern eher der im Osmosewasser ist interessant.

    Viele Grüße,
    Sabine

    Hobby zum Beruf gemacht - daher keine Privatbecken mehr :smiling_face:
    http://www.seaspirits.de
    ________________________________

    Nur was Menschen kennen, können sie lieben.
    Nur was Menschen lieben, werden sie schützen.

  • Hallo


    ich hatte Dich ja auch schon nach Deinem Osmosewasser gefragt.....

    Das müßtest Du auf jeden Fall mal auf den Leitwert überprüfen (kann vielleicht Dein Händler machen?)

    ich habe nach meiner osmose ein LW_ Messgerät geschaltet, da merk ich sofort, wenn da irgendwas ist.

    Ich denke auch wie Sabine, dass Du zumindest einen erhöhten Silikat-Wert hast.


    Ach so, hab jetzt nochmal neu gelesen.....Du hast also Leitungswasser verwendet?

    Hätte ich alles so nicht gemacht...soll nur ein Versuch werden?

    Versteh ich alles nicht so richtig...sorry

    Gruß Kathrin

  • Also zu dem Leitungswasser:

    Dieses ist ja zwischenzeitlich ja komplett ersetzt worden. Ich hatte nämlich bei der Rückwandgestaltung Probleme, entweder mit dem Kleber oder mit dem Gestein, genau konnte ich das nie herausfinden.
    Es gaste nämlich irgendetwas über dem Abschäumer raus und das stank doch sehr merkwürdig nach "chemie" oder irgendwie "seifig". Wie auch immer ich habe das Wasser analysieren lassen und konnte am Ende nichts herausfinden. hab auch viel probiert, z.B. massig Aktivkohle, Ozoneinsatz und sogar ein Salzsäurebad.

    Aus diesem Grund wollte ich das Becken ja auch komplett entsorgen und ganz von vorne anfangen doch bevor ich das tat, habe ich das Becken gesäubert, mit leitungswasser gefüllt, gesalzen und den alten Bodengrund verwendet.
    Das macht man normal nicht aber es sollte ein letzter Versuch werden um zu sehen ob dieser Geruch durch das Ausgasen letztendlich verschwindet.

    Das ist auch passiert und zwischenzeitlich habe ich das Wasser und den Bodengrund komplett ersetzt.
    Für das Wasser habe ich Osmosewasser genommen. Silikatfilter ist zwar dran gewesen, aber zu 100% komplett voll, d.h. mit Sicherheit habe ich auch Silikat drin.
    Leider habe ich kein funktionierenden Silikattest da zum messen und ich wollte mir eigentlich keinen neuen zulegen, den in der Vergangenheit habe ich den kaum gebraucht.

    Bei mir läuft zur Zeit ständig Silikat- und Phosphatadsorber und das Osmosewasser geht ja auch durch den nachgeschalteten Silikatfilter.
    Sobald irgendwelche Bodenbelege entstehen, wird der Silikatfilter erneuert.
    Das habe ich zwischenzeitlich auch getan, Silikatfilter (Mischbettharz) ist komplett neu.

    Was mich halt wundert, sind 1.) die massiven Belege und 2.) die vielen Luftbläschen an den Belegen.
    Da habe ich halt angst gehabt, dass dies nicht nur Kieselalgen sind sondern eben Goldalge, Dinos oder Cyanos.

    Die Kieselalgen stören mich nicht... die gehen schon irgendwann mal weg. Ich werde aber mal trotzdem Silikat messen oder messen lassen, mal sehen.

    Sind es aber wirklich nur Kieselalgen, dann hab ich damit eigentlich keine Probleme. Phalaena und Schnecken dezimieren das ganze schon, alles nur eine Frage der Zeit.

    Hoffe ich habe das jetzt genauer geschildert.

    Gruß

  • Also kleiner Statusbericht:

    Silikat habe ich mal mit meinen aubgelaufenene TM-Test gemessen und lag im Becken bei 0,25mg/l

    Mittlerweile sind die Belege samt Bläschen verschwunden. Dank Baggergrundel ist der Bodengrund auch wieder Schneeweis und jetzt kommen verstärkt Fadenalgen zum Vorschein.... darüber freuen sich aber auch wieder die Grundel....

    Fazit: ich denke das waren alles nur Kieselalgen... so viele, dass auch sehr viele Sauerstoffbläschen entstanden sind.

    Gruß

    Pinuccio

  • Hi,
    vergiss die Silikattests,meiner zeigt immer 0,25 an,ob Osmose wasser,Leitungswasser oder Beckenwasser.
    Gruß Stephan

    140x60x60,200er MWT-Abschäumer.,OR3500,Tunze6025+6060 ,20W-UV,4xT5(Aqua-conect),Technikbecken

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