Mein Anemonenfisch hat ?was?

  • Hallo erstmal,
    Gestern ist mir aufgefallen, dass mein Anemonenfisch an der linken Seite irgendetwas hat, was da definitiv vorgestern noch nicht war :(.
    Kann jemand erkennen, ob es eine Verletzung, ein Pilz, ein Geschwür oder was auch immer ist?

    Es ist eine hell verfärbte Stelle am Bauch, die insbesondre im Zentrum geschwollen zu sein scheint.

    Leider sind die Bilder etwas verschwommen, aber der Blödfisch ist einfach nicht fotogen. Ich hab schon ne halbe Stunde gesessen, um ihn überhaupt zu erwischen:

    Gestern sah es allerdings etwas dramatischer aus und die Schwellung ist etwas zurückgegangen, also hoffe ich, dass es eine inzwischen verheilende Verletzung ist.

    Außerdem sind noch mindestens 2 weitere meiner Fische krank: der desjardinii versucht sich ständig zu kratzen (zeigt aber sonst keine anderen Merkmale, dass irgendwas nich stimmt) und das Fuchsgesicht hat trübe Augen und sieht trotz unverringerten Appetits irgendwie ein bisschen mager aus. :frowning_face:

    Neu im Becken sind eigentlich nur seit 2 Wochen das Fuchsgesicht und ein C. tominiensis, die allerdings vorher schon 3 Wochen im Quarantänebecken geschwommen sind und dort unauffällig waren. Allerdings waren wir bis Sonntag Abend ne Woche weg und so kann ich nicht ganz genau sagen, was passiert ist...


    Gruß,
    Christina

    Ps: Ich werd sicherlich noch dazu kommen, mich vernünftig vorzustellen, nur sollte ich eigentlich schon längst unterwegs sein :O

    Einmal editiert, zuletzt von bochritho (23. September 2008 um 13:38)

  • Hallo Christina,

    auf den Bildern kann man nur ungefähr sehen, was mit dem Anemonenfisch nicht stimmt. Zusammen mit deiner Beschreibung würde ich auf eine Verletzung tippen, die hoffentlich wieder im Abklingen ist.

    Z. desjardinii:
    Ständiges "Kratzen" bzw. Scheuern an Gegenständen ist meistens ein Zeichen für irgendwelche Ektoparasiten, kann aber auch mal zum Verhaltensspektrum von im Aquarium gehaltenenen Fischen gehören. Wenn die Schleimhäute (weiße Stellen, Schleimbildung, Punkte ) keine Anhaltspunkte für Parasiten zeigen, die Atmung und das gesamte Verhalten ansonsten unauffällig sind, würde ich auf die zweite Variante tippen.

    Beim Fuchsgesicht klingt es eher nach dem typischen Fangschaden. Alle herausstehenden Körperteile wie Flossen und auch die Augen sind beim Kescherfang immer etwas gefährdet und nach dem Neuerwerb und Einsatz ins heimische Aquarium kommt es dann zu Infektionen. Trübe Augen deuten immer auf eine bakterielle Infektion hin, die meistens wieder verschwindet. Manchmal aber leider auch bei schweren Fällen zum vollständigen Erblinden des betroffenen Auges führt. Mit zusätzlicher Vitamingabe zum Futter und mehrfacher Fütterung zur Verbesserung der Kondition sollte die Geschichte wieder abklingen und sich bessern. Wenn das Auge allerdings schon massiv eingetrübt ist, helfen nur noch Antibiotika vom Tierarzt - wobei der Erfolg je nach Schädigung des Auges nicht immer gegeben ist.

    Das Fuchsgesicht ist auf nährstoffarme Pflanzenkost spezialisiert. Deshalb fressen sie meistens den ganzen Tag bzw. suchen das Becken nach Futter ab. Sie haben einen sehr langen Darm, der diese karge Kost entsprechend gut verdauen kann. Es ist deshalb sehr wichtig, ihnen möglichst wenig leicht verdauliche,tierische Nahrung zu verfüttern. Bei ausschließlicher Fütterung von tierischer Nahrung neigen sie zur Verfettung. Also mehrfach täglich mit pflanzlicher Kost füttern.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Torsten,
    vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort.
    Vielleicht schaffe ich es ja heute, ein besseres Foto zu machen. Leider ist er -wie fast alle Beckenbewohner außer den beiden alteingesessenen Doktoren- etwas kamerascheu und zappelt rum, wenn man ihn doch mal vor die Linse kriegt :grinning_squinting_face:

    Ich werde den Z. desjardinii weiter beobachten. Da er recht zutraulich ist, bin ich mir aber sicher, dass er bislang nicht auffälliges zeigt. Das plötzliche Auftreten hat mich nur etwas irritiert.

    Bei dem Fuchsgesicht könntest du recht haben. Vitamine haben die neuen von Anfang an dazu bekommen und wirkten recht fit, damit wollte ich die Nachbarn allerdings nicht überfordern.
    Solange es nicht schlimmer wird, werde ich das beibehalten und auf Genesung hoffen. Sehen kann er anscheinend noch ganz gut, es reicht zumindest zum Algen zupfen und vor mir in Deckung zu gehen sobald ich zu nah ans Becken komme :winking_face:

    Seit einiger Zeit fütteren ich grundsätzlich Nori als Grünbeilage. Solange ich noch Urlaub und Semesterferien habe, wird es auch kein Problem sein, das mehrmals täglich zu tun :smiling_face:

  • Ich habe heute durch das mehrfache Füttern die Gelegenheit gehabt, mir die "verletzte" Stelle kurz aus der Nähe anzusehen. Die Schwellung um die fragliche Stelle hat weiter abgenommen, der "Knubbel" im Zentrum ist tatsächlich ein Knubbel, rundlich und eher durchsichtig. Außerdem ist mir aufgefallen, dass er einen Riss in der Rückenflosse hat und ein Stück der rechten Brustflosse fehlt. Scheint so, als hätte er sich mit einem Mitbewohner gezofft.

    Was mir immer noch Sorgen macht, ist diese durchsichtige Erhebung. Ist das womöglich auch eine Infektion oder sieht der Heilungsprozess immer so aus?

  • Hallo Christina,

    durch eine Verletzung gibt es beim Heilungsprozess meistens auch Pigmentstörungen bzw. fehlen die Pigmente in der Haut und die Schleimhaut ist dort verdickt.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Danke Torsten, zumindest mir geht's jetzt besser :smiling_face:
    Außer angerissener Flossen gab es bisher keine Verletzungen, deshalb konnte ich es nicht deuten.

    Grüße
    Christina

  • Morgen Christina
    ..nur weil es Torsten noch nicht erwähnt hat...
    Sehr viele Aquarianer schwören auf Knoblauch als unterstützend Therapie bei allen möglichen Krankheiten. Einfach etwas Knoblauch öl aufs Futter träufeln. Soll die körpereigene Abwehr stärken und hat eine leicht antibiotische Wirkung. (Zumindest schadet es nicht :winking_face: )

    Gruß Lars

  • Hallo Lars,
    danke für den Tipp.

    Knoblauch habe ich in der Tat schon ausprobiert, allerdings wird das Futter dann immer zumindest von den Alteingesessenen etwas zögerlich gefressen (letztlich treibt's der Hunger wohl doch rein :grinning_squinting_face: )


    Gruß
    Christina

  • Hallo,
    leider scheint das alles noch nicht ganz ausgestanden zu sein :frowning_face:

    Nachdem die Schwellung zurückgegangen ist und sich zumindest ein Auge des Füchschens gebessert hat, ist nun auf der anderen Seite etwas Ähnliches aufgetreten.

    Das Fuchsgesicht habe ich gestern Abend dabei beobachtet, wie es eine Art "Schleim" (oder Haut) abgesondert hat, der noch eine Weile zusammenhängend im Becken trieb.

    Der Z. desjardinii hat offensichtlich Verdauungsprobleme und schwimmt mit eingekniffener Schwanzflosse und der Z. flavescens hat rund ums Skalpell eine Art "Flaum" die mich ein bisschen an durchsichtige Kristalle erinnert und die beiden verhalten sich neuerdings etwas agressiv zueinander.

    Die Atmung aller Fische ist etwas beschleunigt.

    Die übrigen 3 Bewohner sind weiterhin unauffällig. (Beim C. tominiensis bin ich mir nicht ganz so sicher, da er noch etwas schüchtern ist, aber auch aus der Nähe sieht er gesund aus.)

    Gruß
    Christina

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