Kleines Nord-/Ostseebecken, aber wie

  • Hallo,

    als Neuling in der salzigen Aquaristik (aber mit ca. 30 Jahren Erfahrung bei der süßen) möchte ich ein kleines (160l) Nord-/Ostseebecken in meinem kühlen Keller aufbauen. Z.Z. löst sich das Salz auf, in ca. 1 Woche gedenke ich zum Impfen Lebendgestein (wahrscheinlich tropisches, gibt es im Handel auch anders?) einzusetzen und in ca. 6 Wochen kommen wir von unserem Urlaub an der westlichen Ostsee wieder. Nun las ich, das es dort durch den noch relativ hohen Salzgehalt eine recht vielseitige Fauna geben soll (http://www.unterwasser-welt-ostsee.de). Interessieren würde mich (natürlich nicht alles auf einmal):

    - Pferdeaktinie
    - Seedahlien, -nelken
    - Schwämme
    - Seescheiden
    - Einsiedlerkrebse
    - Garnelen
    - Seesterne (Asterias rubens) oder Schlangensterne
    - Grundeln?

    Dazu gedachte ich höhere Rot- und Grünalgen mit einzusetzen. Dazu hätte ich einige Fragen:

    - Gibt es bei der Zusammenstellung Kombinationen die man vermeiden sollte? Z.B. befürchte ich, das ein
    A. rubens alles andere als Futter ansieht.
    - Kann man algenfressende Nacktschnecken im Aquarium halten und ernähren?
    - Bekommt man höhere Rot und Grünalgen auf lange Sicht erhalten, Von Braunalgen las ich, die würden binnen Tagen absterben?
    - Hat jemand Erfahrungen mit einem reinen Nordseebecken?

    Die eigendlichen Fragen kommen sicher erst wenn ich die Tierlien hier habe, ich möchte aber nicht der Mutter Natur entreißen was von vornherein keine Aussicht auf Erhalt im Aquarium hat.

    Vielen Dank und beste Grüße, Olaf.

  • hi olaf,

    nun, im prinzip ist es nicht anders zu handhaben wie übliche, tropische becken....

    mit der ausnahme der klein zu haltenden temperaturen und der nicht so hohen anforderungen an die beleuchtung.

    die rubens werden m. e. in der hauptsache miesmuscheln fressen und wenn du ausreichend mitnimmst, hast du immer lebendes futter - zumindest eine zeit lang....aber eine reserve lässt sich ja auch einfrieren.
    tote garnelen o. äh. geht allerdings auch.

    rot-grünalgen unterliegen einem winter-sommerzyklus und werden daher schon nicht dauerhaft wachsen.

    inwieweit sie nach ihnrem absterben wieder kommen, kann ich nicht sagen...

    gibts denn in der ostsee algenfressende nacktschnecken?

  • Hallo Olaf!

    Als Ostseeanwohner und 40jähriger Ostseeaquarianer rate ich Dir, die Finger von so einem Projekt zu lassen. Und zwar aus zweierlei Gründen:
    1. Die Tiere vertragen auf Dauer keine Zimmertemperaturen
    und 2. gibt es nicht wirklich Ostssetiere, sondern es handelt sich entweder um Nordsee- oder Süßwassereinwanderer.
    Alle von Dir aufgezählten Tiere, mit Ausnahme einiger Grundeln (übrigens meist sehr aggressive Fische) stammen aus der Nordsee, weshalb Du also zwingend Temperaturen haben solltest, die im Winter 15°C deutlich unterschreiten und gute Abschäumtechnik benötigst, weil viele Filtrierer dabei sind.

    Gabel und Blasentang sind ganz gut haltbar.

    Ich denke ein Mittelmeeraquarium ist wesentlich besser und einfacher zu machen und enthält ähnliche oder sogar gleiche Tiere (Garnelen, Pferdeaktinien).
    Außerdem gibts da lustige Blenniden!

    (Wenn das Wetter so weitermacht, gibt´s die allerdings auch bald in der Ostsee :))

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

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