Baggergrundel mit Adipositas

  • Hallo,

    auch ich hab seid geraumer Zeit Probs mit meiner Grundel und da ich in 3 Tagen für ne Woche wegfahre, bin ich mir nicht sicher, was ich machen soll.
    Die Grundel hat diese Ausmaße seit ca. 3 Monaten zugelegt. Sie frißt und zeigt sonst keine Auffälligkeiten.
    Gesund ist der Bauch aber definitv nicht. Ich habe nun Bedenken, dass sie bald ablebt und warum sollte sie das nicht tun, wenn man im Urlaub ist. Das Becken wird in der Woche nur 1x tgl. durch meine Oldies beobachtet, ob alles funzt. Die könnten in solchem Fall nichts machen. Ich hab ja noch nichtmal ne Ahnung, was das sein könnte. Wenn krank, würde ich sie lieber gleich erlösen.

    Gruss
    Mario

  • Seit ca. 3 Monaten wird sie immer dicker. Mittlerweile hat sie auch ne kleine Hautschädigung an der Plauze, so als ob Schuppen fehlen. Durchmesser ca. 3-4 mm.

  • Hallo Mario,

    wenn es ein Süßwasserfisch wäre, würde ich sagen, die Grundel hat infektiöse Bauchwassersucht. Bei Meerwasserfischen habe ich diese Erkrankung aber so noch nicht beobachtet. Hier könnte eine Form von Nierenversagen vorliegen. Aufgenommene Flüssigkeiten sammeln sich im Körper an, der Leib des Fisches ist stark geschwollen. Weitere Symptome sind irgendwann herausstehende Augen und abstehende Schuppen (Schuppensträube). Da sich der Zustand aber schon über 3 Monate entwickelt, wäre sie bei einem akuten Nierenversagen schon lange gestorben. Es könnte daher auch ein Tumor sein, der nach und nach wächst.

    In der freien Natur würde die Grundel schnell einem Freßfeind zum Opfer fallen, da sie wahrscheinlich in ihrer Beweglichkeit inzwsichen eingeschränkt sein dürfte. Das Fehlen von Schuppen ist die Folge des enormen Umfangs, das Gewebe geht irgendwann nicht mehr mit. Heilbar ist dieser Zustand sicher nicht- wie lange sie das noch überlebt, kann ich auch nicht sagen.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Thorsten,

    ich denke, dass es ein Tumor ist. Muss aber dazu sagen, dass sie sich nachwievor putzmunter im Wasser bewegt, ordentlich baggert und frisst.
    Zuerst dachte ich ja, die hätte beim umpflügen ggf. nen Stein verschluckt, der nun vorm After den Ausgang blockiert. Der Kot kommt in ca. 1mm dünnen Faden raus und das dürfte bei der Grösse des Fisches nicht normal sein, wenn ich sehe, welche Balken meine anderen Fische absetzen. Kann aber auch an einem Tumor liegen, der das Darmlumen verengt.

    Ich hab jetzt echt bedenken, dass sie während meiner Abwesenheit die Flossen hochreisst und mir das Becken versaut. Meine Oldies können danicht so schnell handeln, weil unerfahren. Mein nächster Händler würde zwar im Notfall kommen, ist aber auch nicht immer da.
    Na hoffen wir, dass sie die eine Woche noch überlebt, denn rausgefangen bekomme ich sie nicht oder hat jemand nen handfesten Tip?

    Gruss
    Mario

  • Ich habe sie eben rausgeangelt und in den Fischhimmel entlassen. RIP
    Als Krankenpfleger mit langjähriger Berufserfahrung in der Humanmedizin würde ich auf eine Leberzirrhose mit Aszites tippen.
    Habe den Bauch punktiert und gut 14 ml eiterfarbenes Wasser rausgeholt. Wäre die im Becken verstorben und die Einsiedler hätten sie angeknabbert, wäre das wohl im Becken richtig schief gegangen.

    Gruss
    Mario

  • Jetzt habe ich hinter der Leberzirrhose den Zwinkersmilie vergessen.

    Salvelinus hat wohl recht gehabt. Ne "schöne" ausgeprägte infektiöse Bauchwassersucht wird es wohl gewesen sein.
    Schade um das schöne Tier, meine Korallen wird es wohl aber freuen, da sie endlich nicht mehr zugeschüttet werden. So eine kommt mir nicht wieder ins Becken.

    Gruss
    Mario

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