Schwarzer Sand als Bodengrund

  • Hi Forum,

    Möglichst schneeweißer, feiner Sand hat sich in den letzten Jahren ja allgemein als Bodengrund durchgesetzt.

    Wenn man aber Unterwasseraufnahmen etwa von substratgebundenen Grundeln z.B. aus den Gattungen Stonogobiops, Cryptocentrus, Amblyeleotris, Ctenogobius usw. anschaut, fällt in vielen Fällen der dunkle, meist grau-schwarze Sand auf.

    Dieser ist zwar allein nicht wirklich schön, bietet jedoch einen recht ästhetischen Kontrast zu den Grundeln, insbesondere zu denen mit heller Grundfärbung.

    Was ich mich frage:

    - Wie unterscheidet sich dieser Sand chemisch im Vergleich zu weißem Aragonit-Sand?

    - Was spricht gegen eine Verwendung im Aquarium?

    - Woher bekommt man solchen Sand?

    Natürlich soll es nicht irgendein schwarzes Zeug, sondern schon etwas authentisches sein.

    Die Firma Carib Sea bietet zwar eine entsprechende Live-Sand-Mischung namens „Indo-Pacific Black“ an, aber leider konnte ich dieses Produkt bisher nicht in D sichten.

    Für ein großes Aquarium wäre mir diese Sandfarbe schon etwas zu exotisch, aber es würde mich sehr reizen, mein neues Grundel-Nano damit einzurichten.

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo,

    Mein erster Gedanke zu dem Thema wäre nun, dass schwarzer Sand vor allem vulkanischen Ursprungs ist- vor allem auf jeden Fall der, den du im Laden kaufst(es sei denn er ist gefärbt- aber der scheidet ja sowieso aus). Und von dem würde ich persönlich Abstand nehmen, da du darin, wie auch in Vulkangestein, ja alle möglichen Einschlüsse haben kannst, unter anderem auch diverse Schwermetalle, was für die Beckenbiologie nicht allzu schön sein dürfte; zumal die Firmen die sowas in Deutschland verkaufen meist darauf auch keinerlei Wert legen.

    Allerdings würden mich Erfahrungen mit dem von dir genannten Produkt auch reizen, da dieses ja nun wiederum von einer Firma stammt die sich etwas näher mit der Aquaristik auseinandersetzt und dementsprechend unbedenklich sein müsste- schade, dass man das hier nicht bekommt.

  • Hi Jannes,

    Ja, das ist genau der Punkt, den ich meine. Daher fragte ich auch nach der Chemie.

    Will ja nicht irgendeinen Murks im Aqua haben, der einfach auf schwarz getrimmt wurde. Sollte schon was ordentliches sein. Und ich kann mir fast nicht vorstellen, dass Carib Sea den Sand einfach färbt...oder doch?

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo,

    Naja, um die Chemie auseinanderzusetzen bräuchte man wohl schon eine magische Kristallkugel, denn "schwarzer Sand" sieht zwar gleich aus, aber ists innerlich noch lange nicht- das kommt wahrscheinlich nicht nur sehr auf das Herkunftsgebiet, sondern auch auf jeden einzelnen Stein(bzw. Sandkorn) an, was da gerade drin ist.

    Ich glaube zwar nicht, dass Carib Sea den Sand färbt, fraglich ist allerdings, ob sie den nicht einfach wie normalen Life Sand vom Meeresboden holen, ohne Rücksicht darauf, welchen Effekt das auf die Beckenbiologie hätte.

    Wenn man wüsste, inwieweit der Farbstoff mit Wasser reagiert, dann wäre normal gefärbter Murks vielleicht noch das beste in dem Fall, denn es wäre Sand ohne Einschlüsse, nur eben in schwarz :grinning_squinting_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Jannes Freiberg (29. Juli 2007 um 19:50)

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass schwarzer Sand vulkanischen Ursprunges für Meerwasserbecken geeignet ist. Wenn der Sand aus dem Meer stammt, dann würde ich annehmen, dass die meisten Sachen, die sich lösen können, schon heraus sind.
    Es gibt ja auch z.B. Nature's Ocean Black Beach Sand. Vielleicht suchst du einfach mal auf Reefcentral, was dort so für Erfahrungen gemacht worden sind.
    Die Frage ist nur ob sich deine Grundeln dabei wohl fühlen. Dass sie Hell sind hat ja vermutlich einen bestimmten Grund :smiling_face:

  • Hi,
    spricht gegen schwarzen Sand außer der möglichen unbrauchbaren Chemie nicht auch die Tatsache, dass schwarz Licht absorbiert?
    Gruß Silvia

  • Hi,
    ja ich weiß, aber da uns nicht annähernd die Nachahmung der Lichtverhältnisse im Meer gelingen werden, sollten wir auch das mitnehmen, was zurückgestrahlt wird. Ich bin überzeugt, dass Korallen und co auch daraus ihren Nutzen ziehen!
    Gruß Silvia

  • Es gibt sicher auch Riffe mit schwarzem Sand :winking_face:
    Es müssen ja nicht immer Korallen gehalten werden. Abgesehen davon unterscheidet sich das Licht im Aquarium sowieso fundamental von dem im Riff. Schon alleine die Tatsache, dass sich das Licht im Riff im Tagesverlauf drastisch ändert etc.

  • Hallo,
    wo denn? Würde mich interessieren. Soweit ich gelernt habe, besteht der Sand um Riffe aus uralten zermahlenen Korallen und die sind in diesem Zustand bekanntlich weiß bzw hell.
    Außerdem geht es mir bei meiner Annahme nicht um die unterschiedlichen Tagesschwankungen, sondern um die Menge des Lichts an sich, die dort den ganzen Tag über zur Verfügung steht und wir niemals nachspielen können!

    Aber wenn keine Korallen ins Riff kommen sollen und es ein Fischbecken bleibt, müßte es klappen
    Gruß Silvia

  • Hi zusammen,

    Super, dass sich schon so eine muntere Diskussion entwickelt hat :smiling_face:

    @Stefan
    Die RC Suche habe ich schon bemüht, aber um diese Tageszeit, absolut keine Chance.

    @ Ahyan
    Danke für den Link. Wobei ich mich bei solchen Shops immer Frage, ob die das auch liefern können. Naja, mal schauen.

    @Sylvia
    Natürlich ist unter beleuchtungstechnischen Aspekten weißer Sand besser. Aber um Licht geht es mir nicht. Wird wie gesagt ein ganz kleines Grundelbecken, eher ein FOWLR, höchstens mit ein paar Krusten und Scheiben.

    Und bei einer vernünftigen Beleuchtung - und die wird es geben - käme ganz bestimmt noch genug Licht an die Korallen. Denn auf diese trifft es ja zuerst und erst dann auf den Sand.

    Übrigens bin ich ja nicht nur auf diese Idee gekommen, weil ich das ganz ansehnlich finde, sondern weil ich die natürlichen Bedingungen nachahmen möchte, die man auf Naturaufnahmen solcher Grundeln findet.

    Such mal bei Fishbase oder im Fischatlas nach den genannten Gattungen und schau, wie viele Bilder weißen Sand zeigen...

    Viele Grüße
    Inken

  • Na da sollte doch jemand zu finden sein der diesen Sommer nach Lanzarote fliegt, dann er kann er ja mal ein paar Kilos mitbringen vom "schwarzen Strand". In einem Schauaquarium auf Lanzarote haben die ein paar Becken komplett mit dem einheimischen Lavagestein und Sand dekoriert. Diese Becken waren auch noch sehr klein, denke nicht das diese noch das Wasser mit Schwermetallen belasten wenn die Körner einige Jahre die Brandung hoch und runter rollen. Ansonsten habe ich ein paar der Steine / Mud meines Krebstransportes von Lanzarote letztes Jahr in mein Reugium gepackt konnte nichts negatives bemerken.

    Gruß
    Marc

  • Hi,
    sind denn da um Lanzerote auch ordentlich Korallen auf den Riffen?
    Auf jeden Fall sieht es bestimmt toll aus!
    Gruß Silvia

  • Hallo Silvia,
    was heißt für Dich ordentlich? Ist halt Atlantik und das was man dort wohl finden kann hat wohl eher weniger mit unserern bunten Kübeln zuhause zu tun :D... Ab 40m tiefe findet man wohl vereinzelt sogenannte "schwarze korallen", da ich aber selber nur schnorchele kann ich das nur vom höheren sagen weitergeben. Bilder davon habe ich leider auch noch keine gesehen wird aber überall in Tauchbeschreibungen erwähnt!

    Gruß
    Marc

  • albatros: Im Riff z.B. auf dem Riffdach hat man häufig als Boden nur Gestein (kein weißes), gar keinen Sand. Auf dem Riffdach stehen die Acroporas aber am dichtesten. Den Korallen dürfte der Sand damit relativ egal sein :smiling_face:

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