Reaktion auf Phosphatabsorber

  • Hallo Forianer,

    meine Frage an euch:

    vor zwei Wochen habe ich meinen Phosphatfilter neu befüllt und angeschlossen. Er lief mehrere Wochen nicht, da ich kein Substrat bekam (Händler wartete immer auf Lieferung), und meine Werte zwischen 0 und 0,05 lagen, m.E. nicht besorgniserregend. Nachdem die Werte auf 0,15 gestiegen sind, habe ich eben den Filter wieder in Betrieb genommen.

    Kurz darauf schloss sich mein Sarcophyton und ging bis heute nicht mehr auf. Der kleine Ableger von dem Tier (Kirschgroß) verhielt sich ebenso. Allerdings ist er seit zwei Tagen wieder offen. Nur das Muttertier ist immer noch geschlossen und macht mir schon etwas Sorgen :frowning_face: . Es bilden sich bereits Algenbeläge auf der Scheibe.

    Kann es sein, dass durch den Nährstoffentzug die Koralle derart empfindlich reagiert? Meine anderen Korallen haben sich nicht verändert.

    Vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Gruss
    Gabi


    P.S. Meine restlichen Wasserwerte haben sind gleich geblieben.

  • tag hexe,

    nun, ich kenne solche reaktionen auch.

    aber meisst nur wenn man nach dem motto:' viel hilft viel'
    verfährt.

    nach einigen tagen des muxens sollte aber der normale öffnungszustand wieder erreicht sein.

  • Hallo Gabi,

    ich habe auch die Erfahrung gemacht, das Lederkorallen sehr emfindlich auf Veränderungen im Nährstoffgehalt reagieren, das gilt für beide Seiten, also eine plötzliche Absenkung der Nährstoffe wie auch eine plötzliche Erhöhung. Das Problem bei der schnellen Absenkung z.B. von Phosphat ist, das ein Nährelement wie Stickstoff in Form von Ammonium und/oder Nitrat in seiner Verfügbarkeit gleich bleibt, aber das Phosphat zu schnell und stark abgesenkt wird, so dass in Relation zur Stickstoffverfügbarkeit nicht ausreichend Phosphor zur Verfügung steht: das nennt man dann Wachstumslimitierung oder man sagt, Phosphat ist der wachtumslimitierende Faktor.
    Natürlich kann und soll man zu hohe Phosphatgehalte senken, aber prinzipiell besser langsam mit kleineren Mengen an Phosphatadsorbern. Und man sollte auch gleichzeitig den Stickstoffgehalt mit Absenken, wenn dies möglich ist. Es ist nie richtig gut, wenn ein Nährelement gegenüber einem anderen überproportional vorhanden ist.

    Übrigens: Die Dinger heißen Phosphatadsorber, mit "D", das hat mit Absorption nichts zu tun. Als Adsorption bezeichnet man die Bindungswechselwirkung zweier Substanzen, wobei die Adsorbersubstanz meist eine Festsubstanz ist (wie bei uns z.B. Eisenoxidkörnchen). Das ist jetzt nicht auf Dich gemünzt, Gabi, sondern das wird allgemein immer wieder falsch geschrieben.

    H Hersteller

  • Hallo,

    nochwas zum Themen-"Exkurs" von Jörg.

    Zur Unterscheidung:

    Zitat

    Absorbtion
    Bei der Absorption wird von einem Gegenstand Schall, Materie oder Strahlung, z.B. Sonnenstrahlung, aufgenommen und von der absorbierenden Materie in Wärme umgewandelt. Dunkle Flächen absorbieren besser als helle.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Jörg,

    danke für deine ausführliche Antwort und die Rechtschreibkorrektur. Ich weiss ja eigentlich, dass man das mit "D" schreibt, aber irgendwie spricht es sich mit "B" leichter, infolge dessen schreibe ich es automatisch falsch :grinning_squinting_face: .

    Zur Menge des Phosphatadsorbers: Mein Filter fasst 1 Liter Substrat Antiphos. Diese Menge ist eigentlich nur für 400 l ausgelegt, deshalb wundert es mich, dass ich bei meinen 650 l eine solche Reaktion beobachten musste. Es bezieht sich ja auch nur auf die eine Sarcophyton. Meine anderen Lederkorallen haben keine Veränderung gezeigt. Ist wohl eine kleine Mimose. Ich kann nur hoffen, dass sie sich wieder erholt.

    Laut Angabe von Thomas Pohl könnte ich mir beim Einsatz von Zeovit den Phosphatfilter sparen. Nur leider hat es bei mir vorher nicht funktioniert, da ich trotz Zeovit Phospat messen konnte. Vielleicht hätte ich öfter Baks füttern sollen.

    Gruss
    Gabi

  • Prinzipiell wird das Zeovit Phosphat nicht binden, folglich ist es auch kein Adsorber. Vielmehr gibt das Zeovit sehr schnell nach dem Einsetzen Eisen und Mangan an das Wasser ab. Eisen und Mangan reagieren in einer Fällungsreaktion mit anorganischem Phosphat und bilden unlösliche Eisen- und Manganphosphate. Im Prinzip kann man das mit den Flüssigphosphatadsorbern vergleichen, die man ins Becken schüttet. Dann beobachtet man, wenn Phosphate vorhanden sind, eine starke Trübung und der Abschäumer fängt an zu "kochen". Dabei wird ein Großeil der ausgefällten Phosphate abgeschäumt, aber es wird sich immer eine mehr oder weniger große Menge an ausgefälltem Phosphat im Becken ablagern. Und das ist nicht gut.
    Beim Zeovit ist es jedoch so, das aufgrund der geringeren Mengen an Eisen und Mangan und über die kontinuierliche Abgabe dieser Substanzen im Laufe der ersten Tage und ersten Wochen, die sehr feinen Niederschläge im Wasser verbleiben und dann effektiv abgeschäumt werden können.
    Darüber hinaus gibt es noch einen wichtigen Punkt: diese Phosphatniederschläge sind so fein, das sie ähnlich wie Kolloide wirken und sich viele andere im Wasser gelöste Substanzen daran anlagern. Das ist der Grund, warum innerhalb von 24 h das Wasser kristall klar wird und sich der Abschäumtopf dunkel färbt.

    Nun aber zur Aussage von Thomas: prinzipiell hat er recht, aber man muß es auf das individuelle Becken anpassen. Es kann bei einem hohen Fischbesatz und intensiver Fütterung auch nicht Ausreichen, Phosphat ausschliesslich mit dem Zeovit zu entfernen. Dann muß man in solchen Fällen auch zu zusätzlichen Phosphatadsorbern zurückgreifen.

    H Hersteller

  • Danke Jörg, was täten wir nur ohne dich? :] :smiling_face: :]

    deine Antworten sind wie immer sehr informativ, auch wenn ich sie ebenfalls zweimal lesen muss. Chemie war nicht meine Stärke.

    Herzliche Grüsse
    Gabi

  • Hallo Jörg,
    Es kann bei einem hohen Fischbesatz und intensiver Fütterung auch nicht Ausreichen, Phosphat ausschliesslich mit dem Zeovit zu entfernen. Dann muß man in solchen Fällen auch zu zusätzlichen Phosphatadsorbern zurückgreifen.

    Genau so ist es und nicht anders. Mann muss halt schon bislle beobachten und schauen bis man die für sein Aqua betste Möglichkeit gefunden hatt, wäre ja auch langweilig wenn einfach was dranne und alles bestens. Würde ja keinen Spaß mehr machen :grinning_squinting_face:

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