Sachen aus dem Mittelmeer mitnehmen ohne sich strafbar zu machen?

  • Hi,
    ich habe vor im Sommer mit Freunden Nach Italien ans Mittelmeer zu fahren, und wollte einfach mal wissen wie das wäre wenn ich etwas ganz tolles da im Meer finden würde :grinning_squinting_face:
    Wie sieht das mit der einreise aus? Ist das überhaupt legal einfach so dem Meer Sachen zu entnehmen? WWie siehts mit Zoll aus? Ist der hoch?
    Ich fahre nicht extra fürs fischen dahin, aber natürlich wäre es nett wenn ich noch einen schönen Krebs oder eine Koralle mitnehmen könnte

    Liebe Grüße
    Till

  • Hallo Till,

    solange du keine geschützten Tiere mitnimmst sollte es keine Probleme geben. Allerdings habe ich
    gehört, dass manchmal Kontrollen gemacht werden, und wenn das alles zu "professionell" aussieht, dass
    dann Handel vermutet wird..aber wenns eh nur einige Tiere wie Einsiedler, Blennies, Wachsrosen und
    Erdbeerrosen sind, who cares :winking_face:

    Meine Tiere sind aus Spanien, von dort sind mir keinerlei Sanktionen bekannt, wobei ich die immer
    mitgebracht bekomme! War also selbst nicht vor Ort.

  • Hallo Till,

    wohin fährst Du denn nach Italien und an welche Korallen hast Du da gedacht?
    Die Auswahl im Mittelmeer ist da eigentlich nicht so groß.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hi,
    ich fahre in die nähe von Neapel, also schon an der Küste. Ich will einfach mal schauen wenn ich was finde ist gut und wenn nicht eben nicht. Aber ich wollte nur Wirbellose, keine Fische. Würde mir dann ein gutes Bestimmungsbuch kaufen damit ich nix giftiges oder sonstiges fang :O
    Aber ich fahre mit dem Reisebus, und die Fahrt dauert ca. 20 Stunden. Geht das in Ordnung?

  • Hallo Till,

    das ist schon eine ziemlich lange Zeit. Und dann wird wahrscheinlich auch die Temperatur (besonders mit dem Bus) eine Rolle spielen.
    Am besten geht da wohl noch eine Kühlbox.
    Pferdeaktinien, Wachsrosen, Wittwenrosen können das zeitlich schon aushalten.
    Schnecken (aber nicht zu viele pro Behälter).
    Und Einsiedler, wenn sie richtig transportiert werden.

    Viel anderes, was in unseren Becken haltbar ist wirst Du nicht so einfach finden (Garnelen werden den Transport nicht packen).

    Ein Bestimmungsbuch ist, wenn Du schnorchelst allemal interessant, wobei es leider am Markt nicht allzu viel (gutes) gibt.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hi,
    würd dir den Kosmos Naturführer "Was lebt im Mittelmeer" (oder so ähnlich) empfehlen. Da kannst du dich schon vorher informieren, und dann siehst du ja, was es dort gibt. 20 Stunden sind aber nach meiner Erfahrung schon seeehr lang. Eventuell eine batteriebetriebene Luftpumpe (Fischereizubehör) und ausreichend Batterien mitnehmen.
    Viel Erfolg,
    Wolfgang

  • Hi,
    ich hab auch eher so an Pferdeaktinen und Einsiedler gedacht.
    Meint ihr mit Kühlbox eine normale Box mit der man im Sommer auch Eis kauft? Da ist die Mitnahme vielleicht ein wenig schwer.
    Was meinst du mit Ludtpumpe? So etwas wie eine Membranpumpe nur mit Batterien?

    Grüße Till

  • Hi Till,

    ja, ich glaube Wolfgang meint eine Membranpumpe.

    Noch eine Literaturempfehlung: "Farbatlas Mittelmeerfauna Niedere Tiere und Fische" ISBN 3-8001-7368-9
    ist neben dem von Wolfgang Kosmos Naturführer "Was lebt im Mittelmeer" immer bei mir im Urlaubsgepäck.

    Gruss
    Willi

  • Hi,
    glaube es ist eine Membranpumpe.
    Kosten so um die 15 - 20.- Euro.
    Mit 2 Mono Batterien oder Accus gehen die so 8 Stunden.
    Habe ich bei einem Transport aus Kroatien eingesetzt.
    Mußt nur was unterlegen und was drüber, weil die sind nicht gabnz leise.
    Ev ein kleines Gefäß das unter den Sitz paßt, und die Einsiedler und die Aktinien mit Aufzuchtbehältern
    auseinanderhalten.
    Nicht das die Einsiedler weg und die Anemonen satt sind :smiling_face_with_sunglasses:

    Gruß,
    Wolfgang

  • Hy,

    ich hab den Sommer aehnliches vor. Werde auch vollgepackt wiederkommen. Dafuer baue ich mir selber noch ne wasserdichte Holzkiste mit Dämmung in der es auch einen Wasserkreislauf geben wird. Darin werden dann die Tiere in separaten Platikboxen gestapelt und das ganze wird belüftet.

    N paar Einsielder usw. kannst sicher in ner normalen Thermobox transportieren. Im Bus halt so verstauen, dass sie nicht überhitzt / auskühlt - also am besten im Passagierraum ...

    Hoffe ich bekomm viel lebend hoch .. und hoffe noch mehr, dass mein grosses Becken bis dahin steht :smiling_face:

    Dir Bücher schau ich mir auch mal an :smiling_face:

    Gruß
    Roger

  • Hallo an alle,
    fast 2x im Jahr fahre ich mit dem Auto/Fähre nach Griechenland (insgesamt ca. 48 Stunden) und jedesmal bringe ich etwas auf dem Rückweg mit. Am Anfang mußte ich leider probieren, aber inzwischen habe ich den Dreh raus.
    Für den Transport habe ich einen Styropur-Box mit Deckel (bekommt man in Meerwasser-Geschäften, wenn man da einkauft) und einige 1 Liter Eisbehälter die gut schließen, z.B. Cassie usw.
    Für Einsiedler kommt dann etwas nasser Bodengrund aus dem Meer rein und pro Behälter ca. 5 Einsiedler ohne Wasser, bei den Schnecken das gleiche, da kann man 10 Tiere pro Behälter nehmen, aber auch ohne Wasser. Garnelen bringe ich nur im Herbst mit, da ich nur Jungtiere mitnehme. Die kommen zu ca. 6 Tieren mit ca. 500 ml Meerwasser in den Behälter, noch etwas Seegras oder Meeressalat mit hinein zum festhalten. Überall die Deckel fest darauf. Dann habe ich ca. 5 1,5 Liter Wasserflaschen randvoll mit Meerwasser dabei, da mache ich zwischendurch (2 bis 3 Mal) vorsichtigen Wasserwechsel unterwegs.
    Mit dieser Methode habe ich keine Ausfälle unterwegs gehabt.
    Natürlich die Tiere zu Hause ganz langsam an das eigene Meerwasser gewöhnen (ca. 1 Stunde mit der Tropf-Methode) und dann rein ins AQ.
    So habe ich bisher Einsiedler, Schnecken, Erdbeerrose, Wachsrosen und Meeressalat mitgebracht.
    Der Mittelmeer-Farbatlas, den Willi empfiehlt, gehört auch zu meiner Reise-Lektüre.
    So denke ich, daß man auch mit dem Bus Tiere mitbringen kann.
    Liebe Grüße
    Astrid

  • Schnecken und Einsiedler ohne Wasser? gräbst du sie im nassen bodengrund ein oder was? vertrocknen die dir nicht bei 48 Stunden?

  • Hi Till,

    das was Astrid vorgeschlägt funktioniert, da Einsiedler und Schnecken, wenn sie nicht lange Zeit direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, das abkönnen ohne Schaden zu nehmen.
    Ich würde es zwar nicht machen, aber sei´s drum.

    Gruss
    Willi

  • Hallo Till,
    ich hatte geschrieben, daß ich die Tiere ohne Wasser mit nassem Bodengrund transportiere und daß ich 3x Wasserwechsel mache, das heißt: wenn wir Pause machen bekommen die Tiere Wasser und wenn es wieder losgeht wird das Wasser vorsichtig abgegossen.
    Die ersten Male habe ich sie mit Wasser transportiert und da sind mir ca. 90% auf der Strecke geblieben. Seit ich sie ohne Wasser transportiere, habe ich keine Verluste mehr.
    Liebe Grüße
    Astrid

  • Hallo,

    Zitat

    Und Einsiedler, wenn sie richtig transportiert werden.

    warum meint ihr das ich das geschrieben hab...
    Astrid hat schon recht.

    Entweder ohne Wasser oder ganz wenige Einsiedler in einem entsprechend großen Gefäß mit Wasser (in einem 1 Liter Glas nicht mehr als 5) (so meine Erfahrung) - sonst gibts Ausfälle bei einem Transport der mehrere Stunden dauert

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hi,

    Zitat

    Original von Astrid
    fast 2x im Jahr fahre ich mit dem Auto/Fähre nach Griechenland (insgesamt ca. 48 Stunden) und jedesmal bringe ich etwas auf dem Rückweg mit. Am Anfang mußte ich leider probieren, aber inzwischen habe ich den Dreh raus.

    und die Tiere steckst du alle in deine Aquarien :confused_face:

  • Hallo Klaus,
    natürlich sind die nicht alle für mich. Da ich einer Meerwasser-Gruppe angehöre, freuen sich die anderen, wenn ich ihnen was mitbrnge (meist Vorbestellungen), außerdem hat mich schon ein Zoogeschäft angesprochen, die hätten in Zukunft auch gerne was. Insgesamt habe ich in meinen AQ´s ca. 30 Garnelen, 50 Einsiedler und 40 verschiedene Schnecken, außerdem eine Erdbeerrose (die bekomme ich schlecht von den Felsen) und ein paar Wachsrosen.
    Liebe Grüße
    Astrid

  • H(a)i!
    Noch ein paar Anmerkungen zum Transport:

    [list=a]Nie Anemonen mit anderen Tieren gemeinsam transportieren. Es besteht die Gefahr, dass beim Herumschwappen zuviel Nesselgift freigesetzt wird und die anderen Tiere tötet.

    Pferdeaktinien sind beim Transport sehr robust im Gegensatz zu Wachsrosen, diese neigen zu Quetschungen. Auch eine Mittelmeer Glasrose ist sehr empfehlenswert oder ein Seemannsliebchen.

    Keine Steine, auch nicht noch so kleine, mit den Tieren vergesellschaften. Duch das Schütteln besteht aktute Steinschlaggefaht!

    Sehr gut zum Transport eignen sich 5l Pet Flaschen. (Gibt es im Süden überall für Trinkwasser.)

    Flasche maximal zu 1/3 füllen. Daumen pi viertel für 20h max. 5cm Fisch in einer 5l Flasche.

    20 Stunden Transport sind kein Problem, nur auf die Temeratur achten und unmittelbar vor der Abfahrt frisches Meerwasser verwenden.

    Napfschnecken aus dem Brandungsbereich sind sehr empfindlich bei der Eingewöhnung, danach aber sehr gut haltbar und vermehren sich auch im Aquarium. Unbeding in der Anfangszeit für genügend Wellengang sorgen. Andere Schnecken aus dem Brandungs und Seichtwasserbereich sind gut haltbar. Achtung nicht alle sind Algenfressen!

    Felseneinsiedler prügeln sich gerne untereinander. Ev. nur 1 Stück pro Becken. Sonst auf gleich große Tiere achten. Unbeding auch vorsorglich an leere, größere, Schneckenhäuser zum Umziehen denken wenn die Tiere wachsen.

    Seeigel, bevorzugt Seinseeigel, Seesterne, Schlangenseesterne und Röhrenwürmer ebenfalls jeweils nach Art separtat transportieren und die Flasche zu 100% füllen. Die Tiere dürfen nicht mit Luft in Berührung kommen. Nicht einmal kurz beim Umpacken!

    Caulerpa prolifera (Mittelmeercaulerpa) feucht, z.B. in zwei halbierte und ineinandergeschobene Petfalschen verpacken. Caulerpa racemosa am Besten unter Wasser transportieren. Nicht quetschen!

    Meersalat wächt im Aquarium ebenfalls recht gut. Mit einenm kleinen Stein einbringen.
    [/list=a]

    Alle Steine, Algen und Tiere im ungeheizten Becke pflegen! Sie danken mit einen langen Leben. Mit meinen Tips sollten die Ausfälle NULL sein. Ausser ein Tier war schon krank.

    Zusätzlich zum bereits vorgeschlagen Buch: Was lebt im Mittelmeer.
    [list=a]
    Niedere Tiere: Mittelmeer und Atlantik von Peter Wirtz und Helmut Debelius
    Fische: Mittelmeer und Atlantik von Peter Wirtz
    Mergus Mittelmeeratlas Fische
    Rupert Riedl: Fauna und Flora der Adria. Fauna und Flora des Mittelmeers (beide vergriffen, wissenschaftliche Werke)
    [/list=a]
    Viel Erfolg!

    PS.: Unbeding das öffentliche Auquarium der Universität Neapel besuchen! Es ist auf die Fauna und Flora der Bucht von Sorrent und Costa Amalfitana spezialisiert. Zu finde im Park beim Jachthafen. Vom Banhof kommend nach Süden zum Fährhafen und dann nach Westen durch das Tunnel. Am Besten den Strassenbahngeleisen folgen oder gleich das Tram benützen.

  • moin,
    ich hätte noch mal ne frage zur ausgangsfrage: ist das wirklich überall in der eu völlig legal lebende tiere zu exportieren? habe nämlich vor kurzem von jemandem, der sich häufig selbst tiere importiert, vor allem fische, gehört, dass des zwar unproblematisch ist, tiere aus den aquaristikläden anderer länder zu importieren, dass es aber ohne weiteres nicht erlaubt ist, wildtiere zu fangen und dann zu exportieren. dazu müsse man sich dann ne genehmigung holen. stimmt das etwa nicht?
    martin

  • Das verbringen über die Grenzen Ex-/Import ist in der Regel problemlos (Citespflicht beachten). Aber in versch. Ländern/Regionen ist das Sammeln verboten bzw. von einer Genehmigung abhängig.

  • Habe mit Interesse v.a. von Carl die Hinweise zum Transport gelesen. Ich bringe schon mehrere Jahre aus Nordspanien Tiere und Pflanzen mit. Bei Seeanemonen und Aktinien habe ich auch die große Robustheit festgestellt, d.h. relativ kleine Einzelbehälter und Temperaturen, die auch über 20°C liegen können, werden vertragen. Seesterne (Purpursterne) haben mehrfach 26°C (!) vertragen über 1 1/2 Tage mit zweimaligem Wasserwechsel. Seeigel reagieren dabei unterschiedlich, einige sind wohl gestresst (?), das Wasser wird schnell trüb und die Tiere sterben kurz danach. Grundeln brauchen, wenn sie klein sind, eher niedrigere Temperaturen, relativ robust sind auch Meerjunker (Lippfische); diese sind aber stark gestresst (2 haben sich 2 Monate tagsüber nicht sehen lassen und waren wohl im Sand). Drachenkopf war ruhig und hat im Sommer den langen Transport mit wasserwechsel gut überstanden. Garnelen starben bei mir schnell, obwohl ich sie, wie die anderen, einzeln transportiert habe.
    Meine Frage wäre, ob eine Filtrierung und / oder Belüftung nach gemachten Erfahrungen in einzelnen Fällen etwas bringt, z.B. bei empfindlicheren Fischen. Was ist mit Schwämmen?
    Ich fahre nächste Woche wieder nach Spanien und würde gerne gute Ratschläge annehmen.
    Gruß Claus

  • moin,
    (ganz nebenbei: weiß jemand ne antwort auf meine frage bezüglich spanien und portugal?)
    also ich habe ja gerade, wie ich hier an anderer stelle schon geschrieben habe, mehrere tiere vom mittelmeer mitgebracht.
    ich habe alle fische drei tage in quarantäne gehalten um später einen sauerstoffmangel durch wasserverschmutzung umgehen zu können. der seeigel war nur eine nacht in quarantäne und den einsiedler habe ich in feuchtem papier transportiert. alle tiere waren während des transportes in einer kühlbox mit kühlpacs (achtung: kein direkter kontakt, sonst wird das wasser ja zu kalt). das kleine transportbecken war oben geöffnet, so das ständig neue luft an die oberfläche konnte. zwar habe ich rund um die uhr eine batteriebetriebene membranpumpe mitlaufen lassen, aber ich glaube, dass dies beider bewegung des zuges (im auto wohl ähnlich) nicht nötig gewesen wäre. sobald das auto, der zug oder was auch immer aber zum stehen kommt, wird es natürlich kritisch, weil dann keine oberflächenbewegung besteht. vor allem für solche fälle scheint mir eine kleine pumpe dann angebracht.
    ich habe sowohl während der quarantänezeit als auch während des transports mehrmals täglich das wasser gewechselt, was ja aber bei einem kleinen transportgefäß nicht problematisch war. einfach ein oder zwei flaschen meerwasser mit ins gepäck...
    vielleicht ein bisschen übervorsichtig, aber bei mir hat alles sehr gut geklappt.
    ach ja: was ich nächstes mal anders machen würde: bei schlanken fischen, wie bei meinen zwergspitzkopfschleimfischen und den schildbäuchen würde ich die quarantäne nächstes mal auf zwei tage verkürzen. die sahen doch recht ausgehungert aus. lediglich bei fetten, vollgefressenen tieren, würde ich drei tage einhalten (z.b. kugelfische o.ä.).
    martin

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