Balling! Ich glaub ich steh im Wald!!

  • Hallo zusammen! Ich habe mich in den vergangenen Tagen sher intensiv mit Balling auseinandergesetzt, um auch in Zukunft gleich richtig damit beginnen zu können. Was ich nur nicht ganz verstehe ich folgendes:

    Es wird ja immer wieder in den Anleitungen zu Balling erwähnt, dass stets alle 3 Lösungen zuzegeben werden sollen, da es sonst zu einer Verschiebung des Ionenhaushalts kommt. Was aber wenn einer der Werte aus der Reihe tanz und ich diesen gar nicht erhöhen oder beeinflussen möchte? Wenn ich eine Lösung weglasse (beispielsweise die zum Erhöhen des Calcium-Wertes, wenn er zu hoch ist) müßte es laut Anleitung ja zu einer Ionenverschiebung kommen, oder? Muss ich die entsprechende Lösung dann einfach total runterdosieren um sie nicht wegzulassen? Oder muss ich in diesem Fall erstmal mit Balling aufhören und mich um die Anpassung des zu behandelnden Wertes kümmern???

  • Hallo Gregor
    es kommt natürlich darauf an welche Rezeptur Du für deine Lösungen verwendest
    "Standard" wäre ja 2 kanister für Ca & Alkalinitätserhöhung zusammen. Diese beiden sollten im ang.Verhältnis dosiert werden.

    Die Mg-Anpassung (3.ter Kanister) erfolgt ohnehin unabhängig zu den ersten beiden, da sich der Mg-Wert ja ohnehin in jedem Becken anders verändert als Ca/Alkalinität.

    Wenn das Verhältnis Ca&Alkalinität zu weit vom optimalen Bereich entfernt sit, würde kich erstaml eine Korrektur dieser Werte einzeln fahren. dann erst weiter mit dem H.W Balling'schen Ca/Alkalinitäs erhöhendem Gemisch.
    Die oft titulierte Ionenverschiebung kannst du kurzzeitig ruhig ausser acht lassen


    btw: Ich bin grade am verfassen eines "Balling-Teiles" in meiner Wasserparameter FAQ...dauert aber noch ein bisschen.

  • Hallo,

    bin vor einiger Zeit vom Kalkreaktor auf Balling umgestiegen. Ca war damals zu hoch (ca. 500) und KH normal bei 7. Hab dann zu Anfang nur NaHCO zugegeben. Parallel dazu hab ich wöchentlich 10% Wasser gewechselt, um einer Ionenverschiebung entgegenzuwirken. Nach ca. 2-3 Wochen war dann der Ca-Wert wieder bei 420 und KH weiterhin bei 7. Seit diesem Zeitpunkt geb ich die beiden Balling-Lösungen wieder in gleichen Teilen zu. Ich denk, wenn man die Lösungen zum Ausgleichen kurze Zeit nicht in gleichem Verhältnis dosiert und gleichzeitig WW macht, dann dürfte das eigentlich keine Probleme geben.
    Was für Auswirkungen kann denn eigentlich eine Ionenverschiebung bringen?

  • Hallo Ihr 2!

    Also ganz blicke ich noch nicht durch! Wenn ich das ganze richtig verstanden habe bringe ich zuerst mal die angepeilten Werte auf den Optimalwert - klar.

    Danach werden immer nur Ca/KH zusammen täglich nachdosiert und M nach Bedarf??? Ich bin etwas durcheinander, weil ich z. B. in der Balling-Anelitung von Minriff gelesen habe, dass nach der Einstellung auf den Optimalwert immer alle 3 Lösungen Ca, KH und M nachsoiert werden sollen :loudly_crying_face:

    @ Stüni: Ionenverschiebung

    Aus Meerwasser Wiki

    Ungleichgewicht von Natriumchlorid
    kann durch die Ballinganwendung hervor gerufen werden, da man:
    Natriumhydrogencarbonat und Calciumchloriddihydrat dosiert hier löst und verbraucht sich nun: Carbonat und Calcium -> zurück bleibt Natriumchlorid

    Natriumchlorid ist zwar der Hauptbestandteil von Meerwasser, aber um einer Erhöhung der Konzentration entgegen zu wirken, sollte man entweder häufige und größere Wasserwechsel machen (min 5% die Woche) oder Mineralsalz dosieren.

  • Hallo Gregor

    - Deine Mg Konzentration "kann" sich unterschiedlich zu Ca/Alkalinität senken. Deswegen "kannst" und solltest Du die Mg-Konzentration unabhängig zu Ca/Alk nachdosieren. wenn das kein problem für Dich ist (Dosierpumpe...) optimalerweise ebenfalls per Tag, halt in geringeren Mengen

    - Die Balling Rezeptur Ca/Alkalinität hat halt genau den Vorteil das alle Reaktionspartner dabei wieder gebunden werden. Noch dazu stellst Du mit der Zugabe des NaCl freien Salzes ebenso den %-satz an NaCl haltigen zu NaCl freien Salzen dar wie im Meerwasser. Ich bezeichne das deswegen auch immer als "ausgelichene Anpassung"
    Änderst Du jetzt die Dosiermengen einer der chemikalien der Rezeptur bekommt nicht mehr jeder Reaktionspartner die passende Menge an anderen und das ist halt dann nicht mehr so "ausgeglichen"
    oder ....das was man als verschiebung Ionengleichgewicht bezeichnet.

  • Guckst du hier:

    http://www.myseaworld.de/content/view/19/9/lang,de/

    Ein Artikel über die Ionenverschiebung !!

    Übrigens wenn mann die klassischen Lösungen nach Balling ansetzt, sind diese so abgestimmt, dass man von den drei Kanister immer die gleiche Menge zudosieren muss !!

    Mann stellt erst die Werte ein und danach gibt man immer die gleiche Menge zu, da man bei Balling davon ausgeht, dass Calcium und Karbonat in gleichen Mengen verbraucht werden (von den Steinkorallen zum Aufbau des Kalkskelettes). Demnach sollten sich die Werte nicht unterschiedlich verbrauchen !!!

    Nur für Magnesium gilt das nicht unbedingt. Wenn man Mg über Balling dosieren möchte, kann man ein teil des Calciumchlorides für den ersten Kanister mit Magnesiumchlorid ersetzen. Dann bekommt man ebenfalls keine Ionenverschiebung.

    Der Verbrauch von Magnesium ist allerdings von Becken zu Becken unterschiedlich, bei mir z.B. im Moment fast 0. Würde man in solchen Fällen Magnesium ständig zudosieren, erhält man mit der Zeit eine Magnesiumanreicherung. Umgekehrt hat man viel Magnesiumverbrauch, wird man dass mit den Magnesiumchlorid in der Ballinglösung bestimmt nicht geregelt bekommen, bzw. man müsste so viel zugeben, dass man dann eine Calziumanreicherung bekommt.

    Mein Tipp: Betrachte mit Balling nur die Calcium und Karbonathärte..... Magnesium würde ich separat zudosieren !

    Übrigens mit regemäßigen WW ist auch die Ionenverschiebung durch die separate Magnesiumzugabe nicht so tragisch. Hierzu sind aber im o.g. Artikel weitere Informationen.


    Gruß

    Pinuccio

    Einmal editiert, zuletzt von Pinuccio (30. Januar 2007 um 13:32)

  • Hallo Gregor,

    wenn Du dich auf die Anleitung von Miniriff.de beziehst, solltest Du den Bericht noch einmal durchlesen.
    In Kanister 3 befindet sich NaCl-freies Meersalz und das dient nicht zur Erhöhung des MG-Wert.
    Kanister 1: Osmosewasser + Calciumchlorid- dihydrat + Spurenelemente (Ca Kanister)
    Kanister 2: Osmosewasser + Natriumhydrogencarbonat + Spurenelemente (KH Kanister)
    Kanister 3: Osmosewasser + Natriumchloridfreies Mineralsalz (M Kanister)
    Und die sollten nach Anleitung je nach Verbrauch zu gleichen Teilen zugegeben werden.
    Mg hebst Du dann nach Bedarf sep. an.
    Ich gleiche den MG so alle 2-4 Wochen über die angebotenen Onlinerechner aus.

    Gruß

    Detlef

    Einmal editiert, zuletzt von ride (30. Januar 2007 um 22:39)

  • Zitat

    Original von Pinuccio
    Guckst du hier:
    http://www.myseaworld.de/content/view/19/9/lang,de/
    Ein Artikel über die Ionenverschiebung !!

    Hi Pinuccio (aka Giuseppe),

    ich habe mir deinen Artikel über Ionenverschiebung und den [URL=http://www.myseaworld.de/content/view/18/25/lang,de/]Artikel[/URL] über Balling durchgelesen und finde sie nicht so prickelnd. Mal davon abgesehen, dass hier schon wieder neue Definitionen von "Classic" und "Light" auftauchen, die dazu noch falsch sind, scheinst du die Balling-Methode etwas theoretisch anzugehen. Auch in Sachen Magnesium spiegelt der Artikel nicht den heutigen Wissensstand über Magnesiumsulfat wider.

    Eine schwerwiegende Verschiebung der Ionenkonzentration von Natrium oder Chlorid kann auch bei ungleicher Dosierung der Ballingkomponenten Ca (Kanister 1) und KH (Kanister 2) erst nach Jahren auftreten, selbst wenn man nur sehr wenig Wasserwechsel betreibt. Viel eher kann es zu Verschiebungen kommen, wenn man ungeachtet des Ca- oder KH-Verbrauchs alle Lösungen gleichmäßig dosiert. Nur dass dabei nicht Natrium oder Chlorid verschoben werden, sondern Calcium und Hydrogencarbonat, deren Konzentrationen viel kleiner sind und das Gleichgewicht viel empfindlicher auf Störungen reagiert.

    Einmal editiert, zuletzt von Riffbarsch (31. Januar 2007 um 00:00)

  • Zitat

    Original von Riffbarsch


    ich habe mir deinen Artikel über Ionenverschiebung und den [URL=http://www.myseaworld.de/content/view/18/25/lang,de/]Artikel[/URL] über Balling durchgelesen und finde sie nicht so prickelnd. Mal davon abgesehen, dass hier schon wieder neue Definitionen von "Classic" und "Light" auftauchen, die dazu noch falsch sind, scheinst du die Balling-Methode etwas theoretisch anzugehen. Auch in Sachen Magnesium spiegelt der Artikel nicht den heutigen Wissensstand über Magnesiumsulfat wider.

    Eine schwerwiegende Verschiebung der Ionenkonzentration von Natrium oder Chlorid kann auch bei ungleicher Dosierung der Ballingkomponenten Ca (Kanister 1) und KH (Kanister 2) erst nach Jahren auftreten, selbst wenn man nur sehr wenig Wasserwechsel betreibt. Viel eher kann es zu Verschiebungen kommen, wenn man ungeachtet des Ca- oder KH-Verbrauchs alle Lösungen gleichmäßig dosiert. Nur dass dabei nicht Natrium oder Chlorid verschoben werden, sondern Calcium und Hydrogencarbonat, deren Konzentrationen viel kleiner sind und das Gleichgewicht viel empfindlicher auf Störungen reagiert.

    Also natürlich sind die Begriffe Classic und Light einfach willkürlich von mir so ausgewählt.... aber warum sind diese falsch....hat da irgendjemand die Namensrechte drauf ! Man könnte zu den beiden Methoden auch Balling mit und ohne Spurenelemente sagen. Weiss nicht ob das besser ist.

    Die Artikel sind bewusst etwas theorethisch.... weil zum einen gibt es schon genug Artikel über Balling, da hat die Welt nicht auf mein Artikel gewartet und zum anderen wollte ich als Chemiker die Chemie, die hinter Balling steht in seiner theorie erklären.

    Was ist denn der heutige Wissensstand über Magnesiumsulfat ?

    Die Sache mit der Ionenverschiebung sehe ich übrigens genau so.... bin erstaunt, dass diese Message aus dem Artikel nicht so rübergekommen ist.... vielleicht sollte ich dass nochmal genauer beschreiben.
    Im Kerne wollte ich eigentlich die Ionenverschiebung von der Theorie her erklären, das diese bei korekter Anwendung von Balling eigentlich (theorethisch) kann nicht vorkommen kann und dass sie nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

    Ist mir aber wohl nicht gelungen :frowning_face:

    Was wolltest du eigentlich mit dem Nachtrag sagen ? Das einzige was mir dazu auf den ersten Blick aufgefallen ist, ist dass das TM Pro Reef nach Aussage des Herstellers auf einem Calciumgeahlt von 440 mg/l eingestellt ist und das mit den angegeben 420mg/l ja nicht mehr ganz passt oder ?

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!