Fisch-Gau durch Entfernung von Lederkoralle

  • Ich habe gestern Abend 2 Korallen aus dem Becken entfernt und an einen Bekannten gegeben
    (1 x Sarcophyton, 1 x Fingerlederkoralle). Das Problem wurde meines Erachtens durch Abschneiden der einen, sehr großen Fingerlederkoralle verursacht. Für's abschneiden habe ich mich entschieden da der Stein sehr groß und im Riffaufbau verankert war. Zumindest wie ich zuerst glaubte, nacher stellte sich heraus das die Koralle einfach auch mit andren steinen noch verwachsen war. Beim abschneiden gb diese eine miclhige Flüssigkeit ab, die auch das Becken trübte.

    Was anschliessend auffiel, war das zur abendlichen Fütterung ca 1h später nicht alle Fische anwesend waren und auch zögerlicher als sonst gefressen wurde. Ich schob das zunächst auch auf den Streßzustand durch das Herumfuhrwerken im Becken.

    - 1h später verstirbt unser bereits angeschlagener Ocellaris
    (hatte vermutlich Anemonenfisch-Krankeit, wurde bereits vorher, erfolgslos, auch in separtem Becken behandelt...)
    - C.bispinose hechelt, ist ca 6h später verstorben
    - 9h später (jetzt): Ocellaris Weibchen ist am versterben
    - to be continued ??

    eingeleitete Aktionen:
    - Kohlefilterung
    - EasyLife Dosierung
    - sofortig durchgeführter Wasserwechsel (knapp15% Beckenwasser)
    ein weiterer Wasserwechsel (~15%) ist in Vorbereitung/Osmose, ist vermutlich heute morgen 10:00 durchführbar
    - Messung N2 (nn) und Amonika-Konzentration (Färbung zwischen NN und erstem nachweisbaren wert) unmittelbar nach Einleitung og Aktionen
    - Bak-Zugabe (BioDigest nitrifizierned)
    - externe O2-Zufuhr gestartet


    ich vermute stark eine Vergiftung bin mir aber nicht sicher.
    So ein M..., mein erster fataler Anfängerfehler, fühle mich schuldig und
    wir sind alle SEHR traurig.

    Vieleicht hilft dieser Thread wenigstens anderen nicht den selben Fehler zu machen.
    Wenn ihr noch weitere Ratschläge für uns habt, oder zu den eventuellen Auslösern (ist eine Vergiftunn überhaupt möglich?) was sagen könntet, wäre das toll.

    Aktuell ist der LS mit den abgeschnittenem Stumpf der Koralle noch im Becken (Volumen: ca. ne knappe handvoll). Ist es ratsam diesen zu Entfernen ? oder ist die Sache ohnehin schon gelaufen.

    Gruß
    Martin & Familie

  • Zitat

    Original von Martin Kuhn
    Aktuell ist der LS mit den abgeschnittenem Stumpf der Koralle noch im Becken (Volumen: ca. ne knappe handvoll). Ist es ratsam diesen zu Entfernen ? oder ist die Sache ohnehin schon gelaufen.

    hi familie kuhn,

    der stumpf ist mittlerweile "ausgeblutet" und stellt keine gefahr mehr da.

    wobei ihr die ersten seid, von denen ich über ein fischsterben nach kappung einer lederkoralle höre.

  • Villeicht ist meine bisherige Vermutung auch falsch. Habe gerade eben nochmal mit Uwe/Use telefoniert.
    Er vermutet, dass das zwar durch das Abschneiden initiert wurde aber eher keine Vergiftung sondern Sauerstoffmangel war.
    Denkbar wäre das, da mein Becken abschäumerfrei läuft (lediglich MiracleMud-Filter)

    Status 9:15
    - das Ocellaris Weibchen "kämpft" weiter, immerhin !
    - ein C.Loriculus wurde heute noch nicht gesichtet :yrf
    - restlicher Fischbestand, Korallen, E.Quadricolor ->ok
    - Seeigel die gestern auch etwas geschwächelt haben, haben sich stabilisiert
    - Sauerstoffeintrag durch entfernen eines Teiles der verrohrung ins TB weiter erhöht (jetzt Luftbläschen im Becken)

    lG
    Martin

  • Hallo Martin,
    ich glaube nicht das es eine Vergiftung ist. Auf keinen Fall!!! Ich habe schon oft die Korallen abgeschnitten und es ist noch nie etwas passiert. Ich denke eher, das es mit deinem Sauerstoffmangel zusammenhängt, der zusätzlich noch limitiertwurde.

    Viele Grüße
    Björn

  • Hi Martin
    schitte...ABER ich denk nicht das das Abschneiden der Koralle Hauptwirkung war..eher der böse Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte!

  • Hallo

    ich kenne zufällig den Bekannten von Michael der die Weichorallen bekommen hat bei ihm hat es auch ein Fischsterben gegeben als er die Weichkorallen ins Becken gab deshalb tendiere ich mehr zu einer Vergiftung als zu einem Sauerstoffmangel
    eddy

  • Hallo Martin,
    ich würde in deinem Fall auf Osmosewasser verzichten und mehr Wasser wechseln, auch wenn du dafür dann Leitungswasser nehmen musst.

    Gruß Thomas

  • Zitat

    Original von eduard krämer
    Hallo

    ich kenne zufällig den Bekannten von Michael der die Weichorallen bekommen hat bei ihm hat es auch ein Fischsterben gegeben als er die Weichkorallen ins Becken gab deshalb tendiere ich mehr zu einer Vergiftung als zu einem Sauerstoffmangel
    eddy

    Eddy,

    da kann es keinen mittelbaren Zusammenhang geben. Bedenkt doch bitte mal das man früher nur wWeichekorallen hatte! Dann hätte es viel öfter Fischverluste gegeben. Mir ist keine Weichkoralle bekannt die toxische Stoffe in für Fische letaler Dosis abgeben kann.

    Bei Martin war es sicherlich der Sauerstoof entzug der zum gau führte.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Martin,

    ich denke auch eher das hier der Sauerstoff das Problem war.
    Das ist meiner Meinung nach auch einer der größten Risikofaktoren in Becken ohne Abschäumer die mit Jaubert/DSB/MiracleMud arbeiten, bei solchen Becken hätte ich doppelt soviel Angst vor einem Stromausfall.

    Gruß Rene

  • Hi

    an einem Sauerstoff entzug kann ich bei dem Bekannten von Michael nicht glauben da er weder
    Jaubert/DSB/MiracleMud hat
    zudem hatten die Weichkorallen ja Zeit auszubluten wären des Transportes
    und an einen zufall glaub ich nicht das auch bei ihm nach ein paar Stunden als er die Weichen einbrachte
    seine Fische starben
    laut aussage des Bekannt war das Wasser ganz gelb
    und auch bei ihm war das erste Opfer ein Zwergkaiser
    zuviele Zufälle meine ich
    gruss
    eddy

  • Ich habe die antworte auf meinen Thread leider jetzt erst gesehen und wollte auch nochmal was dazu sagen.

    1.) Aktueller Zustand bei uns:
    es ist glücklicherweise bei den 2 Todesfällen (1 x Ocellaris war ja bereits vorher angeschlagen) geblieben.
    Meine Vermutung ist ebenso klar Sauerstoffentzug, aber eingeleitet durch das rausschneiden der Weichkoralle und die damit verbundenen Absonderungen/Eintrübungen.
    Selbst der 2.te Ocellaris der EXTREM angegriffen war hat sich inzw. vollständig erholt!
    Seitdem läuft eine Sauerstoffversorgung parallel mit (400l/h + 2 x Lindenholzausströmer im TB)

    2.) Zustand bei Thomas (dem ich die beiden Korallen mitgegeben hatte)
    er hat zu meinem großen Bedauern leider selbst 4 Fische verloren (1 Zwergkaiser, 1 Doc, 1 Demoisiellen).
    Thomas hatte die Korallen zunächst ins Becken gegeben, anschließend das Becken aus beruflichen Gründen nicht überwachen können
    als er 1 1/2 Tage später wieder zurück kam waren 4 Fische verstorben und weitere Fische "angeschlagen"
    Parallel dazu lief der Abschäumer nicht (Pumpe defekt)
    ich vermute auch hier: aufgrund der Absonderungen der Koralle(n) wurde das Becken/Abschäumer mehr belastet. evtl. führte das dann zum Schaden am Abschäumer.
    Das bei fehlendem bzw. nicht funktionierendem Abschäumer der O2-Gehalt ein Thema ist muss jedem klar sein


    Wie auch immer die Sache ist auf jeden Fall für uns beide nicht gerade erfreulich gelaufen.
    Scheinbar gibt es die Tiere die auf "O2-Entzug" kritischer reagieren als andere.

    Tom trägt die Sache "mit Fassung" aber ist natürlich ebenfalls betroffen.
    Ein Angebot meinersiets zumindest den Kaufpreis zurückzu erstatten ist gerade rausgegangen. Ich finde einfach das gebietet der Anstand.

    liebe Grüße
    Martin & Family

  • Zitat

    Original von Joewobei ihr die ersten seid, von denen ich über ein fischsterben nach kappung einer lederkoralle höre.


    Hi,
    gestern habe ich großflächig Ableger an zwei großen Sinulariastöcken und an einer Sarcophyton elegans geschnitten. Einige Stunden später bemerkte ich wie sich mein Fuchsgesicht (Siganus vulpinus) stark atmend flach auf den Boden legte. Der andere Fuchs (Siganus uspi) und die restlichen Fische atmeten teils stark, teils normal, zeigten aber keine Ausfallerscheinungen. Trotz Einsatzes eines Innenfilters mit Kohle ist dann eine Chrysiptera starcki verstorben, aber den anderen Fischen geht es wieder gut. Ich werde die Sinularias die nächsten Tage entfernen und event. nur zwei Ableger lassen die ich dann klein halte.

  • Moin,
    Lederkorallen die gereizt werden können unter umständen ein Fraßgift gegen Fische abgeben. Dies passiert im Aquarium zwar selten, kann aber dann wie ein Hammer zuschlagen. Es ist ein sehr schnell wirkendes Gift (warscheinlich Terpene). Betroffen sind zu erst alle Doktoren, dann die Fuchsgesichter und Kaninchenfische. Zwergkaiser und Kaiser sind mit abstand die nächsten. Die meisten anderen fische scheinen nicht so heftig darauf zu regieren. Bei uns ist dies in einem 2.500 Liter Riffbecken mit vielen Weichkorallen und einigen Steinkorallen passiert. Über eine Pumpe wurde ausversehen feine Luftblasen mit eingezogen, so dass das Becken für etwa 1 stunde leicht Blasentrüb war. Beim vorbeigehen Abends (in schwacher Wirkung später immer Abends, also nach langer Lichtphase, wieder beobachtet. Ob Zusammenhang weis ich nicht) entdeckte ich einen Palettendoktor der aus normaler Schwimmphase plötzlich taumelte und regelrecht abstürzte. Dann fing der nächste Doktor an und das Fuchsgesichtlegte sich hechelnd quer. Im Aquarium gegenüber, dass über eine gemeinsame Auffangwanne mit dem Riffbecken gekoppelt ist kippten nach 10 Minuten deie Kaiserfische. Innerhalb einer halben Stunde lebte kein Doktor und kein Kaiser mehr. Auch Tiere die direkt nach Beginn (höchstens 4 Minuten) herausgefangen und in gänzlich anderes Wasser gesetzt wurden. Das Fuchsgesicht brauchte 3 Tage bis es wieder normal athmede. Alle anderen Fische zeigten nach einer halben Stunde wieder normales Verhalten.
    Obwohl das Riffbecken sofort Ablaufmäßig abgekoppelt wurde und ein 100 % Wasserwechsel innerhalb einer Stunde erfolgte (Die Auffangwanne ist an ein 200.000 Literbecken gekoppelt) hatte das Gift so enorme Auswirkungen. Alle Nierderen tiere zeigten keine Beeinträchtigungen.
    Das Gift wirkt nach Freisetzung sofort und hinterlässt sofort nicht reversieble Schäden. Wird aber wohl auch im Wasser schnell abgebaut. Das Fuchsgesicht provozierte solche Reaktionen öffters beim Beweiden einer sich Häutenden Lederkoralle. Fängt dann an Schreckfärbung zu bekommenund stark zu hecheln. Und braucht einen Tag um sich zu Erholen. Mehr Grünfutter verhinderte dies. Ebenso ein sofortiger Schnellfilter voll mit Kohle.
    Habe mit verschiedenen Instituten darüber gesprochen, die dies auf die Lederkoralle schieben.
    Hoffe dass keiner Ähnliche Erfahrungen machen muss

  • Hallo Klaus das hört sich nicht gut an, hoffe es hat sich soweit wirklich wieder alles normalisiert, und du hast keine weiteren Großen Schäden. Werde mich heute Abend bei dir nochmal melden.
    Grüße
    Toby

  • Hallo Winfried,

    heftig...

    Das klingt gar nicht gut.

    Danke für die interessante Mitteilung. Aber eigentlich ist die Natur immer brutal.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hi Tobias,
    ich hoffe du hattest keine Probleme. Mein Xanthichthys auromarginatus-Paar (Blaukehldrücker) ist leider auch gestorben. Ich habe schon etliche Ableger von den drei Korallen geschnitten ohne daß etwas passiert ist. Ich werde sie jetzt komplett entfernen.

    Joe,
    bei den Sinularia handelt es sich um Sinularia sp. 1 + 2 von deinen Seiten.

  • Zitat

    Original von KS
    Joe,
    bei den Sinularia handelt es sich um Sinularia sp. 1 + 2 von deinen Seiten.

    hi klaus,

    ja ist das denn die möglichkeit.....!?

    also besser nur in kleinen abschnitten kürzen.

    man lernt halt immer noch dazu und meistens aus solchen katastrophen :frowning_face:

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