Erste Schritte. Zuchtanlage in Betrieb nehmen

  • Ich habs endlich gewagt und will mich nun auch mal an die Fischzucht wagen.
    Dafür wurde jetzt eine Anlage mit neun Becken a 100x40x40 gekauft. Luftheber und Beleuchtung stehen bereit.
    Um nun anzufangen hab ich mir gedacht ich mach erstmal:

    - ein Becken für Phyotoplankton
    - ein Becken für Brachionus
    - ein becken für Artemien

    Als Versuchskaninchen stehen laichende Pärchen folgender Arten zur Verfügung:

    - Mandarinfische
    - LSD Mandarinfische
    - A. Ocellaris
    - BlaustreifenSeenadeln
    - V. Puellaris
    - Centrophyge Argi

    Dazu kommen bald noch ein Paar Seepferdchen (Reidis) und wenn es optimal läuft evtl. Chelmon Rostratus und Pygoplites Diacanthus. Die beiden letzteren ahben aber noch nicht gelaicht.

    Mir ist klar, dass da sehr anspruchsvolle Kandidaten dabei sind, aber wenn ich schon mit Plankton hantiere und der Laich/Larven da sind, werd ich es zumindest probieren. Da die Anemonenfsiche und Mandarins die "schlimmsten Popper" sind, werd ich meine ersten Versuche mit denen starten.

    Jetzt meine eigentlichen Fragen:
    Welche Arten Plankton sollte ich noch kultivieren und gibt es evtl. eine Strategie um Copepoden (oder wie die geschrieben werden) in ausreichender Zahl zu vermehren?
    Gibt es evtl besodners gute Wissenquellen für die Plankton/Larvenaufzucht, die ihr mir nennen könnt und was könnt ihr mir für Tips geben um allzuviele Anfangsfehler zu vermeiden.

  • Hi Nils

    na dann drücke ich dir mal die Daumen.
    Großes Projekt, daß du da vor hast.

    Hast du dir Gendaken dazu gemacht, wie du die Becken der Jungtiere reinigen willst?

  • Hi Nils,

    wünsch Dir auch Glück dabei!!!

    By the way: Fotos, Fotos, Fotos (von allem) :wink

    Einmal editiert, zuletzt von Der Nomade (29. August 2006 um 16:07)

  • Hi Nils,

    Phytoplankton (welche Arten sind geplant?) und Brachionus halte ich für eine gute Idee. Aber was willst Du mit Artemia? Für die Zucht brauchst Du doch sowieso nur frischgeschlüpfte Nauplien.

    Dafür würde ich mich intensiv um die Copepoden kümmern. Für den Anfang lies z.B. mal hier.

    Ich weiß ja nicht, wie weit Du schon in die Materie vorgedrungen bist, aber ich würde mir erstmal zum Einlesen das Buch aus dem Schmettkamp Verlag besorgen.

    Hast Du die Linkliste schon abgearbeitet?

    Bei den

    - Ocellaris
    - Reidis
    - Mandarinen & LSDs
    - den Excisus

    hast Du gute Chancen auf Erfolg. Habe mal versucht, sie etwas nach Schwierigkeit zu sortieren. Die Ocellaris sind eben super einfach zu züchten.

    Bei den Puellaris stehen die Chancen auf Erfolg eher schlecht, zumindest ist mir noch keine Aufzucht im Hobbybereich bekannt.

    Die Kaier und Falter würde ich erstmal komplett vergessen, an denen scheitern ja sogar die richtigen Profis.

    Wünsche Dir viel Glück und Erfolg :smiling_face:

    Viele Grüße
    Inken


    Nachtrag: Ich würde das Plankton eher in mehreren kleinen Behältern unterbringen anstatt in jeweils einem großen Becken. Erstens hast Du dann immer ein "Update", falls eine Kultur abstürzt, zweitens ist die regelmäßige Reinigung mit so unhandlichen Behältern bestimmt nicht ganz leicht...

  • Es gibt Unmenegen Literatur, vielleicht wäre es besser, diese zumindest teilweise zu studieren.

    Für die Praxis:
    - Phytoplankton und Brachionus nicht im selben Raum kultivieren, sonst finden sich die Brachionus irgendwann in den Algen wieder!

    - Isochrysis, Tetraselmis oder Nannochloropsis züchten, deren Gehalt an Omega 3 Fettsäuren ist um ein vielfaches höher als der "normaler" Grünalgen!

    - Zur Larvenaufzucht kleine Rundbehälter benutzen. Lassen sich leichter putzen und nehmen kaum Platz weg.

    - Luftheber sind in Ordnung, keine Pumpen benutzen.

    - Boden in den Larvenbehältern 2 x wöchentlich absaugen, ca 20-30% Wasserwechsel mit abgestandenem Wasser oder besser gleich Wasser aus der Phytoplanktonzucht, aber Vorsicht: der pH Wert ist meist anders, Fischlarven sind da sehr empfindlich!

    - Am besten mit Tageslicht die Aufzuchtbecken beleuchten, für die Algen reicht es zur Erhaltung und die Larven kriegen keinen Schock

    Zunächst Anemonenfische probieren, damit man ein Gefühl für die Abläufe bekommt.

    Copepodenzucht geht gut mit der Drahtalge Chaetomrpha linum, als Ersatz kann auch ein Topfkratzerschwamm genommen werden. Copepoden mit Muschelfleisch füttern und nur 5-10 Larven pro Behälter, sonst wird die Copepodenpopulation schnell weggefressen!

    Frisch an´s Werk!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hallo zusammen,

    erstmal vielen Dank für die ganzen Antworten. Ich habs gerade erst gemerkt, dass es so tolles Feedback gab. Bin auch schon ganz gespannt wie weit meine Pläne umzusetzen sind.
    Bücher hab ich mir schon reingezogen und das Netz leergesaugt mit allem, was ich so finden konnte. Im Endeffekt wird der Knackpunkt wohl die Zucht einer guten Copepodenpopulation sein. Da bin ich mal gespannt, wie das klappt, da sich die Viecher in meinem Fangibecken bisher wie blöde vermehren, werd ich da draus wohl den Ansatz nehmen. Oder nimmt man da besser eine schon bestimmte Art? Kriegt man da Zuchtansätze? Es gibt ja schon sehr unterschiedliche Copepoden...

    Nun mal genauer zu meinen Plänen mit den Becken:

    Ich werd mich erstmal an den Ocellaris veruschen, da die ja als recht einfach gelten. Da mir neun 160-Liter-Becken zur Verfügung stehen, wollte ich nun erstmal so vorgehen:

    1. Zwei Becken mit Phytoplankton. Macht es da Sinn mehr als zwei Arten zu züchten oder reichen zwei? Auf welche würdet ihr euch konzentrieren?

    2. Ein Becken mit Brachionus

    3. Ein Becken mit Artemia. Die sollen weniger zur Zucht sein, sondern auch als normale Futtertiere verwendet werden. Wenn ich schon so viel Phytoplankton hab und noch keine andere Verwendung für das Becken, find ichs ne super Sache Lebendfutter zu haben. gerade da ich demnächst mal mit Seepferden starten will.

    4. Mindestens ein Becken für Copepdenzucht. (siehe weiter unten)

    5. Für die regelmäßigen Wasserwechsel steht eine 200-Liter-Tonne bereit, in der ständig angesetzes Wasser beit steht.

    6. Ich hatte mir überlegt den Wasser/Futternachschub für Plankton und Artemia über günstige Dosierpumpen zu erreichen, die ich schon am hauptbecken erfolgreich betreibe. Spricht das irgendwas dagegen, solange man keinen Kontakt der Schläuche mit dem ZielBeckenWasser zulässt?
    Ich teile mir die Arbeit mit einem Kumpel, den ich auch mit der Meerwasserseuche infiziert habe, aber so eine automatische Dosierung des Phytoplanktons wäre schon prima.

    Da wären also noch vier Becken übrig, die dann als Aufzuchtbecken herhalten sollen.


    Jetzt mal die gezielten Fragen...

    Torsten (Korallenwelt)
    Das mit den Rundbehältern ist mir noch nicht so ganz klar. Macht die Form einen Unterschied beim Saubermachen oder ist das einfach, weils keine strömungstoten Ecken gibt?
    Welche der drei vorgeschlagenen Algenarten würdes du empfehlen? Alle drei oder kann ich mich auf zwei konzentrieren?
    Drahtalge hab ich aus meinem Fangibecken. Da ist auch ne sehr starke Copepodenpopulation drin. Wie meinst Du denn das mit "5-10 Larven pro Behälter". Soll ich immer nur so kleine Mengen verfüttern oder solld er Zuchtansatz so klein sein? Ich wollte als Copepodenbecken das 100x40x40-Becken mit grober Filterwatte ausstatten, Drahtalgen dazugeben und gut füttern, so dass eine richtig gute Population entsteht. Bei dem kleinen 30L-Fangschreckenbecken ist mangels Fressfeind und guter Fangifütterung in sehr kurzer Zeit die Population quasi explodiert.

    @Inken
    Mir ist klar, dass manche der Tierarten in meiner Lsite noch nicht erfolgreich gezüchtet wurden, aber wenn ich schon die Eier/Larven habe, werde ich es auf jeden Fall probieren. Sollte das mit der Copepodenzucht gut klappen, werd ich die aufteilen und aus dem zweiten Becken ein Versuchsbecken machen, wo wenige Larven reinkommen, so dass sie quasi im Futter schwimmen.
    Was mich verwundert ist, dass die Eier der kleinen Argis ziemlich groß sind. Bin mal gespannt was da mal für Larven rauskommen und ob die an irgendein Futter gehen.
    Bei den Puellaris wirds mit dem Abfangen wohl am schwierigsten, da die in einer zugegrabenen Höhle laichen und ich da keine Ahnung habe, wann die schlüpfen, ob die auch zum Licht schwimmen oder wie groß die sind.
    Bei den Freilaichern, die schon laichen (Mandarins und Zwergkaisern) wird einfacher, da der Zeitpunkt abzusehen ist und die Eier leichten Auftrieb haben.

    Einmal editiert, zuletzt von Nils (20. September 2006 um 13:08)

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