Tödlicher Bug in der IKS-Temperatursteuerung!

  • Hi,

    habe 2 Todesfälle zu beklagen. Gestern ging ich ins Zimmer, wo mein Riffbecken steht, und ich musste einen gammlig-fischigen Geruch feststellen. Ich dachte erst an einen rausgesprungenen Fisch, der irgendwo runmgammelt. Nix gefunden, im Becken dann das: Ein Pseudanthias pleurotaenia Männschen und mein Centropy loriculus schwammen beide tot oben im Becken, alle anderen zum Glück wohlauf, aber schnell atmend.

    Erstmal einen Blick auf den IKS geworfen, da ich die Temp. schon im Verdacht hatte: 31,5 Grad !! Der GHL-Ventilator stand still, hatte ich erst gar nicht bemerkt. Dachte erst das Netzteil ist durch, aber ein Blick auf die IKS-Leiste zeigte, dass die Dose - AUS - ist, ausserdem blinkte der Alarm am IKS wegen der Temp-Überschreitung (Oberer Alarm), den ich auf 30 Grad eingestellt hatte.

    Hab die Alarm-Temp auf 33 Grad angehoben, und siehe da, der Venti springt wieder an, der Alarm ist logischerweise aus. Das IKS schaltet also bei der oberen Alarmtemp. - AB - , owohl der Regelmodus "Kühlen" eingestellt ist! So ein Schwachsinn!

    Nebenbei, es ist die aktuellste SW-Version installiert, der Bug dürfte also viele von Euch betreffen! Bitte prüft das mal nach, werde gleich mal IKS informieren. Das kann wie in meinem Fall tödlich sein, will nicht wissen, was im Urlaub passiert wäre :winking_face_with_tongue:

    Gruß
    Sven

    Einmal editiert, zuletzt von Sensay (9. Juli 2006 um 15:46)

  • Hi Sven,

    ist mir auch schon aufgefallen, daß der IKS bei Erreichen der Alarmgrenze bei der jeweiligen Regelung in "Schreckstarre" geht. Bei manchen Anwendungen ist das auch gut so. Bei anderen (Temperatur z.B.) ist es Blödsinn. Es wäre schön, wenn man das Verhalten bei Erreichen der Alarmgrenzen einstellen könnte.

    Gruß
    Stefan

    EDIT: bei den wichtigen Regelungen habe ich die Alarmgrenzen entsprechend in utopische Bereiche verschoben. Dadurch wird das Feature "Alarmgrenze" natürlich sinnlos.

    Einmal editiert, zuletzt von Der_Stevie (9. Juli 2006 um 16:15)

  • Hi,

    dass die Regelung des IKS Aquastar deaktiviert wird, wenn ein Alarm auslöst, ist aber schon seit Langem bekannt. Da hilft es nur, den oberen Temperaturalarm weit nach oben zu setzen, z.B. auf 40°C.

  • Hi,

    besser gar keinen Alarmwert eingeben. Wer unbedingt arlamiert werden will sollte einen Schaltwert auf eine freie Steckdose legen und dort ne Sirene oder Alarmlampe dran :winking_face:

    mfg Uwe

  • Hier mal ein Auszug aus dem TIMO Handbuch. Den es können durchaus noch mehr denkbare Situationen auftauchen, wo eine solche Abschaltung nicht sinnvoll ist:

    Warn- und Alarmmeldungen

    Der aquastar kennt eigentlich nur Alarmmeldungen. Bei über- oder unterschreiten der programmierten Alarmlevel wird die Regelung nicht mehr ausgeführt. Dies klingt auf den ersten Blick sehr vernünftig. An folgenden Beispielen werden Sie aber schnell erkennen, dass eine solche Funktionsweise nicht ausreicht.


    Kühlung eines Aquariums

    In den Sommermonaten kann eine Kühlung von Aquarien nötig sein. Gerade tropische Becken tendieren in dieser Zeit häufig zu Temperaturen im Grenzbereich. Wie diese Kühlmaßnahmen realisiert werden, soll hier nicht das Thema sein. Eher wie die entsprechende Programmierung dafür aussieht.

    Als Beispiel nehmen wir mal ein Seewasserbecken. Die Kühlung soll bei 28 Grad Celsius einsetzen.

    Eine Programmierung könnte nun so aussehen:
    Bei Überschreitung von 28 Grad Celsius wird die Steckdose Nummer 9 eingeschaltet und leitet den Kühlvorgang ein. Damit in einem Fehlerfall nicht zu tief gekühlt wird, setzen wir den unteren Alarm auf 22 Grad. Wenn also die 22 Grad erreicht werden, reagiert der aquastar mit einer Alarmmeldung und die Kühlung wird abgeschaltet. Diese Alarmmeldung könnten wir nun für die automatische Versendung einer Alarmmail oder SMS verwenden. Damit könnte man nun reagieren und den Ursachen auf den Grund gehen.
    Damit wir auch eine Mail bekommen wenn es zu warm wird, konfigurieren wir den oberen Alarm auf 30 Grad. Nun sollte alles funktionieren. - Wirklich?

    Schauen wir uns den oberen Alarm noch einmal genauer an. Was passiert, wenn der aquastar einen Alarmpegel erreicht? Er schaltet die entsprechende Regelung ab. Obwohl wir jetzt die kritische Grenze von 30 Grad Celsius erreicht haben, wird nun auch noch die Regelung, in unserem Fall die Kühlung, abgeschaltet. Wer weiß, wohin nun die Temperatur ohne Kühlung ansteigt? Also den oberen Alarm auf einen Wert setzen, der niemals erreicht wird, also z.B. 40 Grad Celsius.

    Nun bekommen wir aber keine Alarmierung mehr und können auch nicht reagieren, wenn das Becken die kritische Temperatur erreicht.


    pH-Steuerung eines Kalkreaktors

    In Seewasserbecken wird ein Kalkreaktor zur Deckung des Calciumbedarfes eingesetzt. In diesen Reaktoren wird mit CO2-Gas der pH-Wert von ungefähr pH 8 auf pH 6 gesenkt. Wir wollen nun ein Magnetventil für das CO2-Gas ansteuern, das sich der pH-Wert im Reaktor einstellt.


    Eine Programmierung könnte nun so aussehen:
    Bei Überschreitung von pH 6 wird die Steckdose Nummer 12 eingeschaltet und öffnet das Magnetventil. Nun setzen wir den unteren Alarm auf pH 5. Wenn also pH 5 erreicht wird, reagiert der aquastar mit einer Alarmmeldung und die Regelung wird abgeschaltet. Diese Alarmmeldung könnten wir nun für die automatische Versendung einer Alarmmail oder SMS verwenden. Damit könnte man nun reagieren und den Ursachen auf den Grund gehen.
    Nun wollen wir wissen, wann die CO2-Flasche leer ist. Wird kein CO2 mehr in den Reaktor eingebracht, steigt der pH-Wert auf ungefähr pH 8. Also setzen wir den oberen Alarm auf pH 7. Nun generiert der aquastar einen Alarm, wenn pH 7 überschritten wird. Damit wissen wir wann - die CO2-Flasche leer ist. Toll.

    Schauen wir uns auch hier den oberen Alarm mal genau an. Die CO2-Flasche ist leer, der pH-Wert ist über pH 7 gestiegen. Wir haben einen Alarm bekommen und wechseln die CO2-Flasche. Nun öffnet der aquastar aber das CO2-Ventil nicht, da die Regelung abgeschaltet wurde. Wir bekommen diese Regelung nicht mehr ans laufen. Also muss der obere Alarm so hoch gesetzt werden, dass er nie erreicht wird, z.B. pH 12. Damit funktioniert aber unsere Alarmierung „CO2-Flasche leer“ nicht mehr.

    Wie man an diesen beiden Beispielen sehen kann, fehlen dem aquastar Warnungen. Also Alarmmeldungen, die eine Regelung nicht abschalten, aber eine Mail oder SMS versenden können. Diese Funktion übernimmt TIMO. Da der aquastar diese Warnungen nicht kennt, werden diese auch nicht in der Programmierung eingetragen, sondern in einem gesonderten Fenster. Da diese Warnungen für die Mail und SMS Alarmierung verwendet werden, ist dieses Fenster im Menü unter ‚Online’ – ‚Email -> SMS’ – ‚Konfiguration Alarmwerte’ zu finden. Dieser Eintrag ist nur aktiv, wenn zuvor eine Programmierung eingelesen wurde. Das ist notwendig, weil in diesem Fenster noch einiges mehr einstellbar ist.

  • Zitat

    Original von Thomas Chronz
    dass die Regelung des IKS Aquastar deaktiviert wird, wenn ein Alarm auslöst, ist aber schon seit Langem bekannt. Da hilft es nur, den oberen Temperaturalarm weit nach oben zu setzen, z.B. auf 40°C.

    Thomas dir vielleicht, mir jedenfalls nicht. Wie kann man einen solchen logischen Fehler nur einbauen? Was bringt mir dann der Alarmwert bei der KÜHLUNG? Genauso andersherum wäre es schwachsinnig, die Steckdose bei erreichen des unteren Alarmwertes bei einer HEIZREGELUNG anzuschalten :angry_face:

    Und wenn das so seit langem bekannt ist, warum hat IKS das nicht längst in einer der neueren Firmwares behoben? Finde ich echt traurig sowas.

    Gruß
    Sven

  • Hi Sven,

    bei manchen Anwendungen ist das Abschalten der Regelung bei Erreichen des Alarmwerts schon ganz hilfreich. Die einzige Lösung wäre ein programmierbares Verhalten bei Alarm. Optionen könnten sein: Zuschalten einer 2. Dose/Abschalten der Regelung/Nur Alarmausgabe ohne Aktion.

    Die von Frank genannte Lösung über TIMO ist ja ganz nett. Dafür muss man aber immer den PC laufen lassen.

    Gruß
    Stefan

    PS Frank: wo du grad mal hier bist: könntest du theoretisch eine Funktion einbauen, die die Speicherdaten im IKS nach Abruf löscht? Ist so lästig, dafür immer zum IKS in den Keller gehen zu müssen... :winking_face:

  • dieses Problem habe ich bereits seit längerem an IKS schriftlich gemeldet und um eine entsprechendes Update gebeten.

    Ich erhielt lediglich die Mitteilung, dass dies aufgenommen, diskutiert und in einem nächsten Update ggf. abgestellt wird.

    Na prima.

    Ich habe mich hierauf nicht verlassen und kühle bei heißen Außentemperaturen meine Wohnung bzw. das Zimmer in welchem das Becken steht zusätzlich über eine Klimaanlage. Wenn diese es nicht schafft, gehen noch zwei Lüfter rein. Von daher dürfte ich nie die Alarmgrenze von 30 Grad erreichen.
    Wohler wäre aber auch mir, wenn IKS das Problem behebt indem man selbst entscheiden kann, was die Schaltung bei erreichen des Wertes macht.

    Kann doch eigentlich nicht so schwierig sein, so etwas zu realisieren.

    Ich behaupte auch mal, dass die Mehrzahl der IKS Nutzer dieses Problem gar nicht kennt und sich auf die Temp. Steuerung verlässt bzw. hiervon bei entsprechenden Temperaturen "verlassen" wird.

    Gruß

    Guido

  • Zitat

    Original von Der_Stevie

    PS Frank: wo du grad mal hier bist: könntest du theoretisch eine Funktion einbauen, die die Speicherdaten im IKS nach Abruf löscht? Ist so lästig, dafür immer zum IKS in den Keller gehen zu müssen... :winking_face:

    Hallo Stefan,

    hätte ich schon längst gemacht. Leider geht es nicht, weil dazu eine Firmwareanpassung nötig ist.

  • Zitat

    Original von Guido Immeln
    Ich behaupte auch mal, dass die Mehrzahl der IKS Nutzer dieses Problem gar nicht kennt und sich auf die Temp. Steuerung verlässt bzw. hiervon bei entsprechenden Temperaturen "verlassen" wird.

    Das glaube ich auch, deshalb, prüft bitte eure Alarmtemperatur.

    Gruß
    Sven

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