Hallo,
leider muß ich mitteilen, dass der Oktopus, dessen Bilder ich zur Freude einiger ins Forum gestellt hatte, wohl ist. Ich habe ihn seit Wochen nicht mehr gesehen. Er ist wohl verhungert.
Das liegt daran, daß ich ihn nicht artgerecht gehalten habe.
Er muss verhungert sein, und das ist folgendermaßen passiert:
Zuerst hatte sich das Tier eine gut erreichbare Höhle ausgesucht, und lies sich auch tagsüber an der Höhle sehr gut mit tiefgefrorenen Muscheln und Shrimps füttern. Aufgrund der großen Mengen, die er verdrückt hat, glaube ich, daß er auch viel Futter benötigte.
Außerdem konnte ich mit lebenden Garnelen füttern, die das ansonsten ausschließlich nachtaktive Tier nachts selber erbeutet hat.
Leider suchte er sich nach einiger Zeit eine absolut nicht erreichbare Höhle hinter dem Riffaufbau aus, so daß ich ihn nun nur noch mit den lebenden Garnelen füttern konnte. Diese waren dann saisonbedingt einige Wochen nicht erhältlich. Meine Annahme, daß er sich auch von den Kleintieren im Becken ernähern kann, hat sich dann nicht bestätigt. Das letzte mal, als ich ihn gesehen habe, schwamm er taumelnd durch das Becken, was bei diesen Tieren auf Unterernährung hindeutet.
Daß er aus dem Becken ausgebrochen ist, kann ich ausschliessen.
Wer also eine kleine, nachtaktive Art aus der Karibik pflegen will, sei gewarnt: Diese Tiere gehören in ein Artenbecken.
Ich würde ein solches Becken aufgrund meiner Erfahrungen nun folgendermaßen einrichten:
Ein keines Becken, z.B. ein Würfelbecken mit einer Kantenlänge von 50 cm wird in einen Kreislauf mit einem normalen Riffaquarium gehängt, und hermetisch abgedeckt(Fluchtgefahr).
Den Aufbau getaltet man aus einem einzigen, sehr großem Tuffgesteinblock. Diesen bearbeitet man mit Hammer und Meißel so, daß er an der Beckenrückwand bündig abschließt. Man meißelt eine einzige, gut erreichbare Höhle in den Block.
Auf jedenfall muß man darauf achten, daß das Tier auf jeden Fall nur einen gut erreichbaren Unterschlupf auswählen kann.
Anschließend wird von oben ein Loch gebohrt, was in die Höhle reicht. An das Loch schließt man eine kleine, geegbenenfalls gedrosselte Strömungspumpe an, die Tiere brauchen auch in der Höhle etwas Wasserbewegung. Für das Becken sollte eine Beleuchtung gewählt werden, die gerade so stark ist, daß man tagsüber noch die Höhle erkennen , und mit dem Futter hantieren kann. Ansonsten benötigt das nachtaktive Tier kein Licht. Wegen des erforderlichen biologischen Systems (wasseraufbereitung, Licht, Photosynthetische Lebewesen etc) würde ich das Becken nur in einem Kreislauf mit einem richtigen Riffbecken betreiben.
Ich bin der Meinung, daß es bei dieser speziellen Art sogar die einzige Möglichkeit ist, das Tier zu pflegen.
Aus Fehlern zu lernen ist an sich eine gute Sache, aber dann schlimm, wenn es auf Kosten anderer (Lebewesen) geschieht.:(
