Ich denke darüber nach in mein neues Becken ein Deep Sand Bed zu integrieren. Nachdem man ja in Europa schon langjährige gute Erfahrungen mit Jaubert gemacht hat (in Frankreich laufen ja viele Becken nach dem Muster), sind die Meinungen zu Deep Sand Bed in den USA wo das herkommt ja gespalten. Mich würde jetzt interessieren wer ein Deep Sand Bed betreibt, wie lange bereits, Schichtdicke und das verwendete Material. Lasst mich mal an euren Erfahrungen teilhaben, auch an dem was Probleme gemacht hat. Leute mit Jaubert dürfen sich natürlich gerne auch hier beteiligen, so sehr anders ist das ja auch nicht...
Deep Sand Bed
-
-
Hai
Habs jetzt gut 1 Jahr. Läuft immer noch alles ohne super.
Hier siehste wie es und aus was es ist.
http://www.riffheini.de/index.php?berichte=dsb
Gruß Frank -
Hallo Thomas,
ich Betrieb schon beides. Über Jaubert hier einen Bericht über Grundlagen, Funktion und Aufbau. Ist aber seit September letzten Jahres wegen Umbaus nicht mehr in Betrieb.
DSB Systeme betreibe ich noch Aktuell.
Probleme mit den Systemen hatte ich jeweils nur zu Beginn mit der Einfahrphase. Die Werte gehen rauf und runter. Hier sollte man sich doch schon viel Zeit lassen und langsam das System an die Belastung gewöhnen.
Ansich ist das Medium selbst und die Strömung auf Dauer gesehn zwei Elementare Bestandteile für eine gute Funktion.
Als Medium für das DSB habe ich einen Selbstmix aus versch. Materialien von Claude Schuhmacher, und Argonit in Korngrößen von Sandfein bis max. 1mm. Schichthöhe beträgt min. 10cm.
Im Seepferdchenbecken sind es wegen des Seegrases sogar 30cm, was sehr Effektiv Funktioniert. Schon Anthony Calfo verriet mir vor Jahren daß man mit zu geringer Schichthöhe viel Kaputt machen kann. Daß eine min. 10cm hohes Schichten durchaus nicht nur Sinn macht sondern von Essentieller Bedeutung ist auch mittlerweile schon oft Publiziert worden. Robert hat glaub sein Bericht vom letzten jahr Online auf seiner HP.
Zur Strömung kann ich soviel sagen daß je Effektiver das Wasser ins Plenum "gedrückt" wird desto sicherer und Effektiver das System arbeitet. in einem Filterbecken, ist das sehr gut Realisierbar, ganz ähnlich den Miracle Mud Filtern.
Bei mir sind die DSB Systeme in den jeweiligen Becken direkt integriert. Die Strömung oder besser gesgat be-strömung funktioniert hier noch mit Prototypen.
Wichtig ist halt daß die Strömung direkt über den Sand geht.
Einen "echten" MM Filter betreibe ich übrigens auch noch. Auch hier sind gute Erfahrungen gemacht worden.
Auf einen Abschäumer kann weitestgehend verzichtet werden zur mech. Wasserreinigung. Bei mir dient er zur besseren Belüftung und für UV sowie Ozoneinspeisung. Macht also schon Sinn weiterhin einen zu betreiben.
Bei meinen azoo Becken Betrieb ich es zeitweise völlig ohne doch das endete in einer Phosphatexplosion.
Wichtig ist halt Anfänglich viel Messen und Gucken bis man dass Handling raushat.
Ansonsten - ich kann Sedimentfiltersysteme eigentlich sehr Empfehlen

Grüße Thilo
-
Danke erst mal für euer Feedback. Ich werde einen Abschäumer betreiben, wobei dieser vor allem der Sauerstoffversorgung dienen soll und deshalb recht klein dimensioniert ist. Strömung ist im Becken geplant mit Streams 2x6000L sowie Rücklauf vom Filterbecken mit ca. 2000 l/h. Das sollte eigentlich für 450 L Beckenvolumen mehr als ausreichend sein, die Frage ist mehr ob da nicht der doch recht feine Bodengrund anfängt weggeblasen zu werden (Doch 2 mal Marea 4500 L?). Ich werde wohl zur Detritusentfernung ein oder zwei Grundeln einsetzen, auch wenn das nicht dem "Orginalsystem" entspricht um einfach die Ansammlung von Gammelherden und Sulfidnestern zu verhindern. Als Material werde ich wohl den von Claude angebotenen DSB Pazifiksand nehmen oder den fein-Sand (<1mm oder 1mm) von einer anderen Firma deren Name mir grad entfallen ist.
-
HI
Ich hatte ja im alten Becken ein DSB und das lief die 15 Monate auch ohne Probleme, dann musste das Becken ja wegen Umzug abgebaut werden (da heule ich heute noch wenn ich daran denke). Bei Abbau wurde mir klar, dass ueber kurz oder lang (eher kurz) Probleme aufgetreten waeren. Aus diesem Grunde habe ich im neuen Becken nur noch ein paar wenige cm Bodengrund, dafuer halt einen Sedimentfilter mit Caulerpa und 24 h Beleuchtung. Das klappt echt gut, der Abschaeumer ist permanent aus, nur ein PO4 Adsorber muss halt permanent mitlaufen, bei meiner Fuetterung auch kein Wunder.
Schlammfilter finde ich klasse, aber bitte niemals wieder im eigentlichen Aquarium. Das waere mir echt zu gefaehrlich und zu schwer zu kontrollieren.In den USA sind die Leute doch auch reihenweise dabei ihre DSBs abzubauen, weil denen die Becken kippen. Dank Shimek haben sie ja alles getan um garantiert niemals irgendwelche grabenden Viecher reinzukriegen und nun verschlammt der Mist. Ich wuerde gerne mal wissen was Herr Shimek zu diesem Artikel sagt
Lohrer A. M., Thrush S. F., and Gibbs M. M. (2004) Bioturbators enhance ecosystem function through complex biogeochemical interactions. Nature 431, 1092-1095.Gruesse
Jens -
Hi Jens,
den Shimek magst immer mehr wa

sagst du uns wegen was genau dir beim Abbau klar wurde daß es nicht lange gut geht?
Ich habe im übrigen aktiv grabende Tiere auf und im Sand. Die absolut anaerobe Zone wird wohl autom. von ihnenvermieden. Bei der Seegrasecke ist eine räuml. Trennung. Da ist ein Verschlammen auch erwünscht.Grüße Thilo
-
Hi Jens,
Das mit den sich abzeichnenden Problemen würde mich auch interessieren? Zudem würde mich interessieren wie dein jetztiger Sedimentfilter aufgebaut ist?
-
Hi
DRECK!! Damit kann ich das Problem in einem Wort zusammenfassen. Das Becken hatte 900 L und war als Raumteiler aufgebaut, 3 Seiten sichtbar, mittiger Riffaufbau.
Als Stroemung waren da 2 x 6000 L Stream und 1 x 12000 L Red Dragon drin, plus noch mal 1500 L Rueckfoerderpumpe.
Trotz der nicht ganz geringen Stroemung, einer schwarzen Monster Seegurke (>40 cm) einem Paar Baggergrundeln, einer Million Borstenwuermern, unzaehligen Schlangenseesternen und oefterem Mulmsaugen musste ich beim Abbauen feststellen, dass diverse Ecken komplett zugeranzt waren. Absolut kein Sulfid, von daher war es echt kein Problem, aber halt reichlich Detritus.
Die Borstenwuermer waren auch nicht ganz zu vernachlaessigen, die fuehlten sich so wohl, dass sie wirklich feftt wurden und auch evtl. fuer diverse Uebergriffe auf Korallen verantwortlich waren.
Klar, die Grundeln fuehlten sich sauwohl und die Seegurke auch (hat sich in ca. 6 Monaten in der Laenge verdoppelt). Vieleicht klappt es mit noch mehr Pumpenleistung (Wavebox?), noch mehr grabenden Viechern, und nur ganz wenig fuettern, etc. aber so wie ich es hatte geht es auf lange Sicht bestimmt nicht.Mein neues Becken ist 120x60x60, der Filter ist ca. 90x50x30 (36" breeder), das Becken ist der Laenge nach mittig ueber ca. 70 cm unterteilt, damit ich einen geringeren Querschnitt und damit hoehere Stroemung kriege. Ausserdem ist am Anfang und am Ende der Laufbahn des Wassers jeweils noch eine kleine Kammer abgeteilt (ca. 25x20 cm Grundflaeche). In der ersten geht das Wasser entweder direkt aus dem Becken oder aus dem Schaumer rein, dann kommt eine Ladung blauer Filterschwamm um den groben Dreck rauszuholen und das Wasser schoen gleichmaessig in die Sedimentkammer zu kriegen. In der Sedimentkammer sind etwa 5 cm Sand hier aus dem Meer drin, also schon perfekt mit Viechern besiedelt. Am Ende ist dann ein Ueberlauf in die letzte Kammer, in der dann eine 6500er Red Dragon steht, von dort zurueck ins Hauptbecken. Am Ueberlauf haengt noch etwas Filtermatte um die Luftblasen rauszuhalten.
Auf dem Foto sieht man nur die erste und die letzte Kammer, aber wie Caulerpa aussieht das weist Du jaGruesse
Jens
-
Okay,
das ist eine interessante Info, damit ist DSB im Becken wohl durch, schließlich will ich das Becken nicht nach 2 Jahren wieder auseinandernehmen. Ich frage mich jetzt nur wie das bei den Jaubertsystemen ist, schließlich sollen einige davon ja schon fast 20 Jahre laufen?
Bist du der Meinung, dass der Sedimentfilter bei "nur" 5cm Bodengrund überhaupt noch eine wesentliche Nitratabbauleistung hat??? -
HI
Bei den 20 Jahre alten Jauberts frage ich mich nur, wie gut die wirklich laufen. Bisher habe ich noch kein so altes System selber gesehen, nur davon gehoert.
ZitatBist du der Meinung, dass der Sedimentfilter bei "nur" 5cm Bodengrund überhaupt noch eine wesentliche Nitratabbauleistung hat???
Ich musste einige Zeit Nitrat nachdosieren, also glaube ich, dass 5 cm schon einiges ziehen, dazu noch die Algen.
Gruesse
Jens
-
Hi Jens,
Danke für deinen Informativen und ausführlichen Beitrag, erklärt einiges.
Zu meiner Verwunderung muß ich sagen daß ich eignetlich fast garkeinen Detritus habe auf der Oberfläche und da auch nichts Absauge.
dann Hoffe ich mal das kommt nicht noch
Daß die anaeroben Zonen Funktionieren erkennt man gut an der Scheibe wenn man die Verblendung wegmacht sieht mans chön die dunklen Bereiche.
schätze mal es hängt schon mit dem eingetragenen Futter Zusammen. Du hast soviel ich das noch richtig weiß ordentlich Staubfutter reingekippt. Das ist bei mir nur in den testbecken der Fall. Fehlt also quasi bei den aktuellen DSBs. Evtl. ne Erklärung dafür.
Wie dein aktueller Bodengrund bei schon 5cm Schichthöhe aber Nitrat abbaut ist mir Suspekt. Ist der so fein daß der auf diese Höhe so gut verdichtet um einen anaeroben Teil zu haben, oder vermutest du die Algen als Hauptverbraucher?
Grüße Thilo
-
Hi zusammen
wir haben seit einigen Monaten Teile des Beckens zu einer Art DSB umfunktioniert. Einfach etwas mehr Sand so das es ca 5 cm hoch ist.
Die Werte reagierten schnell so das wir seit geraumer Zeit bei 0 Nitrat liegen. Es betrifft nur 25% der gesamten Fläche.
Ich beobachte natürlich auch das verdrecken des Sandes. ER ist nun über 2,5 Jahr im Becken. Ich denke das wir im laufe diesen Jahres einfach mal die hälfte absaugen und ganz neuen einbringen.Ich denke das es eben durch den dichten Sand in der feinen Körnung funktioniert, aber vorher bei weniger als 4 cm war davon nichts zu merken.
-
Zitat
Original von Robert Baur
Ich denke das wir im laufe diesen Jahres einfach mal die hälfte absaugen und ganz neuen einbringen.Ich denke das es eben durch den dichten Sand in der feinen Körnung funktioniert, aber vorher bei weniger als 4 cm war davon nichts zu merken.
Hallo Robert,
Denke das sollte man eh von Zeit zu Zeit machen. Wird zwar noch recht selten Publiziert aber ich Rechne damit ganz ähnlich dem MM jedes Jahr einfach einen Teil des Bodengrundes zu wechseln. Denke das erhöht die Standzeit doch erheblich. Ist also sicher neben der Körnung ein weiterer wichtiger Faktor.
Wobei mit richtig tiefem Bodengrund da sehr Vorsichtig gearbeitet werden muß. Warst du noch da als wir in Sifi die Becken ausräumten? Frag mal Jens. Das stank nach den drei Tagen nach fauligen Eiern im unteren drittel.
Grüße Thilo
-
Hi Thilo
Ne habe ich nicht mitbekommen.Aber ich sehe es selber an den hohen Stellen bei mir. Eine ist vorne so das ich gut die schwarzen Stellen sehen kann. Ich hatte eher vor die weniger Hohen Stellen abzusaugen, also mal die recht hälfte, dann nach einigen weitern monaten die andere....
Bisher klappt es echt bomabstisch gut, ohne überall einen hohen Bodengrund zu haben.Drei Tage ist schon recht heftig. Aber wenn kein Sauerstoff vorhanden ist, geht es halt auch schnell "
-
Hi Robert,
ja bei euch im Becken ist klar, war auch eher Allgemein gedacht. Aber toll daß es bei euch auch so klappt, zeigt es doch daß man nicht gleich alles Umkrempeln muß

Naja kein Sauerstoff ist bissal Übertrieben
aber es war für sowas schon zu wenig, ist klar. hatten Nachts auch immer Abschäumer inkl. Ozon dran.
Die Wasserwerte waren Dank kpl. eingefahrenem Wasser doch echt gut.Aber solche "Messeaktionen" kann man ja auch nicht als Richtwert nehmen. Viel zu kurz die Zeit.
Grüße Thilo
-
So völlig verstehe ich das mit dem verschlammen/verdrecken des Bodengrundes auch nicht. Ich habe jahrelang mein Süsswasserbecken mit Sand in 1mm Korngröße betrieben. Dabei war die Bodenoberfläche geradezu "mulmabweisend". Als ich das Becken nach 4 Jahren vor meinem Umzug in die USA (San Diego) ausgeräumt habe war der Bodengrund wie am ersten Tag, kaum eingelagertes Material, keine wirklichen Gammelherde. Aller Mulm, etc. war immer auf den Bodengrund aufgelagert und konnte recht problemlos abgesaugt werden (okay ich war dabei immer recht schlampig). Insofern verstehe ich nicht restlos warum das passiert. Jens kann das sein, dass das eher durch deine Extrembefütterung verursacht war. Zu den Jauberts mit 20 Jahren auf dem Buckel. Ich hab auch noch keines selber gesehen, aber meine Freundin war schon in Monaco und von denen müssen wohl einige an die 20 Jahre stehen, Steinkorallen wachsen und gedeihen. Denkst du dass ein Sedimentbettfilter im Unterschrankbecken Vorteile gegenüber einem im Becken hat, insbesondere bezüglich der organischen Belastung???
-
HI
Mit dem Verdrecken lag das bei mir bestimmt auch an der extremen Fuetterung mit Staubfutter etc.
Bei einem externen System finde ich es deutlich einfacher mit der Kontrolle, man hat halt keine Deko unter der was verschwinden kann, sondern man kann ueber die gesamte Flaeche eingreifen. Das ist eigentlich mein hauptsaechliches Argument.
Die organische Belastung ist gleich, da kommt es halt drauf an, wieviel Futter Du ins Becken tust. Aber wenn z.B. der Abschaeumer vor dem Schlammfilter ist, dann kommt schon mal wesentlich weniger Dreck dort an.
Was mich bei den Systemen in Monaco wundert ist nur die Menge des Wasserwechsels. Mit einem Rohr direkt aus dem Meer kann ich fast jedes Becken stabil halten.Gruesse
Jens
-
Zitat
Original von Jens Kallmeyer
Was mich bei den Systemen in Monaco wundert ist nur die Menge des Wasserwechsels. Mit einem Rohr direkt aus dem Meer kann ich fast jedes Becken stabil halten.Hi Jens,
die wechseln aber minimal angeblich (Ok ich hab die Schieber noch nicht direkt Kontrolliert dort
) und haben Millionen von Litern Inhalt. Kenne aber auch einige Private Aquarianer die das sehr erfolgreich betreiben. Meins lief ebenfalls sehr gut. Ich tue mir schwer
zu sagen welches System besser ist bzw. welches ich rein von der Funktion und effektivität her bevorzugen würde.Grüße Thilo
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!
