Korallenfutter

  • Hallo,

    ich wollte mal in die Runde fragen, was ihr so an Korallenfutter verwendet?

    Seit kurzem füttere ich das neue Pro-Coral Zooplankton/Phytoplankton in Kombination mit AquaMedic Plancto. Bin sehr zufrieden damit. Vielleicht hat jemand bereits ebenfalls damit Erfahrung sammeln können.

    Meine Acroporas öffnen sich am besten nachts, während andere Steinis tagsüber besser zu sehen sind. Würd mich interessieren, ob ihr entsprechend auch füttert.

    Schöne Grüsse

    Thomas

  • Hi!

    Ich füttere gar nichts. Die meisten Korallen leben von Ihren Algen(Zooxanthellen). Es gibz aber auch Arten die gefüttert werden müssen das sind aber meistens auch die recht schwierig zu haltenden Arten. Aber die meisten SPS u. LPS leben vom Licht.

  • Zitat

    Original von Christian T.
    Hi!

    Ich füttere gar nichts. Die meisten Korallen leben von Ihren Algen(Zooxanthellen). Es gibz aber auch Arten die gefüttert werden müssen das sind aber meistens auch die recht schwierig zu haltenden Arten. Aber die meisten SPS u. LPS leben vom Licht.

    Thomas,

    dito

    Gruß Jürgen

    Panoramabecken 200x70x60, Photon Plus 2x400W Megachrome Coral 14K E40 + 4x54W T5 Aqua Science Special 15K, 2x Tunze Stream 12000 l/h,ATK Abschäumer150cm mit The Pump 40

    Die Summe der auf der Erde vorhandenen Intelligenz bleibt ewig gleich. Nur die Bevölkerung wächst ständig...

  • Zitat

    Original von Christian T.
    Aber die meisten SPS u. LPS leben vom Licht.

    Hi Christian,

    Keine einzige Koralle lebt nur von Licht. Die Erklärung dafür ist auch recht einfach. Die Photosynthese liefert nur Energie, aber keine Aufbaustoffe.

    Korallen können Nahrung aufnehmen über 1. die Zelloberfläche (gelöste Stoffe), 2. über den Schleim (Bakterien) und 3. über die Polypen (aktiver Fang).

    Insofern ist die Idee von Thomas (H2O) nicht abwegig. Meines Wissens nehmen allerdings die allermeisten Arten kein Phytoplankton und die richtige Größe des Zooplanktons als Nahrungsangebot ist immer noch ein Problem.

    Ich vermute daher, daß in Euren Fällen die Korallen sich gleich ernähren, nämlich über die Aufnahme gelöster Stoffe. Diese entstehen ja automatisch bei Zugabe jedweder Nahrung.

    Gruß
    Uwe

  • @ Uwe

    Ich sage mal das bezweifle ich einfach mal. Die Korallen leben nur von den Zooxanthellen. Denn wenn das nicht so wäre würden ja auch Korallen in reinen Korallenbecken ohne Fische und Füttrung nicht überleben. Ich kenne aber sehr viele Becken die reine Korallenbecken sind.

    Edit: Habe ich gerade auf einer schlauen Seite gefunden:

    Der Korallenpolyp nützt diese Vorteile, indem er eine enge Verbindung mit den Algen eingeht. Er läßt sie direkt in seinen Zellen leben. Dies stellt die engste, mögliche Lebensgemeinschaft (Symbiose) dar. Die Algen versorgen ihre Hauswirte neben dem CO2- und O2-Austausch sogar mit Glycerin, Glucose und Aminsosäuren. Alte und wenig aktive Algenzellen werden vom Polypen einfach ausgestoßen. Auch bei verschlechterten ökologischen Bedingungen verlassen die Algen ihre "Behausung". Nun wird auch verständlich, warum Riffkorallen (hermatypisch) nur in den klaren, lichten Gewässern leben können, da ihre "Haus-Pflanzen" das Licht zur Assimilation benötigen. Die Kalkbildungsrate beträgt bei rezenten Korallen am Tage das Zehnfache gegenüber der Nacht. Tiefseekorallen (ahermatypisch) können im Dunkel ohne Zooxanthellen nur wenig Kalk bilden.

    Einmal editiert, zuletzt von Christian T. (5. Januar 2006 um 22:02)

  • Zitat

    Original von Christian T.
    @ Uwe

    Die Korallen leben nur von den Zooxanthellen..

    Hallo,

    ist das so? Oder müsste es heissen : Die Korallen können auch nur mit Hilfe der Zooxanthellen überleben.

    Zumindest meine Acropora hätte dann ziemlich überflüssige Polypen ...

  • moin,

    ich sehe das auch wie uwe,wobei der aktive fang meiner meinung nach den geringsten anteil an der ernährung von sps hat.

    aber auch in reinen korallenbecken findet stoffwechsel und abbau statt,auch oder gerade durch bakterie,die durchaus als nahrung direkt,durch erzeugte stoffe oder nach dem absterben als abbauprodukte dienen.

    und auch spuries,die entweder direkt oder durch wasserwechsel zugegeben werden,sind ja auch teil der ernährung!

    auch auf dem gestein oder in jedem becken als phytoplankton lebenden algen sowie zooplankton tragen zur ernährung bei.

    auch reine sps-becken sind nun mal nicht steril!

    :winkmbb

    mfg
    michael

  • Hallo Michael,

    schon klar,ich habe die Eingangsfrage so verstanden ob SPS gezielt gefüttert werden müssen....Altersschwachsinn halt :grinning_squinting_face:

    Gruß Jürgen

    Panoramabecken 200x70x60, Photon Plus 2x400W Megachrome Coral 14K E40 + 4x54W T5 Aqua Science Special 15K, 2x Tunze Stream 12000 l/h,ATK Abschäumer150cm mit The Pump 40

    Die Summe der auf der Erde vorhandenen Intelligenz bleibt ewig gleich. Nur die Bevölkerung wächst ständig...

  • Zitat

    Original von Christian T.
    Die Korallen leben nur von den Zooxanthellen. Denn wenn das nicht so wäre würden ja auch Korallen in reinen Korallenbecken ohne Fische und Füttrung nicht überleben. Ich kenne aber sehr viele Becken die reine Korallenbecken sind.
    [/COLOR]

    @jürgen

    bezog mich hauptsächlich auf christian,denn diese äußerung ist meinermeinung nach falsch!

    mfg
    michael

  • Hi!

    Da kann man viel falsch verstehen. Aber ich bezog die Frage auch auf Zufütterung von SPS. Das Sie Spuris u. Aminos aufnehmen ist ja klar. Und wenn meine Fungia mal ein paar Artemias abbekommt sagt Sie nicht nein :grinning_squinting_face: Aber ein Zufüttern bringt meiner Meinung nach nichts. Habe früher auch flüssiges Futter oder mal Staubfutter rein.

  • immer diese miss(t)verständnisse :winking_face_with_tongue:

    aber es war auch von steinis allgemein,nicht nur von sps die rede,und da solltest du mal sehen,wie manche lps auf futter reagieren!!!

    am extremsten ist das bei meiner blasenkoralle zu sehen,wenn ich hefe zugebe.dann verdoppelt sie ihre oberfläche fast.

    und das dann lps davon absolut unbeeindruckt sind,kann ich mir irgendwie nicht vorstellen,auch wenn es sicherlich ohne futter geht.

    aber man gönnt sich ja sonst nichts :grinning_squinting_face:

    :wink

    mfg
    michael

  • Zitat

    Original von Christian T.
    Hi!
    Aber ein Zufüttern bringt meiner Meinung nach nichts. Habe früher auch flüssiges Futter oder mal Staubfutter rein.

    Hi Christian,

    dein erstes Statement ist definitv falsch, ich meine das "die Korallen leben nur von den Zooxanthellen". Da gibt es ja wissenschaftliche Untersuchungen drüber und ich würde immer noch jedem der des Englischen mächtig ist und bereit sich über ein Masse von Druckfehlern zu ärgern oder kaputtzulachen den Sorokin (Coral Reef Ecology) empfehlen, erschienen im Springer Verlag. Ich kenne kein anderes Buch in dem die wissenschaftlichen Erkenntnisse in einen derart logischen Zusammenhang gebracht werden.
    Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkung von natürlichem Plankton als Futter für Korallen gibt es vom ozeanografischen Institut in Monaco und die Ergebnisse waren ganz klar. Die Fütterung brachte verstärktes Wachstum in den dortigen Aquarien bei durch Fragmentierung vermehrten Stylophora (SPS!), der dortigen Standard-Versuchskoralle.
    Auch in USA ist die auqaristische Diskussion schon seit Jahren durch und ging ganz klar für Nahrungsaufnahme aus. Entsprechend bieten alle US-Hersteller Korallenfutter an.
    Mit gutem Futter kann man einiges im Aquarium bewirken, mal als simpelstes eine Vergrößerung der Korallenpolypen. Das kann man jetzt als vergrößertes lebendes Gewebe durch die Fütterung deuten oder als Anpassung an den Fang des nun zur Verfügung stehenden Futters. Beides mag richtig sein.
    Staubfutter für Korallen ist für mich ganz klar ein sehr gutes Vehikel um Spurenelemente und Nährstoffe an die Koralle zu bringen. Ich brauche jetzt nicht mehr Spurenelemente und Nährstoffe ins Wasser zu geben, wo sich auch die Algen drüber freuen, das Staubfutter können nur die Filtrierer wie eben auch die Korallen nutzen.
    Und genau darin besteht auch die Bedeutung des Beutefangs in der Natur. Das Plankton enthält die Hauptnährstoffe und Spurenelemente in konzentrierter Form. Bei azooxanthellaten Korallen werden die Planktonorganismen verdaut, ein Teil der Nährstoffe kann nicht genutzt werden und wird ausgeschieden. Und genau da setzt die Symbiose mit den Zooxanthellen an. Die Zooxanthellen können genau diese Nährstoffe noch nutzen, aufwerten und einen Teil an die Korallen zurückgeben. Deshalb gehen den zooxanthellaten Korallen weniger von den limitierenden Nährstoffen verloren. So ist das.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,
    eben Grund der Sonderform der chemoorganotrophen und photoheterotrophen Ernährungsweise sind Steinkorallen in der Lage, beide Ernährungstypen je nach Standort zu vollziehen.
    Von den feinen Abstufungen der Ernährungsweise artbedingt einmal abgesehen.
    Die Photosynthese (wobei die Spektren des Lichtes einen nicht zu unterschätzenden Einfluß haben) stellt dann schlußfolgernd eigentlich nur die 2.Stufe in Form der Assimilation und Dissimilation dar, um die Nahrung und deren chem. Energie aufzuspalten und zu nutzen.
    Partikuläre Nahrung wird darum von allen Korallen aufgenommen, sie vermögen allerdings zu differenzieren ob verwertbar oder nicht.
    blöd sind sie nun wirklich nicht :face_with_rolling_eyes: , heikel noch dazu =)

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (6. Januar 2006 um 10:29)

  • Zitat

    Original von Stefan C.
    Hallo Hans-Werner,

    Die Photosynthese (wobei die Spektren des Lichtes einen nicht zu unterschätzenden Einfluß haben) stellt dann schlußfolgernd eigentlich nur die 2.Stufe in Form der Assimilation und Dissimilation dar, um die Nahrung und deren chem. Energie aufzuspalten und zu nutzen.

    Hallo Stefan,

    als Freund der verständlichen Sprache will ich erst mal übersetzen:
    Du schlußfolgerst, die Photosynthese stellt (eigentlich nur) die 2.Stufe des Stoffwechsels dar, um die Nahrung und deren chem. Energie aufzuspalten und zu nutzen.
    Nee, das glaube ich eigentlich nicht. Die Photosynthese dient praktisch ausschließlich der Gewinnung chemischer Energie aus Lichtenergie (für die Assimilation...).

    Ich will es mal an einem Beispiel zeigen: Die Korallen fangen Zooplankton (oder Staubfutter im Aquarium), das nicht genügend Energie in Form von Fetten enthält. Folglich müssen die Korallen Energie aus Proteinen gewinnen und Aminosäuren "verbrennen". Vom Zooplankton bleiben jetzt Ammonium und ein Bisschen Phosphate übrig. Vor allem das Ammonium wird jetzt von den Zooxanthellen wieder genutzt, um Aminosäuren aufzubauen (Assimilation mit Energie/org. Kohlenstoff aus der Photosynthese).
    Den größten Teil dieser Aminosäuren geben die Zooxanthellen an die Korallenpolypen zurück, neben Kohlenhydraten, Fetten usw.. Diese nehmen sie auf und können damit auch das Bisschen Phosphat noch besser nutzen bevor auch die Zooxanthellen ihren Teil abbekommen.
    Die Zooxanthelle bekommt also Nährstoffe und liefert dafür zusätzlichen organischen Kohlenstoff/Energie an die Koralle. Jeder gibt das, wovon er übrig hat.
    Das Geschilderte ist ein Teil des komplizierten und rückgekoppelten Wechselspiels zwischen Koralle und Zooxanthelle, bei dem auch Host Release Factors usw. noch eine Rolle spielen und das durch einen Überschuss an anorganischen Nährstoffen (Nitrat und Phosphat) aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann, wie wir alle wissen.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (6. Januar 2006 um 11:39)

  • Hallo Hans-Werner,
    oder so :D;
    es mit veständlichen Worten zu erklären, ist halt oftmals langatmiger.
    Das Wort 'nur' war dann ein Stolperstein meinerseits, Sorry.
    Natürlich ist es so wie du es schreibst.

    Assi- und Dissimilation lassen sich nicht einfach trennen, wie ich es schreibenderweise tat. :face_with_rolling_eyes:

    Dennoch ist es erstaunlich, dass die Stoffwechselmechanismen des Abbaus nahezu in allen Organismen gleich verlaufen.... egal ob unter Wasser oder an Land.

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (6. Januar 2006 um 12:29)

  • Hi,

    ich bezweifel sehr stark das Korallen allein von Licht leben können!

    Zitat

    Die Korallen leben nur von den Zooxanthellen. Denn wenn das nicht so wäre würden ja auch Korallen in reinen Korallenbecken ohne Fische und Füttrung nicht überleben. Ich kenne aber sehr viele Becken die reine Korallenbecken sind.


    ... und doch geht es, jedoch indirekt!

    Algen, Photosyntese produziert C6H12O6 Zucker also den die Koralle zum Bakterienfarming verwendet! Zucker ist eine ideale Bakteriennahrung (Kohlenstoffquelle) und Bakterien eine gute Nahrungsquelle für die Koralle.

    Das ist eine Antwort... :wink

    Gruss Sven

  • Hallo Thomas,

    toller Beitrag.
    Es ist halt ein Unterschied, ob man liest, Steinkorallen nutzen Bakterioplankton und POM (=organische Partikel) zu soundsoviel Prozent oder ob man ganz plastisch dargestellt bekommt, wie das vor sich geht.

    Grüße

    Hans-Werner

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