Mespilia globulus - Appetit auf Acopora?

  • Hallo,

    eine meiner Acroporastöcke zeigt Löcher im Korallengewebe. Erst dachte ich an einen Strudelwurmbefall, aber bei genauerer Untersuchung mit einer strarken Lupe sah ich, dass an den betroffenen Stellen neben dem Korallengewebe auch die darunterliegende Kalkstruktur wie "weggehobelt" ist.
    Im Becken befinden sich 2 Seeigel der Art Mespilia globulus, die dafür möglicherweise in Frage kommen.
    Nun habe ich bisher (ca. 1/2 Jahr) keine seeigelbürtigen Schäden feststellen müssen, und im "Der Meerwasser
    Aquarianer", 3/2002 wird M. globulus über alle Maßen für seine Eignung fürs Korallenaquarium gelobt.


    Hat sonst jemand ähnliche Erfahrungen mit M. globulus?

    Kann jemand was dazu sagen, ob parasitäre Schnecken mit ihrer Radula neben dem Gewebe auch den korallinen Unterbau schädigen?

    Schon mal vielen Dank und einen schönen Sonntag,

    bis denn

    Klaus-D.

  • moin klaus,

    nun, das ist mir auch neu, wobei son seeigel beim abnagen schon mal den ein oder anderen frischgewachsenen minnipolypen weghobelt.

    aber das ist m.e. unbewusst im zuge des aufwuchsfressens.

    das 'gehobelte' müsste durch den 'schnabel' des igels bedingt sternförmig aussehen.

    ist das der fall?

    von schnecken kenne ich keine, die auch kalk abhobelt.

  • Auch mir sind Übergriffe nicht bekannt und ich pflege mehrere davon in SPS Becken.
    Ich kann mir das nicht so recht vorstellen und denke, dass es etwas Anderes sein muss.( Kleine gelbe Korallengrundel, Borstenwurm,Lippfisch( hatte mal einen der sich von Korallengewebe ernährt)

    gruss Michael

  • Hallo,

    erstmal vielen Dank für die prompte Reaktion!

    Es gibt kein sternförmigen Muster! Die Oberfläche ist vollkommen glatt.

    Im Becken sind 2 Doktoren, Riffbarsche, 1 C. loriculus (den erwischt man hi und da mal an der Koralle - aber dass der mit seinen Borstenzähnchen da am Kalk was ausrichten soll glaube ich eigentlich auch nicht), E. bicolor (der hängt immer mal wieder in der Nähe diese Korallenstockes rum), Mirakelbarsch, kleinere Schlangensterne, Menge Einsiedler (Algenfresser), Schnecken (Algenfresser)- nix was dazu passen würde.
    Borstenwurm: Auf die Idee bin ich auch schon gekommen; aber gibt es welche die einen solche Kauapparat haben, um den Kalk glatt abzuhobeln?

    Zusatz: Die Läsionen sind nicht zusammenhängend, immer am Rand des Stockes, was für einen Angriff von "außen" spricht. Ansonsten steht der Stock prächtig. Er ist gut umströmt so, dass man auch keine Reste findet.

    Na ja, vielleicht fällt Euch noch was ein ...

    Bis denn

    Klaus-D.

  • ... hab´ was vergessen:

    Zusatz - am Rand bedeutet auf den Korallenästen in der Nähe der Zweispitzen.
    Deshalb habe ich mich auch schon gefragt wie M. globulus da überhaupt hinkommen soll bei der Strömung.

    Bis denn

    Klaus-D.

  • Zitat

    Original von Klaus-d. Kosok
    ... hab´ was vergessen:

    Zusatz - am Rand bedeutet auf den Korallenästen in der Nähe der Zweispitzen.
    Deshalb habe ich mich auch schon gefragt wie M. globulus da überhaupt hinkommen soll bei der Strömung.

    Bis denn

    Klaus-D.

    tag klaus,

    aus vor gesagtem würde ich jetzt auf den loriculus tippen.

  • Hallo Klaus :smiling_face:

    Wir pflegen seit einigen Jahren drei Mespillia im Becken. Übergriffe gab es auf Korallen keine.
    Hast du viele der kleinen weiss-grauen Seesterne (Asterina Art) im Becken ?
    Die fressen bei uns gerne mal etwas an.... (seit kaum noch Kalkrotalgen drinn sind und es mit anderen Algen auch nicht viel her ist.)


  • Hallo Joe und Robert,

    na, vielleicht ist es doch der loriculus. Ich werde den Burschen verschärft im Auge behalten.
    Bisher dachte ich, dass die Schäden nachts aufgetreten sind. Aber auch dies muss ich noch gezielt verifizierten.

    Kleine Seesterne sind keine zu finden.

    Von Borstenwürmern mit "hobeltauglichem" Kauapparat wisst Ihr auch nix, oder?

    Bis denn

    Klaus-D.

  • Hallo Klaus :smiling_face:

    Ich meine eigentlich immer, das im Seewasser alles möglich ist, daher möchte ich auch hier da beibehalten und nichts ausschliessen.
    Borstenwürmer erfüllen eigentlich ja einen guten zweck, sie halten den Boden sauber und locker. Allerdings bei zu wenig Futter im Becken kann ich mir schon vorstellen das sie, genau wie die Asterina Seesternarten, dann auf alles andere zurückgfreifen, einfach um nicht zu verhungern.

    Schlimm ist allerdings, das muss man einfach betonen, der Feuerborstenwurm. Kann bzw. ist ein richtiger Räuber der vor allen nicht haltmacht was er erwischt.
    Sonst sehe ich Borstis eher harmlos, ich denke sogar das sie eine ganz wichtige Funktion haben.


    Ich denke du könntest hier mit einer Nachtaktion vielleicht selber klarheit schaffen, bewaffne dich mit einer Taschenlampe und leg dich auf die Lauer. (wenn es die Zeit und Job erlauben)


  • Zitat

    Original von Klaus-d. Kosok
    Hallo,

    erstmal vielen Dank für die prompte Reaktion!

    Es gibt kein sternförmigen Muster! Die Oberfläche ist vollkommen glatt.


    Hallo Klaus,
    sehen die schadhaften Stellen so aus:

  • Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Klaus,

    ich würde auch den Esenius bicolor mal im Auge behalten! Glaube ehr an den als an den Centropyge loriculus.


    Hallo Peter,
    stimmt. Ich hatte ein Paar von E.bicolor im Aqua.. Sie haben Acroporas massiv geschädigt. Allerdings nicht das Skelett. Angefressen wurden nur astförmige Arten und dies nur an den Astunterseiten.

  • Salut

    Ich tippe auch auf den E. bicolor - bei uns hat er jeweils die Wachstumsspitzen einiger Acropora-Arten gefressen; allerdings und zum Glück nur so, dass sie sich immer regenerieren konnten und dann nach ca. einer Woche wieder nach- und weitergewachsen sind.
    Gruss aus der Schweiz, SARAH

  • hallo @ all!
    bei uns frisst der bicolor auch ab und zu eine acroporaspitze. bis jezt aber nur sehr sporadisch.

  • Hallo,

    vielen Dank für das rege Interesse.

    Ich habe einige Bilder gemacht und muss jetzt nur mal schau´n wie ich die ins Forum gefummelt kriege. Das wird heute abend aber nix mehr. Ich hatte einen schweren Tag und muss schau´n dass ich in die Kiste komme.
    In diesem Fall gilt: ... "morgen" muss die Glocke werden, frisch Gesellen seid zur Hand ...

    Bis denn

    Klaus-D.

    Ps. c. loriculus kümmert sich mittlerweile gar nicht mehr um die Koralle, und Escenius bicolor kann man es glaube ich nicht in die Schuhe oder hinter die Schuppen schieben. Das Korallenskelett abzuhobeln - da macht sich der Kerl doch die Zähne stumpf.
    Ich denke das muss irgendwas anderes sein ...

  • Hallo Klaus!!
    Das kanste wohl in die Schuppen schieben!!!
    Der E bicolor hat bei mir regelrecht alle vorschauenden Polypen von Acrporas (abgeweidet) :angry_face:
    Nun ist er leider dahin :grinning_squinting_face: (es tut mir zwar fuer den Fisch leid ,aber nicht fuer seine actionen!!) :O
    Ich hatte vorhehr allen moeglichen Beckenbewohnern die Schuld gegeben bis ich ihn eines Tages in flagranti erwuschen habe !!
    Ciao Stefan!!!

  • An den der einen hellen Stelle ist zu sehen, dass neben dem Korallengewebe auch die Oberfläche des Korallenkalks angegriffen ist. Das kann ich mir kaum durch E. bicolor verursacht vorstellen.


    Die zweite Aufnahme ist noch schlechter als die erste, aber mit goodwill kann man einige ähnlich geschädigte Stellen (zart markiert) erkennen.

    Könnt Ihr Euch einen Reim drauf machen?

    Bis denn

    Klaus-D.

  • Aufgrund deines Postings wurde ich gerstern auch leicht nervös, als einer meiner M.globulus meine A.cervicornis bestieg ....

    Habe nir das erst mal in Ruhe angesehn und dann gemerkt, das er nur eine hohe Stelle suchte um zu Laichen.
    Leider konnte ich den anderen nicht sehen und kann daher nicht sagen, ob beide gleichzeitig ihre Geschlechtsproduckte abgegeben haben. Wäre interessant gewesen zu wissen ob es da eine Koordination gibt.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • tag klaus,

    die frage, die sich mir stellt: kann der runde igel von seiner gestalt her überhaupt an diese stellen zwischen den ästen gelangen?

    wie sehen diese stellen jetzt, nach ei paar tagen aus?

    wieder zugewachsen?

  • Zitat

    Original von Joe
    tag klaus,

    die frage, die sich mir stellt: kann der runde igel von seiner gestalt her überhaupt an diese stellen zwischen den ästen gelangen?

    wie sehen diese stellen jetzt, nach ei paar tagen aus?

    wieder zugewachsen?


    Hallo Joe,
    das ist der Knackpunkt. Ich hatte bei den oben abgebildeten Schäden (übrigens an allen Stylophoras im Aquarium) auch erst die Seeigel , einen Colobocentrotus sp. (Brandungsseeigel) und einen ganz winzigen Echinometra sp., im Verdacht. Dann tauchten aber Schäden an Stellen auf, die weder von Seeigeln oder Fischen erreicht werden konnten. Schädiger waren hier nachweislich die kleinen "niedlichen"Seesterne, obwohl reichlich Kalkalgen vorhanden sind.
    Die Regeneration der Schäden dauert lange, da Korallenskelett ziemlich massiv geschädigt ist.

  • Anscheinend ist das Rätsel mit den "abgenagten" Acroporazweigen gelöst. Der Übeltäter war wohl eine kleine behaarte Krabbe, die auf der Koralle gelebt hat. Zuerst habe ich sie als "Symbiosekrabbe" oder bestenfalls als Kommensalen eingestuft. Dann habe ich im Forum in irgendeinem Beitrag was davon gelesen, die behaarten Krabben parasitisch auf den Korallen leben. Daraufhin habe ich die Krabbe entfernt und siehe da seither sind keine neuen Läsionen mehr aufgetreten, und die beschädigten Stellen werden von der Koralle regeneriert. Das bedeutet aber auch, dass M. globulus, c. loriculus wie auch E. bicolor rehabilitiert werden müssen. Allerdings wird letzterer demnächst die rote Karte bekommen, weil ich ihn jetzt mehrfach an einer anderen Koralle in flagranti erwischt habe. Ich muss das kleine Luder nur noch fangen.

    Bis denn

    Klaus-D.

  • Hallo Zusammen,

    die kleinen Seesterne hatte ich auch mal im Verdacht, das Korallengewebe zu schädigen. Es stellte sich dann heraus, dass sie bei mir zwar auf den abgenagten Stellen zu finden waren, aber dort offensichtlich nur noch die Reste zusammensuchten, die übrig geblieben waren.
    Bei mir waren es ebenfalls zwei haarige "Korallenkrabben", die ganz ordentlich gewütet haben. Im übrigen waren die Seesterne auch auf den Acroporas zu finden, die durch die Acropora-Plattwürmer geschädigt waren.

    In diesem Zusammenhang konnte ich beobachten, dass sie die Eigelege dieser Plattwürmer fressen. Ebenso werden die Eigelege von Pyramideliden (oder so ähnlich), kleinen Schnecken die an Tridacnas schmarotzen, gefressen.

    Nach meinen Beobachtungen sind diese Seesterne nicht für Fraßschäden an Korallen verantwortlich, suchen aber wohl sehr schnell die frisch abgestorbenen Stellen auf. Ich denke, dass sie sehr wohl nützlich für ein Riffbecken sind.

  • Hallo Stefan,

    Zitat

    Im übrigen waren die Seesterne auch auf den Acroporas zu finden, die durch die Acropora-Plattwürmer geschädigt waren.

    In diesem Zusammenhang konnte ich beobachten, dass sie die Eigelege dieser Plattwürmer fressen. Ebenso werden die Eigelege von Pyramideliden (oder so ähnlich), kleinen Schnecken die an Tridacnas schmarotzen, gefressen.

    Nach meinen Beobachtungen sind diese Seesterne nicht für Fraßschäden an Korallen verantwortlich, suchen aber wohl sehr schnell die frisch abgestorbenen Stellen auf. Ich denke, dass sie sehr wohl nützlich für ein Riffbecken sind.

    ist interessant was Du schreibst, die meisten hier haben ja berichtet, daß sie die Seesterne als Schädlinge ansehen und enfernen sie auch. (Ich hatte am Anfang auch mal drei und hab sie entfernt, seither hab ich nie wieder welche beobachtet).
    Das wäre doch vielleicht mal das genauer zu beobachten und zu verifizieren.
    Vielleicht könnte mal jemand der solche Probleme mit einer Acropora hat und auch Seesterne besitzt, dies in einem kleinen Becken sozusagen "in Quarantäne" mal beobachten und darüber berichten.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Zitat

    Original von Stefan Linder


    In diesem Zusammenhang konnte ich beobachten, dass sie die Eigelege dieser Plattwürmer fressen. Ebenso werden die Eigelege von Pyramideliden (oder so ähnlich), kleinen Schnecken die an Tridacnas schmarotzen, gefressen.


    moin stefan,

    interssante beobachtung!

    auch ich bin der meinung, dass die sternchen nicht gesunde korallen annagen, sondern höchstens reste vertilgen.

    ansonsten halte ich die dinger in ihrem massenauftreten für gefährlich unseren kalkrotalgenbeständen gegenüber.

    durch wegfressen der kalkalgen wird freiraum für unerwünschte algenpopulationen geschaffen.

  • Hallo zusammen,
    hallo Markus,

    ich habe die geschilderte Beobachtung übrigens unter isolierten Bedingungen gemacht. Da ich in einem Artikel (finde ich leider momentan nicht) mal gelesen hatte, dass die Seesterne die Eigelege dieser Schnecken fressen, war meine Überlegung, dass die eventuell auch an die Strudelwurmgelege gehen.

    Da ich eine Plage mit diesen Strudelwürmern im Becken hatte, die einen sehr großen Schaden angerichtet hat, wollte ich das natürlich überprüfen.
    Ich habe einen Ableger einer Stüber-Acropora, der beinahe restlos abgestorben war, aus dem Becken genommen. An der Basis war ein Eigelege mit ca. 30 - 50 Eiern vorhanden. Diesen Ableger habe ich in einen separaten Behälter mit ca. 5 Litern Inhalt gestellt und drei kleine Seesterne draufgesetzt.

    Am nächsten Morgen waren die Eier verschwunden. Das Wasser wurde mit einem dünnen Schlauch abgezogen und der Boden des Behälters mit einer Lupe kontrolliert. Es konnten keine Strudelwürmer festgestellt werden. Bei einem Jodbad des Ableger mit Betaisadonna wurden ebenfalls keine gefunden. Zur Sicherheit wurde dann noch der verwendete Behälter mit Betaisodonna behandelt. Auch hier Fehlanzeige.

    Es ist somit sehr wahrscheinlich, dass die Eigelege tatsächlich gefressen wurden. Die einzige Alternative wäre, dass die Strudelwürmer nach dem Schlüpfen ein planktonisches Stadium durchmachen, in dem sie sich nirgendwo absetzen.

  • Hallo Stefan,

    guter Hinweis. Ich denke du hast recht, der Sicherheit halber sollte man aber auch erwähnen, daß der Kontakt der Eier mit Luft auch eine Schädigiung verursacht haben könnte die zum Absterben führte ?

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo zusammen!

    Die kleinen blaugrauen Seesterne habe ich an großen Korallenstöcken noch nicht beobachten können, aber kleine Ableger, so um die 2 cm, haben sie mir ein paar mal weggefressen (einer saß noch drauf)! Andere Ursachen schließe ich fast sicher aus.

    Grüße

    Hans-Werner

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