SPS und LPS

  • ich weiß trotzdem nicht was ihr habt , das system LPS / SPS macht doch wirklich sinn , ausnahmen gibt es immer und überall , ich finde sogar dass es verhältnismäßig wenige ausnahmen gibt !

    wir werfen doch auch nicht das weich/lederkorallen und steinkorallensystem über den haufen , nur weil eine Blaue Koralle eine Lederkoralle ist und aber trotzdem ein festes skelett hat !

  • Letzten Endes geht es hier um die Frage einer für den Praktiker wichtigen morphologisch-ökologischen Aufteilung oder einer akademischen Bücheraufteilung nach zoologischer Systematik.

    Ein Gärtner gruppiert seine Pflanzen ja auch nach Stauden, Sträuchern und Bäumen und stellt nicht 5 cm hohe Fingerkräuter oder Erdbeeren neben Kletterrosen neben Apfelbäume, nur weil das alles Rosengewächse sind. Der akademische Botaniker mag das Kritisieren, dass er seine Rosengewächse im Katalog oder im Sortiment in allen drei Kategorien suchen muss, dem Praktiker wird die Zuordnung "Rosengewächse" ziemlich schnuppe sein, auch wenn der Gärtner wissen muss, wo was verwandtschaftlich hingehört.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Letzten Endes geht es hier um die Frage einer für den Praktiker wichtigen morphologisch-ökologischen Aufteilung oder einer akademischen Bücheraufteilung nach zoologischer Systematik.

    Hallo Hans-Werner,

    Wenn es hilft, ist die Verwendung der Begriffe durchaus in Ordnung. Schließlich betreiben wir ein Hobby und keine Profession.

    Allerdings empfinde ich den Begriff „akademisches Bücherwissen“ als abqualifizierend. Gerade die Meerwasseraquaristik sorgt als Querschnittsgebiet dafür, daß man sich mit vielen unterschiedlichen wissenschaftlichen Thematiken beschäftigen muß. Die in diesem Forum so beliebten Sprüche wie „Jedes Aquarium ist anders“ oder „Wer mißt, mißt Mist“ zeigen nur, wie wenig wir bisher von den Zusammenhängen verstehen und damit auch kontrollieren.

    Ich würde also dafür plädieren, sowohl die praktische Erfahrung alsauch die theoretische Unterlegung gleichermaßen anzuerkennen und im Idealfall beides bei einem spezifischen Thema anzuführen.

    In diesem Sinne
    Uwe

  • moin,uwe

    theoretisch stimme ich dir absolut zu.aber wenn sich schon experten bei der klassifizierung nicht einig sind.....

    und für einen einsteiger ist dann eigentlich auch schluß mit verstehen!

    deshalb macht in unserem hobby eine einfache,meinetwegen in einigen kleinen bereichen sogar falsche einteilung trotzdem sinn.

    :wink
    mbb

    mfg
    michael

  • Hallo Uwe,

    das war nicht ganz unbeabsichtigt, denn die Diskussion ging ja in die Richtung: "weil wir die zoologisch-systematische Aufteilung haben ist die Einteilung SPS - LPS überflüssig" und "je höher das Niveau, auf dem wir uns unterhalten, desto besser".

    Das halte ich nicht für richtig, weil es keine entweder - oder Alternativen sind, sondern zwei völling verschiedene Bezüge, wie sie überall parallell existieren.

    Diese Tüftelei, "was ist jetzt der exakt richtige wissenschaftliche Name meiner Koralle" halte ich schon für ziemlich überflüssig, weil bei Weichkorallen eine exakte Bestimmung für uns ohnehin fast unmöglich und weil auch bei vielen Steinkorallen außerordentlich schwierig bis unmöglich. Ich habe mal öffentliche Aquarien betreut und versucht den exakten Namen von Hirnkorallen herauszufinden. Eine habe ich für Leptoria gehalten, war mir aber nie sicher, weil mit dem Bisschen Skelett, was da an der Seite herausschaute keine exakte Bestimmung möglich war. Ich habe zwar den einbändigen und den dreibändigen Veron zu Hause, aber ich weiss trotzdem oft nicht, wie die Maßstäbe exakt sind. Also, die Familie geht, die Gattung ist mitunter schon eher Glücksache. Dann mit solchen Haarspaltereien anzufangen halte ich schon für etwas abgehoben. "Nachdem ich meine schönste Koralle erst in Kalilauge und dann in H2O2 gebadet habe, weiss ich endlich welche Art es ist" :grinning_squinting_face:

    Letztlich ist es für den Aquarianer ziemlich egal, ob er eine Psammocora oder ein Pavona, eine Leptoria oder eine Goniastrea, eine großpolypige Porites oder eine kleinpolypige Goniopora hat, hauptsache er pflegt sie gut und schätzt sie. Wenn die Wertschätzung nur von einem Namen, einer Seltenheit oder Schwierigkeit bei der Pflege abhängt, stimmt meiner Meinung nach etwas nicht.

    Grüße

    Hans-Werner

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