Rätselfrage

  • Hallo,

    Ich weiß ja nicht, ob es Euch interessiert, aber mir war es neu. Hier also die Rätselfrage:

    "Was ist die größte biologische Phosphat Senke im Aquarium ?"

    Die Auflösung ist im aktuellen Reefkeeping Magazin versteckt. Interessant wäre es, wenn Ihr einen Tipp abgebt, bevor Ihr auf Suche geht.

    Gruss
    Uwe

  • Hallo Uwe,

    hmm.. fragwürdig. Es wird zwar viel umgesetzt, es kommt aber auch wieder raus abzüglich Wachstum natürlich. Es fehlen da Zahlenangaben. Ich würde bei _biologischer_ Senke eher an die Korallen denken, die wachsen schneller. Und Bakterien vielleicht.

    Grüße
    Ulrike

  • Hi,

    In dem Beitrag „Dem Bones“ redet Ron Shimek nebenbei über die Phosphat Aufnahme. Mir waren bisher zwei Mechanismen bekannt, die bei allen Lebewesen gleich ablaufen.
    1. Bildung von Genmaterial (DNA und RNA), d.h. kein Wachstum ohne Phosphataufnahme
    2. Ablauf des Energiestoffwechsels (ATP), d.h. keine Energie ohne Phosphataufnahme
    Mir persönlich neu ist der dritte Punkt, der nur Vertebraten (in unserem Fall Fische) betrifft.
    3. Kein Sklettaufbau ohne massive Phosphataufnahme, da die Gräten (wie auch Knochen) aus einem Calcium Phosphor Salz bestehen. Dies ist bei Korallenskletten oder auch Krebsskletten nicht der Fall.

    Wenn man dem folgt, lautet die Antwort auf das Rätsel, der größte biologische Phosphatverbraucher ist das Wachstum (Sklettaufbau) der Fische.

    Gruss
    Uwe

    P.S. Danke Ulrike, das Du geantwortet hast.

    P.P.S. Zitat aus dem erwähnten Beitrag:
    „All animals need a lot of phosphate in their metabolic reactions, but vertebrates need much more of it than just about any other animals. All organisms use phosphate as part of the structural backbone of the DNA and RNA that constitute their genetic material. Additionally, all organisms use large amounts of phosphate as a component of the vast number of adenosine triphosphate, or ATP, molecules, the common "carrier" of energy throughout living organisms. Adenosine triphosphate is a part of just about every type of metabolic function, as it transfers energy either to, or from, the chemical reactions that constitute those functions. In addition to these uses of phosphate common to all animals, vertebrates need what might be termed excessively large amounts of phosphate because their skeleton is largely made of phosphate salts.“

  • Hallo Uwe,

    wohl Dem, der der englischen Sprache mächtig ist.

    :angry3:

    allerdings ist es mir aus der deutschen Übersetzung auch nicht ganz klar geworden.
    Ich schätze, das ist der Grund, warum hier nur so wenige geantwortet haben. Trotzdem, wenn man sich die Zeit nimmt, den Bericht konzentriert durchzuackern, sehr informativ.

  • Zitat

    Original von Steffen Schwarz
    aber nur ganz kleine die noch viel wachsen! :grinning_squinting_face:

    ... und die ganz groß werden :]

    Gruss
    Uwe

  • hi ,

    hab das erst grade entdeckt und werde morgen gleich mal den text lesen :smiling_face:

    frag mich aber auch wie fische am meisten po4 ausm becken ziehen sollen ... die wachstumsphase ist ja relativ kurz und danach stehen die doch im gleichgewicht , d.h. sie geben gleichviel ab wie sie aufnehmen ... die zellen die neu gebildet werden ersetzen normalerweise doch nur die die durch alter / mutation oder was auch immer abgebaut werden !

    Achso , wir haben grade in unser Becken sehr viele ( fast 50 glaube ich ) neue Fische rein , und die theorie gibt mir recht , der po4 wert ist leider gestiegen :frowning_face:

    Gruß

  • Zitat

    Original von Matthias Kapaun
    Achso , wir haben grade in unser Becken sehr viele ( fast 50 glaube ich ) neue Fische rein , und die theorie gibt mir recht , der po4 wert ist leider gestiegen :frowning_face:

    Hallo Matthias,

    Mit dem Beitrag war nicht gemeint, Fische als neue "Phosphatadsorber" zu propagieren :D.

    Bezogen auf Deinen Fall, die 50 Fische erhöhen den Phosphatgehalt nicht. Nur über die Fütterung kann das passieren. Dabei passieren 80% - 90% der Nährstoffe den Fischdarm unverdaut. Also auch, wenn Du es schaffst, nur sofort gefressene Portionen zu füttern, geht der größere Teil des Phosphats (und anderer Nährstoffe) direkt ins Becken anstatt in den Fischaufbau.

    Entgegenwirken kannst Du dem nur, indem Du Dir in Erinnerung rufst, was das Kennzeichen der Riffe ist: "Recyclinganstalten". Also je vielfältiger die Nahrungsnetze (DSB, Algenrefugium, Kleinstlebewesen, usw), deso mehr Nähstoffe werden auch biologisch gebunden.

    Ansonsten bleiben ja noch die klassischen Phosphatadsorber.

    Gruss
    Uwe

  • aber für mich gehört eigentlich dazu dass fische fressen müssen, in sofern bauen sie kein po4 ab sondern geben einfach wieder viel ab :face_with_tongue:

    wäre es möglich ein po4 armes futter zu füttern ? welches wäre dies z.b.


    Gruß


    PS : gibts den artikel eigentlich auch auf deutsch ?

  • Zitat

    Original von Matthias Kapaun
    aber für mich gehört eigentlich dazu dass fische fressen müssen, in sofern bauen sie kein po4 ab sondern geben einfach wieder viel ab :face_with_tongue:

    wäre es möglich ein po4 armes futter zu füttern ? welches wäre dies z.b.

    PS : gibts den artikel eigentlich auch auf deutsch ?

    Hallo Matthias,

    Natürlich müssen Fische fressen. Und dabei nehmen sie erhebliche Mengen an Phosphat auf (wie der Artikel anmerkt). Trotzdem gehen die meisten Nährstoffe ungenutzt durch den Darm und sind Futter für die Nächsten in der Nahrungskette.

    Phosphat freies Futter würde die Fische trotz Nahrungsaufnahme verhungern lassen. Bei Phosphat armen Futter ist das wahrscheinlich ähnlich. Achte darauf, das Auftauwasser nicht mitzuverwenden. Das reicht normalerweise.

    Dazu nochmal ein Beispiel: 100 Einheiten Phosphat im Futter, der Fisch verwertet 10% = 10 Einheiten. Dasselbe bei 10 Einheiten Phosphat im Futter, der Fisch verwertet immer noch nur 10% gleich 1 Einheit.

    Den Artikel gibts nicht auf Deutsch, er geht aber auch nur in Nebensätzen auf das Thema ein.

    Gruss
    Uwe

  • Hi Zusammen,

    Interessante Diskussion. Ich hätte es nicht erraten.

    Ich möchte Ron Shimek da nicht irgendwie zu nahe treten, aber es wurden in der Vergangneheit doch einige seiner Publikationen relativ kritisch begutachtet. Ich selbst kann mir kein Urteil erlauben ich kenne den man zu wenig und gehe sienen Aussagen auch recht wenig nach, jedoch bin ich der Meinung daßer durch die rRvidierung einiger Aussagen nicht grundsätzlich in frage gestellt werden sollte. Die Erkenntnisse wachsen jeden Tag und da "wächst" die Meinung/Erfahrung eben mit. Das also nur als Denkanstoß.

    Die Sache ansich sehe ich persönlich eher so wie wir sie bei Algenrefugien zum Abbau von Po4 auch überwiegend haben:

    Es funktioniert in einem geschlossenen System wie einem Aquarium mit entsprechendem Aufwand schon, jedoch ist das Nährstoffeintrag - Nährstoffaustrag/Verbrauch in den allerseltensten Fällen so ausgeglichen daß es von großem Vorteil ist und ohne Zuhilfe dauerhaft funktioniert. Es schwankt eben doch sehr und birgt Aufgrund der Biologischen Funktionswiese doch auch gewisse Gefahren.

    In der Natur mag dies sicher funktionieren aber in einem Aquarium wohl kaum derart Konstant und Zuverlässig.

    Von Aquaristisch relevanten Aussagen konnt ich aber seitens R.Shimek auch nichts Lesen. Die Sache ansich wird sich wohl eher auf die Natur selbst beschränken. Ist zwar Interessant das zu erfahren im Hinblick auf die Biologie und die Anforderungen der Fische, doch wird für uns kaum an Bedeutung gewinnen in der Hinsicht auf Nährstoffabbau bzw. Austrag.

  • Hallo

    Uwe


    Wenn anscheindend soviel Nährstoffe den Darm eines Fisches wieder verlassen
    wie erklärst du dir dann die Ergebnisse aus der Aquakultur die
    mittlerweile aus 1 Kg Futter über 1 Kg Fisch produzieren ?


    Gruss

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    wie erklärst du dir dann die Ergebnisse aus der Aquakultur die
    mittlerweile aus 1 Kg Futter über 1 Kg Fisch produzieren ?

    Hallo Claude,

    Das wäre ja ein super Verhältnis. Leider kenne ich solche Anlagen nicht und kann es daher auch nicht erklären.

    Die besten Versuche, die ich kenne, verlassen die monotypische Haltung und setzen auf Wertschöpfungsketten. Aber auch dabei wird keine 100 prozentige Verwertung erreicht.

    Gruss
    Uwe

  • HI

    Wenn du mal ein bisschen bei Aquakultur und Lachsfarmen in Norwegen suchst dann findest du das
    in optimierten Anlagen im Freiwasser erreichen sie 1,05 Kg lachsgewicht pro Kilo Futter das eingesetzt wird
    da kommen noch das Plankton aus dem Meer dazu so das sie bei etwa 95 - 97 % liegen

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