Plankton

  • Hallo allerseits

    Bei mir hat sich nun seit jahren das viel geliebte Plankton breit gemacht. Dies beobachte ich jetzt schon ein paar Tage.
    Ich dachte noch ich müsste mal einen Feinfilter anhängen da habe ich in einer ruhigen Wasserphase gesehen das ein Teil dieser Punkte "hüpft"

    Dies hat sich eingestellt nach dem Umbau auf Miracle Mud. Obwohl ich 55W UV im Beipass fahre.
    Nur eine Pumpe ist noch eine normale Förderpumpe die anderen sind Streams.
    Nun will ich wieder mit Phytoplankton anfangen(Na da kommt ja Mark Euchens und Frank Diehls Bericht gerade recht) :grinning_squinting_face:
    Eventuell kann ich die Vermehrungsrate noch fördern.


    Wie füttert ihr euer Plankton?
    Könnt ihr auch Plankton tagsüber sehen?

  • Hallo Harald,

    Copepoden halten sich bei mir immer in den dunkelsten Ecken auf: Filterbecken, unter und zwischen Steinen....
    Eine Phytoplanktonblüte im Becken ist nicht wirklich schön anzuschaun.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi,

    es gibt benthische und pelagische Copepoden, d.h. die wir im Aquarium zwischen den Steinen sehen sind i.d.R. benthisch, die pelagischen schwimmen wie Brachionus oder Artemien.

    Das Phänomen, dass sich unter normalen Bedingungen keine Phytoplanktonblüten im Riffaquarium bilden (was ja bei Süßwasser anders sein kann), liegt meines Erachtens am Redfield Verhältnis:

    so ist das bei phytoplankton 106 C : 16 N : 1 P,

    bei Makroalgen 550 C : 33 N : 1 P.

    Da wir normalerweise deutlich mehr Nitrat im Becken im Gegensatz zu Phosphat, d.h. das Verhältnis N : P eher bei 33 : 1 als bei 16 : 1 liegt, limitieren wir selbst das Phytoplanktonwachstum und fördern das Makroalgenwachstum.

    Es wäre aber schon gut, wenn man die Phytoplanktonproduktion im Aquarium fördern könnte, ohne das es gleich zu Blüte kommt. Eisendosierung spielt da meiner Meinung nach eine große Rolle. Allerdings kann dass dan auch oft zu Fadenalgen führen.

    Das heißt, ich würde zunächst einige Woche lebendes Phytoplankton dosieren, damit das Becken damit angeimpft wird, zugleich das Verhältnis Nitrat zu Phosphat in Richtung 16 : 1 schieben (das ist natürlich problematisch, weil wir nur Nitrat und Phosphat messen und die Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor), und dann mit einer leichten Eisendosierung schauen, ob es was hilft.

    H Hersteller

  • Und noch was, bezüglich Copepoden,

    die fressen normalerweise planktonische Kieselalgen oder Dinoflagellaten, weniger Grünalgen wie Nanochloropsis. Kieselalgen verhindern wir durch Silikatentzug, Dinoflagellaten werden bislang nicht kultiviert. Das heißt die Copepoden sind an sich in ihrem Nahrungsspektrum eingeschränkt.
    Ein bißchen was darüber steht im aktuellen KORALLE Artikel über Nährstofflimitierungen.

    H Hersteller

  • Hallo Jörg
    Es sind wohl 2 Arten.
    ineleine Art die zwei Ruderfüße am oberen breiteren Ende des Korpers hat und eine viel kleinere die aussieht wie Kaulquappen
    Sie bewegen sich im freien Wasser mit der Strömung.

  • Hallo Jörg,

    bei mir sind die pelagischen Copepoden immer vorzugsweise an der dunkelsten Stelle des Filterbeckens, dort bilden sie einen dichten Schwarm, im restlichen Filterbecken sind sie dann dünner gesät.

    Für was will man eine Phytoplanktonblüte im Becken? Ich hatte die früher ein paar mal beim neueinrichten von Becken. Erst sieht das Wasser getrübt aus, dann hatte es die Farbe von Moorwasser was sich steigerte bis man bei einem 40 cm tiefen Becken die Rückwand nicht mehr sah. Das waren m. E. Dinoflagellaten (im schwachen Präparationsmikroskop nur als kleine Kügelchen erkennbar) und sie wurden im nährstoffreichen Wasser nach dem Einrichten durch Spurenelemente gefördert. Zur Bekämpfung half nur UV, "Licht aus" brachte nichts, vermutlich, weil sich Dinoflagellaten auch heterotroph von Bakterien ernähren können. Braucht man das? :confused_face:

    Eigentlich möchte ich schon die Aquarieneinrichtung erkennen können, nicht nur ab und zu einen Fisch in der zudem vielleicht noch giftigen Brühe an der Frontscheibe auftauchen sehen :D.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Na dann habe ich jetzt wenigstens jetzt die dichten "Mückenschwärme" über meinem Bodengrund als pelagische Coppepoden identifiziert :grinning_squinting_face:
    Aber wenn die kein Phytoplankton fressen - mit was kann ich deren Futterquelle vermehren?

    mfg Uwe

  • Hi Jörg,

    Interessanter Beitrag. Habe eine Frage dazu.

    besonders nach einem Kupfereinsatz hatte ich schon des öfteren Planktonblüten. d.h. kurz nach dem Einsatz von Aktivkohle (ca. 24h) kam es schon zur Algenblüte. Also richtig dichtes Plankton.

    ggf. hab ich sicher noch irgendwo ein Bild. ist mir schon in reinen "Glaskästen" ohne jeglichen Bodengrund Gesteine etc. passiert.
    Wir erklärst du dir das?


    Copepoden züchte ich ja als Futtertiere für die Filtrierer etc.

    Bei mir hat sich eine Mixtur aus gertockneten Algen und getrockneten Muscheln bewährt. Sie leben aber vermutlich nicht von den Stoffen selbst, sondern von deren Zersetzungprodukte (Bakterien).

    Ist ne kleine Art aus dem roten Meer.

  • Hallo Uwe,

    warum sollen Copepoden kein Phytoplankton fressen? Habe ich ´was verpasst?

    Aber nicht alle Phytoplanktonblüten sind durch Copepoden beherrschbar, z. B. weil die Art, die sich gerade vermehrt, giftig ist oder Schwebefortsätze ein verschlucken verhindern.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Joerg Kokott
    Und noch was, bezüglich Copepoden,

    die fressen normalerweise planktonische Kieselalgen oder Dinoflagellaten, weniger Grünalgen wie Nanochloropsis. Kieselalgen verhindern wir durch Silikatentzug, Dinoflagellaten werden bislang nicht kultiviert. Das heißt die Copepoden sind an sich in ihrem Nahrungsspektrum eingeschränkt.
    Ein bißchen was darüber steht im aktuellen KORALLE Artikel über Nährstofflimitierungen.

    Hi Hans-Werner,

    ja, weiter oben. Vielleicht liegt es ja an meiner Riffkeramik das ich solche Schwärme von den Dingern habe. Werden aber leider weniger weshalb ich gerne etwas zufüttern würde wenn ich wüßte was Dinoflagellaten fressen. Im Fernsehen zeigen sie immer nur was Dinosaurier fressen :grinning_squinting_face:

    mfg Uwe

  • Hi Uwe,

    vielleicht hilft weniger Abschäumen.
    Bei mir war die beste Vermehrung unter phosphatarmen Bedingungen. Vielleicht findet ja auch im Aquarium unter diesen Bedingungen ein "bacteria farming" statt, von dem die Copepoden profitieren?

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi H.W.

    weniger Abschäumen ist nicht so einfach. Hatte den Abschäumer schon wochenweise ganz aus, aber dann wurde mir das Wasser zu gelb. Jetzt läuft er über Nacht. Sollte vielleicht mal über Tag probieren.
    Phosphat ist bei mir schon monatelang n.N.

    mfg Uwe

  • Hi Uwe,

    das gelbe, was dir bei ausgeschaltetem Abschäumer zu viel wird ist doch das Phytoplankton :D. Braune oder gelbbraune Algen machen diesen Gelbstich. Andere "Farbstoffe" lassen sich m. E. nicht oder nur wenig abschäumen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    das gelbe, was dir bei ausgeschaltetem Abschäumer zu viel wird ist doch das Phytoplankton :D. Braune oder gelbbraune Algen machen diesen Gelbstich. Andere "Farbstoffe" lassen sich m. E. nicht oder nur wenig abschäumen.

    kann ich nur bestätigen:
    hatte vor zwei wochen eine regelrechte explosion an kleinstlebewesen aller art im AQ, gleichzeitig konnte man beobachten wie das wasser einen deutlich grünlich-braunen farbstich hatte (sieht nicht sooo toll aus...) - auch aktivkohle änderte daran nix, bis wir merkten dass der abschäumer falsch eingestellt war :smiling_face: nach richtiger einstellung war das wasser nach zwei tagen wieder "weiß" und klar - aber seit einer woche ist das große krabbeln auch wieder vorbei!

    wenn der abschäumer nur 1-2 tage schwach läuft geht das ganze von vorn los, scheint sehr sensibel zu sein das gleichgewicht. den fischen gefällts :smiling_face: die hängen den halben tag an der scheibe rum und füttern braucht man auch nicht mehr - haben alle volle bäuche *ggg*

    ein nachteil ist aber wirklich die farbe des wassers... ist schon ein optischer killer dieser farbstich.

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hi Uwe,

    das gelbe, was dir bei ausgeschaltetem Abschäumer zu viel wird ist doch das Phytoplankton :D. Braune oder gelbbraune Algen machen diesen Gelbstich. Andere "Farbstoffe" lassen sich m. E. nicht oder nur wenig abschäumen.

    Grüße

    Hans-Werner

    Dann sollte ich mir wohl doch langsam mal ein ordentliches Mikroskop zulegen. Ich dachte immer das sind Abfallstoffe wie Gerbsäuren, Pipi und ähnliches :confused_face:
    Dann werde ich wohl mal wieder etwas an meinem Abschäumer rumbasteln müssen. Phytoplankton ist ja gut, aber zuviel absorbiert mir dann das Licht und sieht auch nicht so toll aus. Ich glaub ich hänge mal meinen alten Sander wieder rein und schau ob der ein Gleichgewicht herstellen kann.

    mfg Uwe.

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