Jaubert System und Siporax

  • Hi Aquarianer,

    ich bin nach 30 Jahren Süßwasser jetzt auch zur Meerwassergemeinde übergewechselt und suche jetzt, kurz bevor mein Becken mit Salzwasser gefüllt werden soll eure Hilfe.

    Ich möchte gerne ein "Jaubert Refugium" zur Filterung zusammen mit "lebenden Steinen" in mein Technikbecken integrieren.

    Zu Jaubert jetzt die 1. Frage: " Ich habe noch aus meinem Süßwasserbecken 14ltr. Siporax. Dieses möchte ich eigentlich als untere Schicht im Refugium verwenden. Spricht was dagegen? Das Siporax ich gereinigt und ausgekocht. Sollte also "clean" sein"

    Frage 2: "Wo liegen die Grenzen von Jaubert?"

    Bis bald
    Gerd

  • Hallo,
    und herzlich willkommen im Forum.
    Sind Siporax diese Tonröhrchen? Ich habe mich bei meinem Jaubertbecken an die Vorgaben gehalten und nur Kies mit der vorgeschriebenen Körnung genommen. Ich weiß nicht, ob Siporax geht, und könnte mir vorstellen, das die Oberfläche für den Bakterienfilm beim Kies größer ist, weil nicht soviel freier Raum dazwischen ist. Und ich weiß auch nicht, ob das die Diffusionsgeschwindigkeit des Wassers verändert.

    Die Grenzen eines Jaubertsystems? Gute Frage, je nach dem, wie groß das Refugium zur Beckengröße ist, und wie gut es eingefahren wird, ist es schon so, das es einiges an Belastung verarbeiten kann. Bei Claudi und Jörg Griem hier aus dem Forum ist das Jaubertsystem so effektiv, das es sogar einen riesigen Paddelbarsch und viel Füttern locker weggesteckt hat.
    Ich werde den Thread mal ins allgemeine Forum verschieben, dann können auch andere Jaubertbecken Betreiber ihre Erfahrungen schildern.

  • Hi Sabine,

    Zitat

    Original von sabine
    Sind Siporax diese Tonröhrchen? Ich habe mich bei meinem Jaubertbecken an die Vorgaben gehalten und nur Kies mit der vorgeschriebenen Körnung genommen.

    Vorsicht - Du hast einen "Süßen" vor dir - da ist Kies etwas anderes als was Du damit meinst. Siporax ist ein aufgeschäumtes Glasmaterial. Ich würd es aber trotz der großen Oberfläche nicht nehmen.


    @ Gerd:

    Sabine meint mit Kies groben Korallensand mit einer Körnung von 3...5mm für die untere Schicht und ganz feinen (ca. 1mm) für die obere Schicht. Sabine hat hier mal den AUfbau ihres Refugiums beschrieben: http://www.korallenriff.de/jaubert-sabine.html
    Wenn Du in das Refugium keine grabenden Tiere einsetzt, dann kannst Du die Gaze in der Mitte auch weglassen. Und die Lebenden Steine bitte - wenn Du wirklich ins Refugium welche reinmachen möchtest - nicht auf den Bodengrund stellen. Die gesamte Bodengrundfläche beim Jaubertrefugium muß für den Wasseraustausch frei bleiben. Von der Leistung her ist ein Jaubert-System recht gut, wenn es langsam eingefahren wird. Dazu muß Du die belastung aber langsam aber kontinuierlich steigern, dann wird Dir das System freude machen, wenn es denn nicht zu groß ausgelegt ist.

    MfG, Frank


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    Bremsen ist die Umwandlung hochwertiger Geschwindigkeit in sinnlose Wärme....

  • Hi iXware,

    Zu:

    Zitat

    Original von iXware
    Vorsicht - Du hast einen "Süßen" vor dir - da ist Kies etwas anderes als was Du damit meinst.


    Ehemaligen "Süßen" bitte :winking_face:
    Ich habe viel gelesen, bevor ich umgestellt habe. Daher war der Begriff "Kies" kein Problem...

    Zitat


    Siporax ist ein aufgeschäumtes Glasmaterial. Ich würd es aber trotz der großen Oberfläche nicht nehmen.


    Mich würde interessieren, warum nicht. Siporax in die unterste Schicht gemischt müsste doch eine recht gute Besiedelungsfläche für die anaeroben Bakterien ergeben.

    Zitat


    Sabine meint mit Kies groben Korallensand mit einer Körnung von 3...5mm für die untere Schicht und ganz feinen (ca. 1mm) für die obere Schicht. Sabine hat hier mal den AUfbau ihres Refugiums beschrieben: http://www.korallenriff.de/jaubert-sabine.html
    Wenn Du in das Refugium keine grabenden Tiere einsetzt, dann kannst Du die Gaze in der Mitte auch weglassen.


    Aufbau schon klar

    Zitat


    Und die Lebenden Steine bitte - wenn Du wirklich ins Refugium welche reinmachen möchtest - nicht auf den Bodengrund stellen. Die gesamte Bodengrundfläche beim Jaubertrefugium muß für den Wasseraustausch frei bleiben.


    Sorry, ich meinte natürlich die lebenden Steine ins Hauptbecken!

    Zitat


    Von der Leistung her ist ein Jaubert-System recht gut, wenn es langsam eingefahren wird. Dazu muß Du die Belastung aber langsam aber kontinuierlich steigern, dann wird Dir das System freude machen, wenn es denn nicht zu groß ausgelegt ist.


    Oh....
    Ich wusste nicht, dass es auch ein "zu groß" gibt.
    Wo ist da die Grenze?
    Ich habe ein 700ltr. Hauptbecken und ein 160ltr. Technikbecken das aber nur bis 100ltr. gefüllt wird (gefälle und so...)
    Darin soll ca. 2/3 der Grundfläche zum Jaubert-Refugium genutzt werden.

    Macht ein parallel laufender Abschäumer Sinn?

    Gruß
    Gerd

    3 Mal editiert, zuletzt von Gerd Christian Knese (27. September 2004 um 07:50)

  • Hallo Gerd,

    ich habe zwar kein Jaubert-System, aber ich denke, dass Du mit dem Siporax wegen der großen Zwischenräume Schwierigkeiten bekommst, ein anaerobes Milleu zu erhalten. Laut Shimek sollten am besten keine verschiedenen Körnungen gemischt werden. Die Körnung von 2-4 mm soll optimal sein. Wenn zuviel Sauerstoff in den unteren Bereich kommt, hast Du keine Denitrifikation. Wenn ich mich richtig erinnere, ist 0,5g/l ok.

    Viele Grüße,

    Wolfgang

  • Hi Wolfgang,

    Zitat

    Original von Wolfgang Colsman
    Hallo Gerd,

    ich habe zwar kein Jaubert-System, aber ich denke, dass Du mit dem Siporax wegen der großen Zwischenräume Schwierigkeiten bekommst, ein anaerobes Milleu zu erhalten. Laut Shimek sollten am besten keine verschiedenen Körnungen gemischt werden. Die Körnung von 2-4 mm soll optimal sein. Wenn zuviel Sauerstoff in den unteren Bereich kommt, hast Du keine Denitrifikation. Wenn ich mich richtig erinnere, ist 0,5g/l ok.

    Ich hatte auch gehofft, das Siporax unter das 2-4mm Zeug zu mischen.

    Gibt es denn sonst eine sinnvolle Verwendung für mein Siporax. Einfach nur im Filter zu lassen soll ja angeblich mehr schaden als helfen.

    Das Zeug ist mir aber eigentlich zu schade zum wegwerfen!!!

    Gruß
    Gerd

  • HAllo Christian


    Dein letzter Satz ist wirklich gefährlich

    Die meisten Aquarianer mit dieser Einstellung haben irgendwann grösste Probleme mit Ihren Becken !!!

    Es gibt nichts aber auch gar nichts wo man eben noch in Becken tut damits man nicht wegwerfen muss
    Das Siporax im Boden ist da noch etwas harmlos aber wie sieht es mit Spurenelementen , Salz etc aus ?


    Siporax hat in einem Seewasser Becken oder einen Jaubert System nichts verloren. mach dir ein Quarantäne Becken für neue Fische und du kannste es dann so einsetzen für das es auch gedacht ist.
    In einem Filter als Filtermaterial

  • Du kannst Dir zB mit Portland Zement und Deinem Siporax eigene Riffkeramiken erstellen.. sieht sicher nicht schlecht aus...
    Als Bodengrund würde ich es nicht im Jaubert-Refugium nutzen...
    Eventuell in einem Algen-Refugium... aber da schmeißt man es auch mit der Zeit wieder raus...

    Am besten wird aber sein, du suchst einen "immernoch Süßen" :D, verkaufst diesem dein Siporax und kaufst dir um das Geld Korallensand...

    Falls es noch originalverpackt ist, findest du sicher auch einen Händler, mit dem du dir einig werden kannst.

    Gruß mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

  • Hallo

    Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    Dein letzter Satz ist wirklich gefährlich

    Die meisten Aquarianer mit dieser Einstellung haben irgendwann grösste Probleme mit Ihren Becken !!!

    Es gibt nichts aber auch gar nichts wo man eben noch in Becken tut damits man nicht wegwerfen muss
    Das Siporax im Boden ist da noch etwas harmlos aber wie sieht es mit Spurenelementen , Salz etc aus ?


    Zum einen meinte ich damit eher, dass Siporax in meinem Süßwasserbecken sehr gut funktioniert hat. Daher bin ich überzeugt von dem Zeug und möchte es deshalb nicht wegwerfen. Der Preis ist mir egal. (Wenn du das meintest) Ich dachte einfach was den Bakterien viel Fläche bietet ist auch bei Meerwasserbecken gut.
    Zum Anderen habe ich natürlich alles Sonstige weggeworfen und werde es frisch und Meerwassertauglich besorgen. Das ist schon klar...

    Zitat


    Siporax hat in einem Seewasser Becken oder einen Jaubert System nichts verloren.

    Warum? Das Wirkprinzip sollte doch das gleiche sein. Nur die Bakterienart ist eine Andere, oder?

    Gruß
    Gerd

  • Hallo Gerd Christian,

    zur Effektivität unseres Jaubert-Systems kann ich sagen, daß es nun gut 7 Jahre in der einen und drei Jahre in der anderen Kelleranlage betrieben wird.
    Das drei Jahre alte System hat ein Refugium von 40x100 cm Grundfläche, die Gesammtwassermenge beträt etwa 1500 l .
    Darin sind fast ausschließlich Steinkorallen untergebracht.
    Um einen "Belastungswert" von mind. 1- 5 mg/l Nitrat zu halten wohnen darin zwei Doktorfische, drei Fuchsgesichter, zwei Pärchen Sechstreifenlippies, ein Blennie und die Sepien.
    Zudem dosieren wir täglich Nitrat nach, weil unsere Fische mit der Produktion nicht nach kommen(und die sind wirklich gut gefüttert).
    Das ältere System hat eine Grundfläche von 70x 35 cm bei ca. 250l.
    Hier werden Weichkorallen und Anemonen gehalten.
    In diesem System leben drei Preußenfische, drei Anemonenfische, ein LSD-Fisch, ein Seegras-Feilenfisch, eine Scherengarnele und einige Glasgarnelen.

    Korallenkies ist dem Siporax auch darum vorzuziehen, weil beim Abbauprozess orgenische Säuren entstehen, die mit dem Korallenkies reagieren und so neutralisiert werden. Ein schöner Nebeneffekt: es wird so auch für die Korallen verwertbares Calcium freigesetzt!
    Siporax kann das nicht, werden diese Säuren nicht neutralisiert, zehrt das extrem an der Carbonathärte.

    Die obere Schicht mit feinem Kies zu gestalten (bis 1 mm) halte ich auch für Bedenklich, wiel die Gefahr des "Verstopfens" höher ist und so der Wasseraustausch gebremst wird.
    Nimm lieber für die komplette Schicht eine Körnung von 2-3 mm.
    Im Plenum ist übrigends immer noch ein gewisser Sauerstoffgehalt, was viele Kleinstlebewesen im Plenum beweisen.

    Während der Einfahrphase kann man den Abschäumer erst mitlaufen lassen. Er dient hier eher zur Sauerstoffversorgung und braucht darum lange nicht so groß zu sein, wie für die Beckengröße normal üblich. Wichtig sind halt lebende Steine und wenn Du jemanden mit Jaubert-System kennst, eventuell etwas eingefahrener Korallenkies.


    Zitat

    Das Zeug ist mir aber eigentlich zu schade zum wegwerfen!!!


    Zur Not kannste ja ein schickes Glaswindlicht damit basteln :winking_face: oder einem "Süßen"-Einsteiger damit eine Freude machen.

    Viele Grüße

    Claudi

  • Hi Claudi,

    Ich muß mal ein klein wenig widersprechen..

    Zitat

    Original von Claudi
    Die obere Schicht mit feinem Kies zu gestalten (bis 1 mm) halte ich auch für Bedenklich, wiel die Gefahr des "Verstopfens" höher ist und so der Wasseraustausch gebremst wird.
    Nimm lieber für die komplette Schicht eine Körnung von 2-3 mm.
    Im Plenum ist übrigends immer noch ein gewisser Sauerstoffgehalt, was viele Kleinstlebewesen im Plenum beweisen.

    gerade weil im durch die großen Korngrößen noch Sauerstoff enthalten ist, sollte man ja kleinere Korngrößen nehmen. soweit ich die Artikel in der Literatur über das Jaubertsystem verstanden habe, darf sich im Plenum kein Sauerstoff mehr befinden damit sich die Bakterien voll auf das Nitratatmen konzentrieren können. Jens Kallmayer hat das bei seinem Vortrag in SiFi vor 2 Jahren auch betont. Verstopfen kann im Bodengrund nichts, da die oberen Schichten durch Würmer etc sauber und vor allem wasserdurchlässig gehalten werden. Es muß nur genügend Strömung vorhanden sein, dann funktioniert der Wasseraustausch problemlos..

    MfG, Frank


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
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  • Hallo Frank,

    Du darfst DSB und Jaubert nicht durcheinander werfen!

    Beim Jaubert-System steht in den Artikeln, die ich kenne, immer
    einheitliche Körnung von 2-3mm, damit der leichte Wassertransport
    durch die Kiesschicht funktioniert.In den Berichten stand auch, das
    Restsauerstoff im Plenum noch vorhanden sein kann.
    Dieser stört aber nicht die Denitrifikation. Die findet in den unteren
    Schichten des Bakterienrasens auf jedem Kieskorn statt.
    In beiden Plenen (ich hoffe so heißt die Mehrzahl) bei uns,
    schwirren Kleinstlebewesen rum, und eine Anemonen Art wächst, die von ihnen lebt.
    Sauerstoff müßte also vorhanden sein, und trotzdem Denitrifizieren sie
    wie SAU!!!


    Beim DSB nimmt man feinen Sand in hoher Schichthöhe.

    Jaubert mit feinen Sand funktioniert auch, aber eigentlich nicht als
    Jaubert, sondern als DSB.
    Dann könnte mann auch gleich das Plenum weglassen.

  • Der Sauerstoffgehalt im Plenum hängt von der Schichthöhe und der Körnung ab. Bei 2-3 mm Körnung sollte die Schichthöhe ca. 10 cm oder mehr sein. Wenn sich zu viele Kleinstlebewesen tummeln (da zu viel Sauerstoff vorhanden ist) kann es passieren, dass der Wasseraustausch zu groß wird, und damit die Denitrifikation nachlässt.

    Ein guter Trick ist auch, ein kleines Rohr vom Plenum bis zur Wasseroberfläche zu führen. So kann man die Bakterien füttern (z.B. mit Zucker) wenn der Nitratgehalt zu hoch steigt.

    Alle Angaben ohne Gewähr, ich habs ja nur gelesen :winking_face:

    Viele Grüße,

    Wolfgang

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