Kalkreaktor: Falschgas (=Faulgas???)

  • Hallo,

    da mein Korallinreaktor nach wochenlanger störungsfreier Tätigkeit über Nacht trockenlief (die Gasblase wurde ü.N. zu groß), baute ich ihn zur Reinigung etc. auseinander. Der Geruch, der mir beim Öffnen entgegenkam, war möglicherweise nicht der, den "saubere" Kohlensäure verbreitet. Ich könnte mir vorstellen, daß zumindest Spuren an H2S dabei waren.

    Kann es sein, daß im sauerstoffarmen bzw. -freien Kalkeaktor anaerobe Fäulnisprozesse ablaufen? Der Wasseraustausch ist ja mit ca. 1 Tropfen/sec Zu- und Ablauf nicht groß.
    Wird der Reaktor vielleicht dadurch zur "Biobombe" fürs Becken?

    Grüße
    Matthias

  • Hallo Matthias
    Das kann ich mir sogar gut vorstellen, gerade wenn du ein Schwefelhaltiges substrat benutzt oder eins was noch viel Eiweiß enthält.
    Aber das habe ich bei meinem noch nie bemerkt. Jedoch arbeitet der Schuran innen schon fast wie ein Abschäumer.

  • Hallo Hari,
    heheheh das ist halt einfach ne Rakete der Schuran :grinning_squinting_face: Aber der ATI arbeitet genau so gut ist halt nur nicht so gut in der Handhabung meines Erachtens.

    @ Mathias,
    verscuh doch einfach den Korallin um zu bauen. Ist eignedlich doch gar nicht so schwer. Oben noch ein Anschluss für nen CO2 Schlauch drane für das unverbrauchte CO 2 was wieder dem Kreislauf zugeführt wird, also an die CO2 Zufuher ein T-Stück wo dan das unverbrauchte CO 2 wieder dranne kommt. Hmmmmmm könnte doch funzen. Wäre zumindestens einen Versuch Wert, oder?

  • Zitat

    Original von MHeil
    Hallo,

    da mein Korallinreaktor nach wochenlanger störungsfreier Tätigkeit über Nacht trockenlief (die Gasblase wurde ü.N. zu groß), baute ich ihn zur Reinigung etc. auseinander. Der Geruch, der mir beim Öffnen entgegenkam, war möglicherweise nicht der, den "saubere" Kohlensäure verbreitet. Ich könnte mir vorstellen, daß zumindest Spuren an H2S dabei waren.

    Kann es sein, daß im sauerstoffarmen bzw. -freien Kalkeaktor anaerobe Fäulnisprozesse ablaufen? Der Wasseraustausch ist ja mit ca. 1 Tropfen/sec Zu- und Ablauf nicht groß.
    Wird der Reaktor vielleicht dadurch zur "Biobombe" fürs Becken?

    Grüße
    Matthias


    tag mathias,

    nun, das gerücht ging schon immer um, dass durch die geringe durchflussmengen in kalkis ein anaerobes nilieu aufgebaut wird, dass gegebenenfalls auch nitrate abbaut.

    was aus diesen überlegungen geworden ist...?

    weis jemand mehr?

  • Hallo Harald,

    ich denke nicht, daß man unbedingt eiweißhaltiges Substrat benötigt, um anaerobe Prozesse zu erhalten. Der Eintrag gelöster Proteine durch einströmendes Aquarienwasser dürfte schon ausreichen. Ich habe noch den original Korallenbruch von Korallin drin. Da wurde an anderer Stelle mal gezeigt, daß der ziemlich sauber ist.
    Das abschäumerhafte Verhalten des Schurans wird doch vom CO2 erzeugt, daß in das System gebracht wird. Das weißt auf keinen Fall auf Luftblasen hin, da nur CO2 drin ist, eben kein Sauerstoff. Also ist auch im Schuran auch ein anaerobes Millieu.

    Die Frage ist nur: laufen Denitrifikation und Desulfurikation im Kalkreaktor ab oder nicht?
    Ich bin auf die Meinung der "Cracks" hierzu gespannt.

    Grüße
    Matthias

  • Hallo alle,

    wenn man sich einmal die Denitrifikation genau ansieht, vielleicht dazu auch einmal mein Filtersystem wie es noch auf den Seiten von Korallenriff.de zu sehen ist und die Erklärungen dazu liest, dann kommt man zu dem Schluß, im Kalkreaktor wird denitrifiziert ! Wer einen Kalkreaktor betreibt und elektronisch den Sauerstoffgehalt am Auslauf messen kann, wird feststellen, daß da nichts mehr ist. Je größer der Kalkreaktor ist (ich verwende einen von Knop mit einer Gesamthöhe von 120 cm) und je höher das Substrat geschichtet ist um so größer ist die Leistung des mikrobiellen Stickstoffabbaus. Inwieweit die Zuführung von CO2 dies wieder zunichte macht ist mir zur Zeit noch immer nicht bekannt, Jedoch kann ich mir sehr gut vorstellen, daß die per Geruchsprobe identifizierten Schwefelwasserstoffe produziert werden. Man möge sich das einmal bildlich vorstellen, Nitrat wird durch die Denitrifizierer aufgebrochen, in Wasser, Sauerstoff und CO2 , gespalten und der Sauerstoff der zur Atmung benötigt wird von den Bakterien entzogen. Gleichzeitig werden genau diese Bakterien von dem im Substrat bis dahin gebundenen Phosphat förmlich erschlagen. Ich muß leider gestehen, daß mir die Vorstellungskraft fehlt wie genau dieser Kreislauf ergänzt wird und wie sich die Endprodukte im Wasser bemerkbar machen können. Auch fehlen mir entsprechende Nachweismethoden sowie das Wissen objektive Diagnosen zu erstellen. Interessant ist diese Fragestellung jedoch allemal.

    Welche Auswirkungen eines Kalkreaktors können wir überhaupt Meßtechnisch erfassen ?
    Das sind doch lediglich die Karbonathärte, der Kalziumgehalt, möglicherweise Strontium und Magnesium. Letzteres insbesondere dann wenn wir Magnesium pro von Grotech (so wie ich) im Reaktor deponieren. Gibt es überhaupt Untersuchungen die darüber hinausgehen ?

  • Hallo Ralph
    Ich glaube nicht dass man einen Redoxwert von
    -200 mv in einem Kalkreaktor bekommen kann, zumindest nicht bei dem Betrieb wie ich ihn habe.
    Auch fehlt die Kohlenstoffquelle.
    Aber eine Vermehrung der Schwefelbakterien (Thiobacillus denitrificans) bei -70 mv kann ich mir schon denken zudem diese Bakterien auch einen sauren
    Ph Wert einstellen. Aber wir sollten nicht denken das ein Kalkreaktor alle Nitratprobleme beseitigt.

    Ich denke dass das Problem infolge von unzureichender Durchströmung aufgetreten ist. Bei meinem Schuran konnte ich sowas noch nie beobachten aber wie schon gesagt es bildet sich , gerade bei Anwendung von Korallenbruch oben eine Schaumkrone.

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