Gorgonia flabellum-Problem akut

  • Hallihallo,
    SOS SOS SOS SOS......
    bin nahe an der Verzweiflung; nachdem ich bereits verschiedene Gorgonien erfolgreich zum Wachsen und wohlfühlen 'überreden' konnte, macht mir o.g. seit 2 Tagen erhebliche Sorgen!!! Habe sie vor 5 Wochen von MM bekommen.
    Fächer genau quer zur alternierenden Strömung gestellt, auf mittlerer Beckenhöhe unter 250 W HQI. Beginnend am Fuß färbte sie sich vor zwei Tagen schwarz, am Rand des Fächers Nekrotisierung mit Schwarzfärbung, heute löst sich das noch nicht kaputte Gewebe fetzenförmig von den Randbereichen her ab.
    Was könnte es sein? und wichtiger, kann ich sie noch retten? 2/3 der Gorgonie sind noch i.O., allerdings seit 3 Tagen ist keine Polypenöffnung mehr erkennbar....

    Vielen Dank für evtl. Ratschlag (vielleicht auch Sabine?)

    Stefan

    Servus
    Stefan

  • Hallo
    Als Notmaßnahme würde ich die in PVP Jod baden, denn auch auf denen können Parasieten sitzen, ohne das man diese sieht.
    Zudem kann es sein, das die zu HELL steht, denn nicht immer können die gleichviel Licht vertragen( oft weiss man nicht aus welchen Tiefen die kommen)

    Wenn es sich um einen bakteriellen Befall handeln sollte, wirkt das PVP Jod ebenfalls und kann von daher nicht Schaden!

    Leider fällt mir im Moment auch nicht mehr ein, aber vielleicht hilft es dir?

  • Hallo Michael,
    (sie war, oder besser ist von dir) ((Gorg. ventalina); nach der Lieferung hatte sie tadellos die Polypen ausgestreckt, nur die Spitzen -2-3mm waren leicht nekrotisch, aber ansonsten tadellos.
    PVP-Bad wollte ich eigentlich vermeiden, da ich es eigentlich noch nie gebraucht habe, aber jetzt probiere ich es halt; zu dumm, da ich sie jetzt vor 14 Tagen endgültig ins Becken geklebt habe;
    soll ich bei der Gelegenheit gleich die kaputten (schwarzen) Stellen mit der Schere wegstutzen?
    Servus einstweilen Stefan

    Servus
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    ich stimme Michael zu, es könnte entweder eine Verbrennung oder ein Parasit sein. Im Sprung/Delbeek Band 1 auf Seite 344 ist ein Kapitel über schwarze Verfärbungen an Weichkorallen, ihre Ursachen und Gegenmaßnahmen.

    Ich persöhnlich würde die befallenen Stellen bis ins gesunde Gewebw abschneiden, die Gorgonie in Jod baden, und wenn der Fuß auch befallen ist, neu aufkleben und an eine gut beströmte, vielleicht nicht zu helle Stelle tun. Kleine abgestorbene Stellen können sie überwachsen, aber bei einer größer Fläche schaffen sie es nicht mehr, und das Skelett wird von Algen bewachsen.

    Welche Farbe hat dein Fächer? Ich glaube, nur die kräftig lilanen können sehr hell stehen, die grauen und gelben Formen sind eher aus tieferen Zonen. Gorgonien reagieren sowieso sehr empfindlich auf Änderungen des Lichts, wenn sie aus einem dunkleren Becken in ein helles kommen, können sie schon Verbrennungen erleiden.

    Ich habe in meinem Karibikbecken nur eine 150 Watt Hqi Beleuchtung, die reicht den Gorgonien schon.Ihr Lichtbedarf ist nicht so hoch wie bei Steinkorallen.

    Ich hoffe, wir konnten dir weiterhelfen, und das Tier erhohlt sich wieder.

  • Hallo Stefan,

    ich würde auch das kranke Gewege herausschneiden. Gerade an den Spitzen zeigen viele Gorgonien nach dem Einsetzen eine Schädigung. Ob das durch den Transport oder die geänderten Lichtbedingungen ensteht ist mir noch nicht klar. Nachdem die Spitzen bis ins gesunde Gewebe zurückgeschnitten wurden, haben sich diese erholt.

    Einen Fächer habe ich in einem relativ schlechten Zustand bekommen. Auch dort haben sich nach dem Zurückschneiden der Spitzen und abtrennen der toten Bereiche (1/3 der gesamten Gorgonie) alle Bereiche wieder erholt und setzen zum erneuten Wachstum an.

    Aus meiner Erfahrung lieber zu früh abschneiden, als zu spät.

    Die Schädigungen können natürlich auch durch einen Freßfeind oder durch Vernesselung ausgelöst sein. Teilweise sind diese kleinen Schnecken fast nicht zu sehen, da sie die identische Farbe zur Gorgonie haben.

    Wenn Du jetzt beherzt handelst, kannst Du das Tier hoffentlich noch retten. Viel Glück.

  • Hallo Stefan,

    die G. flabellum wird sehr häufig von der Flamingozunge heimgesucht, was relativ leicht zu erkennen ist. Anders sieht das aus mit dem auf der Abbildung zu sehenden Befall, den ich für parasitär halte. Auch das ist häufig anzutreffen. Alle Fächerkorallen die ich in großer Zahl fotografiert und gefilmt habe befanden sich sehr nahe an der Wasseroberfläche mit ungehinderten Sonnenlichteintrag.

    Alle Gorgonien befanden sich ohne Ausnahme in stark bewegten Wasser mit der breiten Seite quer zur Strömung. Wie auch schon empfohlen würde ich ebenfalls großzügig die betroffenen Ränder beschneiden und sie starker Wasserbewegung aussetzen. Das Schneiden würde ich außerhalb des Aquariums vornehmen.

  • Danke euch allen,
    habe sie heute nacht Jod-gebadet; zum 'Auslüften' die restliche Nacht kopfüber ins Becken gehängt.
    Jetzt am Morgen hat es ziemlich 'gestaubt', als ich die Gorgonie in der Strömung nochmal durchspülte.
    Befallene Stellen sind ab- und zurechtgeschnitten (sieht jetzt sehr sonderbar aus)- frisch aufgeklebt und jetzt am Boden bei den anderen Gorgis gestellt.... schaun mer mal, was noch draus wird!
    Parasit möchte ich eigentlich jetzt fast ausschließen, da die anderen Gorgonien nicht mal eine kleine kaputte Stelle haben.

    Da sieht man wieder mal, in Büchern steht halt auch viel geschrieben...(hier Mergus), wo ich meine Pflegehinweise herausgepickt habe.
    Wie in Sprung und Delbeek beschrieben, so kann ja wirklich vieles in Frage kommen.
    Ich tippe mittlerweile allerdings auch auf den Kontakt mit Xenia (pumpend weiß) oder Pseudopterogorgia, aber da sich die Schwarzfärbung vom Fuß beginnend rund um den Fächer zog, ist das auch nicht eindeutig... :face_with_rolling_eyes: :frowning_face:

    Servus Stefan

    Servus
    Stefan

  • aloha forum,

    da war doch was...? richtig! Der Meerwaasseraquarianer 1/2002, Seite 40 ff.

    oliver straub berichtet über eine durch Aspergillus sydowii, einem terrestrischen pilz (!), ausschliesslich an G. ventalina und G. flabellum ausgelöste gewebsnekrose. interessant (wenn zutreffend) daran: der pilz kann sich im meerwasser wohl ausschliesslich vegetativ vermehren. die infektion erfolgt im natürlichen habitat und kann sich -eigene schlussfolgerung- wohl insbesondere bei gemeinsamer zwischenhälterung auf andere individuen ausbreiten. wichtig: laut straub verfügt Gorgonia* daher über fungistatika, deren abwehrkraft mit zunehmendem ökologischen qualitätsverlust schwindet. da wohl jede verbringung aus dem natürlichen (oder gewohnten) habitat in irgendeine form von hälterungsanlage einen solchen ökologischen qualitätsverlust, jedenfalls aber eine belastung, darstellt, ist die konsequenz wohl für händler und aquarianer auf beste wasserwerte zu achten, besonders sorgfältig einzugewöhnen und ein wachsames auge auf neue tiere zu haben.

    eine therapie empfiehlt straub nicht. wenn es sich aber um eine pilzliche infektion handelt, dürfte ein jod-einsatz wohl nicht allzu wirkungsvoll sein.

    *über diese stoffe verfügen ebenso Pseudopterogorgonia und Plexaura. es steht also zu vermuten, dass diese arten ebenfalls zumindest potenziele opfer oder selbst nicht erkrankende überträger von pilzinfektionen sein können.

    beste grüsse
    y.

  • Hallo,
    Problem hat sich leider erledigt; Ende Nordmende...
    Heute hat sich der Rest des Gewebes verabschiedet, der Herzogfisch hat die letzten Fetzen abgelutscht.
    Ruckzuck innerhalb einer Woche, trotz Jodbad und zurecht schneiden ging es rapide bis zum Exodus; ...leider... :loudly_crying_face:

    Servus Stefan

    Servus
    Stefan

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