Algenfilter - Meine Vorstellung und die Realität

  • HI,

    Also, nachdem ich jetzt mein Technik-Becken vergrößert und in den Keller verfrachtet habe (endlich :face_with_rolling_eyes:), plane ich natürlich sofort weitere Ausbau-Schritte.

    Da wären:

    Erstens eine 200 Liter Nachfüllanlage, welche jetzt endlich Platz hat, und mir das Wasserschleppen erspart. (Im Keller habe ich einen Wasseranschluß in Reichweite, von dort aus kann ich das Wasser regelmäßig mit dem Schlauch nachfüllen.)

    Zweitens eine Anlage, zur Eingewöhnung von Neuzugängen. Stelle ich mir in etwa so vor:
    Ein kleines Becken (vielleicht 12 Liter oder so, welches neben/oberhalb dem Technik-Becken steht, mit einem kleinem überlauf ausgestattet ist, und die Wasserversorgung regelbar von Tröpfchenweise bis leicht rinnend ausgelegt ist.Die Wasserversorgung erfolgt per Bypass in der Druckleitung nach oben, ist bereits installiert und kein Thema.
    Das ermöglicht mir endlich die "wirklich langsame Eingewöhnung" von Neuzugängen über mehrere Stunden hinweg. Bislang musste ich das immer mit einem Schluck Wasser per Hand alle 10 Minuten machen.... echt stressig. :angry_face:


    Drittens ein leeres (oder halt sehr spärlich eingerichtetes) Becken, welches im Normalen Kreislauf eingehängt ist, jedoch per Kugelhahn vom Rest des Systems abgetrennt und mit minimaler Technik autonom betrieben werden kann. Also ein ständig eingefahrenes Quarantäne-Becken. Ich denke dabei an ca. 60 Liter oder so.Dazu eine kleine Beleuchtung mit einer Röhre, welche nur im Fall eines Quarantäne-Falls zum Einsatz kommt.


    UND als nächstes ein Algen-Refugium:

    Das stelle ich mir in etwa so vor:
    Mein altes Technikbecken wird umfuntioniert. Das ist ein 120 Liter Becken mit einer großen Grundfläche und niedriger Höhe (30cm). Geplant ist ein eher gröberer Bodengrund aus Korallensand oder ähnlichem in einer Schichtung von max 2 cm.Kultivieren möchet ich vor allem schnell wachsende Caulerpa-Arten, um dem Wasser ausreichend Nährstoffe bzw. organische Verbindungen welche den Abschäumer passiert haben, zu entziehen.
    Bei der Beleuchtungsdauer schwanke ich noch zwischen 24 Stunden und ca. 20 Stunden pro Tag, wobei die Dunkelphase unter Tags wäre (im Keller ist es immer dunkel, auch mittags :D).
    Die Dunkelphase soll ja dem Wachstum zuträglich sein.

    Jetzt kommt die erste Abweichung zum "normalen" Refugium:
    Wie bei einem Nitrat-Filter, möchte ich die Wasser-Zufuhr auf ein minimum beschränken, damit das Wasser den "Filter" praktisch nährstofffrei (3 F .. b-l-ö-d-e-s Wort eigentlich :D) verlässt. --> ist das realistisch oder einfach nur Humbug ??

    Eine CO2-Düngung wäre dann in diesem Refugium leicht möglich, da nur wenig Wasser mit höherem pH-Wert wieder ins Hauptbecken kommt... über einen winzigen Rieselfilter, gefüllt mit Korallenbruch oder einer anderen CaCO3-Quelle rückgeleitet, wäre das Wasser CO2-frei und zusätzlich hat man dadurch einen Mini-Kalkreaktor auch gleich integriert ;).

    Außerdem möchte ich mir jetzt keine neue Beleuchtung kaufen müssen, da der Umbau schon genug Geld gekostet hat. Da ich ein reines Algenrefugium mit maximal ein paar Schnecken, Bortenwürmern und vielleicht ein paar Einsiedler-Krebsen plane, dachte ich, ich kann meine alte Süßwasser-HQL-Beleuchtung verwenden, da ich ja keine Korallen drinnen habe, welche auf hochwertiges Licht angewiesen sind.
    Finde ich hier jemanden der mir zustimmt, oder bin ich einfach ein Depp(edit: keine Ahnung warum D-E-P-P ein böses Wort ist, aber ich lasse es einfach mal stehen)  :face_with_rolling_eyes:, und MUSS mir eine neue Beleuchtung für mein Refugium zulegen ?? :st: :st: :st:

    So... danke erstmal dafür, daß Ihr da überhaupt bis hierher gelesen habt.

    Um möglichst viele hilfreiche Kommentare wird gebeten.
    PS: Fällt Euch noch eine sinnvolle Erweiterung für meine Anlage ein ??
    Was ich noch nicht habe (hier also nicht genannt werden sollte) ist eine
    Umkehr-Osmose-Anlage (kommt auch keine - wir haben super Wasser hier) und eine
    UV-Enkeimung (meine alte ist defekt, und eine neue ist mir momentan zu teuer ;().
    Einen Abschäumer und Kalkreaktor (zur Zeit nicht im Betrieb weil ungeregelt und ich mich nocht nicht entschieden habe ob ich ihn so verwende oder dann doch pH-geregelt :loudly_crying_face: :loudly_crying_face: teuer, teuer :loudly_crying_face: ;() habe ich natürlich.

    thx 4 Info
    Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

    2 Mal editiert, zuletzt von Mike (12. August 2004 um 16:23)

  • Hallo Mike,

    ich will mich erst mal nur zum Refugium äußern. Das ist definitiv zu empfehlen. Ich habe mir damals eines aus PVC kleben lassen und mit Miracle Mud bestückt. Werte und Mikroflora haben sich deutlich verbessert. Mein Becken lief schon 4 Jahre, daher habe ich den Schlamm nur Schritt für Schritt reingetan. Den Abschäumer habe ich nach erreichen meiner Zielwerte nur noch Nachtsbetrieben. Ich gebe aber zu noch Wodka in geringer Dosierung eingebracht zu haben. Während der folgenden 1 1/2 Jahre hatte ich keine Verlußte.

    Die schrittweise Schlammfiltermethode kann ich dir wärmstens empfehlen. Vieleicht gibt dir ja jemand eingefahrenes Zeugs, falls er gerade wechselt.


    Das mit der Eingewöhnungsanlage würde ich definitiv nicht machen. Korallen brauchen das nicht und fische sollten wenn schon eher in einem einhängabaren Becken eingewöhnt werden. Der Stress beim Umgewöhnen ist nicht nur Folge der veränderten Chemie. Wenn ich Verlußte bei neuen Tieren hatte sind sie i.d.R. mit den langfristigen Werten nicht zurechtgekommen.

    Dann sag ich halt noch was zur Quarantäne: Diese sollte ja ein Einzelfall sein. Dann kannnst du das Becken auch herkömmlich befüllen und somit einen Wasserwechsel im Hauptbecken machen. Zusätzliche Verrohrungen sind immer Schwachpunkte und kosten Energie. Falls du im Becken mal behandeln mußt bekomst du Farbstofflösungen definitiv nicht so schnell aus dem Bypasssystem. Das macht dan mehr Arbeit als wenn du es separat betreibst. Also nicht ungefährlich das ganze. Das Schlammfilterrefugium verbessert wirklich die Fischgesundheit (2 1/2 Jahre). Hier legst du deine Energie meiner Meinung nach besser an.


    Gruß Bi


    Gruß Bi

  • Also mein grade im Bau befindlicher Algenfilter wird eine Ecke haben so wie Du es beschreiben hast, aber eine andere Ecke mit 2-3 lebenden Steinen und Röhrnwürmern. Werde aber den Durchfluss normal lassen (ca. 400l/Stunde) - je mehr Naehrstoffe Deine Algen bekommen, desto mehr koennen Sie verarbeiten, oder?

    Gruß

    Roger

  • Hi...
    Das stimmt schon... NUR:

    Um 400 Liter die Stunde zu fördern, benötige ich eine sepearte Pumpe, welchen für den nötigen Druck macht... das kostet strom UND was mir noch wichtiger ist, sie produziert Wärme. Ich habe momentan ein gewaltiges Wärme-Problem, welches erst gelöst werden muss, bevor eine weitere Wärmequelle hinzukommen darf...
    Einen Durchfluß von sagen wir mal max. 50 Liter pro Stunde, kann ich ohne Bedenken von meiner Druckleitung abzwacken... wie gesagt, für Anschlüsse ist gesorgt...

    Einen Röhrenwurm werde ich wohl nicht einsetzen, da ich vorhabe, den gesammten Platz für die Algen zu nutzen, und ich den Wurm im Keller ohnehin nur wenig sehen würde... Wie solch ein Tier auf 24 Stunden Beleuchtung reagiert bleibt zu testen...

    Gruß Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

  • Hallo Mike,

    ich bin auch gerade erst am Anfang mit meinem Refugium. Ich habe aber bei Ecosystems das folgende gelesen (sinngemäß): Wenn Du im Refugium keine Strömung hast, kann es passieren, dass die Caulerpa mit Cyanos (Schmieralgen) zuwachsen.

    Markus Resch sagte mir dazu, dass der Durchfluss schon gering sein kann, nur die Strömung sollte stimmen.

    Du kannst natürlich warten, ob Du wirklich ein Problem bekommst, und dann schaltes Du eine Strömungspumpe zu.

    Viele Grüße,

    Wolfgang

  • Zitat

    Original von Mike Vavryn
    Das ermöglicht mir endlich die "wirklich langsame Eingewöhnung" von Neuzugängen über mehrere Stunden hinweg. Bislang musste ich das immer mit einem Schluck Wasser per Hand alle 10 Minuten machen.... echt stressig. :angry_face:

    Hast du mit der bisherigen Methode probleme gehabt? Ich kenne einen Händler der gibt die Fische einfach direkt ins gute Wasser und hat seid dem keine Verluste mehr!

    Zitat

    Drittens ein leeres (oder halt sehr spärlich eingerichtetes) Becken, welches im Normalen Kreislauf eingehängt ist, jedoch per Kugelhahn vom Rest des Systems abgetrennt und mit minimaler Technik autonom betrieben werden kann. Also ein ständig eingefahrenes Quarantäne-Becken. Ich denke dabei an ca. 60 Liter oder so.Dazu eine kleine Beleuchtung mit einer Röhre, welche nur im Fall eines Quarantäne-Falls zum Einsatz kommt.

    Sehr praktisch sicher falls es tatsächlich mal zu einem Krankheitsbefall eines einzelnen Fisches kommt. Aber der muss dann auch erstmal aus dem Becken heraus geholt werden. Außerdem wird sich durch das abtrennen des Kreislaufes und das einschalten der Beleuchtung sofort die Biologie im Becken verändern - da würde ich schon eher Quarantäne ohne Licht betreiben (dann sind die Fische auch nicht so schreckhaft im leeren Becken).


    Zu dem Refugium: Absolute Nitratfrei wird es eher bei MM, DSB oder Jaubert. Bei letzeren beiden kannst du dir sogar die Beleuchtung komplett sparen. Von einer CO[T]2[/T] Düngung würde ich absehen, denn sogar die Restmenge an CO[T]2[/T] die aus dem Kalkreaktor kommt sorgt häufig für munteres Fadenalgenwachstum in der Nähe des Rücklaufes im Hauptbecken.
    Falls du dich doch für ein beleuchtetes Algenrefugium entscheidest, dann würde ich auf T8 Röhren in Feuchtraumfassung aus dem Baumarkt zurück greifen (2 x 120cm oder so) und dort Osram Lumilux Daylight Röhren einsetzen.

    Es gibt allerdings auch befürworter von Filtern mit LS und "Dunkelzonen" in denen sich viele Schwämme und ähnliches bilden!

    2 Mal editiert, zuletzt von kenny (13. August 2004 um 08:44)

  • Zitat

    Original von kenny
    ...


    Sehr praktisch sicher falls es tatsächlich mal zu einem Krankheitsbefall eines einzelnen Fisches kommt. Aber der muss dann auch erstmal aus dem Becken heraus geholt werden. Außerdem wird sich durch das abtrennen des Kreislaufes und das einschalten der Beleuchtung sofort die Biologie im Becken verändern - da würde ich schon eher Quarantäne ohne Licht betreiben (dann sind die Fische auch nicht so schreckhaft im leeren Becken).
    ...

    Also ein Quarantäne-Becken in absoluter Dunkelheit finfe ich nicht als geeignet... ich dachte da eher an eine Art Notbeleuchtung, eben um dem Fisch mindestens einen Tag-Nacht-Wechsel zu geben... ob er im Keller schreckhaft ist, ist mir eigentlich egal, da er dort sowieso seine Ruhe hat...

    Natürlich könnte ich das bcken auch nur bereithalten, und erst bei Bedarf füllen, jedoch müsste ich dann ständig frisch angesetztes Meerwasser bereithalten, um die Entnahme aus dem Hauptbecken auszugleichen...
    Das sich die Biologie dann ändert, ist mir schon klar... nur da das Becken ja pracktisch leer ist (außer dem Wasser natürlich) wird sich die Biologie in diesem Becken nur wenig bemerckbar machen... ein Quarantäne-Becken dient ja eben dafür im Notfall auch mit Medikamenten behandeln zu können, ohne dem Rest der AQ-Gemeinschaft zu schaden...

    Ob ich die Anpassungs-Einheit zum Eingewöhnen realisiere, bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher... sooooo oft mache ich das dann ja doch nicht... Probleme hatte ich noch keine wirklichen mit der Anpassung "zu Fuß", es ist halt einfach sehr zeitaufwendig... naja : mal sehen

    thx 4 your attention
    Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

  • @ Wolfgang
    Danke für den Tipp

    Werde ich berücksichtigen...

    thx Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

    Einmal editiert, zuletzt von Mike (13. August 2004 um 15:07)

  • HI,

    Ist natürlich auch eine Möglichkeit :grinning_squinting_face:

    Meine Pegel-Anlage habe ich mit 200 Liter Nachfüllwasser heute in Betrieb genommen.

    Den Platz für das Algen-Refugium habe ich auch schon bereitgestellt...
    Jetzt muß nur noch das Loch für den Ablauf gebohrt werden...

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

    Einmal editiert, zuletzt von Mike (14. August 2004 um 11:45)

  • Hallo Mike,

    Zitat

    Zweitens eine Anlage, zur Eingewöhnung von Neuzugängen.

    - geht ganz einfach: (so mach ich es) Fisch mit Tütenwasser in passenden Eimer, neben das Aquarium, Infusionstropfer genommen und vom Becken damit Wasser in den Eimer tropfen lassen (Tropfgeschwindigkeit kann man ja gut einstellen). Ist kostengünstig und einfach und für die paar mal wo man es braucht genügt es vollkomen - eine eigene Anlage ist echt übrig.

    Algenbecken: Ich beleuchte meines mit einer ganz normalen 15W Warmweiß-T8, brennt, wenn nachts die Beckenbeleuchtung aus ist (also von 2200 Uhr bis 0830); HQL gehen sicher auch.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hi,

    Wie gesagt... die eigene Anlage ist eh im Schwanken und wird wahrscheinlich nicht realisiert...

    Gut zu hören, das mal auch einer mit "normalen" Mitteln sein Algen-Refugium beleuchtet... werde es einfach mal mit HQL probieren..

    thx Mike.

    Bezüglcih der Bohrung habe ich ein Problem, da das aber offtopic ist, mache ich einen neuen Threat auf.

    Thx Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

    Einmal editiert, zuletzt von Mike (15. August 2004 um 01:13)

  • Hallo Mike,

    hier gibts auch ein Bild des Filters mit eingeschalteter Beleuchtung.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hi,
    Danke für die Bilder...
    Wenn meines mal fertig ist, werde ich auch mal Fotos machen..

    Gruß Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!