Hi, folgender Artikel heute im österr. KURIER:
FRANKREICH
Tropische Algenart wird im Mittelmeer zur Plage
Forscher: Für Schwimmer besteht keine Gefahr
von Paulina Szmydke
Zuerst entschlüpfte sie dem Ozeanographischen Museum in Monaco übers Abwasser, dann ließ sie sich an einem kuschelig warmen Plätzchen rund um das Fürstentum nieder und wurde schließlich zu einer regelrechten Plage im gesamten Mittelmeerraum – die Caulerpa taxifolia, eine aus den Tropen stammende Algensorte, die den Meeresbiologen an der Französischen Riviera zurzeit schlimme Kopfschmerzen bereitet.
Dabei sieht sie nicht nur harmlos aus, ihre grün leuchtenden Blätter sind ein durchaus attraktives Motiv unter Wasser. Doch der Schein trügt. „Das Problem ist, dass sie einfach überall wuchert. Jeden Tag wächst sie um drei weitere Zentimeter“, sagt Professor Alexandre Meinesz, Leiter des Umweltlabors der Mittelmeerküste (LEML) an der Universität Nizza im KURIER-Gespräch.
FATALE FOLGEN Mittlerweile sind 17.000 Hektar des Meeresbodens betroffen. Die Algenplage erstreckt sich von Marseille über Menton bis nach Korsika und beeinträchtigt dort die Artenvielfalt des Meeres. „Langfristig sind die Schäden schlimmer als bei einer Ölpest“, warnt Meinesz. Studien belegen, dass der Fischbestand in den betroffenen Gebieten zurückgegangen ist. Auch die Größe der Fische ist nicht mehr das, was sie einmal war, weil die Algen ihnen die Ressourcen wegschnappen.
Unterstützung bekommt die giftgrüne Alge von ihrer Schwester, der Caulerpa racemosa, die höchstwahrscheinlich über die Schifffahrt in die mediterranen Gewässer eingeschleppt worden ist.
DIE SCHNECKEN KOMMEN Das Umweltlabor in Nizza nennt zwar keine Lösung für das Problem, spricht aber bescheiden von einem „Hoffnungsschimmer“. Eine aus der Heimat der Alge stammende Schneckenart soll Abhilfe schaffen. Das Weichtier ist offenbar überaus gefräßig. Einziges Manko: Anders als die Alge hat sich das Tier noch nicht an die Kälte in unseren Breitengraden gewöhnt und ist deshalb nur in der warmen Jahreszeit aktiv. „Selbst mit Hilfe der Schnecken kann es nur eine Eindämmung, keine Ausrottung der Algen geben“, heißt es im Umweltlabor.
INTERNET
http://www.caulerpa.org
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