Bericht im MW-Aquarianer über die Farbe von Korallen

  • Hi leuts,

    ich wollte euch fragen, wer sich den bericht im letzten MW-Aquariener über die eingriffe in die farbenpracht der steinkorallen druchgelesen hat, und was ihr davon haltet?
    Dort wird auch über das vorhaben vieler aquarianer geschrieben, die korallen so bunt wie möglich zu machen, was zu einem unnatürlichen verhalten der tiere führt (auch das wort "kitsch" fiel).

    Für meinen teil denke ich, dass ich nicht nur SPS und LPS, sondern auch viele weichkorallen im becken halten will. Die mischung machts.

    Wie denkt ihr darüber und was haltet ihr vom "immer bunter"?

    Viele grüße,

    :grinning_squinting_face: iP!!

    iP's Most Rated Sept/06:
    1. ENUR - Calabria 2006
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    5. Justin Timberlake - Sexy Back[Dean Coleman Remix]

  • Also,

    ich für meinen Teil bin zufrieden, wenn die Wasserwerte so weit passen, dass meine farbigen SPS nicht ihre Farbe (weshalb man sie ja auch kauft) verlieren und wachsen. Werte nahe der Nachweisgrenze sind nicht mein Ziel.

    Kai

    336 l + 100 l Technikbecken, Photon Plus 1x400W HQI + 6x39W T5, 2x Tunze Stream 6000 mit Multicontroller, Zinn Cyclon Abschäumer, MM Hang on, 47 Kg indon. Lebendgestein + 17 Kg Fidji Lebendgestein

  • Hallo iP,

    ich hab zwar den Bericht nicht gelesen, doch gibt es ja noch diverse andere Berichte, welche auch um das Thema gehen.
    Das Problem mit den fast " unnatürlichen Farben " kommt daher, weil der Drang zur Farbenpracht ( noch grellere Farben, welche herausstechen ) eine grosse Herausforderung an den Aquarianer stellt. Man will einfach das letztmögliche aus den Korallen herausholen und geht damit bis an die Grenzen der Korallen/Existenz. Ob das aber mit der natürlichen Lebensweise etwas zu tun hat, bezweifle ich stark. Denn da muss nur ein kleiner Fehler vom Aquarianer passieren oder die Technik mal aussetzen und die Folgen einer Verschlechterung sind vorprogrammiert. Auch ist es ein Riesenproblem, wenn man solche bunten Korallen aus diesen sehr nährstoffarmen Becken kauft und diese bei sich selber einsetzt, wo man sicher andere Werte und evtl. auch nährstoffreicheres Wasser hat, dass die Korallen dann auf diese Veränderung, wo sie doch sowieso schon sehr empfindlich sind, sehr negativ reagieren und dann zu Grunde gehen, da sie den Akklimatisationsprozess nicht verkraften können und sich nur sehr schwer adaptieren lassen.
    Denn man weiss ja, dass Korallen, welche aus närstoffarmen Milieus stammen, empfindlicher sind las jene aus nährstoffreicheren Becken.
    Man sollte sich nicht wunder, wenn man ein so empfindliches nährstoffarmes Milieu heranzüchtet und die Korallen an die Grenzen bringt, dass dann mal bei einem Fehler, sei durch den Pfleger oder die Technik, einen grossen Bestand der Korallen verloren geht. Denn so nährstoffarm ist nicht mal das Meerwasser in der Natur.

    Einmal editiert, zuletzt von Uncle Tom (15. Juli 2004 um 10:29)

  • Zitat

    Original von Uncle Tom
    Denn so nährstoffarm ist nicht mal das Meerwasser in der Natur.

    Hi,

    doch, was die anorganischen NÄhrstoffe angeht, schon. Aber im Meer gibt es mehr partikukäre Nahrung, Plankton, Bakterioplankton, etc. Das gleicht das dann aus.

    Zur extremen Farbigkeit: Das, was in der Aquaristik als das non-plus-ultra angesehen wird, würde ein Wissenschaftler nicht mal sammeln, weil man mit halb toten Korallen keine Experimente macht...

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    da hast Du natürlich recht, ist eigentlich auch nachvollziehbar, denn während der Nacht steigt ja das Plankton im Meer nach oben, wo wiederum die Korallen davon provitieren und so organisches Material aufnehmen können. Und genau das fehlt ja in solch nährstoffarmen Becken mehrheitlich.

    Einmal editiert, zuletzt von Uncle Tom (15. Juli 2004 um 10:43)

  • HI,

    Yep, so sehe ich das auch! Was ich besonders interessant an dem bericht fand, war die aussage, dass die meisten acropora arten gar keine unterschiedlichen sind, sondern lediglich unterschiedliche färbung aufweisen, weil sie an unterschiedlichen stellen aufwachsen. Der autor (habe leider den namen des autors und berichts nicht griffbereit) meinte auch, dass es in zukunft sicherlich mal eine richtigstellung der namen geben wird. Ich persönlich halte das schon für möglich.

    Derzeit versuche ich zum ersten mal SPS zu halten. Habe mir ein paar kleine ableger, bruchstücke und tiere geholt, die kurz vor dem abnippeln sind. Bin mal gespannt ob die haltung klappt. Bisher zeigen sogar die fast kaputten tiere wieder schön ihre polypen. Sollte das auf längere zeit klappen, bzw. wenn ich wachstum und erholung erkennen kann, werde ich zu meinen LSP und den weichkorallen auch die eine oder andere acropora einsetzen.

    Viele Grüße,

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Wer hat denn den Artikel geschrieben, war das nicht Dietrich Stüber?

    Es gibt bei Acropora das Problem, dass einzelne Arten hybridisieren, d.h. dass sie sich interspezifisch sexuell vermehren und dabei Korallen hervorbringen, die letztlich aber wieder reproduzierbar sind, d.h. sie sind nicht wie bei der Kreuzung von Pferd und Esel im Falle des Maultieres steril, sondern sie können wiederum Nachkommen hervorbringen.
    Und das erschwert die Acroporataxonomie ungemein.

    Charlie Veron hat sehr viele Hybriden in seinem Buch, die er als eigene Arten anerkannt hat, was aber aus taxonomischer Regelsicht falsch ist.
    Carden Walace hat das nicht gemacht, sondern nur echte Arten in ihrer Acropora-Revision aufgeführt, und deswegen wird der neue Veron von keinem Wissenschaftler den ich kenne benutzt, sondern nur das Carden Walace Werk.

    H Hersteller

  • Ahhh... ja....

    Wieder etwas schlauer geworden.

    Und der bericht war vom Stüber :smiling_face:

    :grinning_squinting_face: iP!!

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