Heliofungia actiniformis

  • Hallo,

    wie einigen von Euch sicherlich schon bekannt, habe ich seit ca. 13 Wochen ein erstes Testbecken mit 120 Litern stehen.

    Das Große wurde gestern befüllt und erhält nächste Woche Lebende Steine.

    Nun habe ich seit 10 Tagen in das Testbecken eine Weichkoralle, eine Röhrenkoralle und einige Krustenanemonen eingesetzt welche mir als Anfänger doch auch schon bekannt waren. Diese stehen auch super prima und sind bereits nach 2 Stunden wieder aufgegangen.

    Gestern war ich dann im Welke Zoo Köln und fand da eine Koralle super schön. Also gefragt ob ich die denn halten kann und ob die gefüttert werden müsste.
    Antwort: Kein Problem keine Fütterung, die lebt ausschließlich von Spurenelementen.
    Also gekauft und mir den Lat. Namen notieren lassen.

    Jetzt hier im Forum nachgeschaut und fast einen Koller bekommen als ich lesen musste, dass dies eine Steinkoralle Namens Heliofungia ..... ist die sehr schwer haltbar ist.

    Nun jetzt ist sie in meinem Becken sieht noch ein wenig zusammengezogen aus aber ansonsten doch recht zufrieden.

    Bin ziehmlich sauer auf den Händer der sicherlich nicht noch einmal eine Koralle an mich verkaufen wird.

    Hat jemand eine Idee wie ich solche Fehlkäufe zukünftig vermeiden kann. Ich kann aufgrund der räumlichen Entfernung nicht immer zum Händler anschauen, später dann im Internet nachschauen --- und wieder hin um die dann zu kaufen.
    Als Anfänger blicke ich da nicht ganz durch was geht und was nicht. Für mich sah die Koralle optisch nicht gerade wie eine Steinkoralle aus. Und auf den Händler sollte man sich doch eigentlich verlassen können.

    Immer noch super sauer jedoch in der Hoffnung das die Koralle nicht eingehen wird.

    Bis dann

    Guido

  • Hallo Guido,

    allzu schwer, so dass es fast unmöglich erscheint H. actiniformis zu pflegen ist nicht richtig.
    Es ist eine grosspolypige Steinkoralle, welche ihr Gewebe weit expandieren kann und lange, dicke Tentakel mit teils farbenprächtigen Köpfen besitzt. Wenn die Eingewöhnung behutsam durchgeführt wurde, die Wasserbedingungen ihr passen, dann steht einer erfolgreichen Pflege nichts mehr im Wege.
    Doch kommt es auch auf den Rest-Besatz im Aquarium an. Denn H. actiniformis ist sehr empfindlich was Gewebeverletzungen betrifft und kann, wenn sie von einem Fisch attakiert und verletzt wird, zu Grunde gehen. Doch die Koralle selber kann sich am Riffgestein verletzen, denn sie hat einen grossen Drang umherzuwandern und je nach dem, wenn sie an einem Ort ist, wo sie das scharfe Riffgestein mit ihrem Gewebe berührt und die Strömung an diesem Ort noch dem entsprechend stark ist, so dass das Gewebe an den Kanten der Steine quasi zerreisst, gibt es wieder Verletzungen, die bei H. actiniformis nur sehr langsam heilen. Grosses Problem bei der Heilung, resp. beim teils blanken Skelett ist, dass sich rasch Algen darauf ansiedeln, welche den Heilungsprozess verlangsamen oder verhindern.
    Probleme bereiten ihr auch die Anwesenheit von Anemonenfische, welche die H. actiniformis als Ersatz- oder als Zweitanemone sehen und das Tier zu stark stressen.
    Ich bin mir sicher, dass die meisten Heliofungia actiniformis-Korallen an Verletzungen zu Grunde gingen und nicht weil das Wassermilieu nicht optimal war.
    H. actiniformis kann man ab und zu direkt füttern, was die Kondition des Tieres erhöht, doch lebt sie mit Sicherheit nicht grösstenteils von Spurenelementen, sondern von den Produkten ihrer Zooxanthellen ( Symbiosealgen ), denn diese Koralle gehöhrt zu den hermathypischen Arten und lebt durch diese Algen quasi vom Licht.

  • Zitat

    Original von Uncle Tom
    allzu schwer, so dass es fast unmöglich erscheint H. actiniformis zu pflegen ist nicht richtig.
    .

    moin tom,

    nun, bei entsprechender erfahrung und einem gut eingefahrenen systhem mag das vielleicht zutrefffen,allerdings als erstbesatz für einen anfänger halte ich die empfehlung des händlers nicht unbedigt für weise.

  • Hallo,

    zuerst einmal Danke für die Ratschläge.

    Meine Wut hat sich auch schon etwas gelegt. Die Tentakeln der Koralle sind ca. 2 Stunden nach dem Einsetzen herausgekommen und die Koralle steht so schön wie im Händlerbecken. Nur abends bereits ca. 1 Stunde bevor das Licht ausgeht zieht sie die Tentakeln zusammen und lässt dies auch über Nacht so.

    Nun da mich dies aber doch sehr beschäftigte (schwere Haltbarkeit) habe ich meine Bücher zur Rat gezogen.
    Hier steht in Korallenriff-Aquarium von Fossa und Nilsen Band 2 das die Heliofungia actiniformis eine leicht zu haltende Steinkoralle ist die man ---
    und nun bekomme ich die totale Kriese über die Auskünfte des Händlers -- "füttern muss".
    Der hat mir doch tatsächlich erzählt die würde von Spurenelementen leben.

    Nun, brauch ich Eure Hilfe:

    Wie und was füttert man denn dieser Koralle. Eine Mundöffnung habe ich ja schon gesichtet aber was bekommt die denn

    Ich möchte trotz des, nach Eurer Meinung doch recht frühen und falschen Einsetzens, doch möglichst versuchen die Koralle am Leben zu halten.

    Und noch etwas:
    Ihr schreibt hier etwas von Eingewöhnen. Versteh ich darunter die Koralle an die Wasserwerte durch Tropfmethode anzupassen?

    Da hat mir nämlich letzte Woche ein Händler beim Kauf einer Weichkoralle gesagt, das ist nicht nötig, "schmeiß die Koralle ins Becken und es ist gut".

    Kann ich diesen Raten und somit diesen Händler denn nun auch vergessen????

    Vielen Dank

    Guidol

  • Hallo Guido,

    Füttern kann man die H. actiniformis mit kleingeschnittenen Stückchen von Stinten.

    Zitat

    Da hat mir nämlich letzte Woche ein Händler beim Kauf einer Weichkoralle gesagt, das ist nicht nötig, "schmeiß die Koralle ins Becken und es ist gut".

    Das ist sicher nicht empfehlenswert, denn eine Anpassung der Korallen an ein anderes Wassermilieu ist erforderlich, sobald es grössere Differenzen in den Wasserparametern gibt. Oder kennst Du die Wasserwerte Deines Händlers oder umgekehrt ?
    Das kann man machen, wenn man die Werte kennt und diese in etwa gleich sind und dann auch nur bei robusteren Korallen.

  • Hallo Tom,

    also ich bin mir sicher, dass die meisten hier im Forum aber auch die Empfehlung geben - Korallen sofort (ohne größere Angewöhnung) ins Becken zu geben. Wir hatten auch mehrmals Postings dazu und auch unsere Korallenfarmer haben dazu sicher diese Meinung. Also diese Empfehlungist so nicht ganz daneben.
    Bei Fischen und anderen Tieren ist das was anderes.

    Guido - also dass ein Tier nur von Spurenelemnten lebt ist eine Mähr - die einen haben Zooxanthellen und "leben" (hauptsächlich, aber nicht unbedingt ausschließlich) von "Licht", azoxanthelate Arten müssen zwangsweise gefüttert werden.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo,

    zuerst einmal Danke für die Nachricht.

    Ist Dir (Markus K) denn bekannt, ob die Heliofungia gefüttert werden muss oder ob sie mit ihren Algen auskommt.

    Und wenn ja wie füttere ich die denn. Einfach mit einer Pipette Frostfutter über die Mundöffnung pusten oder lieber Staubfutter etc.

    Ich möchte nun einmal, obwohl mir als Anfänger da wohl etwas falsches verkauft wurde, versuchen die Steinkoralle am Leben zu halten.

    Gruß

    Guido

  • Hallo Guido,

    hab (bisher) selber so ein Tier noch nicht gehalten. Hat aber sicher sowohl Zooxanthellen, als es sich auch von anderem Futter ernährt. Nimmt wohl alles auf, was durch die Mundscheibe passt.
    Auch meine normale Fungia schnappt sich immer wieder Frostfutter bis zur Größe von Mysis, wenn das bis zu ihr "durchsickert" und nicht vorher von den Fischen gefressen wird.
    Diese Fungia hab ich mit knapp 5 mm Größe als kleinen Ableger bekommen (zusammen mit Wasser und Bodengrund zum animpfen des Beckens beim Einfahren). Hat allen Unbillen getrotzt und ist heut fast 10cm groß - es kann also durchaus auch klappen, wobei ich bei einer Heliofungia und vor allem auch bei einem größeren Tier sicher sehr skeptisch wäre. (Faden)algen bekommen dem Tier sicher nicht.

    PS: bei den nächsten Einkäufen würde ich entweder nur das mitnehmen, was vorher als passend eingestuft wurde oder aber entsprechende Bestimmungsbücher mitnehmen (in einem entsprechenden Laden hat es die teilweise auch sodaß man nachschlagen kann) und ansonsten lieber die Finger davon lassen bzw. maximal reservieren und erst mal prüfen.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Meine Heliofunghia wird nicht direkt gefüttert und lebt gesund (so sieht sie jedenfalls aus) seit ca. 1/2 Jahr in meinem Becken.

    Gruß
    Sven

  • Hallo,

    ich wollte nochmals kurz berichten.

    Meiner Heliofungia geht es allen Befürchtungen zum Trotz super gut in dem doch noch jungen Becken.

    Habe die Koralle gestern zum ersten mal mit Artemia gefüttert. Hat ihr sichtbar gefallen.

    Nun, wie oft und wie viel kann und sollte man diese Koralle denn füttern.
    Wie ich ja mittlerweile gelesen habe ist eine Fütterung ja nicht notwendig. Aber schaden kann es der Koralle sicher auch nicht dann und wann mal eine Stärkung zu erhalten.

    Gruß

    Guido

  • Hallo guido,

    ich füttere meine jeden Tag mit etwas rotem Plankton o.ä.
    Bloß kein Muschelfleisch, das 'kotzt' sie wieder aus. Kann auch in ihrem Magen verderben, hab ich mal gelesen.
    Sie hat sehr klebrige Tentakel, also geh ich davon aus, daß sie Futter braucht.
    Achso: setz sie bloiß nicht auf einen Stein, da kann sie sich dran verletzen und überlebt das meistens nicht. Is mir mal passiert. Auch nicht zu starke Strömung.


    Grüße
    Ulrike

  • Hallo,

    ich wollte noch einmal kurz von meiner Heliofungia berichten.

    Diese habe ich ja nun schon 8 Wochen. Und ich kann nur sagen: Anspruchsvolles Tier!!!!

    Hatte ja schon befürchtet sie würde mir eingehen. Aber mit viel Pflege ist es wohl zu schaffen.

    Ich merke jedoch wenn ich diese nicht zwei mal in der Woche fütter dass diese nach 3-4 Tagen schlechter bis sehr schlecht steht.
    Wenn ich aber zwei mal die Woche mit Artemia füttere dann wird sie riesig und streckt die Tentakeln 4 - 5 cm aus.

    Und gewachsen ist sie seit dem Einsetzen sicherlich im Umfang auch schon 1 - 1,5 cm.

    Also Panik umsonst. Man muss sich sicherlich gut kümmern und "glück" haben.

    Gruß

    Guido

  • Hallo zusammen!

    Ergänzung dazu aus meiner Erfahrung: Heliofungia nach etwa acht Monaten Standzeit ins Becken gegeben. Stand für weitere 6-7 Monate toll, dann ganz rapider Abbau: Tentakel immer weniger "aufgebläht", schließlich überhaupt nicht mehr ausgefahren. Gewebe zog sich immer tiefer zwischen die Koralliten zurück, schließlich Exitus. :frowning_face: Alle anderen Korallen standen gut und die Wasserwerte war im üblichen Rahmen. Parasitenbefall fand ich keinen, auch keine anfressenden Borstis. Futter bekam sie bei der Fütterung der Fische immer mit ab. Ich bin ratlos. :confused_face:

    Also das mal zu Bewertungen der Haltbarkeit nach wenigen Wochen. :winking_face:

    Gruß,

    Michael

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