Woran liegt´s wenn Korallen insbesondere Montipora´s brüchig werden?
Haben die einen Mangel oder irgendwas zuviel?
Hab heute Magnesium gemessen, der Wert erscheint mir mit 1460 mg/l etwas hoch, kann´s evtl. daran liegen?
Woran liegt´s wenn Korallen insbesondere Montipora´s brüchig werden?
Haben die einen Mangel oder irgendwas zuviel?
Hab heute Magnesium gemessen, der Wert erscheint mir mit 1460 mg/l etwas hoch, kann´s evtl. daran liegen?
Hi,
eigentlich weiß man es nicht. Es gibt mehrere Hypothesen:
1) Einlagerung von Carbonaten außer Calcium und Magnesium, die eine andere räumliche Kristallstruktur besitzen als Aragonit, und damit die Skelettstruktur verändern (z.B. Calciumphosphate, Strontiumcarbonat)
2) Schwankungen im Calcium, Magnesiumgehalt und der KH (respektive Alkalinität, also auch pH Schwankungen). Dies halte ich für sehr wahrscheinlich, v.a. Schwankungen im pH,
3) die Skelettstruktur z.B. von Montipora ist schon anatomisch so brüchig, was letztlich auch ökologisch relevant sein könnte, wenn es um Vermehrungsstrategien geht: Eine Koralle kann entweder schnell wachsen und alles unter sich verdunkeln, oder sie kann brechen, und dann wieder auf dem Boden weiterwachsen, und sich dadurch Siedlungsraum sichern. Ob das so ist, weiß ich nicht.
4) Wasserdruck. Hat nicht unbedingt was mit der Brüchigkeit zu tun, aber in der Kreissparkasse Osterholz wächst in 5 Meter tiefe eine orangene Montipora Platte etwa daumendick, während man sie in einem 80 cm hohen Becken vielleicht gerade mal 5 mm dick bekommt. Der Wasserdruck kann damit auch einfluß auf die Skelettstruktur nehmen.
Bei hohem Magnesiumgehalt (ich hatte zeitweise 1600mg) brachen mir Acroporas schon ab, wenn sich ein Korallenwächter draufsetzte...
Hi Joerg,
Danke erstmal, aber am Wasserdruck kann´s bei mir glaub ich nicht liegen, weil ich ziemlich weit oben eine Monti stehen habe, bei der frag ich mich manchmal ob die nicht auch mal im Durchmesser wachsen möchte, die wird momentan nur dicker.
Gruß
André
Zitat:
Bei hohem Magnesiumgehalt (ich hatte zeitweise 1600mg) brachen mir Acroporas schon ab, wenn sich ein Korallenwächter draufsetzte...
Hallo Stefan,
und was für Maßnahmen hast Du ergriffen?
Gruß
André
Die üblichen und immer und unter allen Umständen besten:
Ruhe bewahren, wöchentlichen Wasserwechsel durchführen und natürlich kein Magnesium zugeben.
Ausserdem die größeren abgebrochenen Teile aufkleben und Ableger machen ![]()
Hallo zusammen,
spannendes Thema, ich würd's auch gerne genau wissen. Von der
Phosphattheorie bin ich wegen meinen eigenen Erfahrungen nicht überzeugt,
aber eine bessere habe ich auch noch nicht.
Ich wäre aber sehr interessiert, ein paar besonders brüchige Skelettstücke
im Labor zu untersuchen. Wer sowas hat, bitte eine PN schicken.
Gruß Armin
Hallo Armin,
ist wirklich interessant, aber ohne handfeste Untersuchungen stochert man nur rum und spekuliert.
Dennoch, wie gesagt spekulativ, ich denke dass gerade Schwankungen im pH Wert und der Alkalinität diese Brüchigkeit hervorruft, wenn man bedenkt, dass die Calcifikation ein sehr pH sensitiver Prozess ist, und pH-Schwankungen zwischen 7,6 morgens und 8,5 nachmittags/abends nicht selten sind.
Es wäre sicher interessant diesbezüglich Korallenskelette aus Aquarien mit solchen Schwankungen und solchen ohne (die z.B. ein Algenrefugium mit 24-Stunden Beleuchtungsphase im bypass laufen haben oder auch Miracle Mud Becken) zu untersuchen.
Phosphat glaube ich auch nicht mehr. Ich habe keins Nachweisbar und trotzdem diesen Effekt bei ein paar Korallen.
Wobei ich allerdings inzwischen mehr auf die KH als auf den pH-Wert tippe.
Als ich KH bei 4 hatte, trotz Ca 410 und Mg 1440 bei pH 8,2 am Abend, hat sich eine blaue Koralle an den Spitzen regelrecht in einen Schwamm verwandelt. Die Spitzen sind schon vom hinschauen zerbröselt ![]()
Um das chemisch zu analysieren bräuchte man aber identische Korallen aus verschiedenen Becken da der Effekt nicht bei allen Korallen im Becken gleichermaßen auftritt. Scheinbar werden die einzellnen Arten mehr oder weniger gut mit der Ursache fertig. Besonders anfällig sind meines Erachtens die blaue Koralle Heliopora coerulea sowie Montipora digitata. Zumindest die Montipora sollte in den meisten Becken vorhanden sein und ein paar Äste davon sind auch zu verschmerzen ![]()
Also ich könnte ein Pfund brüchige Monti für die Untersuchung beisteuern.
mfg Uwe
Hallo
Soweit ich mich noch erinnern kann (zu 99,9%), hatte jemand mal von den "Spezi's" hier vom Forum geschrieben, das bei ein Zuviel an Strontium auch die Korallen schnell brechen.
Da ich davon selber keine Ahnung habe, berufe ich mich mal auf diese Aussage als eine weitere Möglichkeit ( kann leider diesen speziellen Beitrag nicht mehr finden).
Sven D.
Nachtrag:
Habe heute den Beitrag gefunden:
Acroporawachstum + Calcium
Hallo Andre,
ich hab die erfahrung gemacht, dass bei hoher Strontiumgabe, die Korallen schneller wachsen, jedoch brüchiger werden.
Hallo,
meiner Meinung nach hatt es schon etwas mit einem niedrigen PH Wert zu tun. Also auch zu viel an CO2 vom Kalkreaktor. Dann wachsen die Korallen zwar wie blöd aber werden brüchig. Soweit zumindestens meine Erfahrungen !!
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