An die Chemiker

  • Hallo
    Also ich dosiere immer noch nach der guten alten Kalkwasser-Methode!

    CA(OH)[T]2[/T] (aq)
    Nun ja wenn ich mir einen Kalkreaktor angucke dem man CO[T]2[/T] zuführt müsste man ja eigentlich CaCO[T]3[/T] bekommen wenn reines CA reingeschüttet wird ?
    Oder dosiert man in einen Kalki CaCo[T]3[/T] und erhällt CA(HCO[T]3[/T])[T]2[/T]
    Ich meine dann könnte ich ja einfach CaCO[T]3[/T] nehmen und es pur dosieren ! Soviel ich weiss müsste es Calciumcarbonat auf dem freien Markt geben ?
    Wie funzt denn der Kalki nun und was ist drinne ? Ich würd jetzt mal spontan auf Calciumcarbonat tippen was sich zu Calciumhydroxidcarbonat verbindet
    H[T]2[/T]CO[T]3[/T] + CaCO[T]3[/T]

    Könnte man da nicht einfach eine Flasche Sprudel mit CaCO[T]3[/T]mixen und das dosieren ?
    Danke für ne antwort

  • die einfachste frage zuerst: man kann sprudelwasser über Kalk (und das
    ist CaCO2 ) schütten und erhälst calciumhydrogencarbonat haltiges wasser. Aber das ist süsswasser und du du kannst nur soviel nachfüllen wie verdunstet.

    haben wir auch gemacht als es noch keine Kalkreaktoren gab.

    Calziumcarbonat kannst du reinschütten aber es löst sich nicht im seewasser,da der ph-wert zu hoch ist.

    Und das passiert halt im kalkreaktor, durch die zugabe von CO2 bildet
    sich kohlensäure und der ph wert sinkt ( bis ca 6,2 ) Kalziumcarbonat
    wird gelöst zu Kalziumhydrogencarbonat.

    Aber ich fahr auch immer noch nach der alten kalkwassermethode.

  • hallöchen
    danke für deine antwort
    habe mal gegogglt

    Zitat

    Das Skelett aller Riffbewohner besteht aus Kalk (Calciumcarbonat CaCO3). Um dieses Skelett zu schaffen nehmen sie aus dem Wasser gelösten Kalk auf. Kalk in gelöster Form kann nur als Calciumhydrogencarbonat Ca(HCO3)2 existieren. Der Organismus baut aus diesem Calciumhydrogencarbonat unter Abgabe von Kohlensäure (H2CO3) sein Kalkgerüst auf, welches aus Calciumkarbonat (CaCO3) besteht. Das funktioniert aber nur wenn immer reichlich Ca(HCO3)2 im Wasser vorhanden ist.

    Daraus lässt sich ja schließen das die Korallen Calciumcarbonat benötigen!
    Ich könnte doch dann einfach Calciumcarbonat mit sprudel mixen und so auffüllen ?

    Wäre doch viel effektiver als Calciumhydroxid (aq)
    Wo is denn der Unterschied zwischen dem ganzen Kram ?
    Ich meine Was ist am Effektivstem ?
    Ich könnte mir vorstellen das Calciumhydrogencarbonat effektiver ist ?
    Ich bin gerade nen bissel verwirrt

  • es fängt schon damit an welches ausgangswasser du nimmst um dein
    verdunstetes wasser nachzufüllen.

    Osmosewasser : Da ist null kalk drin.
    weiches Leitungswasser : wenig kalk
    hartes leitungswasser : schon besser, mehr kalk.
    leitungswasser mit sprudel und kalk in ein geschlossenes Gefäss und ein paar tage stehen lassen ergibt hartes wasser.

    Aber die mengen die du auffüllst sind relativ gering, als man früher nur
    weichkorallen hielt reichte die menge aus.

    kalkwasser hat schon mehr kalk, aber du kannst nicht beliebig viel nachfüllen ohne den phwert zu sehr zu erhöhen.
    reicht bei schwachem steinkorallenbesatz gerage mal aus ( ganz grob gesagt)

    und darüber hinaus ist dann der kalkreaktor angesagt ober ballingsalze

  • Hallo Michi

    Zitat

    Nun ja wenn ich mir einen Kalkreaktor angucke dem man CO[T]2[/T] zuführt müsste man ja eigentlich CaCO[T]3[/T] bekommen wenn reines CA reingeschüttet wird ?

    Im Prinzip richtig, nur leider ist im Kalkreaktor kein reines Ca drin, sondern CaCO3 (Calziumcarbonat). Was der Kalki macht ist folgendes: Durch das eingebrachte CO2 entsteht mit Wasser Kohlensäure, die allerdings nicht stabil ist, sondern sofort wieder in ein Hydronium Ion (H[T]3[/T]O[H]+[/H] ) und Hydrogencarbonat (auch Bicarbonat genannt) zerfällt.

    CO[T]2[/T] + H[T]2[/T]O = H[T]2[/T]CO[T]3[/T]
    H[T]2[/T]CO[T]3[/T] + H[T]2[/T]O = H[T]3[/T]O[H]+[/H] + HCO[T]3[/T][H]-[/H]

    Das Hydronium Ion bewirkt, das der pH Wert im Reaktor sinkt. Dadurch verbesserst Du die Löslichkeit von Calziumcarbonat in Wasser. Eigentlich ist Calziumcarbonat nicht sonderlich gut löslich, schon garnicht bei pH Werten über 8. Durch die pH Absenkung geht nun bevorzugt CaCO[T]3[/T] in Lösung nach folgender Formel

    CaCO[T]3[/T] + 2 H[T]3[/T]O[H]+[/H] = Ca[H]2+[/H] + 2 H[T]2[/T]O + H[T]2[/T]CO[T]3[/T]

    Die entstehende Kohlensäure zerfällt dann wieder wie oben beschrieben und der Spass geht von vorne los.


    Zitat


    Oder dosiert man in einen Kalki CaCo[T]3[/T] und erhällt CA(HCO[T]3[/T])[T]2[/T]


    Nein, siehe oben. Die Ladungen in Deiner Formel stimmen zwar, allerdings hängt sich das Calzium keine zwei hydratisierten Carbonate dran, das passt nicht. Es gibt Ca(HCO[T]3[/T])[H]-[/H], aber halt nicht zwei hydrogencarbonate an einem Calzium.

    Zitat


    Ich meine dann könnte ich ja einfach CaCO[T]3[/T] nehmen und es pur dosieren ! Soviel ich weiss müsste es Calciumcarbonat auf dem freien Markt geben ?

    Gibt es, Korallenbruch!

    Zitat


    Wie funzt denn der Kalki nun und was ist drinne ? Ich würd jetzt mal spontan auf Calciumcarbonat tippen was sich zu Calciumhydroxidcarbonat verbindet
    H[T]2[/T]CO[T]3[/T] + CaCO[T]3[/T]

    Siehe oben

    Zitat


    Könnte man da nicht einfach eine Flasche Sprudel mit CaCO[T]3[/T]mixen und das dosieren ?
    Danke für ne antwort

    Im Prinzip schon, aber.... Du bräuchtest sehr feines Calziumcarbonat, an so einem Korn Korallenbruch löst sich nicht viel auf. Das ist das ganze Problem bei einem Kalki, die Lösung von CO2 ins Wasser ist extrem schnell, aber die Lösung von CaCO[T]3[/T] ist viel langsamer.
    Entweder müsstest Du das Zeug aufmahlen, oder feines Pulver im Chemikalienhandel kaufen. Das ist dann aber schweineteuer.


    Ich hoffe Dich nicht komplett verwirrt zu haben

    Viele Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Jens,
    coole Formel"n" :smiling_face:
    Wieder in Germanien?? Oder immer noch im FrodoLand??
    Pffhhh das ist mir alles VIEL zu Chemisch :winking_face: ich bin da doch lieber der dumpfe Informatiker und vertrau da blind den neuesten Erkenntnissen von Leuten wie Dir die dann sagen Kalki funktioniert...Balling auch und schön weiter für uns Normalaquaristen rumentwickeln...ich entwickel ja auch für unsere Kunden rum...sonst wären wir ja auch noch bei DOS 1.0 wenn es die Typen wie mich nicht gäbe...also schön Arbeitsteilung --- auch wenn ich selber nicht direkt Software entwickle sondern den Schotter bei meinen Kunden implementiere :-))


    Marcus

  • hallo jens danke dir für die viele mühe ! jetzt ist es verständlicher !
    schade das das mit dem CaCo[T]3[/T] nicht so einfach klappt !
    wäre ja zu schön gewesen :grinning_squinting_face:

  • Zitat

    Original von Jens Kallmeyer
    Nein, siehe oben. Die Ladungen in Deiner Formel stimmen zwar, allerdings hängt sich das Calzium keine zwei hydratisierten Carbonate dran, das passt nicht. Es gibt Ca(HCO[T]3[/T])[H]-[/H], aber halt nicht zwei hydrogencarbonate an einem Calzium.


    Hallo Jens,

    Kalzium als Element der zweiten Hauptgruppe ist zweiwertig, folglich bindet es auch zwei Hydrogenkarbonationen (HCO[T]3[/T][H]-[/H]). Kalziumhydrogenkarbonat = Ca(HCO[T]3[/T])[T]2[/T]

    So zumindest der Stand bis Wintersemester 86/87 als ich das letzte Mal beruflich mit anorganischer Chemie zu tun hatte. Korrigier mich, wenn dies der heutigen Lehrmeinung nicht mehr entspricht.

    Gruß,

    Michael

  • Hallo Jens,

    auch in deinem Vortrag von Beckum stimmts nicht so ganz mit den Ladungen. Nitrat ist NO[T]3[/T][H]-[/H], Nitrit ist NO[T]2[/T][H]-[/H] und Sulfat ist SO[T]4[/T][H]2-[/H]. Die Fehler waren bereits im Vortrag von Sindelfingen.

  • Hallo Michael et al.

    Zitat

    Kalzium als Element der zweiten Hauptgruppe ist zweiwertig, folglich bindet es auch zwei Hydrogenkarbonationen (HCO[T]3[/T][H]-[/H]). Kalziumhydrogenkarbonat = Ca(HCO[T]3[/T])[T]2[/T]
    So zumindest der Stand bis Wintersemester 86/87 als ich das letzte Mal beruflich mit anorganischer Chemie zu tun hatte. Korrigier mich, wenn dies der heutigen Lehrmeinung nicht mehr entspricht.

    Du hast schon recht, natürlich kommt das von den Ladungen her hin und im Labor kann man mit Sicherheit Ca(HCO[T]3[/T])[T]2[/T] herstellen. Ich habe zwar keine Ahnung unter welchen Bedingungen man das hinkriegt, aber gehen tut das bestimmt.
    Leider ist Ca(HCO[T]3[/T])[T]2[/T] im Meerwasser bei einem pH Wert von ca. 8 nicht stabil. Wir haben es also mit einem Stoff zu tun, den es zwar theoretisch gibt, der allerdings im Meer praktisch nicht vorkommt. Von daher sollte man sich in diesem Rahmen auch nicht näher damit beschäftigen, das führt dann nur noch zu rein theoretischen Diskussionen. (Sowas dann besser per PN)
    Das ist halt das Problem, es gibt immer einen Unterschied zwschen Laborchemie und Seewasser. Das musste ich häufig schon sehr schmerzhaft feststellen.
    Für Leute die mehr wissen wollen empfehle ich Aquatic Chemistry von Stumm& Morgan, oder Marine Geochemistry von Schulz und Zabel. Leider sind beide Bücher sehr teuer und auf Englisch.


    Viele Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Jens,

    wäre es nicht hilfreich für das Verständnis, am Schluß ausgeglichene Ladungen zu haben? Mein Vorschlag wäre folgender:

    CO[T]2[/T] + H[T]2[/T]O = H[T]2[/T]CO[T]3[/T]
    H[T]2[/T]CO[T]3[/T] + H[T]2[/T]O = H[T]3[/T]O[H]+ [/H]+ HCO[T]3[/T][H]-[/H]
    jetzt kommt der Unterschied:

    CaCO[T]3[/T] + H[T]3[/T]O[H]+[/H] + HCO[T]3[/T][H]-[/H] = Ca[H]2[/H][H]+[/H] + 2 HCO[T]3[/T][H]-[/H] + H[T]2[/T]O

    Das ist dann gar nicht mehr so weit von Ca[H]2[/H][H]+[/H] + 2 HCO[T]3[/T][H]-[/H] entfernt.

    Ist zwar immer noch nicht das Gleiche wie das, was Michi geschrieben hat, aber schon ziemlich ähnlich. Calciumhydrogencarbonat kommt als Substanz allerdings nicht vor.

    So müßte das doch erlaubt sein.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Jens Kallmeyer
    Hallo Michael et al.

    Leider ist Ca(HCO[T]3[/T])[T]2[/T] im Meerwasser bei einem pH Wert von ca. 8 nicht stabil. Wir haben es also mit einem Stoff zu tun, den es zwar theoretisch gibt, der allerdings im Meer praktisch nicht vorkommt. Von daher sollte man sich in diesem Rahmen auch nicht näher damit beschäftigen, das führt dann nur noch zu rein theoretischen Diskussionen. (Sowas dann besser per PN)

    Hallo Jens,

    wenn Du ausdrücken wolltest, das Kalziumhydrogenkarbonat nur als "hypothetische Verbindung" in Form dissoziierter Ionen in wässriger Lösung vorkommt und nicht als Feststoff außerhalb einer wässrigen Lösung, dann habe ich Dich mißverstanden. Das ist klar. Ich kam nur mit der von Dir gewählten Formulierung nicht klar. :smiling_face:

    Gruß,

    Michael

  • hoi hoi

    also schulisch wird CA(HCO[T]3[/T])[T]2[/T] geprädigt wegen den wertigkeiten ( die 2 )
    Ich wollte eigentlich mal gucken was es für kostengünstige alternativen zum kalki giebt !
    Aber so wie es aussieht is er immer noch am einfachsten ( nicht am günstigsten)
    Prob sehe ich nur bei kleinen Becken mit dem sinkenden Ph wert durch Co[T]2[/T] haltigem wasser !
    Kalkwasser is immer noch sehr günstig nur so reaktiv mit Sauerstoff ( welcher bekanntlich O[T]2[/T] enthällt) und somit zu CaCO[T]3[/T] reagiert nur leider nicht im becken so wie es sein sollte sondern in der flasche !
    Alternative wäre ein Rührwerg ! Hat damit schon jemand erfahrungen gemacht ? Wie hoch ist dabei die reaktivität im gegensatz zur normalen tröpchen methode ?

    Andere alternative wäre natürlich Balling :grinning_squinting_face: Aber wenn man ja nur nicht sooooo faul wäre :grinning_squinting_face:

    Somit hätten wir alles durch ? BioCalcium was is da eigenlich drinne ?

  • erstens reagiert kalkwasser nicht mit O2 sondern mit dem CO2 der Luft

    Und wenn kaum Luft zutritt zu dem Kalkwasser hat kommt auch kein CO2 ran.

    Ich setze mein kalkwasser in einem 10 l kannister an , gibts in campingabteilungen.der kannister hat nur ne bohrung in die der schlauch kommt um das wasser zu entnehmen.
    das kalkwasser wird in den frühen morgenstunden, mit einer Dosierpumpe die über eine Zeitschaltuhr gesteuert wird, ins
    Becken gepumpt( ca 4 l /d ).
    morgens, weil da der ph wert im becken an niedrigsten ist.

    ich halte dadurch in dem becken einen relativ hohen ph wert
    (8,1 bis 8,3 )

    Und ich benutze eine dosierpumpe mit einer leistung von 3l /h
    die ca 75€ kostet

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