• Hallo. Wollte mal fragen was für Spurenelemente man eigentlich zuführen muß. Ich betreibe mein Becken mit einem Schlammfilter und gebe täglich Jod hinzu. Einmal die Woche 10L Wasserwechsel bei 230L Netto und Calcium+Magnesium durch die Ballingmethode. Korallen stehen eigentlich super nur das Wachstum ist sehr gering. Ich stelle jetzt ausschließlich auf Steinkorallen um und wollte mal wissen was noch nötig ist an Zusätzen? Welche Produkte würdet ihr mit empfehlen?
    Gruß Kevin

  • Kevin,

    wichtig bei der Spurenelementdosierung ist der Nährstoffgehalt im Becken. Je höher der Nährstoffgehalt ist, desto höher ist der Bedarf an Spurenelementen, und umgekehrt. Das vorweg. Also poste bitte mal Deinen Nitrat und Phosphatgehalt.

    Iod ist nicht gleich Iod. Am besten geeignet ist meiner Meinung komplexiertes, elementares Iod, z.B. Betaisodona (das ist eigentlich ein Desinfektionsmittel aus der Apotheke, aber das bißchen Ethanol und der andere Quatsch dadrin ist nicht weiter schädlich für das Becken). Auch geht Lugol'sche Lösung (LL), darin ist elementares Iod enthalten, was mit Kaliumiod stabilisiert ist, weshalb es auch richtig Kaliumiodid/Iod heißt. Eine 1%ige LL ist für den Hausgebrauch geeignet, und eine tägliche Dosierung von 5 Tropfen auf 100 Liter Wasser ist brauchbar. 1%ige LL gibt es auch fertig in der Apotheke zu kaufen, da steht dann drauf, dass es für die Mikroskopie ist (nicht weiter dran stören).
    Nur Kaliumiodid ist meines Erachtens unsinnig, weil es ziemlich schnell zu Iodat umgesetzt wird, und das ist äußerst unbrauchbar.
    Davon unabhängig, ob man Iod dosieren muß oder nicht ist individuell unterschiedlich, und ein bißchen Glaubenssache.

    Ich würde lieber mehr Wasserwechseln (z.B. 5% wöchentlich) und dafür auf
    Spurenelementlösungen verzichten. Je nachdem, wie hoch Deine Nährstoffgehalte sind, kommst Du aber vielleicht nicht drumrum.

    Entweder Du kaufst Spurenelemente aus dem Handel, oder Du schaust Dich mal um, was Balling und Renke publiziert haben.

    Bei ausreichendem Wasserwechsel würde ich lieber geziehlt Eisen und Mangan dosieren, als komplette Spurenelementmischungen. Eine brauchbare Eisenlösung kann man sich selbst herstellen, ist nicht schwierig. Die Renke Spurenelemente sind finde ich ganz gut, aber man dosiert hier ziemlich schnell zu viel, da muß man aufpassen.

    H Hersteller

  • Zitat

    Original von Joerg Kokott
    Iod ist nicht gleich Iod. Am besten geeignet ist meiner Meinung komplexiertes, elementares Iod, z.B. Betaisodona (das ist eigentlich ein Desinfektionsmittel aus der Apotheke, aber das bißchen Ethanol und der andere Quatsch dadrin ist nicht weiter schädlich für das Becken)

    Hi Jörg,

    eine Interesante Sache habe ich da gerade von dir AUfgegrifen. habe mir das auch schon Überlegt. Derzeit verwende ich Lugolsche Lösung tägl. Wie würdest du das mit dem betaisodona machen? Wie die Dosierung? Mit messen kommst ja bekanntlich nicht arg weit, aber anhand der Tiere kann ich schon manches sagen.

    Hältst du Eisen und Mangan als wichtigsten Faktor der zudiosert werden müsste? Wenn ja was ist dein grund der Annahme? Es fehlt ja insebsondere oftmals den Goniopora Arten. Wie siehst du das? Ich Dosiere s bislang nicht, habe aber schon mit dem gedanken gespielt, gerade wegen der Goniopora, wobei sie sich bislang auch ohne zugabe gut hält. bei den Wasserwechselns seh ich es genauso :winking_face: Ich führ das auch auf den Grund zurück wieso sie schon recht lange so gut steht.

    Du schriebst man sollte Vorsichtig mit der Dosierung sein, gibt es da dennoch Anhaltspunkte die du evtl. schon Versucht hast?


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Dosierung PVP-Iod:

    das komplexierte Iod (PVP, polyvinylpyrrolidon) ist in allen käuflichen
    Mischungen (Betaisodona, wie das andere heißt, komm ich nicht drauf)
    gleich konzentriert.

    Ich würde pro 100L Beckenvolumen 1 Tropfen täglich geben, kann aber auch
    gesteigert werden auf 2-3 Tropfen, dies allerdings langsam steigern.
    Da PVP und Iod lichtempfindlich sind, würde ich es nur in der Dunkelphase
    dosieren, nicht wenn das Licht an ist. PVP Iod zerfällt in Meerwasser
    recht schnell, PVP wird dabei abgeschäumt.

    Eisen und Goniopora würde ich nicht direkt in Zusammenhang bringen. Am wahrscheinlichsten ist für mich, das Goniopora einen höheren Bedarf an Phytoplankton hat als man annehmen würde. Bei einer Eisendosierung wird möglicherweise die Phytoplanktonproduktion gefördert, so dass die notwendige heterotrophe Ernährung gefördert wird. Das Eisen bestehende Ausbleichungen bei Goniopora rückgängig machen kann, wurde von Sprung dahingegehend interpretiert, dass dadurch oxidativer Stress (Sauerstoffstress) aufgehoben werden kann, weil Eisen als Bestandteil des Enzyms Superoxid-Dismutase, das Sauerstoffradikale (Superoxid) in Wasserstoffperoxid umwandelt, hier möglicherweise mangelt. Daran glaube ich jedoch nicht, weil oxidativer Stress in allen symbiontischen, lichtexponierten Korallen vermehrt auftritt, und nicht nur in Goniopora.

    Ich kann mir eher vorstellen, dass eine Eisenlimitierung von Zooxanthellen einer Goniopora mehr ausmacht, als anderen Korallen, warum auch immer.

    Ist ein ziemlich schwammiges Gebiet.

    Eisen ist deshalb kritisch, weil es hinter Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor das viert häufigste Nährelement in den Organismen ist, und aufgrund der schlechten Löslichkeit in Meerwasser ausfällt (als Eisenhydroxid) und dadurch limitierend wird.

    Für Phytoplankton gilt das Redfield-Verhältnis 106 C : 16 N : 1 P : 0,01 Fe. Das heißt, pro 100 Phosphoratomen kommt 1 Eisenatom.

    Das ist der Grund dafür, warum einer Eisendosierung mehr Bedeutung zukommt als anderen Spurenelementen. In der Regel werden Spurenelemente über einen Kamm geschert, was falsch ist.
    Hinter Eisen kommt dann Mangan, Molybdän und Zink, weshalb auch diesen mehr Bedeutung zukommen muß als z.B. Chrom oder Nickel.

    H Hersteller

  • Hi Kevin,

    also ich würde dir empfehlen kein Jod zuzugeben, habe ich das noch nie, außer versuchsweise, in meinen Schlammfiltersystemen gemacht habe und konnte keine Vorteile erkennen.

    Auch mit der weiteren Spurenelementzugabe kann ich dir nur empfehlen dies zu unterlassen, da es in einem Schlammfiltersystem vorteilhafter ist deine Wasserwechselmenge(gute Salzmischung verwenden!) langsam auf 7-10% in der Woche zu steigern und diese dann beizubehalten, da dies bei meinen Versuchen sich als beste Variante der Zufuhr von Spurenelementen herausgestellt hat.

    Falls deine anderen Wasserparameter(NO3/PO4) im sehr geringen Bereich liegen, kannst du durch eine gezielte, aber vorsichtige Zugabe einer Ammoniumchloridlösung das Wachstum deiner Tiere sehr gut steigern, da es sehr gerne bei Schlammfiltersystemen zu einer Stickstofflimitierung kommen kann und dann kein gutes Wachstum zu verzeichnen ist.

    Wenn Du mich diesbezüglich mal anrufst/anmailst, dann kann ich dir gerne mehr mitteilen.

    MfG Markus

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!