Hallo zusammen!
Seit drei Wochen gebe ich nächtlich und bis zum Beginn der Beleuchtung Kalkwasser zu. Ziel ist nicht die Kalziumversorgung, sondern ein Anheben des meines Erachtens zu niedrigen pH-Werts (7,5 bis 8,2, elektronisch gemessen und durch zweites Gerät bestätigt). Meine Absicht ist es den pH-Wert zwischen 8,0 und 8,4 zu halten zwecks besseren Steinkorallenwachstums. Dies gelingt auch durch die Kalkwasserzugabe gut. Die Zugabe erfolgt im Intervall mit 50 ml in einer Minute alle 20 Minuten. Das Kalkwasser wird in den Einlauf meines Abschäumers eingeleitet. Täglich werden etwa zwei Liter benötigt, diese Menge wird jeweils 12 Stunden vorher frisch angesetzt.
Zu Beginn der Kalkwasserzugabe lag die Salinität bei 35,7 psu (Dichte 1023,5 g/l bei 26°C). Zielwert für die Salinität ist 35 psu. Seither erfolgten zwei Wasserwechsel (Tropic Marin pro reef im Wechsel mit Preis Meersalz) von je 10 Litern (etwa 10%) mit Wasser, das eine Dichte von 1023,0 g/l bei etwa 24°C hatte. Die Salinität fiel über 33,0 psu auf 31,7 psu und am 02.03. auf minimal 30,4 psu. Diese Werte sind über Thomas Chronz Onlinerechner errechnet, die Messung erfolgten mit zwei guten Aräometern (JBL, Tropic Marin) und wurden durch Refraktometer kontrolliert.
Die einzige Veränderung, die ich vorgenommen habe, ist, daß ich das verdunstete Wasser statt mit Osmosewasser (nicht aufgehärtet!) jetzt durch Kalkwasser ausgleiche, wie oben beschrieben. Da die Dichte des Kalkwassers sicher nicht unter der des Osmosewassers liegt :D, und die Menge, die täglich ersetzt wird, fast identisch ist, kann es sich nicht um eine Verdünnung handeln. Also müssen Salze aus dem Wasser verschwinden, damit die Salinität so absinkt.
Der Abschäumer kann es meines Erachtens nicht sein, der produziert vielleicht 40 ml am Tag. Ein Leck im AQ, durch das Salzwasser austritt, ist nicht auffällig, außerdem bleibt die Menge, die ersetzt wird, konstant. Der Kalziumwert liegt bei 425 bis 450 mg/l, der Magnesiumwert ist allerdings (keine Zugabe in drei Wochen) von 1500 auf 1230 mg/l abgefallen. Andere Werte: Nitrat 8 mg/l (M&N), Phosphat 0,09 mg/l (M&N), KH 10,5.
Seit dem 02.03. gebe ich nun mehrfach täglich eine geringe Menge gesättigter Meersalzlösung zu. Ziel ist es, die Dichte über zumindest zwei Wochen (evtl. auch langsamer) wieder auf 35 psu zu bringen. Aktuell (04.03) lag die Salinität bei 31,0 psu.
Mir ist schleierhaft, wohin die Salze verschwinden. Das Korallenwachstum ist nicht schlecht, die Xenien wachsen wie blöde, auch Turbinaria peltata, Heliofungia, eine Acropora tumida und ein paar Weichkorallen zeigen ein gutes Wachstum, aber daß die dem Wasser die Salze entziehen und die Salinität so senken, kann ich mir nicht vorstellen. Auch irgendwelche Ausfällungen konnte ich nicht beobachten, allerdings schließt das Fehlen makroskopischer Beobachtungen Ausfällungen nicht sicher aus.
Ich bin ratlos, wie der Abfall der Salinität zustande kommt. Vielleicht kann sich von Euch jemand einen Reim darauf machen?
Gruß,
Michael
