Wasser stehen lassen?

  • Hallo!

    Ich treibe mich ja schon geraume Zeit hier rum und durchforste das Forum und jetzt ist es soweit. Ich wage mich mal an ein Nano ohne Hauptbecken. Haut mich nicht zu sehr, ich habe genug Beispiele gefunden das es geht. Ich lass mir auch Zeit! Und da wären wir auch bei meiner Frage: Es heisst ja man soll das Wasser einige Tage stehen lassen und dann kann man LS einsetzen. Angeblich ist das Wasser aggressiv. Ich bin ja in der Chemie berufsbedingt etwas zu Hause, aber was ändert sich an einem Wasser das aus Osmosewasser und einer definiertem Salzmischung besteht? In diesem Stadium ist ja auch noch nicht biologisches im Becken drin. Ok, CO2 kann ausgasen und der Sauerstoffgehalt kann sich ändern, evt muss sich der KH stabilisieren. In dem Salz sind ja ein Haufen Elemente vertreten. Mich würde halt mal auch aus beruflicher Neugier interessieren, was da chemisch abgeht. Und wenn es halt nur ein Ehrfahrungswert ist, dass es so besser läuft halt ich mich natürlich auch dran :grinning_squinting_face:

    Ciao aus der Wetterau
    Andreas

    Gruss
    Andreas

    100*70*70, Giesemann Pulzar-LED, Tunze 9012, Tunze 6105+Jebao MLW 30

  • Hallo Andreas,

    soviel versteh ich von der Chemie zwar nicht, aber ich weiß daß die Spurenelemente wie zB Jod und Strontium sehr schnell ausfallen und dann nicht mehr für die Tiere zur Verfügung stehen.

    MfG, Frank


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    Bremsen ist die Umwandlung hochwertiger Geschwindigkeit in sinnlose Wärme....

  • Hi,

    also ich kann da nur gehörtes weitergeben.

    Einige Chemikalien in den Salzen liegen herstellungsbedingt in aggresiver, nicht meerwassergerechter Form vor und müssen erst zu der gewünschten Form reagieren.

    mfg Uwe

  • Zitat

    Original von use
    Hi,

    also ich kann da nur gehörtes weitergeben.

    Einige Chemikalien in den Salzen liegen herstellungsbedingt in aggresiver, nicht meerwassergerechter Form vor und müssen erst zu der gewünschten Form reagieren.

    mfg Uwe

    Hi,

    Dieses Problem kann man allerdings mit einem Natur-Salz wie zB RED SEA umgehen.

    Generell würde ich sagen, das sich in frisch angesetzem Salzwasser, bedingt durch den Bakterieneintrag (d. zB Luft) relativ schnell gewisse Organische Verbindungen bilden, welche dann manche hoch-reaktive (und daher agressive) "gelieren" (koagulieren heist das wenn ich mir das richtig aus der Chemie-HTL :face_with_rolling_eyes: gemerkt habe).

    Zusätzlich ist nach ein paar Tagen da vollständige Lösen aller Salze (nur weil man kein Salz mehr sieht, und das Wasser optisch klar ist, heist das nicht, das schon 100% gelöst sind) und auch eine homogene Mischung dieser, gewährleistet...

    Auch der KH, Sauerstoffgehalt und die Temperatur haben sich nach mein paar Tagen

    Du kannst ja mal einen kleinen Selbstversuch starten:

    Wenn ich beim Ansetzen von frischem Wasser, den Kübel mit der Hand umrühre, damit sich mal der Großteil löst, jucken mich manchmal ganz schön die Arme...

    Bei Arbeiten im Aquarium ist mir das noch nicht passiert. (Außer ich hatte unfreiwilligen Kontakt mit zB einem Borstenwurm :D)

    mfg Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

  • Hallo Mike,

    erklärst du mir bitte den Unterschied zwischen "Natursalz" und z.B. Tropic Marin Salz mal etwas genauer?

  • Hallo Thomas,

    Mike meint warscheinlich das Salze wie TM, Preis, etc. künstlich hergestellt werden und das Red Sea abgebaut wird. ????

  • Zitat

    Original von Thomas Chronz
    Hallo Mike,

    erklärst du mir bitte den Unterschied zwischen "Natursalz" und z.B. Tropic Marin Salz mal etwas genauer?


    Na aber gerne doch :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    Natürliche Salze sind Salze, welche durch Verdunstung von Seewasser hergestellt werden.

    Tropic Marin wie auch andere synthetische Salze werden aus chemisch reinen Salzen hergestellt und gemischt. Diese Salze enthalten sicher die meisten (wenn auch nicht alle !) wichtigen Elemente und sind der Natur sehr gut nachempfunden. Trotzdem können manche Elemente nur in einer bestimmten Form (bestimmte Salze) eingebracht werden, da sie sich sonst nicht mehr lösen würden. Diese Salze könnten mitunter agressiver sein, bevor sie vollständig gelöst sind.

    Dafür können keine Verschmutzungen ( welche im Meer sicher vorkommen) eingeschlossen sein.

    Ich will hier gar nicht das eine oder das andere verteufeln oder hochloben, da mit beiden Salz-Arten bereits gute Erfolge gefeiert wurden. (Leider auch Misserfolge ;().

    Hoffe mich jetzt besser ausgedrückt zu haben.

    mfg Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

  • Hi Tom,

    den Werbeschmarrn kenn ich ja auch, aber ich denke, daß Mike da etwas Genaueres weiß.
    [hr] [/hr]

    jetzt hat es sich etwas überschnitten mit den Beiträgen.

    Mike,
    wenn du Meerwasser verdunsten lässt, dann fallen in einer bestimmten Reihenfolge die Salze aus. Ein gewisser Teil fällt z.B. als Gips aus, welches dann in Wasser nicht mehr rücklösbar ist.

    Das Salz, was du chemisch rein nennst, ist zum Großteil auch nichts anderes als ehemaliges Salinensalz, nur daß es schon Millionen von Jahren alt ist. Die meisten Spurenelemente sind dann dort im Kochsalz als sogenannte Verunreinigungen eh schon enthalten, so daß nur noch ein geringer Teil zugegeben werden muß. Das Zugeben dieser Elemente findet aber auch bei den "Natursalzen statt", deren Rohmaterialien laut Hersteller zu nur 87% aus einem solaren Verdunstungsprozeß stammen.

    Zitat

    Coral Reef Red Sea Salt is not the product of desalinization and is the most natural artificial seasalt on the market, with at least 87% of the raw materials being reclaimed from natural water sources using solar evaporation techniques.

    Einmal editiert, zuletzt von Riffbarsch (5. März 2004 um 14:39)

  • Zitat

    Coral Reef Red Sea Salt is not the product of desalinization and is the most natural artificial seasalt on the market, with at least 87% of the raw materials being reclaimed from natural water sources using solar evaporation techniques.

    Ein Grund mehr, auch solch ein Salz eine Weile ruhen zu lassen.

    Das von Dir erwähnte Salinensalz wird aber meist noch chemisch gereinigt, mindestens aber mehrmals ausgewaschen, alleine um es von Sand und anderen Verunreinigungen zu befreien. Das Resultat ist dann ein Salz, welches an Spurenelementen, Magnesium und den meisten anderen wichtigen Stoffen, mit Ausnahme von Natriumclorid (klar :face_with_rolling_eyes:), verarmt ist.

    Natürlich wäre eine schonendere Raffinerierung möglich, jedoch denke ich nicht, das sich zB Tropic Marin das antut, Salz speziell für die Meeresaquaristik raffinerieren zu lassen (wäre auch imens teuer). Eher wahrscheinlich ist es, daß normal raffineriertes Salz (wie es auch zur Speisesalzherstellung verwendet wird - nur eben mit Jod etc.) verwendet wird, und die anderen Mineral-Salze extra hinzugefügt werden.

    Du hast natürlich recht, wenn Du sagst, das beim Verdunsten von Meerwasser gewisse Stoffe (wie zB Gibs [CaSO4*2H2O]) ausfallen, und nicht mehr in Lösung gehen. Diese Stoffe werden von den Herstellern dann in anderen Verbindungen zugegeben, was für den Hersteller spricht (wäre ja schlimm, wenn diese Stoffe einfach weggelassen würden).
    Das "natürliches" Salz weniger oft gewaschen wird (oder event. garnicht) erkenne ich jedesmal daran, das eine gewisse (wenn auch geringe) Menge Sand nach dem Auflösen im Behälter verbleibt.

    Aber wie gesagt, ob man nun "natürliches" Salz oder eine synthetisch hergestellte Salzmishun bevorzugt, bleibt meiner Meinung nach jedem selbst überlassen, da ich weder in der einen noch in der anderen Methode gravierende Vor- oder Nachteile sehe.

    Wenn man gewisse Vorkehrungen trifft, wie zB das Ruhenlassen von frischem Wasser, ist man mit beiden Salzen gut beraten.

    2 Sachen noch:
    Vorteil des syn. Salz ist sicher die konstant bleibender Qualität und Zusammensetzung.
    Vorteil des nat. Salz ist (zumindest ist es bei Red Sea so ) der oftmals günstigere Preis, welcher sicher auf die günstigere, wenn auch Zeitaufwendigere Methode der Herstellung seitens des "Vertreibers".
    Man bedenke wie lange es dauert 600 Liter Wasser verdunsten zu lassen, um ~ 20 kg Salz zu erhalten, wärend es nicht allzu lange dauert, verschiedene bereits gesäuberte (daher auch teurere) Salze im richtigen Verhältnis zu mischen.

    So.. viel mehr fällt mir jetzt auch nicht mehr ein.. :grinning_squinting_face:

    cu Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

  • Was mir für die Verfechter der Nat. Salze noch einfällt:

    Zitat (sorry falls nicht ganz wortwörtlich) aus dem Film Armageddon:

    Zitat


    .. wir sitzen hier in einer Rakete, bestehend aus 300.000 beweglichen Teilen[Chemikalien], alle vom günstigsten Anbieter hergestellt. Da wird einem doch warm ums Herz...

    :grinning_squinting_face: :winking_face: :grinning_squinting_face:
    hehe...

    Soll aber wirklich keine Abwertung, oder meine persönliche Meinung darstellen...

    cu Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

    2 Mal editiert, zuletzt von Mike (5. März 2004 um 21:15)

  • Hallo Mike,

    ich war mal vor langen Jahren in einem Steinsalz-Bergwerk zum Photographieren. Groß reinigen tun die das Salz da nicht, es wird in Riesenkavernen herausgesprengt, mit Kirunatrucks in einem Höllentempo kilometerweit zum nächsten Förderband transportiert, dort erstmal in handliche Brocken zerkleinert und dann hoch ans Tageslicht gebracht. Damals verließ auf jeden Fall viel von dem Salz die Firma Solvay, ohne jemals mit Wasser in Berührung gekommen zu sein.

    Solch ein Salz benutzt Tropic Marin nicht, denn sie werben ja mit der Apothekerqualität ihrer Grundstoffe. Schaut man bei Merck ins Datenblatt für NaCl, so fällt einem sofort auf, daß dort in der Tat kaum Spurenelemente drin sind. Zwei Beispiele, zuerst PO4, das einen Anteil kleinergleich 0,0005% hat, also maximal 5 mg in einem Kilo. Ausgehend von 40g Tropic Marin Salz (70% davon sind NaCl) pro Liter Meerwasser, sind das 'unbedeutende' 0,14 mg Phosphat maximal. :winking_face:

    Beim Spurenelement Kupfer werden 0,0002% als Verunreinigung toleriert, das entpräche in einem Liter fertigen Wassers maximal 56 µg/l, wahrscheinlich aber in der Realität viel weniger, da ja in der Spezifikation nur Maximalwerte, aber nicht Durchschnittswerte angegeben werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Riffbarsch (5. März 2004 um 23:18)

  • Hallo,

    zu den Ausfällungen kann ich nix konkretes sagen, außer, daß das sich das Grotech offenbar nicht volständig löst (scharzer 'Sand').
    Ich möchte aber eine nicht unwichtige Beobachtung kundtun:
    mehrfach habe ich nach dem optisch vollständigem Auflösen Stunden später ein 'Nachdichten' gemessen, sprich, die Dichte steigt an. Das war mal bei dem üblichem großen Wasserwechsel von 30% in dem kleinen Becken zienlich schlimm (Dichte von 1024 auf 1028, Röhrenwürmetr haben die Kronen abgeworfen). Habs dann noch ein paar mal bei frisch angestzem Wasser nachgemessen. Es dauert offensichtlich etliche Stunden, bis wirklich alles gelöst ist, trrotz durchpumpen und belüften. Das war im Sommer bei ganz guten Temperaturen.
    Seitdem laß ich das Wasser immer 24H stehen und messe kurz vorher nochmal.

    Grüße
    Ulrike

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