Phosphatgehalt von Fischfuttersorten

  • Hallo zusammen,

    gibt es irgendwelche Aufstellungen bzw. Messungen von unterschiedlichen Fischfuttersorten hinsichtlich dessen Phosphatgehalt. Fische benötigen zum Aufbau der eigenen Körpersubstanz 0,5 bis 0,8 % Phosphat im Futter. Viele Fischfutter enthalten aufgrund der Herstellung aus Fischmehl und Fischnebenerzeugnissen größere Mengen an Phosphat. Fischmehl besteht im wesentlichen aus den Resten von Gräten, Flossen und Köpfen der Fische und enthält etwa 1 - 2 % des Trockengewichts an Phosphor (P). Wird Fischfutter, welches ein hohen Phosphatanteil besitzt, von den Fischen aufgenommen, wird ein geringer Anteil des Phosphors zum Aufbau von Körpersubstanz verbraucht, aber der größere Teil wird unverdaut wieder ausgeschieden.
    Oft werden auf den Futterdosen nur die Werte von Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche angegeben. Zum Beispiel JBL MariPearls:
    >> Rohprotein: 38%
    >> Rohfett: 4%
    >> Rohfaser: 4,5%
    >> Rohasche: 10,5%
    Die Phosphatangaben fehlen leider?!

    Welche Erfahrungen bzw. Empfehlungen bzgl Fischfutterauswahl können hier im Forum gegeben werden?

    Gruss Dieter

    Gruß Dieter

  • Hallo Sven,

    ich habe gelesen das der Begriff Rohasche absolut nichts mit schlechtem Futter zu tun hat. Er gehört wie ein andere Begriffe (Rohprotein, Rohfett, Rohfaser) zu den Werten, die sich nach der "Weender Vollanalyse" ergeben. Und hier bezeichnet die Rohasche genau den Teil, der durch Erhitzen übrig bleibt. Und das ist nichts anderes als der Mineralanteil des Futters. Also Kalzium, Kalium, Phosphor und so weiter.
    Die wahre Qualität eines Fischfutters erkennt man dann schon eher an dem Bereich "Zusammensetzung", aber auch da nur unzureichend, denn das Gesetz schreibt für den Heimtierbereich solche Angaben nicht vor (Ausnahme Hund und Katz).

    Anscheinend kommt es auf die Zusammensetzung der organischen Bestandteile welche verbrannt werden. Der Rückstand ist der Gehalt an Rohasche. Also je weniger Rohasche desto weniger Gesamt-Phosphor ist enthalten.

    Die genauen Mengen an Phosphor im Fischfutter wäre aber schon interessant und wichtig.

    Gruss Dieter

    Gruß Dieter

  • Hallo Dieter,

    das dürfte so nicht stimmen. Auch für Heimtiere einschließlich Aquarienfische ist die Angabe der Zusammensetzung zwingend vorgeschrieben, die Angabe kann aber als "Gruppen von Futtermitteln" erfolgen, z. B. "Fisch und Fischnebenprodukte" oder "Krebstiere und Weichtiere".
    Im Grunde sind im Fischfutter doch immer: tierische und pflanzliche Proteine, Hefen, Algen, tierische und pflanzliche Öle und Fette, pflanzliche Kohlenhydrate wie z. B. Getreide, Fasern wie z. B. Zellulose und eben der Mineralstoffanteil, der vor allem aus den Fischknochen und den Krebsschalen stammt.

    Wonach bemisst sich Deiner Ansicht nach die Qualität des Futters?

    Sicher ist die Rohasche nicht das einzige Qualitätskriterium aber m. E. für den Phosphatgehalt ausschlaggebend.

    Für die Gesundheit des Fisches sind aber vielleicht wichtiger das Protein:Fett-Verhältnis, das nicht zu hoch sein sollte (besser bei 3 - 4 als bei 9 oder 10), und die Art der Fette, der Anteil der hochungesättigten Fettsäuren.

    Ein geringer Fettanteil bewirkt auch eine vermehrte (Netto-)Ausscheidung von Ammonium und Phosphat.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Sven,

    vom Aschegehalt auf den Phosphorgehalt zu schließen halte ich für gewagt. Asche besteht meist aus Oxiden
    und Carbonaten, andererseites bilden organische Phosphorverbindungen wie ATP, Phospholipide oder DNA keine Asche.

    Gruß Armin

  • Armin, das verstehe ich nicht :confused_face:
    Wieso sollen die von Dir genannten organischen Phosphatverbindungen keine Asche ergeben?
    Warum soll die Aussage hoher Aschegehalt entspricht hohem Phosphatgehalt falsch sein? :smiling_face_with_sunglasses:
    Lars

  • Hallo Lars,

    verstehe ich auch nicht ganz.

    Die Frage ist doch nicht, gibt es phosphatfreie Asche im Fischfutter, sondern, wie kommen hohe Phosphatgehalte in das Fischfutter und sind hohe Aschegehalte ein guter Indikator für hohe Phosphatgehalte?

    Letztlich enthält jede Biomasse ATP, Phospholipide usw., das ist aber bei allen Fischfuttern ziemlich gleich. Proteine werden vielleicht im Durschnitt mit etwas mehr Phosphaten daherkommen als Kohlenhydrate, da Stärkekörper von Pflanzensamen nicht unbedingt hohe Phosphatgehalte aufweisen, aber auch da dürfte es nicht die großen Unterschiede bei den Fischtrockenfuttern geben.

    Aber wie kommen hohe Aschegehalte ins Fischfutter wenn nicht durch phosphathaltige Fischknochen?

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Ingrid,

    wo steht "in"? :grinning_squinting_face:

    Proteine sind typischerweise in recht stoffwechselaktiven Zellen und in Verbindung mit Zellmembranen zu finden, den Orten, wo auch ATP und Phospholipide zu finden sind, deswegen "mit" oder vielleicht genauer "in Begleitung von". Aber das ist doch nicht entscheidend. Die Musik spielt woanders :wink.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Lars,

    die genannten organischen Verbindungen können alleine keine Asche ergeben, da ihnen die zugehörigen Kationen fehlen.

    @Hans-Werner:

    "Aber wie kommen hohe Aschegehalte ins Fischfutter wenn nicht durch phosphathaltige Fischknochen?" ist eine gute Frage.
    Ist immer garantiert, dass keine irgendwie gearteten Füllstoffe, die als "Mineralstoffe" deklariert werden könnten, ins Futter gelangen?

    Rainer: Danke für den informativen Link

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    solche Mineralstoffe müssen deklariert sein und finden sich in der Tat teilweise im Trockenfutter. Darüber kann man dann nur spekulieren, es sei denn, es steht gleich "Monokalziumphosphat" drauf, das habe ich auch schon gefunden. In diesem Fall würde sich der Phosphatgehalt wieder im Aschegehalt finden.

    Relativ hohe Aschegehalte finden sich auch noch in Krebsschalen, wobei ich mir da über den Phosphatgehalt unsicher bin.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo, ich habe einen guten schematischen Überblick über die Futtermittelzusammensetzung auf wikipedia gefunden. Siehe Bild.

    Zitat Hans-Werner: "Wonach bemisst sich Deiner Ansicht nach die Qualität des Futters?"

    Als ich das Thema eröffnet habe, galt meiner Interesse eher der Belastung des Futters dürch Phosphat/Phosphor als einer optimalen Ernährung der Fische.
    Zugegebenermaßen sind die Angaben auf der Futterdose nur ein Anhaltspunkt, der über die Qualität der Rohnährstoffe nichts aussagt. Eine genaue Angabe der Kationen (Calcium, Phosphor, Natrium, ..) in der Rohasche fehlt meistens bzw habe ich bei den gängisten Fischfutter nicht gesehen.

    Gruus Dieter

  • Armin, ich bitte um Aufklärung :confused_face: : Eine definierte menge Futter wird über stunden im Muffelofen erhitzt/verbrannt, zwischendurch gibt man noch H2O2 dazu das wirklich alles oxidiert wird: H, O, geht als H2O und C als CO2 geht durch den Schornstein, N aus Purinen oder Azobindungen verschwindet als N2, N aus aminos wird NO3, Sulfat, Phosphat bleibt übrig und alles andere (Metalle) wird oxidiert. C aus Carboxylgruppen bleiben meinetwegen meinetwegen als Carbonat.
    Also die "organic" geht durch den schorstein, die Anorganic=Mineralien bleiben übrig.
    Was wird denn dann aus dem Phosphat wenn du sagst es fehlt das Kation? :confused_face:

    Diese Asche wird gewogen und ins Verhältnis zum Trockengewicht gesetzt. (Ja das ist jetzt eine kleine Ungenauigkeit das die O Atome der Oxide mit gewogen werden und nicht dazugehören)
    [Klugs.c.h.e.i.ß.e.rmodus]
    Aus dem Nitrat der Asche wird übrigens auch wieder auf den Proteingehalt zurückgerechnet: Dies ist die älteste Proteinbestimmung nach Kjeldahl ( vor gefühlten 100 Jahren im Pflanzenphysiologischen Praktikum 2 in Grundstudium selber duchgeführt :ylol ) [/Klugs.c.h.e.i.ß.e.rmodus]

    Lars

    Einmal editiert, zuletzt von Lars Kläning (13. September 2011 um 23:25)

  • Hallo Lars,

    Aufklärung, aber gerne :grinning_squinting_face:

    Kjedahl ist eine Nassveraschung, da spielen Kationen keine große Rolle. Tatsächlich wurde und wird aber auch
    immer wieder mit Trockenveraschung gearbeitet. Dass das unsauber ist, wusste man aber schon vor 100 Jahren:
    http://related.springerprotocols.com/lp/de-gruyter/…eren-px8L0h540P

    Wenn du in Rainers Link z.B. die Asche und Phosphatwerte von Artemia und Golden Pearls vergleichst, siehst du,
    dass sich das Asche/P-Verhältnis um den Faktor 2 unterscheidet.

    Gruß Armin

  • Aha =)

    Zitat

    Der Phosphor in den Nahrungsmitteln ist wie bekannt zum Teil in Form von Phosphatiden enthalten, die schon bei Temperaturen unter 100° C. mehr oder minder flüchtig sind.

    Wieder was gelernt :thup Danke Armin
    Lars

  • Hi Leute

    Man kann nicht prinzipiell vom Aschegehalt auf den Phosphatgehalt des Fischfutters schliessen. Es hängt maßgeblich davon ab was dem Fischfutter zugeführt worden ist, Zudem ist die Frage wie das Phosphat verstofflicht werden kann. Da kommt es vor allem auch auf die Produktionsart und den verwendeten Rohstoffen an. EIn genereller Rückschluss ist daher nicht möglich.

    Als Beispiel dient hier Fischmehl aus Karkasse (Kopf Wirbel-Flosse ) das einen durch den hohen Knochengehalt auch einen hohen Po4 Gehalt hast , wird Beifang verwendet ( inklusive Muskelfleisch ) hast du einen geringenen Po4 Gehalt. Wird dem Futter aber z.B. Heilerde zugesetzt verschiebt sich das Verhältnis zu hohem Aschegehalt ohne das der Po4 Gehalt steigen würde.

    Gruss

  • Hallo zusammen,

    der eigentliche Anlaß dieses Threads war in Erfahrung zu bekommen, welche Fischfutterhersteller für unsere Meerwasseraquaristik den tatsächlichen Phosphatgehalt angeben. Ich habe lange im Internet recherchiert; kaum einer gibt diesen Phosphatgehalt an, sondern werben lediglich mit einem hohen Proteingehalt und wertvollen Omega 3-Fettsäuren. Die prozentuale Angabe ist hier relativ. Drüberhinaus handelt es sich bei Protein nicht gleich um Protein. Wichtig für den Organismus sind die essentiellen Aminosäuren im richtigen Verhältnis zueinander.

    Ein Beispiel für eine Phosphatangabe macht die Firma Söll mit seinen Organix® Produkten. Diese garantieren in Organix® Flocken einen Gehalt von weniger als 0,8% Phosphat.

    Kennt ihr weitere Hersteller die solche Angaben machen?

    Gruss Dieter.

    Gruß Dieter

    Einmal editiert, zuletzt von coralife (16. September 2011 um 08:57)

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